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Mein Sohn hat Ausbildung abgebrochen... und...

6. Dezember 2005 um 20:32 Letzte Antwort: 9. Dezember 2005 um 12:50

lebt jetzt mehr oder weniger bei seiner "Zweitfamilie" in Köln.

Ich habe monatelang versucht, ihn zum "Weitermachen" zu bewegen, er hat abgebrochen und nun schreibt er seine Bewerbungen von Köln aus...

Übermorgen hat er Geburtstag und für mich ist es das erste Mal, dass er sein Geschenk "per Post" bekommt...

Wer hat ähnliche Erfahrungen mit dem "Loslassen" des Kindes machen müssen und hat einen guten Tip für mich, wie ich am besten damit umgehe, den Sohn nun an seine Freundin und dessen Familie zu "verliere"...?

Danke + LG, traurige Mutti

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6. Dezember 2005 um 21:48

Loslassen...

... ist manchmal sehr schwierig. Ich hätte meinen Ältesten am liebsten auch festgehalten, als er auszog um selbstständig zu werden.

Wenn ich ihn mir heute ansehe, hat ihm die Zeit sehr gut getan. Er ist erwachsen, das muss ich mir immer sagen, damit ich nicht versuche ihn zu fest an mich zu binden.

Versuche es durch die Augen deines Sohnes zu sehen. Er ist glücklich und am Ziel seiner momentanen Träume. Kann es wirklich was schönes für uns Mütter geben?

Viele Grüße
Dagmar

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8. Dezember 2005 um 8:28

Hallo Chesssy
also ich finde das, was du antwortest doch zu hart.

Natürlich leidet traurigemutti.

Und auch wenn sie, selbstverständlich das Beste für ihren Sohn will, sie hätte ihn gern bei sich.

Sie jammert ja nicht ihm die Ohren voll, sondern sucht hier für sich Hilfe. Was ist daran falsch?

Ich möchte noch sagen, ich war damals nicht so klug wie der Sohn von Traurigemutti.

Ich habe eine ungeliebte Ausbildung durchgzogen, mit schlechten Noten abgeschlossen und sofort danach das Abitur nachgemacht und studiert.

Im Rückblick war die Ausbildung eine Zeitverschwendung, eigentlich wußte ich schon nach 2 Monaten, dass es mir nicht gefällt. Aber "man bricht eine Ausbildung doch nicht ab." Die drei Jahre waren nicht schön und wenn ich sie abgebrochen hätte, wär's besser gewesen. In dem Beruf habe ich (außer 4 Wochen Ferienjob) nie wieder gearbeitet.

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8. Dezember 2005 um 8:59

Naja
dann doch lieber ein Hobby

Gruß
kratzamkopp

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8. Dezember 2005 um 12:23

Es ist hart...
einen Spiegel vorgehalten zu bekommen.

Deshalb finde ich deine Worte nicht hart, sondern einfach ehrlich.

Habe beim Lesen des Threads auch daran gedacht es so zu schreiben.

Aber du siehst das genau so und bist mir somit einfach nur zuvor gekommen.

Liebe Grüße

Erdbeermarmelade

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8. Dezember 2005 um 12:35

Du verlierst ihn nicht,
sondern *gewinnst* noch eine Tochter dazu. So kann man, wenn man will, es auch sehen.

Kinder haben das Recht ihre eigenen Erfahrungen zu machen und dürfen nicht in die Fussstapfen der Eltern treten, wenn sie in ihrem Leben selber *Spuren* hinterlassen wollen.

Wenn dich dieses Loslassen so mitnimmt, so musst du dich zwangsläufig fragen, welches Loch in deinem Inneren, du mit deinem Sohn gestopft hast!?

Ich selber bin Mutter von 2 Kindern und auch ich ertappe mich immer wieder aufs Neue, dass ich es mit der *Angst* zu tun bekomme, weil meine Kinder langsam ihrer eigenen Wege gehen. Das ist ein stückweit ein ganz normaler Zustand, denn wir kicken unsere Kinder ja auch nicht aus dem Nest, wie es die Tiere in der Natur machen.

Allerdings wenn du dich so auf deinen Sohn fixiert hast, und jetzt solch massiven Schwierigkeiten damit hast, ist es schon 5 nach 12 !

Dass man als Mutter alles erdenkllich gute für sein Kind möchte, ist eine Selbstverständlichkeit, aber was erwartest du jetzt von deinem Sohn ? Dass er bis in alle Ewigkeit dir dankbar ist ? Er wollte nicht auf die Welt gesetzt werden und Kinder sind nicht dafür da, dass sie uns dankbar sind. Sie gehen eines Tages ihrer Wege und das ist auch gut so.

Das was du als *Mutterliebe* darstellen möchtest, ist passive Aggression - sonst nichts. Du gönnst deinem Sohn sein eigenes Leben nicht, weil du für ihn vielleicht auf vieles verzichten musstest.

Wenn du meine Worte bzw. als völlig abwegig empfindest, dann schau mal unter *passiven Aggression* bei Google nach. Ich verspreche dir aber jetzt schon, dass dir bei diesem Thema die Schuppen von den Augen fallen werden. Auch sehr empfehlenswert... das Buch *die Frauenfalle* Autorin fällt mir grad leider nicht ein und das Buch... * und wer befreit die Männer* von Felix Stern. Als ich diese beiden Bücher gelesen habe, habe ich mein komplettes Weltbild einer *Mutter* verändert.

Grüße

Erdbeermarmelade

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9. Dezember 2005 um 12:50

..aus der Sicht deines Sohnes

Für deinen Sohn ist die Situation vielleicht ganz anders und er denkt gar nichts böses dabei. Schau mal, in dem alter ist die Welt noch so neu für einen. Plötzlich ist er verliebt und hat eine schöne Beziehung....er hat Spaß mit Freunden und kommt zum ersten Mal ein bißchen rum. Jede Party die er feiert ist ja noch relativ "neu". Plötzlich gibt es Dinge wie den führerschein, man kann irgendwohin fahren, auch eine berufsausbildung ist was völlig Neues.Plötzlich weiß man, wie es ist jeden Tag zu arbeiten. Da braucht er eine Mutter die ihn aus dem Hintergrund unterstützt. irgendwann findet er auch zu Dir zurück und weiß zu würdigen, was Du für ihn tust. Aber im Moment mußt ihn loslassen und darauf vertrauen, daß er okay ist. Vielleicht kannst Du ihm auch deine Sorgen mitteilen in einem netten Gespräch. Aber wenn er noch so jung ist, da ist eine abgebrochene Berufsausbildung auch keine Katastrophe, wenn er was anderes möchte.

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