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Mein Vater setzt mich unter Druck, weiß nicht weiter....

13. Juli 2006 um 13:27 Letzte Antwort: 14. Juli 2006 um 20:45

Hi an alle in diesem Forum!

Ich habe ein großes Problem, dass mich ganz enorm belastet. Jetzt muss ich mir einfach mal Meinungen dazu einholen, weil ich einfach nicht weiß, wie ich zu diesem Problem stehen soll.

Dieses Problem betrifft, oder besser gesagt IST mein Vater. Um es genauer zu definieren Bedarf es einiger Erklärungen, also muss ich weit aushohlen und hoffe, dass ich damit niemanden langweile.

Es begann alles bereits in meiner Kindheit. Mein Vater war mir nie ein VATER. Zwar war er finanziell für mich und meine drei Geschwister immer da, doch sah er in uns, seinen Kindern, eher immer eine Bedrohung um die Gunst meiner Mutter, seiner Frau. Wir bekamen keinerlei Vaterliebe und Zuwendung. In meinem ältesten Bruder sieht er sogar seinen ärgsten Feind, hasst ihn geradezu. Und wir anderen waren und sind ihm schlichtweg egal. Wobei wir jetzt nur mehr zu dritt sind, da sich vor vielen Jahren einer meiner beiden Brüder, eben der jüngere, umgebracht hat.

Meine Mutter hat es mal ganz treffend ausgedrückt: Er hat sie nur geheiratet, um eine gratis Haushaltskraft zu haben, die Kinder hat er sich zugelegt, um jemanden zu haben, der sich um ihn kümmert, wenn er alt ist. Es geschah bei ihm alles aus Berechnung um seine eigene Person. Er ist extrem dreckig, meine Mum hat echt einen Full-Time-Job damit, ihm täglich nach zu putzen, und trotzdem schafft sie es manchmal nicht, alles sauber zu halten. Eben weil er extrem dreckig ist. Er geht zum Beispiel mit den Hausschuhen in den Garten, und geht mit dem dementsprechenden Dreck auf den Schuhen wieder ins Haus. Um es ganz deutlich zu sagen: Er ist der dreckigste, unsauberste Typ den ich je gesehen habe. Wenn er das Klo benutzt ist es hinterher komplett angesch.. und meine Mum muss es wieder putzen. Und wehe, man kritsiert dass, dann brüllt er rum, wird beleidigend und schmeisst einen raus. Kurzum: Der Mann ist für meine Mum ein echte Zumutung.

Nun sind sie beide nicht mehr jung (über 70). Meine Mum hat vor einigen Jahren einen Schlaganfall und ist gesundheitlich angeschlagen. Es könnte also von Knall auf Fall so sein, dass jemand auf meinen Vater schauen muss. Und ganz konkret erwartet er das von MIR. Er sagte, als meine Mum ihren Schlaganfall hatte zu mir, dass auf MICH schwere Zeiten zukämen (was er insofern meinte, dass ich jetzt auf Mum und ihn schauen muss, und mein Leben bei und mit meinem Freund zu seinen Gunsten aufgeben muss, meinen Job sowieso, und nur mehr für IHN dazusein habe, inklusive aller Pflichten, die meine Mum für ihn erledigte).

Das alles setzt mich sehr unter Druck. Ich liebe meine Mum sehr, sie war immer eine tolle Mum, für sie bin ich jederzeit bereit etwas zu opfern und zu tun, aber meinem Vater kann ich nicht helfen, denn er würde mich aussaugen wie ein Vampir, so, wie er meiner Mum alle Lebenskraft ausgesaugt hat. Er geht seit Jahrzehnten nicht mehr einkaufen, mach nichts am Haus, meine Mum muss alle Handwerker selbst bestellen und bezahlen (vom Haushaltsgeld), kurzum, er macht weder im Haushalt noch im Garten noch am Haus irgendetwas. Es hängt alles an meiner Mum. Selbst wenn ich wollte, könnte ich neben meinem eigenen Leben mit meinem Freund und meinem 40-Stunden-Job nie und nimmer diese Aufgaben übernehmen.

Wie würdet ihr agieren und handeln??

Verschiedene Meinungen wären mir sehr, sehr wichtig!

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13. Juli 2006 um 13:43

Hallo
Deine Geschichte klingt ja sehr schwierig! Naja also meine Meinung ist einfach so, lass dich net da mitreinziehen. Es ist natürlich klar, dass Kinder normalerweise ihre Eltern unterstützen, aber dein Dad kann nicht von dir verlangen, dein Leben komplett aufzugeben um für ihn z putzen. Beatnrag einfache einen pfleger für ihn, um deine Mutter zu entlasten.
Wobei ich finde, dass deine Mutter das nicht hätte mit sich lassen machen müssen. Es war ihr Entscheidung, bei ihm zu bleiben und sich selbst aufzugeben. Du hast dein leben bereits aufgebaut, ich würde da hart bleiben, auch wenn es mir um meine Mutter wahnsinnig leid tun würde.
Hilf ihnen, wenn du kannst und unterstütze sie, ohne alles aufzugeben. Erklär deine Mum wie du das siehst. Denn die Ansprüche von deinem Dad sind nicht fair. Er kann Hilfe erwarten, aber nicht rund um die Uhr.
Naja das war's

Gr33tz

www.sisterzone.de

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13. Juli 2006 um 14:30
In Antwort auf tawfiq_12483444

Hallo
Deine Geschichte klingt ja sehr schwierig! Naja also meine Meinung ist einfach so, lass dich net da mitreinziehen. Es ist natürlich klar, dass Kinder normalerweise ihre Eltern unterstützen, aber dein Dad kann nicht von dir verlangen, dein Leben komplett aufzugeben um für ihn z putzen. Beatnrag einfache einen pfleger für ihn, um deine Mutter zu entlasten.
Wobei ich finde, dass deine Mutter das nicht hätte mit sich lassen machen müssen. Es war ihr Entscheidung, bei ihm zu bleiben und sich selbst aufzugeben. Du hast dein leben bereits aufgebaut, ich würde da hart bleiben, auch wenn es mir um meine Mutter wahnsinnig leid tun würde.
Hilf ihnen, wenn du kannst und unterstütze sie, ohne alles aufzugeben. Erklär deine Mum wie du das siehst. Denn die Ansprüche von deinem Dad sind nicht fair. Er kann Hilfe erwarten, aber nicht rund um die Uhr.
Naja das war's

Gr33tz

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Danke...
... für deine Antwort Howard...

Irgendwie bin ich froh, dass deine Antwort so und nicht anders ausgefallen ist.

Du musst wissen, dass ich mich mit dieser Frage schon eine ganze Weile auseinandersetze, und mich das ganz schön fertig macht. Ich bin 31 und möcht auch bald Kinder, wie soll das alles nur gehen...?? Es ist so verzwickt, aber es müsste ja schließlich auch gehen, falls ich nicht da wäre....

Irgendwie fühle ich mich für die beiden verantwortlich und denke immer, dass ich eigentlich tatsächlich mein Leben opfern müsste für die beiden...

Wie machen das bloß andere?

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14. Juli 2006 um 20:45

Es ist dein Leben,
lass dir nichts einreden von anderen, schon gar nicht deinem Vater. Das einzige, was auf dich zukommen könnte wäre, dass du ihn/deine Eltern finanziell unterstützen musst, wenn sie kein Geld mehr hätten. Aber dann kannst du immer noch ein Haus kaufen und Schulden machen, dann kommt doch der Staat dafür auf...

Wenn du deine Mutter gerne magst, Besuche sie oder telefoniere regelmässig mit ihr. Versuche, das zu tun, was DIR gut tut - und vermeide den Kontakt zu deinem Vater.

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