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Mein Kind und fremde Hunde

25. Juni 2011 um 16:02

Ich wende mich hier speziell an diejenigen von Euch, die sich vor fremden Hunden fürchten und/oder schlechte Erfahrungen mit diesen gemacht haben.

Ich recherchiere für einen Fachartikel zu diesem Thema und mich interessiert:

Wie geht Ihr mit diesem Thema in der Kindererziehung um?
Würdet Ihr es hilfreich finden, wenn das Verhalten ggü. Hunden in Kindergärten/Schulen thematisiert werden würde?
Wie wichtig ist es Euch, Eure Angst nicht auf Eure Kinder zu übertragen?
Was stört Euch an fremden Hunden am meisten?
Was stört Euch an Hundehaltern am meisten?
Was würdet Ihr Euch von Hund und Halter wünschen?

Ich würde mich freuen, hier möglichst viele Meinungen zu finden.
LG
Tessa

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6. Juli 2011 um 14:37

Hallo
ja...das mit den hunden das beschäftigt mich auch ziemlich...

meine tochter ist auch noch so ein kleiner springinsfeld und möchte am liebsten jeden hund den sie sieht gleich sofort streicheln...

da habe ich natürlich auch meine bedenkenb und sage meiner tochter, dass sie den hund nicht anfassen soll, da er beißen kann.

also ich sage nicht "der beißt" sondern ich sage "der kann beißen". damit sie weiß, dass hunde das ja auch nicht grundsätzlich tun.

dass sie da eine angst entwickeln könnte, glaube ich nicht, da wir ja auch im sonstigen alltag unser kind ziemlich offen im umgang mit der natur und den tieren erziehen.

sie darf alles entdecken und auch mal anfassen, wenn sie es möchte.

vorrausgestzt, es ist nicht gefährlich für sie.

bei einem fremden hund, der einen eben nicht kennt und vielleicht zuschappen könnte, wenn so ein kleines grobmotorisches kind ganz unvermittelt ihm ins gesicht tätschelt ist dieser bestand allerdings schon erfüllt.

ich möchte daher nicht, dass mein kind fremde hunde einfach so anfasst, es sei denn, er ist angeleint und der besitzer versicheert mir, dass der hund nicht beißt.

und ja ich glaube selbstverständlich ist es sache der eltern, dem kind zu erklären, dass hunde, die sie nicht kennen vielleicht beißen, aber es ist auf jeden fall auch sinnvoll, dieses thema in der schule/kindergarten zu verinnerlichen. im kollektiven lernen merken die kinder sich ja doch manchmal etwas besser als wenn die eltern einen mahnend darauf hinweisen,etwas nicht zu tun, weil es gefährlich ist.

am meisten stört es mich bei fremden hunden (??) ...nein eigetlich nur an den hundebesitzern stört mich, dass sie ihre hunde oftmals auf öffentlichen plätzen so selbstverständlich unangeleint rumlaufen lassen.


grade da wo viele menschen sind, kann es immer mal passieren, dass irgendein übermütiges kind den hund doch ungefragt streicheln will und wenn er dann zubeißt ist es ja aus sicht mancher hundehalter die eigene schuld vom kind bzw. der eltern gewesen, dass der hund gebissen/das kind angefallen oder verletzt hat, da es ja selbstverständlich ist, dass man fremde hunde nicht streichelt. aber trotzdem gibt es immer mal wieder
solche kinder die es trotzdem tun und in diesem fall sollten auch die halter sich darüber klar sein, dass sie einen wesentlichen teil zur gefahrenverhütung beitragen, wenn sie den hund eben halt mal kurz anleinen.

wir waren letzens am starnberger see und wollten eine schiffahrt machen. als wir auf das schiff warteten, stand auch die ganez zeit ein mann mit einem bernersennenhund mit am kiosk. der hund natürlich ungeleint. er sah auch zugegegebn sehr lieb und harmlos aus. da den kidnern langweilig war, liefen sie da auf dem platz ziemlich rum und der hund ist dann immer gleich total aufgeschreckt. ich hab da irgendwie schon gehofft, hoffentlich beißt der hund jetzt nicht die kinder wenn die an dem vorbeihuschen...da er ja wie gesagt nicht angeleint war.

ein paar tage später waren wir auf einem kinderfest, wo zwischen dosenwerfen und kegeln die ganze zeit auch ein nicht grade kleiner schäferhund an den spielenden und laut tobenden kindern vorbeigeschlichen ist. der besitzer hielt auch so viel abstand, dass es nicht eindeutig ausmachbar war, wer der besitzer ist.

mir doch egal, ob ein hundebesitzer denkt, sein hund macht nix. an so öffentlichen plätzen, wo sich viele menschen aufhalten kann man manchmal auch ncht abschätzen, wie ein hund auf so viele fremde menschen reagiert. bei hunden, die ganz unvermittelt menschen angegriffen haben hört man ja auch immer ganz oft "ich weiß nicht was mit ihm los war er hat noch nie was getan" ich sag ja auch nicht, dass so ein hund grundsätzlich was böses will aber im endeffekt ist es trotzdem ein tier und wenn sie verhaltensmustern aus ihrem natürlichen rudelverhalten folgen und sich provoziert/angegriffen fühlen, kann es eben auch mal passieren, dass da der instinkt ausbricht.

und mir sind die ausreden mancher hundebesitzer von wegen "der macht nix wenn man ihn nicht ärgert usw." echt auf die nerven.

meine oma, die ist 76, ein dalmatiner hat sie auf dem parkplatz eines einkaufsladen völlig unvermittelt angesprungen, so dass meine oma hingefallen ist. meine oma hat rein gar nichts getan, um die aufmerksamkeit des hundes auf sich zu lenken geschweige denn ihn zu provozieren.

ein anderes mal hat ein großer dobermann in münchen in ner fußgängerpassage mich auch "auf freundliche art" angesprungen. eigentlich habe ich keine angst vor ihm gehabt, aber es hatte an diesem tag geregnet und ich hatte eine weiße jacke an. das war dann schon sehr ärgerlich für mich, da der hund mich von oben bis unten schmutzig gemacht hat. auch fühlte ich mich davon belästigt, dass der hund auf mich gesprungen ist.

der hundebesitzer war noch obendrauf beleidigt, weil man ihn darauf aufmerksam machte, dass das nicht tragbar ist. er zeigte keinerlei einsicht.

ein hund hat auf einem öffentlichen platz angeleint zu sein und fertig.


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6. Juli 2011 um 16:25

Ein paar Gedanken und Fragen zum Thema
Vielen Dank für Eure Beiträge. Ihr habt da ganz wichtige Punkte angesprochen, zu den sich nun meinerseits auch Fragen ergeben haben.

@Rigolade2011
Kannst du dir vorstellen, dass sich die Angst eines Elternteils vor Hunden z.B. auf sein/ihr Kind übertragen kann? Elten haben nunmal Vorbildfunktion und das Kind orientiert sich an ihnen. Kenne ein Beispiel, da beobachtete ich, dass die zwei kleinen Mädchen der Familie (ca. 4 und 6) geradezu panische Angst schon beim Anblick eines Hundes zeigten. Kurz darauf bekam ich die Gelegenheit zu sehen, dass beide Eltern sehr änlich auf den Anblick von verschiedenen Hunden regierten. Übertragung?

@diva0207
Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, so ausführlich zu antworten.
Ich nehme an, dass deine Tochter noch sehr jung ist und du dann meistens in ihrer Nähe bist, wenn sie Hunden begegnet.
Sobald Kinder jedoch auch ohne Aufsicht unterwegs sind (ab Kindergarten/Schulalter) ist es wahrscheinlich, dass sie in Situationen kommen, wo sie freilaufenden Hunden begegnen. Wie würdest du dein Kind auf solche Situationen vorbereiten? Oft ist es ja so, dass nicht nur Kinder an Hunden interessiert sind und sie streicheln wollen, sondern auch umgekehrt. Ein Hund sieht ein Kind, das z.B. Ball spielt und stürzt sich auf Ball und/oder Kind. Bei Hunden die auf Bällchenspiele konditioniert sind, kann das schonmal passieren. Oder Kinder spielen Rennspiele und lösen beim Hund den Beutetrieb aus, weil sie wegrennen? Manche Hunde reagieren extrem auf schreiende Kinder usw. Es gibt so ein paar Grundsätze, die hilfreich wären, wenn das Kind darum weiß.

Würdest du echt darauf vertrauen, wenn der Besitzer eines Hundes dir versichert, dass sein Hund nichts tut? Ich bin selbst Hundehalterin und kenne leider einige HH, die das Fehlverhalten ihrer Hund "schönreden" so in der Manier - "der will nur spielen" wenn der Hund aber eigentlich "pöbelt und mobbt". Darüber hinaus ist ein Hund eben ein Hund. Kein Hundehalter kann sicher für eine Situation voraussagen, dass nichts passieren wird, weil er seinem Hund eben nur "vor den Kopf" gucken kann und auch nie voraussagen kann, wie ein Passant/Kind sich spontan verhält

Wäre es nicht hilfreicher für Eltern, wenn sie selbst das Verhalten eines Hundes einschätzen könnten und sich nicht auf die subjektiven Aussagen der HH verlassen müssten, die eben meist dort einen "blinden Fleck" haben, wo es um ihren Hund geht?

Die Aussage, die du auch angesprochen hast, dass oft nach Beißvorfällen zu hören ist "ich weiß nicht was mit ihm los war er hat noch nie was getan" oder was ich auch schon hörte "ich habe doch gar nichts gemacht, er hat mich ohne Vorwarnung einfach angefallen".
Das sind gute Beispiele für den "blinden Fleck" beim HH aber auch dafür, dass es noch viel Nachholbedarf gibt, wenn es um die Verständigung zwischen Mensch und Hund geht. Hunde kommunizieren vorwiegend über die Körpersprache und zeigen immer an, bevor sie zu drastischen Mitteln wie Schnappen oder Beißen übergehen. (Ausnahme sind psych. gestörte Hunde, aber von den gibt es weniger, als man meinen möchte.)Mir ist jedoch aufgefallen, dass Menschen, die nicht mit Hunden zusammenleben, diese Signale oft nicht sehen/verstehen oder völlig falsch darauf reagieren und somit das Problem noch verschärfen.
Natürlich würden viele Probleme gar nicht auftreten, wenn HH ihre Hunde rechtzeitig anleinen oder zu sich holen würden, wenn eine kritische Situation auftreten könnte, doch die Realität sieht leider anders aus und ich frage mich...
Ob es aus der Perspektive des Nicht-Hundehalters nicht attraktiver wäre, wenn er die Situation unabhängig vom Verhalten des HH selbst in die Hand nehmen und auflösen könnte?
HH die beleidigt reagieren, weil sie jemand auf ein Fehlverhalten anspricht, fühlen sich einfach nur ertappt und unfähig, deshalb dann diese unqualifizierten Kommentare

LG Tessa

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