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Mein Sohn spielt mit dem Gedanken...

9. Oktober 2005 um 19:42 Letzte Antwort: 12. Oktober 2005 um 13:41

die Ausbildung abzubrechen.

Ich muss erstmal etwas ausholen:

Ich bin alleinerziehend, habe ihn (ein sehr sensibler...) meiner Meinung nach ganz erfolgreich "groß bekommen"...

Er hat, nachdem er schulische Probleme hatte, nach dem Hauptschulabschluss den Realschulabschluss und in einer einjährigen Berufsfachschule sogar noch den erweiterten Realschulabschluss gemacht. Ich habe seit jeher finanzielle Probleme und bin froh, dass er nun in einem Krankenhaus (Psychiatrie) einen Ausbildungsplatz bekommen hat...

Er hat Anfang Oktober begonnen und fragte mich heute ganz vorsichtig, wie ich denn reagieren würde, wenn er nach der Probezeit (6 Monate) merkt, dass er das (vor allem aus psychischen Gründen...) nicht kann, und die Ausbildung abbrechen wird...

Ich fände es natürlich ziemlich traurig und wäre wohl auch enttäuscht - was ich ihm auch sagte - woraufhin er mich mit Argumenten "totgeschmissen hat" und nicht ganz Unrecht hat, wenn er sagt, dass es doch am wichtigsten ist, im Leben etwas zu tun, was einem auch liegt und Spaß macht! Er hätte wohl kürzlich einen Bekannten getroffen, der im Supermarkt eine Ausbildung macht und TODUNGLÜCKLICH ist. Das möchte ich meinem Sohn natürlich auch ersparen! Und ich versuchte zu argumentieren, dass er doch nicht dumm sei und den Arbeits-/ u. Lehrstellenmarkt kenne und wisse, WIE SCHWIERIG es ist, nen Ausbildungsplatz zu bekommen. Er ist allerdings nun seit letztem Jahr volljährig - ich hätte also eigentlich gar nichts dazu zu sagen, aber ihm ist es - wie er betonte - wichtig, dass ich seine (eventuellen!!) Gründe verstehe und akzeptiere.

Er sagt, er traut sich die Ausbildung zu - hat nur Angst, dass er es psychsich nicht durchhält und später bereut, dass er die 3 Jahre durchgehalten hat, obwohl es nicht "sein Ding" ist...

Wie würdet Ihr in so einem Fall reagieren?

Ist es vor allem erstmal wichtig, IRGENDEINE Ausbildung zu haben oder soll er "probieren"? Bin etwas verwirrt und weiß nicht recht, wie ich reagieren soll...

Herzlichen Dank für eure Beiträge!

LG, traurige Mutti

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9. Oktober 2005 um 21:19

Irgendeine ausbildung
hallo mutti,

ob er diese ausbildung psychisch verkraftet muss und kann er nur selbst beurteilen.
zwingen oder nötigen solltest weder du ihn noch er sich selbst (in diesem fall weil es eine nicht ganz leichte aufgabe ist)
grundsätzlich, da wir in deutschland leben ist eine abgeschlossene ausbildung immer nützlich, da sie (angeblich) zeigt, dass jemand zu ende bringt was er/sie angefangen hat.
unabhängig davon:
dein sohn ist volljährig - überlass es ihm - mit allen konsequenzen.
er will dein ok, gibs ihm.

manndel

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10. Oktober 2005 um 14:18

Irgendeine Ausbildung...
ist es ja nicht. Er hat sogar noch extra ein Jahr Berufsfachschule für Sozialpflege gemacht, weil er diesen Berufswunsch hatte. Für mich weht nämlich der Wind von woanders her (siehe ein älterer Beitrag von mir...). Er hat nämlich eine Freundin, die in Köln wohnt (wir wohnen Raum HH), die er zum Zeitpunkt der Zusage des Krankenhauses noch nicht hatte. Ich vermute nämlich, dass er eigentlich viel lieber DORT wäre. Aber es gibt doch Millionen Menschen, die ihre Ausbildung o.ä. am anderen Wohnort machen. Wenn er fertig ist, stehen ihm doch alle Wege offen, dorthin zu gehen. Er könnte sich ja schon ab dem 2. Lehrjahr dorthin bewerben.
Wenn wir ihn zu dieser Ausbildung "genötigt" hätten, wäre die Situation ja eine ganz andere. Aber er hat sich soooo gefreut über die Zusage - und nun plötzlich so ein Sinneswandel?

Trotzdem vielen Dank für deinen Beitrag! Musste das nur grad nochmal loswerden...

LG, Traurige Mutti

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11. Oktober 2005 um 12:02

Ausbildung ist wichtig, aber dein Sohn auch!
Hallo traurige Mutti,

Also ich habe noch nicht so einen großen Sohn, kann nur von mir selbst reden. ich habe eine Ausbildung gemacht, die recht hart war (gastronomie) und habe zwischendurch auch immer mal wieder mit dem Gedanken gespielt, alles hin zu schmeissen.
Heute bin ich froh, dass ich es durchgehalten habe, auch wenn ich nun nicht mehr in dem Beruf arbeite. Ich habe wenigstens etwas in der Hand und wenn ich mich woanders bewerben möchte, kann ich sagen: naja, ich habe gelernt, möchte es aber mal in eine andere Richtung versuchen...

Es ist schon wichtig eine Ausbildung zu haben, um sich einen gewissen Stand in der Gesellschaft zu ergattern...aber wenn dein Sohn unglücklich damit ist und sich überhaupt nicht wohl fühlt, sollte er doch was anderes versuchen. Wie wäre es denn mit einem handwerklichen Beruf?
Es ist natürlich für einen jungen Mann nicht einfach in einer Psychiatrie zu arbeiten, da bekommt er sicher die ein oder andere schlimme Lebensgeschichte zu hören und kann damit evtl noch nicht umgehen.

Also sei nicht zu traurig, wenn er aufgibt, hilf ihm lieber dabei, eine andere Lehrstelle zu finden!

Alles Gute!!!

Liebe Grüße, maikind

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11. Oktober 2005 um 14:01

Schwierige sache
versuch doch mal rauszufinden ob er wirklich nur wegen der freundin die lehre aufgeben möchte, in dem du ihn als mutter geschickt fragst, vielleicht mit, wo möchtest du denn sonst arbeiten? möchtest du hier bleiben oder weggehen? usw.
wenn er allerdings wirklich nicht mit dem beruf klar kommt, würde ich ihn unterstützen die lehre jetzt zu beenden und nicht bis zum schluss warten. wäre es eine lehre wo man einfach nur durchhalten muss weil es mal eine schwierige zeit gibt ,wie stress unter kollegen oder in der schule, würde ich ihn bestärken weiterzumachen, aber nicht in so einem anspruchsvollem beruf.

gruss happy

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11. Oktober 2005 um 14:37
In Antwort auf an0N_1251687699z

Schwierige sache
versuch doch mal rauszufinden ob er wirklich nur wegen der freundin die lehre aufgeben möchte, in dem du ihn als mutter geschickt fragst, vielleicht mit, wo möchtest du denn sonst arbeiten? möchtest du hier bleiben oder weggehen? usw.
wenn er allerdings wirklich nicht mit dem beruf klar kommt, würde ich ihn unterstützen die lehre jetzt zu beenden und nicht bis zum schluss warten. wäre es eine lehre wo man einfach nur durchhalten muss weil es mal eine schwierige zeit gibt ,wie stress unter kollegen oder in der schule, würde ich ihn bestärken weiterzumachen, aber nicht in so einem anspruchsvollem beruf.

gruss happy

Du hast zwar recht, aber...
Ich muss leider sagen, dass ich den Eindruck habe, dass es wegen der Freundin ist. Ich habe ihn zwar darauf angesprochen und er hat es abgestritten, aber ich kenne ihn zu gut, um ihn nicht ein bißchen zu durchschauen. Schließlich hat er - was Schule etc. betrifft - schon darauf hingearbeitet, diesen Beruf zu ergreifen... Und jetzt plötzlich (nach 3 Tagen Berufsschule!!) ist es alles nicht mehr das Richtige? Er hat noch nicht einen einzigen "praktischen" Tag verbracht.

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12. Oktober 2005 um 12:10

Eine Überlegung wert!
Also ich würde ihm sagen,dass ich ihn verstehen kann.. aber er solle sich erst eine neue Ausbildungsstelle suchen und dann kann er bei der jetztigen jederzeit kündigen...
Im Leben gibt es auch Zeiten, die nicht rosig sind..

Lieben Gruß!

P.S. Warum wollte er denn die Ausbildung erst machen?

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12. Oktober 2005 um 13:41
In Antwort auf jorunn_11888268

Eine Überlegung wert!
Also ich würde ihm sagen,dass ich ihn verstehen kann.. aber er solle sich erst eine neue Ausbildungsstelle suchen und dann kann er bei der jetztigen jederzeit kündigen...
Im Leben gibt es auch Zeiten, die nicht rosig sind..

Lieben Gruß!

P.S. Warum wollte er denn die Ausbildung erst machen?

Das ist eine gute Frage...
warum er die Ausbildung erst machen wollte!
Das ist ja das, was ich mich ständig frage. Hab ihn gelöchert und er meinte, er wolle sie ja auch weiterhin machen (obwohl das Argument "evtl. kann ich das nicht...") - für mich ist das alles ein Vorwand, um bei seiner Freundin in der Nähe etwas zu machen...

Man wird sehen, wozu er sich entscheidet - ICH hab jedenfalls keinen Einfluss mehr darauf...
Gruß, Traurige Mutti

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