Home / Forum / Meine Familie / Mein Freund wird Vater

Mein Freund wird Vater

11. April 2008 um 0:32

Hallo erstmal,

meine Geschichte ist etwas verworren, ich möchte aber trotzdem versuchen, sie hier darzustellen und Euch um Eure Meinung zu fragen.

Mein Freund wird höchstwahrscheinlich im Juni Vater. Höchstwahrscheinlich, da es noch 1-2 potentielle weiter Väter gibt (aargh!!). Ich möchte nicht ganz ins Detail gehen, wie es dazu kam, wir hatten einige Probleme in der Partnerschaft und da ist es halt passiert, ein Fehltritt mit einer Frau, die er schon seit einigen Jahren kennt.

Nun zum eigentlichen "Problem": Er möchte gern bei der Geburt dabei sein, falls möglich.

Klar, er wird zum ersten Mal Vater (falls er es denn wird) und das ist sicherlich ein besonderes Erlebnis.

Nun wollen er und ich allerdings trotz allem heiraten und eine Familie gründen, er wünscht sich Kinder mit mir und das möglichst bald.

Ich fühle mich also um den Moment der Geburt bestohlen, um genau dieses besondere Erlebnis. Er meint, es gibt viele Paare, wo einer schon Kinder hat, das ist mir auch klar, aber dann weiss ich das im Vorfeld und kann mich darauf einstellen, mit dem Partner darüber sprechen.

Bei uns ist alles ungewiss, was für Gefühle kommen dabei hoch, wie wird er reagieren?? Ist es überhaupt sein Kind?? Ich hasse den Gedanken, auf das Geschehen nicht eingreifen zu können, wenn ich daran denke, dass es dazu kommen könnte, dass er ihre Hand hält dann wird mir regelrecht schlecht...

Diese Frau hat es nicht nur geschafft, für immer Teil seines/unseres Lebens zu werden, falls eine Vaterschaft vorliegt, sie bekommt auch noch das "Recht der Erstgebärenden", diesen Moment mit meinem Mann zu verbringen!!!

Ist es sehr egoistisch von mir, so zu denken??

Müsste ich selbstlos zurückstehen und ihm dieses Erlebnis vollen Herzens gönnen???

Er und ich wünschen uns mehrere Kinder, wieso kann er nicht einfach warten und dann bei den Geburten unserer Kinder dabei sein?? Wie wichtig ist es für einen "Vater", den Moment der Geburt zu erleben, wenn eine Vaterschaft gar nicht bewiesen ist?? Die Chancen stehen allerdings bei 80%, würde ich sagen...

Er wünscht sich Rückhalt von mir, da die Situation mit einer ungewollt schwangeren Frau, die er nicht liebt, für ihn schon alles andere als angenehm ist. Aber er meint, dass Kind kann dafür nichts (hat er ja auch Recht) und darum möchte er gern dabei sein. Und ich fühle mich in dieser Situation überfordert, ich kann meinen Schmerz nicht ihm zuliebe begraben. Ich kann dabei auch nicht an das Kind denken, dem ist es ja schliesslich egal, wer bei der Geburt anwesend ist. Ist das verständlich oder sind meine Gefühle berechtigt??

Ich kann verstehen, dass das Kind ihm wichtig ist, aber was ist mit mir und unserer Beziehung? Die ganze Geschichte ist schliesslich auch für mich nicht einfach und diese Sache mit der Geburt tut mir sehr, sehr weh. Wäre es angebracht von ihm, mir zuliebe auf seine Anwesenheit zu verzichten?

Ein ganz grosses Problem liegt an der Frau. Ich bin mir einfach nicht sicher, was für eine Rolle sie bei dem Ganzen spielt. Wie viel "Gefühl" bei dem Fehltritt vorhanden war. Ich sehe sie als "Feindin" und traue ihm leider nicht ganz, was seine Motive angehen. Zeit könnte helfen, aber so eine Geburt lässt sich ja nunmal nicht aufschieben.

Falls er sich dafür entscheidet, unbedingt dabeisein zu wollen, werd ich ihn daran nicht hindern können. Ich hab auch schon überlegt, ob ich mitkommen sollte, im der Klinik warten, um danach bei ihm zu sein, ich bin mir aber nicht sicher, ob ich eine grosse Unterstützung wäre oder ob ich dabei einfach nur die ganze Zeit heulen würde. Das wäre ja auch nicht hilfreich für ihn...

Was meint ihr dazu, wer ist im "Recht"? Wer von uns ist egoistisch, wo wäre eine Lösung??

Ich bin für alle Meinungen dankbar!!!

Mehr lesen

11. April 2008 um 20:30

Er möchte mit dir zusammen sein
und seinem "Fehltritt" das Händchen halten. Ist doch einfach sehr viel von dir verlangt. Und ich weiß ehrlich gesagt nicht ob dieses Ereignis nicht für lange Zeit oder immer zwischen euch stehen wird. Was will er damit beweisen. Wer ist ihm wichtig. Zumal es noch nichtmal bewiesen ist, dass es sein Kind ist. Oder weißt du die ganze Wahrheit nicht. Ich würde mir an deiner Stelle kompetente Hilfe und Beratung holen bei einer Beratungsstelle oder Paartherapeuten, das ist nämlich wirklich ein sehr komplexes Thema. Und Verurteilung liegen mir fern. Aber ohne Hilfe denke ich, dass es nicht geht. Du kannst ihn nicht trösten. Wer tröstet denn dich und trocknet deine Tränen, die du verständlicherweise hast.
Gruß Melike

Gefällt mir

17. April 2008 um 11:01

Gleiches Problem
Hi Xenia,

wollte grade ein ähnliches Thema beginnen, aber du kamst mir zuvor =)
Ich habe so ziemlich genau das gleiche Problem wie du.

Bin seit ca 2 Monaten mit meinem Freund zusammen, wir kennen und lieben uns seit 5 Jahren, jedoch hatte er die letzten 3,5 jahre eine Beziehung mit einer Frau. Es lief immer was zwischen uns und letztes Jahr haben wir dann auch eine Affäre angefangen, die direkt aufgeflogen ist. Er wollte sich von seiner Freundin trennen und nach 1 Woche erfahre ich durch Zufall dass er bei ihr bleibt. Ganz großes Kino.
Wir hatten ne ganze Weile keinen Kontakt, 8 Wochen nachdem der Betrug aufgeflogen ist war sie schwanger. Die beiden wollten im März heiraten weil sie im Mai Geburtstermin hat. Im Februar haben mein ex und ich uns getrennt und er und ich haben wieder Kontakt zueinander gefunden. Ihm ist dann klar geworden dass er doch mich liebt, hat die Hochzeit abgesagt und ihr innerhalb einiger Wochen dann auch klar gemacht, dass er mit mir zusammen sein möchte und nun auch ist.

Nun ist da ja aber immer noch das Kind Und ich kann dich sehr gut verstehen dass du damit Probleme hast. Sie wohnt noch bei ihm im Haus, er schaut tgl nach ihr und kümmert sich auch noch total um sie, weil die arme Lady ist ja schwanger.

Es ist auch sein erstes Kind und eigentlich wars ja auch ein Wunschkind, wir wollen auch irgendwann Kinder und es macht mich total fertig dass nicht ich diejenige bin, die sein erstes Kind bekommt, wo er das dann alles zum ersten Mal erlebt.

Ich glaube es wäre auch nicht so schlimm wenn der Partner schon ein Kind hätte, aber wenn er noch eins bekommt. Ich grübel halt viel drüber nach, wie ist es wenn er das Kind das erste Mal sieht, da kommen ja bei ihm dann auch Gefühle hoch und ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll. Was kommt danach, wie gehts weiter? Er will die ersten 3 Wochen nach der Geburt Urlaub nehmen und ist dann den ganzen tag bei seiner Ex und dem Kind. Ich hab irgendwie total Angst dass er dann doch bei ihr bleibt wg dem Kind. Nachts kommt er zwar zu mir aber das macht mich alles total fertig.

Er will auch bei der Geburt sein, vielleicht, wenn sie das will. Verbieten kann mans ihm wirklich nicht, kann aber gut nachvollziehen, dass du dich um den Moment bestohlen fühlst. Mir gehts genauso. Könnt die ganze Zeit heulen wenn ich im Fernsehen glückliche Väter bei der Geburt seh, naja entweder heulen oder direkt kotzen =))

Ich weiß nicht ob es wirklich egoistisch ist, sich nicht wirklich zu freuen, aber ich denke das ist in unserer Situation wohl ein bisschen viel verlangt oder? =)

Hast du mal mit deinem Freund geredet,wie du dich dabei fühlst und dass du dich um diesen gemeinsamen Moment bestohlen fühlst?

Helfen kann ich dir wahrscheinlich nicht wirklich, aber mir hilft es zumindest mal von jemandem zu hören der das gleiche Problem hat =)

Viele Grüße
Lysi

Gefällt mir

Frühere Diskussionen
Diskussionen dieses Nutzers
Teste die neusten Trends!
experts-club

Das könnte dir auch gefallen