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Mein Mann hat ein Problem damit, dass meine Tochter einen Freund hat ...

16. April 2015 um 18:49

Ich bin 45 Jahre alt und in zweiter Ehe verheiratet. Ich habe aus erster Ehe drei Töchter (fast 16 und 13jährige Zwillinge), mein Mann hat aus erster Ehe zwei Kinder (Sohn fast 18, Tochter 14). Meine älteste Tochter (also die, die fast 16 ist) hat seit fast zwei Jahren einen Freund. Der Freund ist drei Jahre älter, sehr nett, tut meiner Tochter sehr gut, und obwohl er knapp 150km weit weg von uns wohnt, sehen die beiden sich regelmäßig entweder bei uns zu Hause oder in seiner Studentenbude.
Ich hätte mir natürlich für meine Tochter eine längere Kindheit gewünscht, aber das kann man sich nicht aussuchen. Sie ist körperlich und geistig wesentlich weiter entwickelt als die meisten gleichaltrigen Mädchen, und sie ist mit diesem Freund glücklich.

Mein Mann, der nicht der Vater meiner Töchter ist, hat ziemlich altmodische Ansichten. Er meint, ein Mädchen unter 18 "dürfe" keinen Freund haben. Folglich ist er natürlich auch nicht damit einverstanden, dass meine Tochter einen Freund hat. Mein Mann steigert sich so in diese Sache hinein, dass er, wenn der Freund meiner Tochter bei uns zu Besuch ist, das Haus verläßt und sogar im Wohnmobil vor unserem Haus schläft. Er muss ja nicht einverstanden sein, und wenn er seiner eigenen Tochter eine gesunde jugendliche Entwicklung verbieten möchte, dann werde ich ihm selbstverständlich sagen, dass ich das auch nicht gut finde (obwohl er das weiss), aber ich finde seine Maßnahmen sehr drastisch. Ich habe ihn gefragt, was er bezwecken möchte durch sein Verhalten, denn normalerweise, wenn man sich drastisch ungewöhnlich verhält, will man durch die Protesthaltung ja etwas erreichen. Er sagt, er möchte nichts erreichen, sondern nur zum Ausdruck bringen, dass er nicht einverstanden ist.
Ich versuche, für die Kinder ausgleichende Ausreden zu finden, warum mein Mann an diesen Tagen nicht zu Hause ist, auch keine Familienmahlzeiten mit uns einnimmt, und dass er nicht im Haus schläft, haben sie noch nicht mitbekommen. Trotzdem ist es sehr belastend. Ich möchte nicht zu meiner Tochter gehen und ihr sagen, sie dürfe nun den Freund nicht mehr sehen, da mein Mann das nicht gutheißt. Das wäre für die Beziehung zwischen den beiden Gift. Ich fühle mich aber auch sehr unwohl, wenn mein Mann quasi wegläuft, sobald der Freund meiner Tochter das Haus betritt. Selbst wenn ich wollte, könnte ich meiner Tochter den Freund auch nicht verbieten: sie würde trotzdem Wege finden, ihn heimlich zu treffen, und mir ist das Vertrauensverhältnis, das ich zu den Kindern habe, viel wichtiger. Außerdem ist er durchaus ein Freund, wie man ihn sich als erste große Liebe für die eigene Tochter wünscht.
Meine Tochter ist in die Familie ihres Freundes voll integriert.
Der leibliche Vater meiner Kinder weiß nichts von dem Freund, und meine Tochter möchte das auch nicht, da er vermutlich noch verschrobener reagieren würde als mein Mann.

Habt Ihr einen Tipp für mich, wie ich mit dieser Situation umgehen kann und wie ich meinen Mann davon überzeugen kann, dass hier nichts Verwerfliches und auch nichts Illegales vor sich geht? Mein Mann meint nämlich, der Freund vergreife sich an einer Minderjährigen ... Das ist natürlich sowohl tatsächllich als auch vom rechtlichen Standpunkt her Humbug.

Übrigens findet mein Mann es toll, dass sein eigener Sohn jede Woche ein neues Mädel anschleppt ... und gelegentlich auch mal zwei oder mehrere Mädels parallel glücklich (oder unglücklich) macht.

Abgesehen davon sind wir eine zufriedene und ziemlich normale Patchwork-Familie ohne größere Schwierigkeiten.

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