Home / Forum / Meine Familie / Mein Sohn war ein Frühchen, ist heute erwachsen, dennoch; Ich habe Angst

Mein Sohn war ein Frühchen, ist heute erwachsen, dennoch; Ich habe Angst

12. Januar 2014 um 17:24

Guten Tag alle zusammen!
Ich weiß nicht recht, ob ich in diesem Forum richtig bin, hoffe aber trotzdem, dass ich an paar Ansprechpartner finde.
Ich bin eine Frühchenmutter, mein Sohn ist schon erwachsen, trotzdem habe ich aber heute noch Sorgen um ihn.

Er ist in der 26. Ssw zur Welt gekommen, lag monatelang im Kubator, dazu musste man ihn künstlich mit Sauerstoff versorgen, da bei Frühgeborenen in der Regel die Lunge noch nicht richtig entwickelt ist. Dabei haben besonders die Augen enormen Schaden mitgenommen (Netzhautüberwuchung), so dass er im ersten Monat operiert werden musste. Ein Auge konnte leider nicht verheilen, mit diesem sieht er so gut wie nichts mehr.
Neben diesen Problemen erlitt er damals auch häufig Krampfanfälle und musste von daher auch viele Medikamente einnehmen. Das war keine einfache Zeit.

Wenn man ihn heute betrachtet erkennt man äußerlich überhaupt nicht, dass er Probleme hatte, lässt man sein leicht schielendes Auge außer Betracht . Körperlich hat er sich sehr gut weiter entwickelt, er ist kräftig und fit. Wir haben dafür auch ziemlich viele Therapien durchlaufen, und ihn viel mit Sport beschäftigt etc. .
Zwar tragen seine Augen noch die Folgen von damals (er sieht schlecht), aber er selbst kommt damit bestens zurecht.

Meine eigentliche Sorge gilt seinem Verhalten.
Er war schon immer sehr unkonzentriert, hat Verständnis und Lernprobleme. Zudem kann er nicht ruhig sitzen und ist sehr hibbelig
Manchmal wird er ganz plötzlich aggressiv, sprich er wird lauter oder seine Bewegungen werden hektischer.
Er klagt zudem sehr oft über Kopfschmerzen und Magenschmerzen.

Eigentlich ist er sehr redegewandt, trotzdem: er ist sehr verschlossen und zurückgezogen. Kontakte knüpft er nicht gerne. Seitdem er klein ist redet er mit niemandem über seine Probleme. Er kritisiert sich immer selbst, sobald aber jemand, ganz egal wer, versucht mit ihm zu sprechen blockt er ab, wechselt das Thema, oder gibt keine Reaktion. Psychologen haben über die Jahre auch nicht viel weitergeholfen. Ich sehe, dass es ihm nicht gut geht, kann aber nichts dagegen tun. Gegen seine Aggressivität und Hyperaktivität, haben wir schon oft versucht ihn wieder zum Sport zu überreden, er lässt sich aber nicht dazu bewegen aus dem Haus zu gehen. Im Gegenteil er ist die meiste Zeit in seinem Zimmer und beschäftig sich mit seinem Computer ( Er hört und komponiert Musik). Selbst wenn wir ihn aus seinem Zimmer mal rauskriegen, will er nichts anderes als wieder zurück in seine vier Wände.

Ich bin verzweifelt. Natürlich ist er alt genug, um auf sich selbst zu achten, jedoch sehen wir keinen Fortschritt in ihm. Ich habe enorme Angst um seine Zukunft. Diese Probleme haben die Folge, dass er nicht arbeiten kann. Mit der Lernschwäche haben wir uns in der Schule so weit durchgeschlagen, dass er seine Fachhochschulreife bekommen hat, aber in der Arbeitswelt kommen wir nicht weiter. Wir sind am Ende unserer Kräfte...

Meine Frage an euch: Gib es vielleicht Mütter, die sich in einer ähnlichen Situation befinden? Hat irgendjemand Ratschläge für mich oder weiß, wie ich meinem Sohn noch weiterhelfen könnte?

Mehr lesen

16. Januar 2014 um 1:30

Ich bin
zwar keine Mutter aber dennoch "selbstbetroffene"-ebenfalls Frühchen 3 Monate zu früh, bei der man nicht gewusst hat ob ich überhaupt überlebe, sowie meine Zwillingsschwester, weil wir so früh auf die Welt gekommen sind, 1 Kind schon zuvor verstarb (ja wir wären eig. Drillinge) und und und, mit körperliche Probleme und all dem.

Darf ich dennoch berichten, auch wenn ich keine Mutter bin?

Zu mir: Die Vorgeschichte steht oben, für genauere Fragen-bitte fragen Bei mir zeigte es sich unter anderem im Wachstum (in der Einschulung 92cm klein und sehr dünn. Körperlich habe ich komische Füße-weiß nicht wie man das nennt, zumindest sind alle meine Zehen kleiner wie normal, außer der "Otto" (großer Zeh). Sehen tu ich auch nicht gut (25% ohne Brille in der Ferne) Heute bin ich übrigens nur 1,53cm klein und immer noch leicht In der Schule hatte ich arge Probleme, was das Lernen anging-ich habe es einfach nicht verstanden. Ich war immer ängstlich, nun haben Ängste mein Leben unter Kontrolle.

Mit deinem Sohn erkenne ich Gemeinsamkeiten-wer weiß ob es daran liegt. Aber ich finde es toll, denn sonst heißt es immer öfters "Du bist anders als andere". Ich bin schüchtern, früher passiv aggressiv, heute auto aggressiv. Ich beschäftige mich gerne mit mir selbst und meinem Hund. Kann mit anderen Menschen nicht immer gut umgehen, weil ich mich wohl zu sehr mit dem "inneren" Mensch beschäftige.

Ich bin dennoch selbstständig, wobei ich durch meine Erkrankung das nicht ganz ausleben kann. Selbstständig wurde ich wohl durch die Erkrankung meiner Mutter. Hört sich blöd an, aber dadurch musste ich einfach früh selbstständig werden und wurde in der Schule viel besser, weil ich mir sehr viel selbst beibringen musste.

Naja..was soll ich noch schreiben-wie alt ist dein Sohn eig? (Kann sein das ich es überlesen habe )

Weißt du was ich mir in solchen Situationen immer gewünscht hatte? Das ich jemanden habe, der das gleiche "durchgemacht" hat. (Das Verhältnis zwischen mir und meiner Z-Schwester war noch nie gut, wir wurde halt immer miteinander verglichen und quasi auf der Waage voneinander abgestimmt-drum hier nicht diese Möglichkeit)

LG

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

18. Februar 2015 um 12:42
In Antwort auf gusta_12363584

Ich bin
zwar keine Mutter aber dennoch "selbstbetroffene"-ebenfalls Frühchen 3 Monate zu früh, bei der man nicht gewusst hat ob ich überhaupt überlebe, sowie meine Zwillingsschwester, weil wir so früh auf die Welt gekommen sind, 1 Kind schon zuvor verstarb (ja wir wären eig. Drillinge) und und und, mit körperliche Probleme und all dem.

Darf ich dennoch berichten, auch wenn ich keine Mutter bin?

Zu mir: Die Vorgeschichte steht oben, für genauere Fragen-bitte fragen Bei mir zeigte es sich unter anderem im Wachstum (in der Einschulung 92cm klein und sehr dünn. Körperlich habe ich komische Füße-weiß nicht wie man das nennt, zumindest sind alle meine Zehen kleiner wie normal, außer der "Otto" (großer Zeh). Sehen tu ich auch nicht gut (25% ohne Brille in der Ferne) Heute bin ich übrigens nur 1,53cm klein und immer noch leicht In der Schule hatte ich arge Probleme, was das Lernen anging-ich habe es einfach nicht verstanden. Ich war immer ängstlich, nun haben Ängste mein Leben unter Kontrolle.

Mit deinem Sohn erkenne ich Gemeinsamkeiten-wer weiß ob es daran liegt. Aber ich finde es toll, denn sonst heißt es immer öfters "Du bist anders als andere". Ich bin schüchtern, früher passiv aggressiv, heute auto aggressiv. Ich beschäftige mich gerne mit mir selbst und meinem Hund. Kann mit anderen Menschen nicht immer gut umgehen, weil ich mich wohl zu sehr mit dem "inneren" Mensch beschäftige.

Ich bin dennoch selbstständig, wobei ich durch meine Erkrankung das nicht ganz ausleben kann. Selbstständig wurde ich wohl durch die Erkrankung meiner Mutter. Hört sich blöd an, aber dadurch musste ich einfach früh selbstständig werden und wurde in der Schule viel besser, weil ich mir sehr viel selbst beibringen musste.

Naja..was soll ich noch schreiben-wie alt ist dein Sohn eig? (Kann sein das ich es überlesen habe )

Weißt du was ich mir in solchen Situationen immer gewünscht hatte? Das ich jemanden habe, der das gleiche "durchgemacht" hat. (Das Verhältnis zwischen mir und meiner Z-Schwester war noch nie gut, wir wurde halt immer miteinander verglichen und quasi auf der Waage voneinander abgestimmt-drum hier nicht diese Möglichkeit)

LG

Ebenfalls Frühchen
Hallo,
ich kann mich meiner Vorgängerin nur anschließen. 3 Monate Inkubator, verstorbene Zwillingsschwester und mit 28 Jahren immer noch stets bemüht das Abitur zu machen. Ich bin sehr oft innerlich aggressiv, was ein Angstelltenverhältnis unmöglich macht. Aufgrund von Verständnisschwierigkeiten bin ich aktuell noch am lernen für das Abitur. Zurückgezogenheit ist mir lieb. Höchstens 1-2 Menschen sonst wird es anstrengend da ich dazu Hochsensibel bin und mehr Ruhe brauche als es in der Stadt möglich ist. Ich kann deinen Sohn sehr gut verstehen.
Gerne können wir uns weiter per Email austauschen. Fragt mich einfach.

Lg, Laura

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Alltäglicher Generationenkonflikt, bin ich schon Volljährig?
Von: cil1986
neu
16. Februar 2015 um 14:45
Jugendamt Bonn
Von: gil_12770149
neu
15. Februar 2015 um 0:59

Natural Deo

Teilen
Noch mehr Inspiration?
pinterest

Das könnte dir auch gefallen