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Meine "kleine" Geschichte

7. Januar 2015 um 18:53

Liebe Leute
Bin neu hier im Forum. Ziemlich oft schon bin ich per Zufall auf gofeminin-Beiträge im Internet gestossen, welche mir sehr geholfen haben. Nun möchte ich hier meine eigene persönliche Geschichte erzählen, welche ich schon ziemlich lange mit mir herumtrage.
Ich bin eine 22-jährige junge, hübsche Frau. Geboren wurde ich in Zürich und aufgewachsen bin ich hauptsächlich in einem Agglomerations-Gebiet. Ich weiss eigentlich garnicht richtig wie ich beginnen soll. Ca. 3,5 Jahre älter ist meine grosse Schwester. Als ich drei Jahre alt war sind wir von der City in die Agglo gezogen in das Haus, in welchem mein Vater aufgewachsen ist. Mein Vater war und ist Vize-Direktor bei einer Grossbank wo er relativ gut verdient, er hat den Dr. Titel in Mathematik und ist sehr gebildet und arbeitstüchtig, kommt aber aus eher einfachen Verhältnissen. Meine Mutter ist gelernte Pharmaassistentin und Krankenschwester. Als sie mit 30 noch versuchte die Erwachsenen-Matur zu absolvieren um anschliessend ein Medizinstudium in Angriff zu nehmen, lernte sie meinen Vater kennen und er bewog sie dazu Hausfrau zu werden und Kinder zu bekommen. Sie kommt aus sehr armen Verhältnissen.
Nun schön und gut, als ich dann 6 Jahre alt war kam sie in div. psychiatrische Kliniken. Das ganze ging dann 2,5 Jahre (inkl. sporadischen Rückkehrten) bis sie sich von meinem Vater trennte. Dann zogen wir mit meiner Schwester in eine neue Wohnung in der Umgebung. Es folgt nochmals ein Umzug, bis wir dann als ich 14 war an einen anderen Wohnort wechselten, wo ich dann noch mein letztes Schuljahr absolvierte. Danach begann meine Lehre als Kauffrau. Meine Schwester war dann mittlerweile mit ihrem Freund zusammengezogen und als ich es endgültig nicht mehr aushielt mit meiner Mutter, zog ich mit 17 zu meinem Vater und seiner neuen Frau, was sich dann zwar auch nicht als viel besser herausstellte. Gut, als die Schmerzensgrenze nun eindeutig überschritten war, zog ich Ende 20 in eine WG mit 3 weiteren Personen, was jedoch auch nicht das gelbe vom Ei war Daraufhin bot sich mir die Chance, zu meinem besten Freund zu ziehen, was sich anfänglich als wahre Rettung und echt toll offenbarte. Nach 3 Monaten ging diese Beziehung zu ihm jedoch auch flöten und er warf mich fristlos heraus, was mich jetzt wieder zu meiner Mutter katapultierte. SO. Soweit bin ich nun wieder. Jetzt zu den Einzelheiten, was dazwischen sonst noch so alles abgelaufen ist.
Ich fühlte mich in der Familie eigentlich immer als Aussenseiter (lustig: die Anderen sind alles Älteste), was meine Schwester warscheinlich nicht so unterschreiben würde, sie dachte immer ich sei das Lieblingskind. Empfand ich weniger so, sie war einfach die, die immer Scheiss anstellte, herumschrieh, schlecht in der Schule war... sie schikanierte mich oft und war eiversüchtig, musste mich ihr zuliebe imm3r zurücknehmen. ich war eher ein ruhiges Kind, konnte mich nie richtig ausdrücken und hatte immer Angst um meine Mutter... sie wollte sich damals unter anderem umbringen. Ich erinnere mich nur selten an gemeinsame Familienaktivitäten, aber es war einfach immer schlechte Stimmung. Alles was ich eigentlich je wollte war eine Familie. Ich habe kaum Erinnerungen an einen unbeschwerten Moment in der Kindheit. Meine Mutter rieb meinem Vater z.B. immer unter die Nase, was für eine schlimme Mutter er hatte und sie froh sei, dass sie tot sei. Dieser Umstand führte soweit ich noch weiss einmal dazu, dass er einmal ausrastete am Abenttisch und meine Mutter mit der Faust bedrohte. Wir rannten alle umher und er drückte sie an die Wand. Danach wollten wir mit plastik Lachen im Garten schlafen. Mein Vater war eher ein ruhiger Mann, er machte viel Mathematik am Abend, war aber eigentlich immer lieb. Nach der Scheidung ist er fast nahtlos mit der Mutter meiner besten Kollegin zusammengekommen. Ich kenne Sie seit ich 3 bin und wir sind auch zusammen in die Spielgruppe/Kindergarten/Schule. Die Mutter meiner besten Freundin war auch mit meiner Mutter Mutter befreundet gewesen. Als ich meinen ersten Freund hatte mit 14 und dann Schluss war und wir dann schon weggezogen waren, kam eben diese erwähnte beste Freundin mit meinem Ex zusammen. Dieser Ex-Freund kam dann nach ihr nochmals mit einer guten Freundin von mir zusammen und nach ihr nochmals mit einer guten Freundin -.-' blablabla...
Das alles in der Zeit als ich von meinem Heimatort weggezogen bin und praktisch niemanden kannte am neuen Ort. Meine "beste Freundin" liess mich zu diesem Zeitpunkt auch links liegen und beschäftigte sich mit einer anderen "besten Kollegin" welche mit uns zur Schule gegangen ist. Zu dieser Zeit war auch meine Schwester mit ihrem neuen Freund zusammengezogen, der sie angeblich aus Ihrer Drogen- und Absturzkarriere befreite (Parties, harte Drogen, wiederliche Typen). Sie kifft sich bis heute mit ihm den Kopf weg, begleitet von permantenten Streitereien(keine Übertreibung) seit dem Anfang dieser fast 8 Jährigen Beziehung. Sie hat zwischdndurch ihre Lehre als Coiffusse 2 mal nicht bestanden und hat extreme Komplexe, die sie an mir rauslassen will, ich langsam aber sicher auch am Ende mit meinem Latein bin. Ich bin auch schon früh abgestürzt, mit 12 oder 13 den ersten Joint geraucht, gesoffen mit 14 angefangen zu Clubben. Nie aber harte Drogen genommen. Mit 17 hatte ich meinen ersten "richtigen" Freund. Mit dem gabs auch nur Probleme, denn ich hab an meinem 15 Geburtstag aufgehört zu kiffen (wtf) und an meinem 14 Geb. gabs Spacecakes. Er kiffte und ich wollte es nicht. Er benahm sich viel unter der Gürtellinie. Unsere Mutter hats nie wirklich intressiert, meine Schwester gibt sich gerne als die Verantwortungsvolle aus, jedoch ist es ein ungeschriebener Fakt, dass ich mich von klein auf um alles gekümmert habe. Meine Mutter war oftmals nicht zuhause, frühstück gabs nicht, nie etwas richtiges zuessen Zuhause. Musste viel nach der Schule vor der Türe warten, weil sie einkaufen gegangen ist oder am Tratschen mit anderen Dorfleuten. Wenn ich Glück hatte gabs was zu Mittag. Sie war jedoch auch immer schlecht drauf, kümmerte sich um nix im Haushalt, die Wohnung war die Reinste Verwarlosung und ich lief oft auch mit Verwarloster Kleidung herum. Wir hatten eigentlich genung Geld, alles was meine Mutter zu intressieren schien war das Geld, es gab auch ein Übler Gerichtskampf mit meinem Vater darum. Früher verstand ich vieles nicht, doch im nachhinein bezweifle ich auch, dass meine Mutter so krank war, wie sie immer tut. Sie ist einfach sehr unselbstständig und intressiert sich ausschliesslich für Ihre Belange. Sie tut aber immer lieb und mafht einem Geschenke die man nicht möchte, kommt unaufrichtig herüber. Als ich ihr letztens erzählte, ich sei Vergewaltigt worden war das einzige was sie dazu sagte: Wann? Ich: vor 3 Jahren. Sie: bist ja selber Schuld!!!! Meine Mutter hat mich früher auch ganz oft blamiert und ist oft unverblühmt auf den Pausenplatz gekommen und hat alle gefragt ob ich denn eine Liebe sei?! Oder ist sonst im Dorf herumgegangen und hat scheiss fragen gestellt, oder intime Details über mich rumerzählt oder brachte mitten in der Lektion dem Lehrer blumen, motzt oft ohne Grund etc etc ich könnte noch Stunden weiter schreiben. Ich habe bis heute noch nicht rausgefunden wer sie eigentlich ist. Ich möchte jetzt einfach so schnell wie möglich ausziehen von ihr, leider bin ich im mom. arbeitslos. Ich habe mich dann inzwischen wieder mit meiner alten "besten Freundin" versöhnt. Vor etwa 1.5 Jahren wollte ich mit ALLEN Leuten mit denen ich zu tun hatte, den Kontakt abbrechen, denn es läuft am Schluss immer drauf raus, dass alle von mir Hilfe wollen und ich sie therapiere. Wenn ich mich einmal um mich selbst kümmere habe ich gleich ein schlechtes Gewissen. Mir hat noch nichts wirklich geholfen und ich weiss garnicht wie ixh diese Erlebnisse alle einordnen soll. Als ich bei meinem Vater war hat ich auch nur ewig Streit mit seiner Frau weil sie geltungssüchtig, hetzerisch und möchtegern-perfektionistisch ist. Mit meinem Vater kann ich nur schlecht reden, denn er kann mit solchen Sachen glaube ich nur schlecht umgehen, er intressiert sich eher was bei mir beruflich abgeht, zudem möchte ich ihm auch nicht zur Last fallen, hat er doch permanent stress im Geschäft. Mein Vater hat uns seine erste Freundin nach der Frau meiner besten Kollegin zuerst verheimlicht. Als wir sie dann kennenlernten war es ganz ok, sie wohnte aber in einem anderen Kanton sprich war er die Wochenenden immer bei Ihr und die einzige Möglichkeit ihn zu treffen, war jedes Wochenende mitzugehen. Da stellt sich die Frage warum haben wir ihn dann nie unter der Woche gesehen. Nun ein lustiges Detail kam heraus als wir mal als ich 15 war mit seiner aktuellen Frau in den Ferien waren, dass er gleichzeitig mit der alten Freundin und der aktuellen Frau zusammen war. Bei der aktuellen war er einfach unter der Woche. Als ich ihn manchmal für Matheaufgaben fragte, hatte er immer eine Ausrede parat und verschob es. Ich könnte euch noch 1000 Geschichgen erzählen, aber ich muss nun langsam zum Punkt kommen. Wer bis hierhin gelesenhat!! Respekt
Also Fakt ist, alle meine Beziehungen die ich bis jetzt hatte sind eher unhaltbar. Ich kann oder will mich auch nicht sofort richtig mitteilen, denn ich vertraue nur selten jemandem. Darum Scheue ich mich auch zum Therapeuten zu gehen, sowieso weiss ich nicht richtig wie ich das alles in Worte fassen kann oder bewerten soll. Zudem habe ich angst, dass er mich nicht verstehen wird oder mich falsch einschätzt. Ich bin eher eine Einzelgängerin, denn es ist für mich sehr belastend konstante Beziehungen zu pflegen und ich führe einen konstanten Eigendialog, der selten aufhört, bin mit sehr viel Angst aufgewachsen und gewisse Bilder verfolgen mich noch. Hauptsächlich waren wir viel allein und mussten gegen aussen so tun als wär nix, da wir funktionieren mussten und sich dank meiner Mutter alle einmischten. Ah ja jetzt fällt mir noch ein meine Mutter hatte noch einen Schlaganfall als ich 12 war und kam ins Krankenhaus, was sehr traurig war, wir wohnten wieder beim Vater, mein Vater rastete auch einmal im gleichen masse wie ers schonmal getan hat wieder aus mit der vorletzten Freundin und ich musste mal im zimmer mit ansehn als ich 12 oderso war wie meine Schwester und ihre Kollegin Kokain schnupften und dann voll auf Drogen auf mich einredeten, es sei alles gut. Mit 14 habe ich auch mal Kok probiert, allerdings nur mit der Zunge.

Mein Gott.. ich fühle mich schon wie 35!! Allgemein hatte ich mit älteren immer besseren Kontakt..
Nun, liebe Leserinnen und Leser habt ihr Anregungen, Ideen oder Kommentare zum obig geschriebenen? Ich bin ganz Ohr! danke

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28. Januar 2015 um 20:57

Nicht aufgeben
Liebe fressfreundin,

Hut ab, wie du uns das hier alles so frei schilderst. Das muss ich echt eine harte Kindheit & Jugend gewesen sein, v.a. weil deine Eltern dich eigentlich unterstützen sollten, anstatt dich runterzumachen. Ok, deine Ma hat ihre Probleme, verzeih ihr, möglicherweise konnte sie aufgrund der Psyche nicht anders handeln. Dass dein Dad euch so hintergegangen hat (mit diversen Frauen) und nicht ehrlich zu euch war, ist echt das letzte. Echte Freunde zu finden, die zu einem halten, ist leider auch nicht so leicht....
Würde an deiner Stelle auch so schnell wie möglich da abhauen, vielleicht in eine Notunterkunft, Frauenhaus, Betreutes Wohnen..? Und dann einen Plan für deine Zukunft machen. Was wünscht du dir? Was sind deine Träume und Ziele? Die Ausbildung zur Kauffrau hast du doch abgeschlossen, oder? Das ist doch eine tolle Voraussetzung für einen festen Job... Falls es eine betriebliche Ausbildung war: Hast du noch Kontakte zu früheren Kollegen oder zu deinem ehemaligen Chef? Vielleicht gibt es die Möglichkeit, wieder einzusteigen. Im Job lernt man meist neue Leute kennen, also eventuell auch neue Freunde. Konzentriere dich auf dich und dein eigenes Leben, mach was draus! Du bist viel mehr wert, als dass du es nötig hättest, dich von deinen Eltern bzw. deiner Familie so runterziehen zu lassen. Glaub an dich!
Würde auf jeden Fall mal zum Psychotherapeuten gehen. Natürlich ist es schwierig, sich jemand fremden zu öffnen, aber wenn er kompetent ist, stellt er die "richtigen" Fragen und so eine Therapie kann auch recht umfassend sein (über ein Jahr), bis alles aufgearbeitet ist. Wenn du dich mit ihm nicht verstehst, kannst du nach 3-5 Probesitzungen auch zu jemand anderem wechseln.
Hier im Forum hast du deine Situation auch recht anschaulich beschrieben, hoffe, ich habe alles richtig verstanden, manchmal lese ich zu schnell. :P
Hoffe, ich konnte vielleicht bisschen helfen.

LG Ira

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