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Meine 3-jährige Tochter rastet völlig aus

14. September 2004 um 23:01

Hallo,

ich habe seit ca. 2 Monaten ein Problem mit meiner fast 3-jährigen Tochter. Sie ist eigentlich total lieb und ich kann mit ihr überall hingehen. Wenn allerdings, meistens zuhause, eine Kleinigkeit nicht so läuft, wie sie das will, rastet sie völlig aus. Dazu reicht es, dass ich irgendetwas für sie machen soll, es aber nicht so mache, wie sie sich das vorstellt, z.B. ihr Hüpfpferd mit der Leine nicht so fest zu machen, wie sie das möchte. Sie versucht aber auch gar nicht erst mir zu erklären wie sie es haben möchte oder ich verstehe es manchmal auch nicht sofort. Sie fängt dann an zu schlagen und zu kratzen und wird völlig hysterisch und brüllt, nach Möglichkeit bis zum Erbrechen. Dazu kommt, dass sie alles was ihr gerade in die Finger kommt durch die Gegend wirft. Ich komme dann einfach nicht mehr an sie heran. Heute z.B. sah unser Wohnzimmer aus wie ein Chaoshaufen. Es hat über eine Stunde gedauert bis sie sich wieder beruhigt hat. Ich versuche meistens ruhig zu bleiben, was mir aber nicht immer gelingt, da sie auf mich einschlägt und mich kratzt. Meistens schaffe ich kaum sie festzuhalten. Sie entwickelt dann enorme Kräfte. Am besten funktioniert es mit räumlicher Trennung, was sie aber nicht immer zuläßt, weil sie mir immer wieder hinterher läuft. Auch habe ich es mit festhalten versucht, wenn ich es geschafft habe. Dann halte ich sie ganz fest und sie weint bis sie sich wieder beruhigt hat. So plötzlich wie diese Anfälle kommen, sind sie auch wieder vorbei und sie ist ganz normal und gut gelaunt. Ich dagegen bin dann immer total fertig.
Ist das nur eine vorübergehende Phase oder sollte ich mal mit ihr zum KA?

Ab 1.10. kann sie in den Kindergarten. Ich habe ein bischen Hoffnung, dass es dann besser wird.

Für irgendwelche Tipps wäre ich dankbar.

Liebe Grüße

Rieke

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15. September 2004 um 11:28

Hallo Rieke
ich kann dich voll auf verstehen das du dir Sorgen machst, meine Tochter ist auch 3 Jahre alt und seit ein paar Monaten ein richtiger kleiner Teufelsbraten.
Wenn sie ihren Willen bekommt ist sie auch sehr lieb, aber wehe wenn nicht. Dann geht es los mit Schreien, Versuch von schlagen und treten (laß ich sie aber in keinem Fall tun), bocken und wenn schließlich alles nicht hilft weinen.
Sie entwickelt dann eine Aggresivität die ich furchtbar finde. Ganz schlimm ist es im Moment in Kindergarten, sie hat dort die Gruppe gewechselt und das paßt ihr nicht. Jetzt geht es mit allen zur Sache, besonders mit uns Eltern versucht sie eben ihre Machtspiele. Es erfordert manches Mal schon jede Menge Gedult und Selbstdiszipilin, aber ich hoffe eben darauf das es nur eine Phase ist.
Mit manchen Dingen kommt sie aber bei mir in keinem Fall durch, schlagen, treten und kratzen sind föllig tabu. Das weis sie aber auch. Auch spucken oder Dinge umherschmeisen dulde ich in keinem Fall. Heute morgen hat sie auch wieder so eine Bockphase, jetzt verbringt sie den Tag eben in ihrem Zimmer und wir gehen nicht in den Zoo so wie wir es geplant haben. Ich hab ihr unmißverständlich erklärt, das sie heute allen den Urlaubstag ruiniert hat und das sie ihren Urlaubstag deshalb heute in ihrem Zimmer verbringt. Sie ist jetzt schon ein paar Mal gekommen und hat mir erklärt das sie alles aufgeräumt hat und jetzt duschen will usw.. Ich hab ihr daraufhin gesagt das das gut ist, aber sie trotzdem heute nicht in den Zoo darf.
Es verreist mich bald, das ich nachgebe, denn ich würde gerne weg fahren, aber sie muß merken das sie damit nicht durch kommt.
Mein Tipp an dich zeige ihr deutlich wer der Chef im Haus ist und das manche Sachen in deinem Haus nicht geduldet werden. Und bleibe vor allen Dingen konsquent(auch wenn es uns Eltern manchmal unbequem ist)
Und hoffe vor allen Dingen nicht nur auf den Kindergarten, denn dort kann es gut klappen und zuhause geht es dann gerade weiter. Ich glaube die Kleinen müssen eben genauso wie wir durch diese schwere Phase durch. Kopf hoch es kann nur besser werden.
Im Moment bin ich ganz froh das es noch mehr Eltern mit dem gleichen Altersproblem gibt.
VG kitty

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15. September 2004 um 21:44

Danke,
es tut schon gut zu wissen, dass es normal ist und es anderen genauso geht. Wir sind ja auch etwas verwöhnt. Wir haben sie ja mit 3 1/2 Monaten adoptiert, daher keine 3-Monatskolliken. Zähne hat sie ohne Probleme bekommen und krank war sie bis auf 3-Tagefieber und Erkältungen bisher noch nicht, was sich sicher im Kindergarten ändern wird.
Heute hat sie wieder losgelegt und vor dem Zubettgehen habe ich mit ihr darüber geredet und auch darau bestanden, dass sie mir dabei in die Augen sieht. Sie hat immer wieder versucht das Thema von sich aus zu beenden, aber ich habe nicht locker gelassen. Ich werde beim nächsten mal deine Tipps befolgen, aber ich weiss, dass es nicht einfach wird, da ich dann so schlecht an sie heran komme.
Heute hat sie sogar in der Stadt so einen Anfall bekommen, an der Bushaltestelle. Ich habe versucht es zu ignorieren und dann kam ein 16-jähriges Mädchen, das die Szene beobachtet hat und gab ihr ein Taschentuch um sich die Tränen abzuwischen. Sie hat dann aufgehört rumzuzicken und nur noch geweint. Sie kam dann zu mir und lehnte sich an mich. Das fand ich irgenwie ganz toll von diesem Mädchen. Sie ist dann auch im gleichen Bus gefahren und meine Tochter hat sich sofort neben sie gesetzt.
Auf das wir es beide morgen besser machen.

Liebe Grüße

Rieke

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20. September 2004 um 12:02

Hallo rieke
ich hab mich damals (da hatte ich sie noch) auch schlau gemacht, weil ich diese Wutanfälle richtig beängstigend fand.

ich hab mich für die lösung entschieden, sie während dieser zeit einfach in den arm zu nehmen - trotz um-sich-hauen und treten-wollen.
und ich hab damit gute erfahrungen gemacht.

es war schwierig und dauerte lange, bis sie sich beruhigt hatte. aber ich hatte gelesen, dass kinder in dem alter selbst nicht wissen, was mit ihnen los ist (kannst du dich noch an deine pupertät erinnern? irgendwie wusste man auch nie, warum jetzt diese laune oder jene - ich denk, den kleinen gehts ähnlich).
durch das in-den-arm-nehmen fühlen sie sich bestätigt und trotzdem geliebt.

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21. September 2004 um 23:00

Sie fordert Dich heraus
Hallo Rieke,

zunächst möchte ich mich allen anderen Müttern mit ihren Erfahrungen anschließen, ich glaube, die meisten Kleinkinder sind Engel und Teufel in einem - frag mal Deine Mutter!
Meine Tochter ist auch 3,5 Jahre und beherrscht es perfekt, von einer Minute zur nächsten von "zuckersüß artig" auf "Monster" zu wechseln - und umgekehrt.
Auch Schlagen, Beissen und Treten hat sie als "Waffe" mangels erforderlichen Vokabulars schon wirksam bei Mama und Papa eingesetzt und ich wagte es nicht, jemandem davon zu erzählen, da ich fürchtete, als "unfähige, zu passive Mutter" angeprangert zu werden und mit Erziehungsratschlägen dominanter Art überhäuft zu werden...
Nach einigen unliebsamen Wortgefechten mit meiner Tochter habe ich in der Zwischenzeit meine Strategie geändert - erfreulicherweise ist mein Mann dabei konsequentes Vorbild - "wir schlagen uns nicht" lautet unser Motto.
Soll heißen: Auch von meiner Seite her gibts keinen Klapps mehr, auch wenn es nicht immer leicht fällt-. Hast Du schon einmal beobachtet, WANN sie ihre Wutanfälle hat ? Kinder können sich nicht so ausdrücken wie Erwachsene. Sie sagen nicht "ich bin total müde, ich mag nicht mehr..." - Sondern sie reagieren mit Trotz, Wutgeschrei und Attacken. Weil kein anderer da ist, kriegen es eben Mama und Papa ab... Oder das Kind ist UNTERfordert, einfach gelangweilt. Auch das könnte Anlass für eine Zerstörungsflut im Wohnzimmer sein. Manchmal übernehmen die Kinder aber auch 1 : 1 die Stimmung der Mutter - wenn ich nervös bin, ist auch sie besonders angriffslustig und kichert sogar vergnügt über meine Wutausbrüche...
Wie auch immer - beobachte Dein Kind genau und prüfe, welche "Botschaft" sie Dir wohl "mitteilen" will, sie fordert Dich auf alle Fälle dazu auf, zu re-agieren, verlangt nach Führung und klaren Regeln! Das geht auch auf gewaltfreiem Weg.
Weiterhin gute Nerven, Memory

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17. Januar 2013 um 12:31


Hallo Rieke,
ich verstehe dich und ich hoffe es ist besser geworden.
Gleiche Problematik habe ich auch in Moment mit unsere 3 J. Tochter. Ich bin immer zwischen meine Tochter und meinen Mann. Sie schlägt, beisst, spuckt, wirft mit Sache...Heute z.B, wollte sie nicht in Kita gehen, wollte aus dem Bett nicht raus und hat ihr Papa geschlagen, einfach so. Ich weis nicht mehr was ich machen soll, wenn sie nur mit mir ist, dann akzeptiert die Regeln auch, wenn Papa da ist, es entsteht CAHOS. Auch wenn nur die beide zu Hause sind, es ist einfach sehr schlimm.
Mein Mann arbeitet in Schicht. Schon seit ungefähr 1,5 Jahre ist es so. Ich habe immer gedacht es wird schon besser, aber leider nicht. Sie will nicht dass der Papa sie anzieht, sie will nicht machen was er sagt. Sie hat schon jetzt ein sehr starkes Selbstbewusstsein entwickelt und sie ist sehr stur und dickköpfig. Mein Mann kann damit nicht umgehen, glaube er ist überfordert. Durch diese Situation ist auch eine Ehekrise entstanden. Er sagt immer, dass ich nicht alle Konsequenzen durchhalte und deswegen ist sie so geworden. Ich arbeite in soziale Bereich und bin eine sehr geduldige Mensch, aber langsam ist meine Geduld am Ende, ich fühle mich erschöpft. Es verletzt mich zu sehen, dass deren Vater Tochter Beziehung sehr negativ ist.
Wir sind sehr stolz auf sie, wir lieben sie über alles. Sie ist ein Wunschskind, sie ist unsere Leben.
Ich überlege mir schon, dass ich eine Beratung bei einer Psychologin in Anspruch nehmen soll.
Es belastet mich extrem und versuche dies nicht nach Außen zu zeigen, aber ich kann es nicht mehr
Ich wünsche es mir, dass mein Mann eine gute Beziehung zu unserer Tochter entwickeln wird und dadurch wird auch unsere Ehe besser.
Vielleicht habt ihr hilfreiche Tipps für mich.


Danke


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17. Januar 2013 um 13:07
In Antwort auf zillah_11926942


Hallo Rieke,
ich verstehe dich und ich hoffe es ist besser geworden.
Gleiche Problematik habe ich auch in Moment mit unsere 3 J. Tochter. Ich bin immer zwischen meine Tochter und meinen Mann. Sie schlägt, beisst, spuckt, wirft mit Sache...Heute z.B, wollte sie nicht in Kita gehen, wollte aus dem Bett nicht raus und hat ihr Papa geschlagen, einfach so. Ich weis nicht mehr was ich machen soll, wenn sie nur mit mir ist, dann akzeptiert die Regeln auch, wenn Papa da ist, es entsteht CAHOS. Auch wenn nur die beide zu Hause sind, es ist einfach sehr schlimm.
Mein Mann arbeitet in Schicht. Schon seit ungefähr 1,5 Jahre ist es so. Ich habe immer gedacht es wird schon besser, aber leider nicht. Sie will nicht dass der Papa sie anzieht, sie will nicht machen was er sagt. Sie hat schon jetzt ein sehr starkes Selbstbewusstsein entwickelt und sie ist sehr stur und dickköpfig. Mein Mann kann damit nicht umgehen, glaube er ist überfordert. Durch diese Situation ist auch eine Ehekrise entstanden. Er sagt immer, dass ich nicht alle Konsequenzen durchhalte und deswegen ist sie so geworden. Ich arbeite in soziale Bereich und bin eine sehr geduldige Mensch, aber langsam ist meine Geduld am Ende, ich fühle mich erschöpft. Es verletzt mich zu sehen, dass deren Vater Tochter Beziehung sehr negativ ist.
Wir sind sehr stolz auf sie, wir lieben sie über alles. Sie ist ein Wunschskind, sie ist unsere Leben.
Ich überlege mir schon, dass ich eine Beratung bei einer Psychologin in Anspruch nehmen soll.
Es belastet mich extrem und versuche dies nicht nach Außen zu zeigen, aber ich kann es nicht mehr
Ich wünsche es mir, dass mein Mann eine gute Beziehung zu unserer Tochter entwickeln wird und dadurch wird auch unsere Ehe besser.
Vielleicht habt ihr hilfreiche Tipps für mich.


Danke


Das hört sich eher so an
als wär dein mann nicht konsequent genug. vielleicht solltest du ihn mehr unterstützen, heisst ihr auch vermitteln , das papa genauso was zu sagen hat wie du. und wenn sie nicht hört,die gleichen konsequenzen folgen wie bei dir. ist bei uns ähnlich, bei mir hört meine tochter auch besser, liegt daran das mein mann ihr mehr durchgehen lässt und auch wenn ich ihr was verbiete oder bestrafen will, er sie dann in schutz nimmt. also wenn ich konsequent sein will untergräbt er das in dem er es ihr wieder erlaubt. zwar wirds besser und er versucht auch schon mal sich dann nicht einzumischen, aber es klappt nicht immer. eure tochter macht es bei ihm , weil sie keine strafe befürchten muss. schafft dein mann das nicht,muss du vielleicht fürs erste daneben stehen und ihn unterstützen. nur ist müsst dann beide dahinterstehen...

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21. Januar 2013 um 13:23

-.-
Also ganz ehrlich ich weiß nicht was ich dazu sagen soll ich würde mir von meinem Kind auf jeden fall nicht auf der Nase rumtanzen lassen bzw das mein Kind der Herr im Haus ist xD also bitte man kann sein Kind auch ruhig mal anschreien und paar aufn Arsch hauen !!! Man sollte sich von seinem Kind nicht schlagen lassen und zulassen das es das ganze Wohnzimmer auseinandernimmt weil irgendeine schnurr nicht so gebunden wurde wie sie es wollte ? Also bitte ich bekomm schon beim lesen Magenschmerzen es müssen grenzen gesetzt werden !!!

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23. Januar 2013 um 9:37

Hallo Rieke
Dein Kind zeigt ein völlig normales Verhalten. Es fängt jetzt an seine Grenzen auszuloten und dich zu testen. Sie will autonomer werden und unabhängiger. Sie soll sich in klaren Grenzen entfalten können. Jetzt musst du Konsequenz bei deinen Regeln zeigen. Den Tipp mit in den Arm nehmen finde ich sehr gut. Wenn du nicht nach gibst ihr aber zeigst, dass du trotz allem für sie da bist, wird sich das positiv auf dein Kind auswirken. Sie schreit förmlich nach klaren Regeln und dann die Einhaltung dieser durch ihre Bezugspersonen. Benutze Ich-Botschaften. Wenn du eine gute Bindung hast, dann kannst deine Gefühle ausdrücken z.B. Ich möchte dich jetzt 15 Min/halbe Stunde nicht sehen, weil ich traurig bin, weil das und das... Das Spielzeug kommt weg, weil ich finde das... Nutze die Bindung um deinen Status als Regelgeber zu erhalten und zu festigen.
Rede mit ihr darüber wie du dich bei solchen Anfällen fühlst, zeig ihr, dass sie dich damit verletzt. Kinder sind sehr einsichtig, man muss es nur versuchen ihnen zu erklären.

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