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Mein neuer Freund dramatisiert Trennung von Kind

31. Januar 2009 um 14:53 Letzte Antwort: 18. Februar 2009 um 12:30

Hallo!

Ich bin seit 1 Jahr mit meinem neuen Freund zusammen. Seit dieser Zeit ist er schon getrennt von seiner Freundin, allerdings wegen der Kleinen (2 Jahre und 4 Monate) erst seit 2 Monaten dort ausgezogen. Er
ist fast ausschließlich nur noch im Kopf mit der Trennung von seinem Kind beschäftigt. Sein Kopf ist voll von
Traurigkeit und Sehnsucht. Seit dem Auszug hat er sie schon 8-9 mal gesehen. Diesmal sogar das 3. WE hintereinander. Allerdings fährt er mit der Kleinen ständig zu seiner Mama und nimmt sie nicht mit zu sich in die Wohnung. Das kann er noch nicht-sagt er.
Die Ex weiß nichts von mir und darf es wohl auch erstmal nicht erfahren. Begründungen dafür gibts mehrere. Wir verstecken uns also am WE ( führen grob eine WE-Beziehung) in seiner Wohnung und außer seiner Familie darf es auch niemand anderes wissen (Freunde, Arbeitskollegen). An den Treffen mit der Kleinen darf ich natürlich auch nicht teilnehmen und so bleibt von den WEs natürlich kaum was über. Denkt er nur an die Kleine, laufen ihm die Tränen und man kommt nicht wirklich mehr an ihn ran. Die Kleine hat übrigens bis jetzt noch keine Probleme mit der Trennung, ich fürchte nur, irgendwann überträgt er das auch auf sie.
Ich bin durch sein Verhalten davon überzeugt, daß er sich anderen und sich selbst gegenüber schämt, weil er sein Kind verlassen hat. Und dabei hat er sich das nicht einfach gemacht. Hat 2 Jahre lang versucht, die Beziehung zu retten usw. Am Ende ist er aber doch gegangen, weil er mit der Ex einfach so nicht mehr leben konnte. Er meint, er müsse nur abwarten, irgendwann tut es ihm nicht mehr weh, irgendwann kann er sich richtig auf mich einlassen, irgendwann ist alles gut. Ich bin davon überzeugt, daß er an sich arbeiten muß. Er muß die Situation endlich bewußt annehmen und nicht "aussitzen". Da ist er aber stur. Außerdem denke ich, wenn er sich nicht bewußt damit auseinandersetzt, kommt nochmal ein großer Knall, wenn die Ex doch mitkriegt, daß es mich gibt ( und ich bin auch nicht Willens, das auf Ewig geheim zu halten) und ihm die Kleine dann nicht mehr gibt. Ich habe wahnsinnig Angst, daß er dann in ein großes schwarzes Loch fällt, aus dem ich ihn dann überhaupt nicht mehr rauskriege, er kann jetzt schon nicht positiv in die Zukunft schauen.
Ich dreh bald durch. Ich liebe ihn, aber so halte ich das nicht mehr aus. Habe schon drüber nachgedacht, mich zurückzuziehen für eine Weile, bin ja immer griffbereit, muß ja über mich nicht nachdenken....
Ich hoffe, ihr versteht einigermaßen mein Problem...

Bin für jeden Hinweis dankbar.

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18. Februar 2009 um 12:30

Er dramatisiert nicht, es IST die Hölle!
Hallo,

ich kann das Geschilderte durchaus nachempfinden und rate deinem Freund sich selbst zeitnah um eine angemessene Aufarbeitung seiner berechtigten Sorgen und Ängste zu bemühen.

Er befindet sich in guter Gesellschaft, mit tausenden anderen Vätern, denen leider viel zu oft nachgesagt wird, sie wären Schuld an der elterlichen Trennung und somit Verantwortlich für den Verlust ihrer Kinder.

Diese größtenteils haltlosen Unwahrheiten hört und liest man so oft, dass diese Sichtweise mittlerweile als Regelfall in der Mütterwelt angenommen wird, obgleich dies nicht dem Regelfall entspricht.

Ich empfehle eine Recherche mit den Schlagworten "Vaterschaft" und "Väter und Kinder".

Allein die Tatsache, dass knappe drei Wochen niemand auf diesen erschütternden Beitrag angemessen reagierte, zeigt die Notwendigkeit der Neuorientierung, hin zu einer geeigneteren Plattform.

Mit freundlichem Gruß

Ein weiterer Vater ohne Kinder


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