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Mein Freund will nicht mit uns zusammen ziehen... das verletzt mich enorm.

26. August 2011 um 1:02

Ich bin gerade wieder sehr traurig, und muss mal dieses Problem loswerden, das irgendwie nicht so richtig greifbar bei mir herumschwirrt...

Ich habe zwei Kinder (4 und 6 Jahre) und bin seit der Geburt des zweiten alleinerziehend. Der Vater der Kinder hat den Kontakt sofort und vollkommen abgebrochen.

Seit etwas mehr als 3 Jahren bin ich nun mit meinem jetzigen Freund zusammen, der im Ausland lebt. Nach einem Jahr Fernbeziehung (jedoch mit recht häufigen Besuchen, alle 3-6 Wochen), habe ich angefangen seine Sprache zu lernen, da klar war, dass wir nur eine gemeinsame Zukunft haben können, wenn wir in sein Land ziehen (die Gründe sind komplex, Finanzen, er ist behindert, und vieles mehr). Es war meine fünfte Sprache und fiel mir daher relativ leicht, zwei Jahre später sprach ich die Sprache fliessend und ich fand dann in seiner Wohnstadt einen super Job. Ich war automatisch davon ausgegangen, dass wir dann zusammen leben würden... Doch an dem Punkt, wo es dann darum ging ein Haus zu finden, kam die für mich etwas schockierende Nachricht, dass er das gar nicht wollte. Er wollte zwar unbedingt, dass wir in sein Land kommen, auch in der Nähe wohnen, aber er wollte seine Wohnung behalten.

Nun gut, ein Zurück gab es sowieso nicht. Wir wollten ja auswandern, die Kinder freuten sich enorm, meine neue Arbeit klang wahnsinnig spannend, usw. Nun wohnen wir seit 3 Monaten hier in unserem eigenen Haus. Ich fühle mich sehr zuhause und gut integriert. Die Kinder sind noch dabei, die Sprache zu lernen, machen aber schnell Fortschritte und sind sehr aufgestellt und glücklich. Eigentlich ist alles super... Aber nun, wo ich nicht mehr so unglaublich viel zu tun habe wegen Umzug, Einrichten, den ganzen Formalitäten, Bewilligungen, neuem Job, Schule, Kindergarten usw... kriege ich immer mehr Mühe damit, dass wir nun hier sind, mein Freund aber alleine wohnt.

Er hat Hygieneartikel fix hier platziert und ist oft hier, übernachtet auch oft und wir haben es immer super zusammen. Aber jedes Mal, wenn er wieder zu sich heim geht, verletzt mich das enorm. Er wohnt in einer winzigen Einzimmerwohnung, nervt sich immer darüber, dass er keinen Geschirrspüler hat und kaum Platz zum Kochen, aber er möchte die Wohnung unbedingt behalten. Er sagt, weil er nah bei der Uni ist (er studiert noch), dabei würde das gerade mal 10 Minuten ausmachen (von ca. 10 auf 20 Minuten mit dem Fahrrad) aber ich kanns halt nicht ganz nachvollziehen und mache mir dann allerlei Gedanken...

Oft übernachtet er hier, wenn er sonst nichts vor hat... Aber geht nach dem Abendessen heim, wenn er z.B. mit einem Freund Computer spielen will, oder etwas bestimmtes im Fernsehen kommt. Ich fühle mich dann irgendwie so "sitzengelassen" mit Küche und Kinder ins Bett bringen. Ich sage mir zwar immer "Es sind MEINE Kinder, ich kann nicht von ihm erwarten, dass er mich jetzt einfach entlastet", aber ich merke einfach, dass ich es mir innerlich sehr wünschen würde... Und dass es mir eben weh tut, dass er das überhaupt nicht macht, zum Beispiel nie mal sagt, "komm, ich schau mit dem Grossen ein Buch an, während der Kleine ins Bett geht" und erst danach nach Hause geht. Er hat immer noch seine "Single-Prioritäten", und obwohl ich nichts anderes erwarte darf, macht mich das einfach traurig und ich habe immer mehr Mühe damit.

Auch am Wochenende, wenn die Kinder ab 7 Uhr auf sind und ich aufstehe und Frühstück mache und er noch bis 10 Uhr ausschläft... Als ich erst den Grossen hatte, hat mich das bei meinem Ex manchmal rasend gemacht, aber er war ja auch der Vater... Als ich ganz alleine war, habe ich mich einfach damit abgefunden, dass es für mich halt kein Ausschlafen gibt... Aber nun bin ich jedes mal frustriert wenn ich mich anziehe und meinen Freund gemütlich im Bett liegen sehe... Und genau weiss, dass ich nicht von ihm verlangen kann, dass er ab und zu früh aufsteht und mich ausschlafen lässt, da es meine Kinder und mein Haus sind und er nur zu Besuch ist.

Heute waren seine Eltern zu Besuch bei uns, er war natürlich auch da, ich habe für alle Abendessen gekocht und es war sehr schön und gemütlich. Nach dem Abendessen sind seine Eltern wieder gegangen, ich habe angefangen, die Küche aufzuräumen, da erhält er einen Anruf von einem Freund, der mit ihm ins Kino möchte. Darauf sagt er einfach "Ich geh mit Marco ins Kino, bis bald" und ist weg... Ich war kurz darauf in Tränen aufgelöst, dieses Verhalten tut mir so unglaublich weh... Oder vielleicht die Tatsache, dass mir immer wieder so deutlich vor Augen geführt wird, welche Freiheiten ich NICHT habe? Ich weiss es nicht...

Ich weiss auch nicht genau, was ich mit diesem Beitrag will aber ich bin gerade so enorm frustriert deswegen und musste das einfach alles mal loswerden. Vielleicht hat es ja jemanden, der mit ähnlichen Gefühlen zu kämpfen hat oder in einer ähnlichen Situation ist... Würde mich jedenfalls sehr über ähnliche Berichte freuen, vielleicht hat jemand ja ein paar gute Lösungsansätze...

Liebe Grüsse



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26. August 2011 um 9:42

Finde raus, was er überhaupt vom Leben will!
Hallo Libertia!
Deinen Frust kann ich sehr gut verstehen! Erstmal, Respekt dafür, dass Du so schnell seine Sprache gelernt hast, ausgewandert bist, ein neues Leben angefangen hast! Wirklich, sei stolz auf Dich und Deine Kinder, das schafft nicht jeder so einfach!
Wie es aussieht müsst ihr unbedingt mal in aller Ruhe miteinander reden, was ihr beide denn vom Leben und vor allem von eurem GEMEINSAMEN Leben erwartet. Mir scheint leider, dass er eine ganz andere Vorstellung davon hat, als Du! Das Problem ist auch oft, dass wir (vor allem Frauen) selbverständlich von etwas ausgehen. Wie Du geschrieben hast, Du hast es ganz selbstverständlich angenommen dass ihr dann zusammen lebt. Sicher, wahrscheinlich hätte fast jede Frau so gedacht. Aber genau da fängt das Problem an! Das was für Dich selbstverständlich ist, muss für ihn gar nicht selbstverständlich sein. Er hat nun mal eine Frau mit Kindern, d.h. es ist ganz normal dass man automatisch in einer Familie lebt. Selbst wenn es nicht seine eigenen sind. AUßER....er will das vielleicht gar nicht! Hast Du ihn schon mal gefragt, ob er eine Familie haben möchte? Es ist möglich, dass er Dich ganz doll liebt, dass er Dich für eine klasse Frau hält, aber für ein Familienleben noch gar nicht bereit ist. Sein Verhalten spricht ja dafür! Ich weiß wie Du das meinst, dass Du vieles nicht von ihm verlangen kannst, weil er nun mal nicht der Vater ist, aber damit hat es gar nix zu tun! Es geht um das Unterstützen seines Partners und es ist natürlich sehr schade, wenn er Dich mit so vielen Alltagssorgen alleine lässt, vorallem nach allem was Du für ihn getan hast! Das würde ich allerdings im Gespräch auslassen. Generell kann ich Dir nur den Tipp geben ein Gespräch in einer gemütlichen Situation, ohne Vorwürfe zu suchen. Finde erstmal raus, was er vom Leben erwartet, ob er eine Familie will und wenn ja, warum er sich nicht wie in einer Familie verhält! Danach wirst Du wissen wo Du dran bist!

Viel Glück dabei!

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25. September 2011 um 20:19

Bisschen spät oder?
was ich höre finde ich furchtbar traurig und frustrierend.
aber mal ehrlich: klärt man das nicht vorher?
sowas merkt man doch... der hat mit dir alle vorteile einer beziehung, aber keinerlei pflichten bekommen! das kanns doch nicht sein. warum redest du denn nicht mal mit dem und sagst dem die meinung? dass er dich auch unterstützen soll und dass das leben kein ponyhof ist?
du erziehst doch auch deine kinder. da wirst du ja wohl auch nem mann nen standpunkt klarmachen können.
du hast ja wohl einiges für ihn auf dich genommen.
was tut der denn für dich?

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23. April 2012 um 1:05

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Hallo Alex

Rein zufällig bin ich wieder über diesen Artikel gestolpert und hab deine Antwort gelesen. Wie geht es bei dir jetzt?

Ich habe mich inzwischen getrennt, es ist nicht besser geworden, trotz mehreren Gesprächen. Je mehr ich ihn darauf hinwies, dass ich Unterstützung möchte und es mich nervt, wenn er mir bei allem vom Sofa aus zusieht, je weniger kam er einfach vorbei...

Ich bin jetzt gerade sehr deprimiert. Nach der Trennung vom Vater meiner Kinder hatte ich endlich gehofft, wieder mein Glück zu finden, und nun ist es wieder kaputt und ich habe gerade aus der Situation heraus auch ein bisschen die Hoffnung verloren einen Mann zu finden, der dazu bereit ist, nicht nur die Frau, sondern auch die Kinder anzunehmen.

Zum Thema "das hätte man vorher wissen müssen"... So einfach ist es eben nicht, vor allem nicht bei einer Fernbeziehung. Sowas kommt erst "vor Ort" ans Licht. Auch seine verkehrten Prioritäten. Wenn wir vorher beieinander zu Besuch waren, war er natürlich auf mich fokussiert und hatte sich auf die Zeit eingestellt. Hier im Alltag verschwand er dann einfach, so bald er zum Gamen oder so eingeladen wurde. Das hatte immer Vorrang.

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24. April 2012 um 10:09
In Antwort auf jobeth_12460424

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Hallo Alex

Rein zufällig bin ich wieder über diesen Artikel gestolpert und hab deine Antwort gelesen. Wie geht es bei dir jetzt?

Ich habe mich inzwischen getrennt, es ist nicht besser geworden, trotz mehreren Gesprächen. Je mehr ich ihn darauf hinwies, dass ich Unterstützung möchte und es mich nervt, wenn er mir bei allem vom Sofa aus zusieht, je weniger kam er einfach vorbei...

Ich bin jetzt gerade sehr deprimiert. Nach der Trennung vom Vater meiner Kinder hatte ich endlich gehofft, wieder mein Glück zu finden, und nun ist es wieder kaputt und ich habe gerade aus der Situation heraus auch ein bisschen die Hoffnung verloren einen Mann zu finden, der dazu bereit ist, nicht nur die Frau, sondern auch die Kinder anzunehmen.

Zum Thema "das hätte man vorher wissen müssen"... So einfach ist es eben nicht, vor allem nicht bei einer Fernbeziehung. Sowas kommt erst "vor Ort" ans Licht. Auch seine verkehrten Prioritäten. Wenn wir vorher beieinander zu Besuch waren, war er natürlich auf mich fokussiert und hatte sich auf die Zeit eingestellt. Hier im Alltag verschwand er dann einfach, so bald er zum Gamen oder so eingeladen wurde. Das hatte immer Vorrang.

Liebe Libertia!
Deine Entscheidung war mit Sicherheit richtig! Sei stolz auf Dich! Es tut mir aber leid zu hören, dass Du deprimiert bist! Natürlich, mit jeder schlechten Erfahrung schwindet die Hoffnung! Aber lass es bitte nicht zu! Geniess jetzt erstmal wieder Deine Unabhängigkeit und dann lacht die Liebe Dich wieder an! Du wirst bestimmt dann auch mehr darauf achten, welchen Mann Du in Zukunft wählst! Klar, einfach ist es nicht, am Anfang sind sie alle Prinzen! Aber schau Dir die Männer noch genauer und länger an, bevor Du so vieles für sie riskierst! Du kriegst das hin! Kopf hoch!

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25. Mai 2012 um 18:58

Kein Mann für alle Fälle
Erstmal herzlichen Glückwunsch zu Deinem Mut und Deiner Selbständigkeit! Ein großer Schritt, den Du da getan hast! Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn mein Liebster meinen Erwartungen nicht gerecht wird. Und nach dem, was Du so beschreibst, würde ich von meinem Partner wesentlich mehr erwarten, als Deiner sich herablässt zu tun. Das klingt mir mehr,als würde er sich eine Geliebte halten( Dich) als daß er eine FAMILE will. Und das sind Deine Kinder und Du ja schließlich. Was findest Du denn so toll an ihm, daß Du das alles in Kauf nimmst ? Mögen ihn Deine Kinder? Was hat er zu geben?
Hey, Du starke Frau, nimm das, was gut an ihm ist und vergiss den Rest, denn das scheint kein Mann für alle Fälle zu sein. Wenn Du mich fragst : Vorsicht, keine zu feste Bindung, keine zu hohen Erwartungen. Und vor allen Dingen: lass Dich nicht ärgern
Viel Glück und alles Gute!
Dezibella

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