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Mein Freund lebt nur für seine Tochter

13. April 2011 um 17:15

Hallo zusammen,

ich bin seit 7 Monaten mit einem 45jährigen Mann zusammen, der aus seiner ersten Ehe eine 5jährige Tochter hat, die zwar bei ihrer Mutter lebt, aber 5-6 Nachmittage ab 14 Uhr und 2 Nächte pro Woche bei ihm ist, da seine Ex Vollzeit arbeiten geht und er arbeitslos war und jetzt, wegen seiner Tochter, nur vormittags arbeiten geht, wenn sie in der KiTa ist. Seine Ex ist nach der Trennung vor 3 Jahren in ihre Heimatstadt (ca. 200km) zurückgegangen und er ist daraufhin, um bei seiner Tochter zu sein, hinterher gezogen.

Er tut wirklich alles für seine Tochter, sie entscheidet, was gemacht wird, wo eingekauft wird, welcher Spielplatz besucht wird, wann sie am Wochenende ins Bett geht, was bis dahin im TV geguckt wird, was es zu essen gibt (wird ihr natürlich in mundgerechten Häppchen vorm TV serviert), er springt sofort auf, wenn sie Durst oder Hunger hat usw.

Ich mag die Kleine wirklich und komme auch gut mit ihr klar, aber es ist seine Art, die mir Probleme macht. Ich arbeite im Schichtdienst (auch mal am Wochenende) und habe während der Woche wechselnde Schichten (einmal Früh, 2mal Spät, 2mal Nacht oder so) und er möchte, das ich so oft wie möglich bei ihm bin, wenn seine Tochter auch da ist, obwohl er mich dann sowieso kaum zur Kenntnis nimmt, aber wenn ich sie nur einmal pro Woche sehe, wird er sauer, weil sie angeblich immer nach mir fragt, wenn er sie von der KiTa abholt und er meint, sie würde mich gerne öfter sehen... Was ich möchte scheint ihm egal zu sein bzw. ist es wichtiger, was sie möchte. Ich möchte aber auch Zeit mit ihm alleine verbringen und da sie fast jeden Tag bei ihm ist, bleibt nicht viel Zeit für Zweisamkeit. Wenn wir uns nicht sehen und telefonieren, erzählt er fast nur von seiner Tochter und wenn ich bei ihm bin und sie nicht da ist, dreht sich auch alles nur um die Planung für den nächsten Tag mit ihr, um Ostern, um ihren Geburtstag in 3 Monaten usw. und er ist dann auch der reinste Stubenhocker und wenn ich jetzt bei dem schönen Wetter oder abends mal raus will, hat er keine Lust, weil er ja schon jeden Tag mit seiner Tochter draußen ist.

Er sagt, es wird anders, wenn sie dieses Jahr zur Schule kommt (Ganztagsschule bis 16 Uhr), dann wäre sie ja nur noch 2-3 mal pro Woche und eine Nacht am Wochenende bei ihm, aber ich habe meine Zweifel. Ich habe mich schon zweimal von ihm getrennt und beide Male hat er mich zurückgeholt und versprochen, er würde sich ändern und ich wäre ihm wichtig und würde ihm genauso viel bedeuten, wie seine Tochter usw., dann gibt er sich 2 Wochen Mühe und dann verfällt er wieder in den alten Trott.

Was würdet Ihr an meiner Stelle machen? Soll ich abwarten und hoffen, das sich nach der Einschulung was ändert oder soll ich ihn aufgeben? Ich lieb ihn wirklich sehr und ich habe bei beiden Trennungen extrem gelitten, aber so leide ich irgendwie auch...

Vielen Dank im voraus für Eure Tipps

Sandy

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14. April 2011 um 12:01

Ich rate dir: geh lieber
hallo sandy,
wenn ich das lese habe ich verständnis dafür, dass sich dein freund so verhält. er ist mit 40 jahren vater geworden, also relativ spät im leben. nun gibt es für ihn nichts wichtigeres als seine tochter im leben zu begleiten. er will sie um sich haben und das vatersein vollkommen genießen.
nur - die mutter und er haben sich getrennt.
also führt er ein familienleben mit seiner tochter und nun kommst du ins spiel.
dieses bedürfnis, dass du ständig dabeisein sollst, wenn er sein kind betreut, kenne ich von meinem lg. er hat angst, mit seinen kindern allein zu sein, denn das ist arbeit: verstecken spielen, klettern, fußball, puppenecke, kaufmannsladen, ritterburg und im glücklichsten fall: dauervorlesungen am nachmittag. und kein geschwisterkind da!! also konzentriert sich alles auf papi!! und das nervt. umso schöner ist es, wenn du daei bist: dann kannst du auch mal spielen, lesen, bespaßen und kinderfragen beantworten helfen. so sieht er es zumindest. und vor sich selbst rechtfertigt er es damit, dass er behauptet, dich in sein leben integrieren zu wollen.

doch du fällst vollkommen hinten runter!
ihr führt keine partnerschaft sondern du bist die "ersatzmami" zumindest im rollenverständnis deines partners (auch wenn das kind das nicht so sieht).

ich rate dir: geh, solang du noch kannst. es wird nicht besser, glaub mir. sie bestimmt sein leben komplett, da hast du keine chance. und ein eventuelles gemeinsames kind macht die sache nicht leichter, sondern geht nur zu deinen lasten, denn dann kümmerst du dich allein darum, wenn die große da ist.
hinzu kommt noch der unterhalt, den er zahlen muss. bis 27 jahre und wenn du pech hast darüber hinaus. lebt er mit dir zusammen, wird in vielen fällen sein selbstbehalt runtergesetzt, damit mehr fürs kind bleibt.
suche dir einen mann ohne kinder, das macht das leben leichter und angenehmer.
lg marqueena

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15. April 2011 um 17:32

Nur Anregungen ....
Hallo so negativ wie Marqueena sehe ich die Situation nicht:
Bist du viel jünger als Dein LG?

Mit 45 wird Dein LG seine Vaterrolle sicher gerne ausfüllen und sie wird oben anstehen. Eigendlich ist man auch Eltern rund um die Uhr. Aber die Zeitnutzung wird sich verändern durch Schule und Freunde, Hobby etc..

In den Foren liest du hier immer, dass die Stiefkinder "stören". Du mußt für dich prüfen, ob du bereit bist, sie als dazugehörend nicht nur zu akzeptieren sonder auch zu integrieren. Das erleichtert das Zusammenleben meiner Erfahrung nach sehr und baut eher ein echtes Miteinander auf (Gefühlsmäßig und organisatorisch)

Zweisamkeit sieht anderes aus als bei einem echten kinderlosen Paar. Ihr seit kein! kinderloses Paar, auch wenn du kein Kind hast.
Die Spontanität fließt eher um die Kinderzeiten. Du scheinst ja ein Partner zu haben, der auch seine Vaterrolle leben will und nicht nur Besuchspapa ist. Das muß Dir klar sein.

Hier wäre vielleicht eine funktionierende klare Absprache mit der Kindesmutter ein gute Sache. Regel geben jeder Seite Freiheiten.

Jeder spricht von dem was für ihn wichtig ist, er halt von seiner Tochter, du bist seine Partnerin.
Lässt er sich denn darauf ein, wenn du das Thema auf Deine Themen lenkst?
Vielleicht hilft es wenn du ihm das klar sagst, dass du jetzt über etwas anderes sprechen möchtest.
Wir stoppen ganz bewußt mal ein Thema um nicht schon wieder darüber zu reden. Das funktioniert ganz gut.

Nur du kannst entscheiden ob Dein Lebensmodell eher einen Mann ohne Kinder vorsieht, mit dem du villeicht irgenwann auch sein erstes Kind bekommst oder ob du mit einem Vater leben möchtest.

Darauf zu hoffen einen Menschen zu ändern ist keine gute Beziehungsbasis, auch ohne Kind.


Ich hoffe, mein Input hilft dir weiterzugrübeln

LG und ein schönes WE

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21. April 2011 um 12:46


Bei dieser Einstellung ist das tatsächlich besser, zu gehen.

Das manche Stiefmütter mit der gleichen Situation anders umgehen, heißt nur nicht, dass sie der Wahrheit nicht ins Gesicht sehen oder Angst um ihren Lack habn, sondern, dass sie andere Wege gefunden haben, diese Familie und diese Liebe zu leben.

Könnte jetzt genauso provokativ sagen, dass es eine bequeme Rechtfertigung ist, sich als "Wahrheitsausprecherin" dazustellen.

Nirgendwo steht, dass das leicht ist und ohne Kompromisse abläuft. Aber die klassische Ursprungfamilie und Biomutter zu sein hat auch seine Hürden.

In der Tat kann sich da nur selber prüfen, was er leben kann. Und es ist natürlich völlig in Ordnung zu sagen, dass nicht leben zu wollen und sich frühzeitig zu trennen. Was es alles für Situation geben mag, kann man ja gut durch die Foren lesen.

LG

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27. April 2011 um 17:19

Ich danke Euch...
...für Eure Tipps und Erfahrungsberichte, das hat mir echt geholfen.

Ich habe erneut ein Gespräch mit ihm geführt und habe dabei gemerkt, das es ihm wirklich nur um seine Tochter geht und bin gegangen... Sein Kommentar dazu kam Stunden später per Mail: "die Lütte hat sich in den Schlaf geweint (sie hat die Nacht bei ihm geschlafen) und ist ganz traurig. Das bricht mir das Herz, die arme kleine Maus." Also sehe ich mich in meiner Entscheidung bestätigt, denn wie es mir geht, scheint ihm egal zu sein und wie er die Trennung verkraftet, teilt er auch nicht mit, es geht auch jetzt nur um seine Tochter...

Mein Fazit aus dieser Beziehung: nie wieder ein Mann mit Kind(ern)!

Vielen Dank nochmal und LG

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27. April 2011 um 18:45
In Antwort auf amala_12859150

Ich danke Euch...
...für Eure Tipps und Erfahrungsberichte, das hat mir echt geholfen.

Ich habe erneut ein Gespräch mit ihm geführt und habe dabei gemerkt, das es ihm wirklich nur um seine Tochter geht und bin gegangen... Sein Kommentar dazu kam Stunden später per Mail: "die Lütte hat sich in den Schlaf geweint (sie hat die Nacht bei ihm geschlafen) und ist ganz traurig. Das bricht mir das Herz, die arme kleine Maus." Also sehe ich mich in meiner Entscheidung bestätigt, denn wie es mir geht, scheint ihm egal zu sein und wie er die Trennung verkraftet, teilt er auch nicht mit, es geht auch jetzt nur um seine Tochter...

Mein Fazit aus dieser Beziehung: nie wieder ein Mann mit Kind(ern)!

Vielen Dank nochmal und LG

Viel Vater - wenig Partner => geht nicht
Patchwork kann nur funktionieren wenn das Paar an eine Strang zieht.

Und wenn Dein Expartner zwar ein guter Vater aber unaufmerksamer Partner ist, kann das nicht funktionieren.

Alternativ kann es nicht funktionieren wenn Stiefmütter ihre Stiefkinder nur akzeptieren, aber noch nicht Familien leben wollen.

Die Front von außen kommt ja noch erschwerend hinzu.

Ich wünsche Dir alles Schöne für eine neue Beziehung

LG

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27. April 2011 um 19:16
In Antwort auf nelle_12316143

Viel Vater - wenig Partner => geht nicht
Patchwork kann nur funktionieren wenn das Paar an eine Strang zieht.

Und wenn Dein Expartner zwar ein guter Vater aber unaufmerksamer Partner ist, kann das nicht funktionieren.

Alternativ kann es nicht funktionieren wenn Stiefmütter ihre Stiefkinder nur akzeptieren, aber noch nicht Familien leben wollen.

Die Front von außen kommt ja noch erschwerend hinzu.

Ich wünsche Dir alles Schöne für eine neue Beziehung

LG

Nur Vater - kein Partner = geht gar nicht
Ich habe jetzt das Gefühl, er hat nur eine "Ersatz-Mami" gesucht, um nicht immer alleine mit der Kleinen zu sein, weil er meiner Meinung nach auch völlig überfordert ist, die Kleine fast täglich zu betreuen und zu bespielen... Ein richtiger Partner war er rückblickend jedenfalls nicht, aber meistens ist man ja "Blind vor Liebe" und so naiv zu glauben, das alles gut wird und hinterher ist man immer schlauer...

lisa, danke für die guten Wünsche und Dir auch alles Gute.

LG

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28. April 2011 um 12:46

Hallo ...
caro01981.

Hast du auch mal in einer Patchworkfamilie gelebt?
Wie waren deine Erfahrungen?

LG

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29. April 2011 um 8:44

Wie Recht du hast ...
ich erlebe das jetzt auch seit ca. 3 Jahren.

Jetzt im Moment ist der Kurze die ganze Woche bei uns und alles dreht sich nur um ihn. Ich werde total ignoriert. Spricht man ihn drauf an, ist alles quatsch und ich bin doch selbst Schuld, ich müßte mich mehr einbringen, .... das ist nun mal so wenn man Kinder hat, .... , ....!!!! Er hat überhaupt kein Verständnis dafür, was ich sage. Und ich habe auch keine Lust, wenn der Kurze dann im Bett ist, die "Liebhaberin" zu spieln, denn jetzt habe ich ja Zeit .....

Ist das so bei WE-Papas oder ist nur meiner so?

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30. April 2011 um 7:16

Es geht auch anders...
...ich war vor 2 Jahren schon einmal für 6 Monate mit einem "Besuchs-Papi" von zwei Kindern zusammen und da klappte das mit den Kids ganz gut, er hat nicht verlangt, das ich seine Kids ständig sehen und ""Ersatz-Mami" spielen muss, er hat das ganz allein mir überlassen und ich habe die Kids in den 6 Monaten nur dreimal gesehen und er hat nicht einmal gemeckert, allerdings haben wir auch nicht zusammen gewohnt... Deswegen dachte ich ja auch bei meinem letzten Freund, das es genauso läuft, aber da hatte ich die Rechnung ohne den "Über-Papi" und seine "Prinzessin" gemacht... Jetzt vermisse ich ihn zwar noch hin und wieder, aber ich fühle mich auch unendlich befreit und bereue nicht, gegangen zu sein, sondern eher, so lange geblieben zu sein... Das Leben ist wirklich zu kurz für so einen Beziehungskrampf.

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1. Mai 2011 um 16:07

Das stimmt ....
allerdings. Es ist ja nicht so, dass der Kurze nicht mehr kommen soll oder so. Ich finde es auch gut, dass die beiden sich so gut verstehen. Er soll seinen Papa ja auch haben. ABER: ich habe keine Lust, wenn der Kurze da ist "eine Tür zu zu machen, alles hinten anstellen, im Prinzip KEINE Beziehung mehr zu haben und wenn er wieder weg ist, die Tür wieder auf zu machen" .... Sie sollen ja auch Zeit zu zweit haben, hab ich auch kein Problem mit, aber Hallo ICH BIN AUCH NOCH DA ....

Das komische ist, wenn man ihn dann darauf anspricht, das man sich alleine fühlt, usw. streitet er alles ab und das stimmt nicht, ich bilde mir das ein, ich muß mich ändern, ....
Einen Tag später (wenn er wahrscheinlich darüber nachgedacht hat) ändert sich alles! Er kommt auch mal auf mich zu, er verhält sich ANDERS!

Kann es das denn sein? Muß man immer erst was sagen, dass er merkt, dass die beiden nicht alleine sind??????

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1. Mai 2011 um 18:22

Hallo Caro,
am Donnerstag habe ich ihm ja mal wieder die Meinung gegeigt und ihm auch gesagt, dass es vielleicht wirklich besser sei, es einfach zu lassen. Im ersten Moment hat er dies auch so hingenommen - wenn du das so möchtest - .... aber am Freitag war er dann wie ausgewechselt. Und dann denkt man -alles wird gut.... !?!? Wenn der Kurze nur am WE da ist, ist das alles irgendwie anders. Jetzt war die ganze Woche da und alles kippt. Wenn ich mit dem Jungen alleine bin, kommen wir auch super miteinander klar, aber sobald Papa dazukommt, kippt alles. Ich weiß auch nicht, wie lange ich das noch mitmachen kann. Denn es schlägt mir stellenweise so auf den Magen.

Trotzdem fällt der Schritt, sich zu trennen schwer, denn irgendwo liebt man den Mann ja und nicht den Papa. Aber du hast recht, man muß Grenzen ziehen.

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6. Mai 2011 um 12:25

... das hast du prima erkannt ...
... eigentlich erschreckend altmodisch

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25. Februar 2016 um 16:49

He Sandy,
ich habe auch einen Freund das Problem ist ähnlich wie bei Dir. Wir führen eine Fernbeziehung und er redet immer nur von seiner Tochter. Sie ist auch 5 Jahre.

Ich kann dir aus Erfahrung sagen das er sich nicht ändern wird.

Du kannst ihn ja mal fragen ob er bereit wäre zu einem Paartherapeuten zu gehen. Wenn er grübelt kannst du ihn abschiessen um es hart auszudrücken. Wenn er bis jetzt nicht bereit gewesen ist Kompromisse einzugehen wird er es zukünftig auch nicht tun. Du musst entscheiden ob du mit seinem Verhalten klarkommst und es akzeptierst oder ob es besser ist wenn du dich trennst.

So wie ich es raushöre leidest du ziemlich unter der Situation und wenn nach 2 Wochen wieder in den Trott reinfällt ist es einfach seine Art und das wird auch so bleiben.

Entscheide von der Vernunft. Es bringt nichts wenn du ihm zuliebe und seiner Tochter bei ihm bleibst du aber insgeheim genau weißt das sich nichts ändern wird.

Wenn du ihm wirklich wichtig bist würde er auch jetzt schon etwas ändern. Ist nur ehrlich und lieb gemeint.

Gruß Anja

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