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Mein sohn fühlt sich absolut nicht wohl in seinem kindergarten

17. Februar 2011 um 14:47 Letzte Antwort: 22. Februar 2011 um 17:12

Ich bin nun langsam am verzweifeln. Mein Sohn (3Jahre) geht seit er 1 1/2 ist in das gleiche Kinderhaus. Das erste Jahr war er natürlich in der Krippe. Dann musste er mit 2 1/2 in eine Übergangsgruppe wechseln.
Seit September geht er nun in diese Gruppe mit 15 Kindern, die alle 2-3Jahre sind. Die Kinder entsprachen in etwa den Kindern aus der Krippe, aber die Erzieher haben gewechselt.
Er hatte auch in der Krippe anfangs Schwierigkeiten, hat sich aber dann nach ca 4-5Monaten ganz gut eingelebt.
Nun geht er gar nicht mehr gern in den Kindergarten. Jeden Morgen sagt er mir, dass er nicht hin mag. Er weint keine Träne, aber ich merke, dass er überhaupt nicht gern reingehen mag.
Ich hatte heute mit der Erzieherin ein Gespräch, denn ich hatte es ehrlich gesagt satt immer wieder zu hören, dass das nur eine Phase ist, die irgendwann vorüber geht.
Heute gab sie auch zum ersten Mal zu, dass es vielleicht nicht ganz so normal ist. Er findet keinen Draht zu den anderen Kindern und würden die Erzieher ihm nichts sagen, dann würde er stundenlang an dem Fenster sitzen, wo er mir zuwinkt und die Kinder nur beobachten. Manchmal bringt er auch Stunden damit zu,seine Brotzeit zu essen.
Er redet auch so gut wie gar nicht, obwohl er sprachlich sehr weit ist im Vergleich zu Gleichaltrigen.
Zu Hause ist er dann wie ausgewechselt. Er spielt ganz normal. Mal für sich allein, aber auch mit mir zusammen. Er kommt von sich aus und sucht sich das Spiel aus - alles Dinge, die er im Kindergarten nicht schafft.
Wir haben jeden Morgen das gleiche Ritual. Kuscheln ein bisschen auf der Couch, ziehen uns gemeinsam an und frühstücken noch gemeinsam. Dann gehts los zum Kindergarten. Er darf auch immer etwas von zu Hause mitnehmen (meist ist das ein Kuscheltier).
Ich habe nun auch ein bisschen die Vermutung, dass ihn der Druck der Erzieher zusätzlich stresst. Er musste in den letzten Wochen und Monaten viel dazulernen, was die Selbstständigkeit angeht: allein ausziehen, anziehen und nun soll noch die Sauberkeitserziehung dazu kommen.
Das ist sicherlich nicht der einzige Punkt, warum er sich so verhält, aber vielleicht ein Grund mehr, dass er sich nicht wohl fühlt.
Er hängt zu Hause sehr stark an mir und in den letzten Wochen klammert er immer mehr. Ich weiß langsam nicht weiter. Eigentlich bin ich auf Kinderbetreuung angewiesen.
Ich habe es schon versucht mit Eltern-Kind-Turnen, damit wir vielleicht gemeinsam einen Draht zu anderen Kindern finden, aber auch dort mag er nicht zu den anderen. Zu Hause ist es allerdings anders. Nach einer kurzen "Warmlaufphase", spielt er wunderbar mit Kindern - Gleichaltrigen und auch sehr gern mit dem 10jährigen Sohn von meinem Cousin.
Wie kann ich ihn nur unterstützen, dass es ihm besser geht? Ist Zu Hause-behalten wirklich eine Alternative? Er ist nämlich ein Einzelkind und ich dachte gerade, dass es da wichtig wäre, das soziale Verhalten zu schulen...

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20. Februar 2011 um 20:13

Ich kenne das....
Hi!
Mir/uns gehts im Moment nicht anders. Mein Sohn 3,2 Jahre geht seit Dezember in den Kindergarten. Genau wie du beschreibst geht er sehr ungerne,fühlt sich dort absolut nicht wohl ,lange Brotzeiten,erzählt nix zu Hause vom Kiga und wenn man ihn fragt wie es war kommt nur ein trauriges "Gut" und das wars.
Die ersten 2 Wochen waren grausam, er halt laut geschrien und mich festhalten wollen. Mir war jedesmal total schlecht nach so einer Situation.Doch ich habe mir immer wieder gesagt "durchhalten!" und richtig-er weint jetzt morgens schonmal nicht mehr, ein kleiner aber feiner Fortschritt. Ich muss dazu sagen dass ich selber als Erzieherin tätig bin und somit wusste was ich da tue.
Ich denke ein Patentrezept gibt es für euer Problem nicht. Ich fänd es auch erstmal nicht ratsam ihn aus der Einrichtung zu nehmen. Viele Dinge machst du aber schon sehr richtig wie Rituale,Nachforschen,das turnen, Gespräche suchen.
Das einzigste was ich dir sehr ans Herz legen kann ist-bitte bitte nicht jetzt auch noch die Sauberkeitserziehung! Ich glaube dein Kleiner hat gerade mit was anderem zu kämpfen als die olle Windel los zu werden. Auch zum Punkt Selbständigkeitserziehung sollen die erstmal runterfahren. So wie sich das anhört ist er schlicht und einfach noch damit überfordert neue Gruppenregeln zu verstehen und ein zu ordnen. Da ich gerade als Mutter in einer ähnlichen Situation stecke kann ich dir sagen was mir im Moment sehr wichtig ist in Bezug Kindergarten.
-gleichbleibender Ablauf morgens,das gibt Sicherheit
-herzliche Begrüßung von Erziehern sodaß er sich angenommen fühlt
-gut ist es dem Kind eine "Arbeit" auf zu geben wie z.B. wir brauchen noch ein neues Bild für Oma,Opa, Kühlschrank usw
--gleichbleibende Verabschiedung und Übergabe an eine Erzieherin die sich ihm liebevoll an nimmt und den Morgen über begleitet. Es ist einfacher sich auf eine Bezugsperson einzulassen und vertrauen zu finden.
Ich hoffe dir ein wenig helfen zu können. Falls Bedarf löcher mich mit Fragen. Das ist ein Thema was uns Müttern richtig Bauchschmerzen bereiten kann,kenne das Gefühl...oder vielmehr dieses Schuldgefühl weil man ihn da lässt...
GLG Sabs

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22. Februar 2011 um 17:12

Das wird besser
Hallo,

zunächst einmal muss man zwei Dinge unterscheiden:

Dass ein Kind sagt, dass es nicht in den Kindergarten will, ist ziemlich normal. Solche Phasen hat jedes Kind, einfach deswegen, weil es zu Hause natürlich viel schöner ist bei Mama.

Das andere ist das Verhalten im Kindergarten: das erinnert mich sehr an meine Tochter und ihren besten Freund. Beide waren genauso im Kindergarten, haben immer nur zugesehen, sich nicht beteiligt etc. Das ging wirklich ziemlich lang.
Aber mit der Zeit wurde das nach und nach besser. Heute ist unsere Tochter 5,5 und hat nicht mehr die geringsten Probleme im Kindergarten. Sie drängt sich nach wie vor nicht in den Vordergrund, hat sich aber sehr gut integriert, macht alles mit, spricht mit allen etc..
Das ist einfach bei manchen Kindern so. Manche sind halt einfach lieber Beobachter als Akteure.

Insofern nimm es nicht zu schwer - das wird besser.

Ach ja: ändern kann man daran nichts, die Kinder müssen sich schon selbst entwickeln, das kann man auch nicht beschleunigen.

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