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Mein Freund tut alles für seine Mutter!

30. November 2014 um 12:13

Hallo zusammen!
Ich (32 Jahre) bin nun seit 3 Jahren mit meinem Freund (38 Jahre) zusammen. Bereits am Anfang unserer Beziehung ist mir aufgefallen, dass mein Freund eine sehr enge Beziehung zu seiner Mutter hat. Anfangs habe ich dass einfach so akzeptiert! Doch mittlerweile leidet unsere Beziehung unter dieser Situation.

Zur Ausgangslage:
Der Vater meines Freundes ist bereits verstorben, als mein Freund 5 Jahre alt war. Die Mutter hatte danach einen neuen Freund (nun seit 30 Jahren schon), der allerdings rund 300 km weit weg wohnt. Zu diesem Freund der Mutter hat mein Freund kein vaterschaftliches Verhältnis. Die Mutter sieht ihren Freund auch nur selten (ca. alle drei Wochen). Sozusagen wurde mein Freund von seiner Mutter alleine großgezogen. Mein Freund wohnt noch immer mit seiner Mutter in einem Haushalt. Ich selber habe eine eigene Wohnung.

Das Problem:
Seine Mutter ist jetzt 75 Jahre alt und meines Erachtens nach sehr unselbständig. Bei jeder Kleinigkeit frägt Sie Ihren Sohn, was jetzt zu tun ist z.B. Es ist ein Anruf auf dem Anrufbeantworter, was muss ich tun? oder Was soll ich anziehen, glaubst du mit der Jacke wird es zu kalt? oder Kannst du mir bitte den Fernseher anstellen usw.

Mein Freund tut eigentlich alles für seine Mutter:

- er fährt Sie oft zu ihrem Freund, wo er sie dann drei oder vier Tage später wieder abholt (und dass bei 300 km pro Strecke!).
- er kümmert sich um alle Häuser welche der Mutter gehören (Reperaturen, Verwaltung)
- er fährt sie immer und überall hin
- er nimmt sie oft mit, wenn wir zusammen irgendwo hingehen, da sie sonst alleine zu Hause ist

Seit einem Jahr hat seine Mutter nun auch gesundheitliche Probleme mit den Augen. Hier muss sie dreimal am Tag ihre Augen tropfen. Sie macht dass aber nicht selber sondern immer mein Freund. Bedeutet, dass mein Freund morgens um 7 Uhr bei seiner Mutter sein muss und immer abends um 19 Uhr und 22 Uhr (jeden Tag!). Seine Mutter sagt, dass sie das nicht selber kann.

Für seine Mutter ist all dies (was ihr Sohn für sie tut) selbstverständlich. Aber dass Sie unser Leben total einschränkt sieht sie anscheinend nicht (oder will es nicht sehen).

Obwohl seine Mutter immer nett zu mir ist, stört mich die Gesamtsituation sehr. Oft wünsche ich mir, dass wir nicht so viel Rücksicht auf seine Mutter nehmen müssten.

Was meint ihr zu dieser Situation? Bin ich vielleicht zu engstirnig was meine Schwiegermutter betrifft?

Siwari

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30. November 2014 um 16:34

Wahnsinn
Also mich würde das echt wahnsinnig machen, allein die Geschichte mit den Augentropfen - dieser Anspruch, dass ihr Sohn/ dein Freund zeitlich immer verfügbar ist. Was macht sie denn, wenn ihr mal 2 Wochen verreist oder ward ihr noch nie im Urlaub?

Du kannst leider relativ wenig machen. Es ist seine Aufgabe, sich als Sohn abzugrenzen und trotzdem seiner Mutter gegenüber liebevoll und auch hilfsbereit zu bleiben. Aber er muss eure Beziehung auch schützen.

Ich würde mit ihm ein offenes Gespräch suchen, ohne Vorwürfe und Anklagen, sondern vielmehr deine Wünsche klar äußern. Wenn ihm an eurer Beziehung was liegt, dann muss er sich auch dafür einsetzen!

Viel Glück
belliballi

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30. November 2014 um 19:21

Urlaub funktioniert
Hallo belliballi,

vielen Dank für deine Antwort! Auf unseren Urlaub müssen wir zum Glück noch nicht verzichten. Da fährt mein Freund seine Mutter dann zu ihrem Freund, der sich um sie kümmert.

Schwierig wird es allerdings dann, wenn wir mal außerhalb des Urlaubs irgendwo hingehen möchten z.B. Geburtstage von Freunden oder auch andere Termine. Entweder mein Freund kommt dann schon garnicht mit (damit er tropfen kann) und ich gehe alleine hin oder er ist dann mal ne Stunde weg und geht tropfen. Beide Varianten sind natürlich nicht wirklich schön für mich. Mein Freund muss halt immer zu den angegebenen Zeiten zu Hause sein.

Ich habe ihn auch schon darauf angesprochen, dass dies doch ein Pflegedienst übernehmen könnte -zumindestens 2 oder 3 mal die Woche- aber da kommt er einfach nicht in die Gänge und ich habe auch das Gefühl, dass er das aus irgendeinem Grund nicht möchte.

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1. Dezember 2014 um 14:28
In Antwort auf

Urlaub funktioniert
Hallo belliballi,

vielen Dank für deine Antwort! Auf unseren Urlaub müssen wir zum Glück noch nicht verzichten. Da fährt mein Freund seine Mutter dann zu ihrem Freund, der sich um sie kümmert.

Schwierig wird es allerdings dann, wenn wir mal außerhalb des Urlaubs irgendwo hingehen möchten z.B. Geburtstage von Freunden oder auch andere Termine. Entweder mein Freund kommt dann schon garnicht mit (damit er tropfen kann) und ich gehe alleine hin oder er ist dann mal ne Stunde weg und geht tropfen. Beide Varianten sind natürlich nicht wirklich schön für mich. Mein Freund muss halt immer zu den angegebenen Zeiten zu Hause sein.

Ich habe ihn auch schon darauf angesprochen, dass dies doch ein Pflegedienst übernehmen könnte -zumindestens 2 oder 3 mal die Woche- aber da kommt er einfach nicht in die Gänge und ich habe auch das Gefühl, dass er das aus irgendeinem Grund nicht möchte.

Offenes Gespräch
Natürlich könnte man all das gut regeln - Pflegedienst, Nachbarschaftshilfe... oder wie auch immer. Ich denke auch, dass die gute Frau wahrscheinlich nach einer gewissen Lernfrist noch selbst in der Lage wäre, sich die Augentropfen zu geben. Aber es ist halt viel schöner vom eigenen Sohn umsorgt zu werden und sie hat ihn dadurch - wenn auch vielleicht nicht vordergründig absichtlich- einfach im Griff.

Der Dreh- und Angelpunkt ist dein Freund. Leider hat er - im Gegensatz zu dir - keinen so hohen Leidensdruck und aus irgendeinem Grund will er ja die Situation gar nicht wirklich verändern. Vielleicht hat er Schuldgefühle, weil die Mutter ihm zuliebe damals nicht mit ihrem Freund zusammengezogen ist und er sich im Gegenzug nun verantwortlich für solche Hilfsdienste fühlt. Was auch immer.

Ich finde jedoch, dass du schon mehr als tolerant bist. Jetzt ist definitiv eine Grenze erreicht, wenn er zu gemeinsamen Verabredungen nicht mitgehen kann, weil er seiner Mama 3x am Tag Augentropfen geben muss! HALLO!!!
Mit Vorwürfen und Anklagen wirst du allerdings wahrscheinlich nur das Gegenteil erreichen, weil er dann auch noch das Gefühl haben wird, seine Mutter verteidigen zu müssen. Ich glaube, der beste Weg ist, ein sehr offenens, klärendes Gespräch. Sag ihm deutlich, dass du nichts gegen seine Mutter hast und es ja auch schön findest, dass er grundsätzlich so hilfsbereit ist, aber dass eben eure gemeinsame Zeit darunter nicht so leiden sollte. Wenn er sich auf gar keinen Kompromiss einlässt, wird er dich vielleicht verlieren oder eure Beziehung wird zumindest Schaden nehmen.
Vielleicht könnt ihr auch an einer professionellen Beratungsstelle ein Gespräch vereinbaren - aber ich schätze ihn da eher nicht so aufgeschlossen dafür ein.



Viel Glück!


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17. Dezember 2014 um 14:13

...
viele alleinerziehende mütter übertragen auf ihre kinder die partner rolle und über die jahre und jahrzehnte kommt dann genau sowas dabei heraus. ich wär schon stutzig gewesen, wenn ein 38 jähriger noch bei mami wohnt, das sagt doch schon alles, oder?
das ist einfach keine gesunde beziehung und du wirst es sehr schwer haben, da etwas zu ändern, vor allem, da dein freund, denn genau der ist der schlüsselpunkt, vermutlich gar nichts ändern will.
ich finde es natürlich gut, wenn man sich um seine älteren eltern kümmert, aber hier hat nie eine abnabelung stattgefunden und die mutter ist es gewohnt das ihr sohn da ist und sich kümmert, es ist für sie selbstverständlich und da sie es eben nicht als einvernehmend empfindet wird sie deine "anschuldigungen" vermutlich auch gar nicht verstehen.
rede mal als erstes in ruhe mit deinem freund, was sagt er dazu? habt ihr mal über zukunftspläne gesprochen? eine gemeinsame wohnung? wenn er dich zb. gleich sagt, das er mami ja nicht allein lassen kann, weisst du woran du bist und was dich evtl. erwartet.

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18. Dezember 2014 um 11:07

Also,
Wenn die Schwiegermutter (SM) nicht gerade an Demenz leidet, schafft sie es, diese Pflichten durchaus selbst zu erledigen. Insofern müsste man sie mal gründlich untersuchen lassen, ob nicht eine einschränkende Krankheit, wie Demenz evtl. vorliegt. Zweitens, wenn Dein Freund sich in dieser Form für seine Mutter aufopfern möchte, wirst Du ihn nicht daran hindern können. Dann kannst Du nur zusehen, dass Dich das selbst nicht tangiert, also Du selbst solltest KEINE Pflichten für die SM übernehmen, solltest Deinen Freund aber lassen, wenn er sich dabei wohl fühlt, von ihr so ausgebeutet zu werden. Mein Gefühl sagt mir jedenfalls, dass diese Frau alles selbst tun könnte, aber es nicht tun möchte, weil sie ihren Sohn an der kurzen Leine haben und vereinnahmen/ Kontrollieren/ besitzen möchte - so wie man eine kleine Promenadenmischung besitzt, die man liebt und nicht loslassen möchte. Ist zwar ein bisschen gemein, dieses Konstrukt mit der Beziehung zu einem Hund zu vergleichen, aber es hat doch eine unbestreitbare Ähnlichkeit damit: "Fiffi, sitz, lauf, gib, hopp, such, hol, komm, gib Pfötchen, bei Fuß usw." Sorry, ich weiß, das ist alles andere als witzig, aber mir fällt diese Assoziation gerade so auf... Aber Dein Freund ist ja auch nicht der Einzige. Es gibt soviele Männer, die sich nicht von Ihrer Mutter lösen können, in sehr häufigen Fällen sind dies Scheidungskinder. Dein Freund verlor sehr früh den Vater und seine Mutter ihren Partner. Dieser Verlust wurde nie durch eine andere Vaterfigur ersetzt. In vielen Fällen ziehen dann die betroffenen Mütter ihre Söhne zu partnerschaftlich auf, was zu schwerwiegenden entwicklungspsychologischen Störungen bei dem heranwachsenden Knaben führt. Es entsteht ein gegenseitiges Abhängigkeitsverhältnis, welches fast nicht durchbrochen werden kann. Das kann einem echt das Leben versauen, wenn man es zulässt. Du kannst Dich selbst aus diesem Geflecht zurückziehen, aber Du kannst Deinen Freund nicht "retten". Das muss er schon selbst tun, aber die meisten scheitern an dieser Aufgabe.

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