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Mein Freund und seine Familie

9. Februar 2018 um 0:40

Guten Abend, 

mein Freund pflegt ein sehr enges Verhältnis zu seiner Familie, was ja eigentlich total super ist, mir wird das aber manchmal zu viel... seine Familie ist nicht gerade klein. Ich habe auch oft das Gefühl, dass ich mich immer hinten anstellen muss. 


Wir wohnen zusammen und letztes Jahr sind wir das erste Mal Eltern geworden. Wir freuen uns immer sehr über unser kleines Wunder. Er ist eigentlich auch ein toller Papa, er liebt unsere Maus sehr. Aber irgendwie sind wir (noch) keine richtige Familie. Ich bin den halben Tag mit ihr alleine weil er am arbeiten ist (was ja auch normal ist) oft fährt er aber nach der Arbeit direkt zu seinen Eltern und wir sitzen hier und warten... und wenn es dann noch ein anstrengender Tag war - ist meine Laune entsprechend im Keller und er wundert sich noch.

Es ist auch so, dass seine Familie fast jeden Tag präsent ist, ob telefonisch, per Videochat, bei uns zu Besuch oder wir sollen kommen. Es werden auch immer Ausnahmen gemacht, es ist dann egal was wir vorher ausgemacht haben. Das nervt mich einfach nur noch. Am Samstag ist er nachmittags spontan zu seinen Eltern gefahren um mit seinen Brüdern in die Sauna zu gehen. Irgendwann hat er angerufen und gefragt ob ich was vom Imbiss möchte... kurze Zeit später kam er mit dem essen und fuhr dann sofort wieder weil sein Bruder im Auto wartete. Er meinte noch ich soll nicht sauer sein, war ich aber ein wenig weil er am Tag davor auch schon unterwegs war. Er meinte dann, er wäre ja aber nur bei seiner Familie... daraufhin habe ich gesagt, dass es egal ist wo er ist - es geht darum, dass er nicht hier ist. Er ist trotzdem gefahren. Viel essen konnte ich auch nicht, weil die kleine ins Bett musste.

Ein paar andere Beispiele: Am we holt er meist Brötchen und nimmt die kleine mit, dabei kam es schon öfter vor, dass er dann nen Abstecher zu seinen Eltern gemacht hat. Sagt aber vorher nichts - erst wenn ich ihn nach ner halben Stunde mal anrufe... und dann bleibt er noch ne halbe stunde dort. Wieder muss ich warten weil er seine Familie vorzieht.

Letztes Jahr an meinem Geburtstag wollte ich gar nichts machen, unsere kleine war erst ein paar Monate alt und mir war auch einfach nicht danach. Er meinte, seine Familie würde aber eh vorbei kommen weil die das bei allen so machen. Da sich dann auch ein paar von meiner Familie angekündigt haben, habe ich dann ein bisschen kuchen geholt (komplett gar nichts machen, ist ja auch wirklich etwas blöd - hab ich eingesehen) Für seine Familie musste aber ein Abendessen her...

Reagiere ich über oder kann man es nachvollziehen, dass ich manchmal ein bisschen reserviert bin. Ich möchte nicht immer hinten anstehen. Vor allem weil wir jetzt ein kind zusammen haben und doch ebenfalls eine Familie sind, davon merke ich aber nicht viel. Versteht mich auch bitte nicht falsch, generell mag ich seine Familie, verstehe mich mit allen gut... es sind auch alle immer sehr hilfsbereit und die kleine lieben auch alle aber irgendwo gibt es doch auch eine Grenze? Oder nicht?

Habe meinen Freund schon ein paar Mal drauf angesprochen aber er kann es nicht wirklich nachvollziehen... ich glaube auch,, solange er sich nicht von selber ein bisschen löst, können wir auch keine richtige Familie werden... und was dann? Ich möchte jetzt nicht mein lebenlang die zweite Geige spielen.

Vielleicht hat ja noch jemand Tips für mich, wie wir ein besseres Familienleben hinbekommen. Wir sollten eigentlich immer ein Team sein...

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9. Februar 2018 um 8:29

das wird doch wohl schon immer so gewesen sein, warum fällt es Dir gerade jetzt so auf? Klar, mit Baby intensiviert sich das (was aber wohl auch absehbar war), aber es verwundert mich schon, dass es bei Dir jetzt erst so störend wird?
Was hat sich noch geändert in Deinem Leben, dass es Dir gerade jetzt so auffällt?

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9. Februar 2018 um 12:07

ja, in diese Richtung denke ich auch, weil unter solchen Umständen wäre es für mich nie überhaupt zu einer Beziehung gekommen, von Kind nicht zu reden.
Also muss es für die TE früher weniger "OMG" gewesen sein, dass er "ein Familienmensch" ist und eine Familie mit starker Bindung untereinander, als es heute der Fall ist.

Das Thema Job ist da ein logischer Punkt - wobei das dann für mich ein Ansatzpunkt bei IHR wäre und nicht beim Partner / dessen Eltern. Mal ganz dumm gesagt: Der Partner ist nicht dafür da, die eigene fehlende "Geistesnahrung" / soziale Kontakte zu kompensieren. Wird so nicht funktionieren, kann man aber dann anders angehen und lösen. Ist es etwas anders (Gefühl der Überforderung / Hilflosigkeit / ... o.ä. wäre im ersten Jahr mit Kind beispielsweise auch nicht ungewöhnlich oder ... was auch immer) - gibt es wieder andere Ansatzpunkte. Deswegen ja meine Frage

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26. Februar 2018 um 13:05

sag ihm doch einfach dass es ja ok ist seine familie zu sehen etc aber er hat nunmal auch eine eigene (dich und euer Kind) er sollte mal auch dafür da sein... schlag doch mal vor ein wochenende nur ihr drei weg gehen (schwimmbad mit der kleinen oder so)

an deiner stelle würde ich mich auch irgendwann genervt fühlen ... du sitzt eben den ganzen tag zuhause und wartest regelrecht auf ihn und dann zieht er alles andere/jeden anderen vor .... er sollte mal seine priorotäten überdenken

ansonsten wäre noch ein tip (sofern du guten kontakt zu deiner familie hast und sie in der nähe sind) nehm deine kleine und geh zu ihnen ohne dich "abzumelden" sozusagen einfach mal den spieß umdrehen... vielleicht versteht er dann etwas von dem was du sagst
 

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