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Meine Eltern erwarten ein Kind von mir! Kinderwunsch?

3. Januar 2017 um 17:37

Hallo zusammen,
ich hoffe, dass ich bei Euch im richtigen Forum bin
Und natürlich erhoffe ich mir ein paar hilfreiche Kommentare/ Denkanstöße von Euch

Worum geht es genau...tja, das ist nicht ganz einfach zu erklären und wahrscheinlich werden viele von Euch denken: "Wo ist genau das Problem?!?"

Ich (weiblich) bin 32 Jahre jung und lebe seit ca. 12 Jahren in einer festen Partnerschaft. Dementsprechend ist das erste Verliebtsein lange vorbei und wir leben unseren Alltag, welcher geprägt ist von Höhen und Tiefen. Ich liebe meinen Partner sehr und wir schätzen uns gegenseitig. Er ist mein bester Freund...auch wenn wir uns gegenseitig sehr zur Weißglut bringen können Aber wir sind halt beide sehr tempramentvoll.
Seit 3 Monaten wohnen wir jetzt in unserem gemeinsamen Haus. Haben einen Hund und gehen unserer geregelten Arbeit nach. Also, alles ganz solide

Und weil alles so solide ist und wir verhältnismäßig gut abgesichert sind, ich die 30 längst überschritten habe und wir in einer langjährigen Beziehung sind, werde ich immer mehr aufs Kinder kriegen reduziert. Arbeitskollegen, Bekannte, ja sogar mir fast fremde Menschen sprechen mich permanent auf das Thema an. Ich muss sagen, es nervt mich tierisch.
Aber noch viel schlimmer sind meine Eltern. Sie wünschen sich sehnlichst Enkelkinder und äußern diesen Wunsch in immer kürzeren Abständen. Ich kann es einfach nicht mehr hören. Und es setzt mich extrem unter Druck. Ich und mein Partner haben für uns selbst noch nicht einmal geklärt, ob wir überhaupt Kinder möchten. Auf der einen Seite finde ich, dass Kinder zum Leben dazu gehören, auf der anderen Seite habe ich aber keinen unbändigen Kinderwunsch. Ich finde die Kinder meiner Freunde sehr süß, aber selbst eins zu haben, ist eine ganz andere Hausnummer. Aber das wisst ihr sicherlich selbst. Hattet ihr immer einen extremen Kinderwunsch? Meine größte Angst ist, dass ich das Kind nicht lieben könnte. Es für einen Fehler halte etc..
Zudem fühle ich mich teilweise zum Kinder kriegen verpflichtet. Ja, es hört sich seltsam an. Aber meine Mutter hat ihr Glück immer von mir abhängig gemacht und das seit Kindheit an. Es ist schwierig sich aus dieser Rolle zu befreien und zu sagen: "Mutter, es ist mein Leben und ich kann nicht dauernd dein 'Glücksbringer' spielen." Und zudem fällt es mir so schwer, meine Eltern zu enttäuschen bzw. sie unglücklich zu sehen.
Das Problem ist einfach, dass der Druck/ Erwartungen von außen so stark sind, dass es mir selbst schwer fällt, darüber Gewiss zu werden, ob ich wirklich Kinder möchte. Es überschattet mein Denken und Fühlen. Jetzt könnte man sagen, dass ich auch noch etwas Zeit habe. Demgegenüber steht aber, dass mein Partner schon Mitte 40 ist und wir uns wirklich bald darüber bewusst sein sollten, wenn es nicht vielleicht schon zu spät ist. Es drängt also, aber ich komme zu keiner Entscheidung. Ich brauche Zeit, die ich aber meines Erachtens nicht mehr habe. Es stresst mich einfach

Herzliche Grüße
Käthe




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3. Januar 2017 um 22:02

Hi, 

Ich kann dich verstehen - es gehört gefühlt wirklich dazu und wird daher auch erwartet. Andererseits kann man auch ohne Kinder glücklich sein.

Du musst dir klar machen, dass du erstmal zurückstecken musst, wenn ein kleines Wesen zu euch zieht (auch wenn du viel an deinen Freund/Großeltern abgeben kannst, bleibt vermutlich die meiste Arbeit an dir als Mutter hängen). Du kannst erstmal nicht mehr arbeiten, durchschlafen bedeutet 3 Stunden zwischen den Fütterungen schlafen zu können , spontan mit Freundinnen in die Stadt oder dem Freund ins Kino ist so schnell nicht mehr möglich. Durch das ständige Füttern, Wickeln usw bist du zeitlich sehr eingespannt, sodass anfangs auch Hobbys und Haushalt schnell zu kurz kommen können. 

Aber Kinder sind etwas wirklich Bereicherndes. Diese unglaubliche Liebe ist unbeschreiblich. Dieses Gefühl wenn es sich an dich schmiegt und anlächelt ist unbezahlbar. Da mein Sohn erst 6 Wochen alt ist, weiß ich nicht wie es noch wird, aber vermutlich noch schöner, weil er ja selbstständiger wird und sobald er mich das erste mal Mama nennt, sind vermutlich alle Tränen vergessen. Man wächst in die Sache hinein. Mein Freund war auch skeptisch einem Kind gegenüber, aber auch er geht total in dieser Rolle auf. 

Ich hatte immer einen Kinderwunsch, wobei mir nicht klar war wie viel Arbeit ein Kind schon in dem Alter macht. Aber ich würde ihn niemals hergeben und bin so glücklich mit ihm. Jedoch kann und sollte dir niemand diese Entscheidung abnehmen. Vielleicht hilft dir ja eine Pro und Contra Liste. Und wegen der Zeit gebe ich dir auch Recht: umso früher ihr euch entscheidet, desto geringer sind die Risiken und die Chancen höher, dass es klappt. 

Alles Gute  

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4. Januar 2017 um 10:25
In Antwort auf kaethe161

Hallo zusammen,
ich hoffe, dass ich bei Euch im richtigen Forum bin  
Und natürlich erhoffe ich mir ein paar hilfreiche Kommentare/ Denkanstöße von Euch 

Worum geht es genau...tja, das ist nicht ganz einfach zu erklären und wahrscheinlich werden viele von Euch denken: "Wo ist genau das Problem?!?"

Ich (weiblich) bin 32 Jahre jung und lebe seit ca. 12 Jahren in einer festen Partnerschaft. Dementsprechend ist das erste Verliebtsein lange vorbei und wir leben unseren Alltag, welcher geprägt ist von Höhen und Tiefen. Ich liebe meinen Partner sehr und wir schätzen uns gegenseitig. Er ist mein bester Freund...auch wenn wir uns gegenseitig sehr zur Weißglut bringen können  Aber wir sind halt beide sehr tempramentvoll. 
Seit 3 Monaten wohnen wir jetzt in unserem gemeinsamen Haus. Haben einen Hund und gehen unserer geregelten Arbeit nach. Also, alles ganz solide 

Und weil alles so solide ist und wir verhältnismäßig gut abgesichert sind, ich die 30 längst überschritten habe und wir in einer langjährigen Beziehung sind, werde ich immer mehr aufs Kinder kriegen reduziert. Arbeitskollegen, Bekannte, ja sogar mir fast fremde Menschen sprechen mich permanent auf das Thema an. Ich muss sagen, es nervt mich tierisch. 
Aber noch viel schlimmer sind meine Eltern. Sie wünschen sich sehnlichst Enkelkinder und äußern diesen Wunsch in immer kürzeren Abständen. Ich kann es einfach nicht mehr hören. Und es setzt mich extrem unter Druck. Ich und mein Partner haben für uns selbst noch nicht einmal geklärt, ob wir überhaupt Kinder möchten. Auf der einen Seite finde ich, dass Kinder zum Leben dazu gehören, auf der anderen Seite habe ich aber keinen unbändigen Kinderwunsch. Ich finde die Kinder meiner Freunde sehr süß, aber selbst eins zu haben, ist eine ganz andere Hausnummer. Aber das wisst ihr sicherlich selbst. Hattet ihr immer einen extremen Kinderwunsch? Meine größte Angst ist, dass ich das Kind nicht lieben könnte. Es für einen Fehler halte etc.. 
Zudem fühle ich mich teilweise zum Kinder kriegen verpflichtet. Ja, es hört sich seltsam an. Aber meine Mutter hat ihr Glück immer von mir abhängig gemacht und das seit Kindheit an. Es ist schwierig sich aus dieser Rolle zu befreien und zu sagen: "Mutter, es ist mein Leben und ich kann nicht dauernd dein 'Glücksbringer' spielen." Und zudem fällt es mir so schwer, meine Eltern zu enttäuschen bzw. sie unglücklich zu sehen.
Das Problem ist einfach, dass der Druck/ Erwartungen von außen so stark sind, dass es mir selbst schwer fällt, darüber Gewiss zu werden, ob ich wirklich Kinder möchte. Es überschattet mein Denken und Fühlen. Jetzt könnte man sagen, dass ich auch noch etwas Zeit habe. Demgegenüber steht aber, dass mein Partner schon Mitte 40 ist und wir uns wirklich bald darüber bewusst sein sollten, wenn es nicht vielleicht schon zu spät ist. Es drängt also, aber ich komme zu keiner Entscheidung. Ich brauche Zeit, die ich aber meines Erachtens nicht mehr habe. Es stresst mich einfach 

Herzliche Grüße
Käthe




 

Ich denke, dein Problem ist, dass du immer noch nicht richtig erwachsen bist? Denn sonst könntest du entweder deinen Eltern sagen, dass dich ihr Verhalten stresst oder einfach nicht mehr zuhören. Erst wenn du für deine eigenen Entscheidungen wirklich einstehen kannst, wirst du in der Lage sein, diese wichtige Entscheidung zu treffen.

Ich denke, was dich auch abstösst, ist, dass deine Mutter hinter ihrer Rolle als Mutter als Person total verschwunden ist und du hast Angst, dass dir das auch passiert. Vor solchen Dingen Angst zu haben vor dem ersten Kind ist ganz normal.

Vielleicht schaffst du es, dich mal mit deiner Mutter hinzusetzen und zu versuchen, mit ihr darüber zu reden? Vielleicht ist sie ja selbst sehr zufrieden mit ihrem Leben, auch wenn du den Eindruck hast, dass sie nicht wirklcih was erreicht hat? Denn selbst Mutter zu werden, verändert auch noch mal radikal die Perspektive auf die eigenen Eltern. Und wie du selbst, sind deine Eltern für ihr Glück oder Unglück selbst verantwortlich. Zieh' dir diesen Schuh nicht an.  

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4. Januar 2017 um 18:31

Hallo zusammen,

vielen lieben Dank für eure Antworten. 
Ja, dass Kinder eine Menge Arbeit bedeuten, dass kann ich mir lebhaft vorstellen. Davor habe ich auch weniger Angst. Ich bin es gewohnt viel zu machen, mich gut zu organisieren und ich denke, dass ich die "äußerlichen" Dinge gut geregelt bekomme. Hoffe ich zumindest  Wie es dann letztlich wirklich ist, kann man bzw. ich natürlich nicht voraus sagen. Kinder sind halt mit sehr viel Ungewissheit verbunden und das ist für mich, als sicherheitsliebender Mensch, wahrscheinlich auch nicht ganz einfach zu akzeptieren bzw. auszuhalten. "Leider" kommt noch dazu, dass ich von meiner Familie und meinem Freund nicht allzuviel Unterstützung erwarten kann bzw. ich es auch nicht einfordern möchte. Mein Partner ist sehr stark beruflich eingespannt und meine Eltern wohnen ca. 1,5 Stunden entfernt. Da könnte ich nicht mal schnell sagen, könnt ihr das Kind nehmen, ich habe noch einen Termin oder so. Aber wie geschrieben, das sind die "äußerlichen" Umstände und da lassen sich sicherlich auch andere Lösungen finden bzw. mein Freund müsste beruflich etwas kürzer treten.

Tja, das Erwachsen sein....bei mir stellt sich dann schnell die Frage: Bleibt man für seine Eltern nicht immer Kind?  Ich glaube, dass ich mich doch mittlerweile als erwachsen bezeichnen würde. Ich habe meine Hörner abgestoßen und stehe mit beiden Beinen fest im Leben. Auch habe ich meinen Eltern oft genug gesagt, und das sowohl im ruhigen, als auch im lauteren Ton , dass sie bitte dieses Thema nicht immer wieder hervor bringen und mich nicht unter Druck setzen sollen. Ich glaube, es ist eher anders herum....meine Eltern erkennen nicht an, dass ich erwachsen bin und meinen eigenen Weg gehe - sie nehmen mich nicht ernst. Ich bekomme ja immer noch zu hören, wenn ich länger zu Besuch bin, dass ich eine Mütze aufsetzen, nicht so viel Kaffee trinken soll etc.. In der Tat habe ich es aber noch nicht geschafft, ihnen direkt ins Gesicht zu sagen: "Und was ist, wenn ich keine Kinder will?". Oder: "Ich bin mir gar nicht sicher, ob ich überhaupt Kinder möchte." Ich möchte nicht, dass sie traurig oder enttäuscht sind. Das tut mir in der Selle weh. Insofern habe ich es noch nicht geschaffft, mich von meinen Eltern abzunabeln 

In zwei Wochen sehe ich meine Eltern wieder und vielleicht sollte ich dann noch einmal das Gespräch suchen. Ein Versuch ist es zumindest wert. Umso mehr ich drüber nachdenke, desto mehr glaube ich, dass dieser Wunsch nach Enkelkinder auch darin begründet liegt, dass meine Eltern uns Kindern immer nur das Beste wünschen. Welche Eltern wünschen sich das nicht....Sie haben eine Idealvorstellung vom Leben und Glück und dies würden sie gerne auch bei mir bzw. meinen Geschwistern sehen. Und für sie war es das größte Glück Kinder zu bekommen. Ich glaube, dass sie schwer nachvollziehen können, das man auch ohne Kinder ein zufriedenes und glückliches Leben führen kann. Obwohl ich mir da selbst auch nicht ganz sicher bin, ob es ohne Kinder wirklich so erfüllt ist.....
Fragen über Fragen  Man kann sich das Leben auch kompliziert machen.....

Liebe Grüße


 

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7. Januar 2017 um 14:26

Hi,

nimm dir die Zeit, die du brauchst. Du musst die klar werden, ob du ein Kind möchtest und in weiterer Folge ob ihr - du und dein Partner - ein Kind möchtet. Lass die anderen reden. Es ist dein Leben und nicht das deiner Eltern oder Freunde. Ein Kind kann eine Erfüllung sein, aber nur dann, wenn man es sich selbst wünscht

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7. Januar 2017 um 22:34

Hallo ihr lieben,

ich hoffe, dass alle wohlbehalten zu Hause sind und nicht mit dem Glatteis zu kämpfen haben....selten so eine Wettersituation erlebt 

Auch euch vielen Dank für die Antworten.
Es stand unter anderem in einem der Beiträge die Frage im Raum:

"Wieso machst du deinen Eltern nicht mal ne klare ansage?"

Weil es für mich nicht so einfach ist.  Wie schon geschrieben, ich habe meinen Eltern schon des öfteren mitgeteilt, dass sie mich bitte mit dem Thema in Ruhe lassen sollen. Ich habe es aber nie übers Herz gebracht ihnen zu sagen, dass ich überhaupt noch nicht weiß, ob ich überhaupt Kinder möchte. Mein Verstand sagt mir natürlich auch, dass ich vielleicht - ich nenne es mal- direkter sein müsste, aber dazwischen steht noch das Gefühl. Und dies beeinflusst ebenso unser bzw. mein Handeln. Aber jeder ist diesbezüglich anders. Ich bewundere Menschen, die ihre Meinung energisch nach außen vertreten können. Dazu zähle ich, zumindest im privaten Bereich, leider nicht. Ich bin sehr harmoniebedürftig und versuche solche Situationen so lange wie möglich zu umgehen. Und wenn dann mal eine "Ansprache" fällig ist, dann versuche ich das Problem so zu kommunizieren, dass der andere sich möglichst wenig verletzt fühlt. Vielleicht erscheint es für andere Menschen etwas feige oder lasch...aber es meine Art damit umzugehen.
Ich kann mich mit dem Ansatz von Schnuckweide sehr gut identfizieren und werde es wahrscheinlich so oder so ähnlich auch angehen. Das Zugeständnis lasse ich aber außen vor  Sonst habe ich wahrscheinlich meine Eltern täglich am Telefon mit der Frage: "Und hast du dich jetzt für oder gegen Kinder entschieden?"   Das wäre eine Katastrophe 

Es tut gut, dass ihr mich darin bestärkt das Thema etwas langsamer anzugehen. Ich bin in letzter Zeit fast wahnsinnig geworden, weil ich die ganze Zeit dachte, dass ich mich jetzt entscheiden muss. Nach dem Mottto - wenn nicht jetzt, wann dann.....

LG

 

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7. Januar 2017 um 23:09
In Antwort auf silliali232

Hi,

nimm dir die Zeit, die du brauchst. Du musst die klar werden, ob du ein Kind möchtest und in weiterer Folge ob ihr - du und dein Partner - ein Kind möchtet. Lass die anderen reden. Es ist dein Leben und nicht das deiner Eltern oder Freunde. Ein Kind kann eine Erfüllung sein, aber nur dann, wenn man es sich selbst wünscht

Naja die Zeit wird immer kürzer. Wann will sie bitteschön ein Kind haben wollen mit 50? Dann kann sie auch nicht so viel mit ihrem Kind was machen in dem alter 

Kinder brauchen Spaß und das auch mit den Eltern aber in dem alter geht das schon schwer da die in dem alter nicht die nerven habe mit den Kindern zu spielen oder die Ausdauer haben 

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8. Januar 2017 um 11:41

Anna, um ehrlich zu sein liest du dich ziemlich naiv und frustriert.

Ich wünsche dir, dass du mit deiner Entscheidung glücklich bleibst.

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8. Januar 2017 um 15:17

Liebe Käthe,

ich kann deine Probleme sehr gut nachvollziehen, denn die Zeilen, die du schreibst, könnten auch von mir stammen. Ich bin ebenso wie du 32 Jahre alt und muss mir nun schon seit einigen Jahren anhören, wann denn endlich mal ein Enkelkind "folgt". Die Fragen nach dem Nachwuchs werden aber nicht nur von meinen Eltern, sondern auch von den Schwiegereltern gestellt. Nun muss ich dazu sagen, dass nicht nur ich, sondern auch mein Partner (auch Mitte 40) ein Einzelkind ist und wir deswegen gleich von beiden Seiten Druck bekommen. Ein Druck, der mich äußerst unangenehm ist. 

Dein Grundproblem ist mir bekannt, denn mir geht es auch so: Wir können uns auch nicht richtig "durchringen" zum Kinderkiegen, finden aber beide, dass noch was Wichtiges im Leben fehlt, zumindest geht es vor allem mir so. Wir haben ein Häuschen, beide eine gute - aber auch sehr einspannende Arbeit (vor allem mein Freund muss oft lange arbeiten). Leider kann auch ich meiner Mutti - leider auch Schwiegermutti - nicht offen signalisieren, dass ich mir in Punkto Kindern nicht sicher bin. Keine Ahnung, warum. Ich habe das Gefühl, sie zu verletzen, wenn ich das offen gestehe. Auch, wenn ich weiß, dass ich dann erst mal Ruhe vor ihnen hätte und mir keinen Stress machen müsste.

Den Vorschlag, eine Pro-Kontra-Liste zu führen, finde ich zwar prinzipiell gut, muss aber auch sagen, dass Kinderkriegen doch was mit dem Gefühl zu tun haben sollte. Und da sind sich bei mir leider Kopf und Herz nicht einig: Das Herz sagt: Ja, tu es, dann weißt du, wie es sich anfühlt, Mutter zu sein, kriegst die ganzen schönen Dinge mit, von denen alle Muttis in deiner Umgebung schwärmen. Auf der anderen Seite steht mein Kopf, der sagt: Lass es lieber bleiben, du kannst auch nur mit deinem Partner glücklich werden, du hast den ganzen Stress nicht etc. Ich kann mir sowohl das eine als auch das andere gut vorstellen. Ich stelle mir bloß immer vor, wie es ist, wenn ich irgendwann mal 50 oder 60 Jahre alt bin: Wie werde ich dann auf mein Leben schauen? Wenn ich keine Kinder kriege, bereue ich diese Entscheidung mit Sicherheit. 

Wie es bei mir ausgehen wird? Ich weiß es nicht. Ich wünsche dir Käthe, dass du eine Möglichkeit findest, mit deinem Partner darüber zu sprechen. Du hast leider nicht geschrieben, wie dein Freund zu dem Thema prinzipiell steht, offenbar scheint er ebenso unschlüssig darüber zu sein, wie du. Mein Freund weicht der Diskussion des Öfteren aus bzw. stellt sich nur ungern dem Thema... Sollte mir sicherlich zu denken geben...

Liebe Grüße
Bea

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8. Januar 2017 um 18:26

Hallo, 

nein, bis 50 wollte ich definitiv nicht warten, um eine Entscheidung zu treffen. Das wäre einfach zu viel Nervenkrieg für mich   Bis dahin sollte definitiv eine Entscheidung getroffen werden  

Anna, ich finde es toll, dass du dir bezüglich deiner Familienplanung so klar bist und ich kann deine Argumente gegen Zuwachs auch sehr gut nachvollziehen. Du hast vollkommen recht damit, dass sicherlich ein mehr oder minder großes Stück Freiheit verloren geht und sich die Prioritäten stark verschieben. Und ich gebe dir auch recht, dass ein Kind nicht mit der Motivation bzw. mit dem Leitsatz geboren werden sollte, es wird schon irgendwie gehen. Dafür ist die Verantwortung einfach zu groß...

Was mir grundsätzlich zu dem Thema (auch hier in der Diskussion) auffällt, dass das Thema häufig mit Klischeedenken verbunden ist. 
Beispielsweise, dass ältere Mütter und Väter mit Ihren Kindern nicht adäquat spielen können, da sie dem körperlich nicht mehr gewachsen sind, oder dass Mütter bzw. Väter nur noch ihr Kind im Kopf haben und für alleinstehende Menschen und deren Leben kein Verständnis mehr aufbringen. Ich finde solche Aussagen wenig reflektiert und ich könnte einige Beispiele aus meinem näheren Umkreis nennen, die dieses Denken mit vorgelebten Beispielen widerlegen können. Klischeedenken ist heute nicht mehr möglich, dafür ist unsere Gesellschaft einfach zu vielfältig. 

Bea, wir haben anscheinend wirklich viele Paralellen in unserem Leben. Und es tut wirklich gut zu lesen, dass jemand genau in der gleichen Situation steckt. Du schreibst, dass ihr beide Einzelkinder seid. Dies ist, wie du ja bereits gelesen hast, bei uns nicht der Fall. Mein Partner hat einen jüngeren Bruder, der bereits in jungen Jahren Vater geworden ist. Meine "Schwiegereltern" sind demnach recht entspannt, weil die Familiennachfolge geklärt ist   Ich hingegen habe zwar zwei Geschwister (beide etwas älter), die aber auch keine Anstalten machen sich zu vermehren  Und da ich diejenige bin, die am längsten in einer Beziehung lebt, nicht mehr dauernd reist und nicht unbedingt danach strebt die Karrieretreppe innerhalb kürzester Zeit nach oben zu klettern, bleibt natürlich dieses Thema gerne an mir hängen. Was sich damit sagen wollte: Ich liege demnach auch direkt im "Schussfeld" bzw. Fokus meiner Eltern. 
Du fragtest nach meinen Partner und seiner Einstellung zu Kindern. 
Tja, das Thema schwirrt schon länger im Raum herum. Nur war es eher eine "rhetorische" Lebensfrage, denn bis vor kurzem gab es immer gute Gründe, das Thema Kinder auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. 
Erst war es die Ausbildung bzw. das Studium, dann der Berufseinstieg der geschafft werden musste und letztlich die unzureichende Wohnsituation. Aber all diese Punkte sind mittlerweile geklärt und jetzt sind es nicht mehr die äußerlichen Begebenheiten, die für oder gegen Kinder sprechen, sondern das eigene Gefühl. Und es fällt mir so schwer das eigene Gefühl wahrzunehmen, wenn man dauernd bequatscht wird und sich zudem noch unter Zeitdruck fühlt. 
Wir sprechen aber offen über das Thema. Nicht, weil mein Freund es so gerne macht, sondern vielmehr weil er merkt, dass mir das Thema sehr auf der Selle liegt. Er hat aber einen ganz klaren Standpunkt im Gegensatz zu mir. Er sagt, dass er gut ohne Kinder leben kann und niemals die treibende Kraft wäre, die sich für eigenen Nachwuchs einsetzen würde. Er würde aber, falls ich den Wunsch nach Kindern hätte, den Weg mitgehen und sich auch darüber freuen. Er mag Kinder und kann auch toll mit ihnen umgehen. Aber es bedeutet auch unterm Strich, dass die Entscheidung wieder bei mir liegt  
Hast du deinen Partner schon einmal konkret auf das Thema und seine Einstellung dazu angesprochen? Und wie war seine Meinung? Vielleicht weicht er dem Thema aus, weil er sich auch unsicher ist oder dich nicht mit seiner Meinung beeinflussen möchte...

LG

 

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8. Januar 2017 um 18:51

Das ist wohl das Problem unserer Generation. 
Ob oder ob nicht. 
In einer Kosten-Nutzen Rechnung ist ein Kind wahrscheinlich immer eine schlechte Entscheidung. 
Aber sollte es darum gehen?
Ich wollte eigentlich nie Kinder. Aber dann habe ich von meinen Eltern gehört dass sie mit einem berühmten Physiker in der Klasse waren dessen Großvater auch berühmter Physiker usw. Aber er hat keine Kinder u damit wird die Familie aussterben. 
Da ist mir klar geworden dass wenn ich keine Kinder habe, es auch nichts gibt was mir folgt. Gefühlt ist die Welt dann nach mir zu Ende. Das hat mich erschreckt. Ich habe zwar noch keine Kinder aber werde definitiv welche haben, sofern ich mir Sicher bin dass es der partner fürs Leben ist. 
vielleicht hilft dir das ja

alles gute

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9. Januar 2017 um 11:13
In Antwort auf kaethe161

Hallo, 

nein, bis 50 wollte ich definitiv nicht warten, um eine Entscheidung zu treffen. Das wäre einfach zu viel Nervenkrieg für mich   Bis dahin sollte definitiv eine Entscheidung getroffen werden  

Anna, ich finde es toll, dass du dir bezüglich deiner Familienplanung so klar bist und ich kann deine Argumente gegen Zuwachs auch sehr gut nachvollziehen. Du hast vollkommen recht damit, dass sicherlich ein mehr oder minder großes Stück Freiheit verloren geht und sich die Prioritäten stark verschieben. Und ich gebe dir auch recht, dass ein Kind nicht mit der Motivation bzw. mit dem Leitsatz geboren werden sollte, es wird schon irgendwie gehen. Dafür ist die Verantwortung einfach zu groß...

Was mir grundsätzlich zu dem Thema (auch hier in der Diskussion) auffällt, dass das Thema häufig mit Klischeedenken verbunden ist. 
Beispielsweise, dass ältere Mütter und Väter mit Ihren Kindern nicht adäquat spielen können, da sie dem körperlich nicht mehr gewachsen sind, oder dass Mütter bzw. Väter nur noch ihr Kind im Kopf haben und für alleinstehende Menschen und deren Leben kein Verständnis mehr aufbringen. Ich finde solche Aussagen wenig reflektiert und ich könnte einige Beispiele aus meinem näheren Umkreis nennen, die dieses Denken mit vorgelebten Beispielen widerlegen können. Klischeedenken ist heute nicht mehr möglich, dafür ist unsere Gesellschaft einfach zu vielfältig. 

Bea, wir haben anscheinend wirklich viele Paralellen in unserem Leben. Und es tut wirklich gut zu lesen, dass jemand genau in der gleichen Situation steckt. Du schreibst, dass ihr beide Einzelkinder seid. Dies ist, wie du ja bereits gelesen hast, bei uns nicht der Fall. Mein Partner hat einen jüngeren Bruder, der bereits in jungen Jahren Vater geworden ist. Meine "Schwiegereltern" sind demnach recht entspannt, weil die Familiennachfolge geklärt ist   Ich hingegen habe zwar zwei Geschwister (beide etwas älter), die aber auch keine Anstalten machen sich zu vermehren  Und da ich diejenige bin, die am längsten in einer Beziehung lebt, nicht mehr dauernd reist und nicht unbedingt danach strebt die Karrieretreppe innerhalb kürzester Zeit nach oben zu klettern, bleibt natürlich dieses Thema gerne an mir hängen. Was sich damit sagen wollte: Ich liege demnach auch direkt im "Schussfeld" bzw. Fokus meiner Eltern. 
Du fragtest nach meinen Partner und seiner Einstellung zu Kindern. 
Tja, das Thema schwirrt schon länger im Raum herum. Nur war es eher eine "rhetorische" Lebensfrage, denn bis vor kurzem gab es immer gute Gründe, das Thema Kinder auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. 
Erst war es die Ausbildung bzw. das Studium, dann der Berufseinstieg der geschafft werden musste und letztlich die unzureichende Wohnsituation. Aber all diese Punkte sind mittlerweile geklärt und jetzt sind es nicht mehr die äußerlichen Begebenheiten, die für oder gegen Kinder sprechen, sondern das eigene Gefühl. Und es fällt mir so schwer das eigene Gefühl wahrzunehmen, wenn man dauernd bequatscht wird und sich zudem noch unter Zeitdruck fühlt. 
Wir sprechen aber offen über das Thema. Nicht, weil mein Freund es so gerne macht, sondern vielmehr weil er merkt, dass mir das Thema sehr auf der Selle liegt. Er hat aber einen ganz klaren Standpunkt im Gegensatz zu mir. Er sagt, dass er gut ohne Kinder leben kann und niemals die treibende Kraft wäre, die sich für eigenen Nachwuchs einsetzen würde. Er würde aber, falls ich den Wunsch nach Kindern hätte, den Weg mitgehen und sich auch darüber freuen. Er mag Kinder und kann auch toll mit ihnen umgehen. Aber es bedeutet auch unterm Strich, dass die Entscheidung wieder bei mir liegt  
Hast du deinen Partner schon einmal konkret auf das Thema und seine Einstellung dazu angesprochen? Und wie war seine Meinung? Vielleicht weicht er dem Thema aus, weil er sich auch unsicher ist oder dich nicht mit seiner Meinung beeinflussen möchte...

LG

 

Und wenn du dir mal das Buch "Regretting Motherhood" besorgst und guckst, ob du dich wiedererkennst?

Ich habe Kindern und finde toll, dass man ein bisschen seine eigene Jugend nochmal erleben kann, indem man seinen Kindern all die Dinge zeigt, die man mochte, als man selbst Kind war. Ich fühle mich mit meinen Kindern jünger und lustiger als vorher ohne. Andererseits mache ich viele Dinge nicht mehr, die ich früher sehr gern gemacht habe. Wir gehen zum Beispiel fast nie aus. In Kino komme ich vielleicht zwei bis drei Mal im Jahr. Und es ist schwierig, die eigenen Bedürfnisse nicht aus den Augen zu verlieren, wenn man sich die ganze Zeit um andere kümmert. Ich bin viel öfter richtig müde und geschafft als vorher. Nicht gestresster, denn vorher habe ich mir den Stress eher selbst gemacht.

Ich wäre möglicherweise sehr unglücklich mit meiner Entscheidung, wenn hier die Rahmenbedingungen nicht stimmen würden. Vielleicht kannst du dich darüber an eine Entscheidung herantasten, indem du dich mal ein bisschen intensiver mit diesen Rahmenbedingungen beschäftigst? Würdest du noch arbeiten wollen, oder lieber zu Hause bleiben? Wenn du arbeiten willst, ist das in eurer Region überhaupt möglich? Wieviel kostet die Betreuung? Gibt es genug Plätze für Kinder ab drei/ eventuell unter drei? Haben Kolleginnen von dir Kinder bekommen und wie hat dein Arbeitgeber reagiert?

Und wenn es nicht deine Sache ist, deine Eltern vor den Kopf zu stossen, könntest du nicht eine Art Pakt mit ihnen schliessen, in der Art, sie lassen dich ein halbes Jahr lang mit der Frage in Ruhe und du versuchst in dem halben Jahr eine Antwort zu finden. Glaub mir, sich mit solchen praktischen Sachen auseinanderzusetzen, ist sehr hilfreich, um zu einer Entscheidung zu kommen.

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13. Januar 2017 um 14:59
In Antwort auf shqipeleo

Naja die Zeit wird immer kürzer. Wann will sie bitteschön ein Kind haben wollen mit 50? Dann kann sie auch nicht so viel mit ihrem Kind was machen in dem alter 

Kinder brauchen Spaß und das auch mit den Eltern aber in dem alter geht das schon schwer da die in dem alter nicht die nerven habe mit den Kindern zu spielen oder die Ausdauer haben 

Eine Freundin von mir hat ihr Kind mit 39 bekommen - die Kleine ist jetzt 2. Sie ist eine super Mutter und spielt und tollt mit ihr herum. Ich wüßte nicht, was sie besser machen könnte.

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