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Mein erwachsener Stiefsohn klammert

11. November 2014 um 14:22

Ich hoffe sehr, dass mir jemand hier einen guten Rat geben kann...

Vor 6 Jahren bin ich mit meinem Mann und seinem Sohn in ein Haus gezogen, mein Mann hat es gekauft, sozusagen als Familienresidenz für uns alle. Wir kannten uns erst ein Jahr, aber es war die große Liebe. Mit seinem Sohn kam ich gut klar. Ich war glücklich, ich hatte mir eigene Kinder gewünscht, eine echte Familie, und das war einer der Trennungsgründe von meinem Ex. Also war ich voller Energie und Tatendrang für unser neues Leben! Ich habe mein eigenes Haus vermietet, mein altes Leben aufgegeben...Und bin voll in die Patchwork-Falle getappt...

Ich wollte noch ein eigenes Kind mit dem Mann, den ich liebe, ich war damals schon 39, und wir haben auch alles versucht, bevor die biologische Uhr endgültig abläuft... Inclusive Hormontherapie... Immer wieder enttäuschte Hoffnung, ich hab das alles durch. Ich wurde nicht schwanger und musste meinen Lebensplan begraben.
Mein Stiefsohn sollte nichts davon mitbekommen, da waren wir uns einig.

Dann kam das große Loch und die größte Enttäuschung meines Lebens: mein Mann hat nicht getrauert um unseren Traum. Er ist einfach zur Tagesordnung übergegangen. Er hatte ja schon Kinder (die Tochter lebt bei der Mutter). Und wollte, dass ich es einfach so akzeptiere wie es ist. Damit war das Thema für ihn durch.

Mein Stiefsohn war damals 15, mitten in der Pubertät. Er hatte null Interesse an einer "neuen Familie", er hat mich abblitzen lassen. Es kam nichts zurück, so sehr ich auch versucht habe, alles schön und gut zu machen. Er wollte maximal einen Kumpel in mir sehen, aber einem mit dem er gleichgestellt war, ich sollte null Autorität haben. Das könnte er nicht akzeptieren, hat er gesagt. Mein Mann war auf der Seite seines Sohnes. Ich hab mich zurückgezogen. Er hat mich immer mehr genervt. Sein Anspruchsdenken, seine arrogante Art, einfach alles. Er hängt sehr an seinem Vater, ist total auf ihn fixiert. Ich bin nur ein Anhängsel. Zumindest fühle ich mich so, wenn er Zuhause ist.

Der Sohn studiert nun seit 2 Jahren, er hat an seinem Studienort eine eigene Wohnung.
Ich hatte mich darauf gefreut, ihn nicht mehr jeden Tag um mich zu haben. Freiraum zu bekommen...
Aber er kommt so oft nach Hause wie es nur geht, das heißt er ist von Donnerstag nachmittags bis Sonntag Abends zuhause, jedes Wochenende und in den Semesterferien komplett.

Ich bin genervt, ich hatte mir vorgestellt, dass er sich langsam von Zuhause abnabelt, aber das tut er nicht. Mit 21 Jahren. Ich denke, er hat massive Verlustängste wegen der Trennung seiner Eltern.

Hat jemand einen Rat? Bin ich die böse Stiefmutter? Ich schäme mich für meine Gedanken und kann sie trotzdem nur selten abstellen.

Die Tochter ist übrigens schon 23, und sie kann es nicht ertragen, dass ihr Vater eine neue Frau und ein anderes Leben hat. Das Verhältnis zu ihrem Vater ist sehr angespannt, sie ist schnippisch und gemein zu ihm und will unser Leben nicht mit uns teilen, sie kommt nur selten, und wenn dann ist sie schlecht gelaunt.

Es tut gut, sich das mal von der Seele zu schreiben....
Jetzt bin ich auch fertig, ist lang genug geworden...

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15. November 2014 um 18:15

Ist auch traurig...
So viele Fragen!
Also ich bin 45. das Thema Kinder ist damit vorbei.
Ich war nicht der Trennungsgrund, mein Mann war schon einige Jahre getrennt als wir uns kennenlernten.

Ich wollte auch mit meinem Exmann ein Kind, hat aber nicht geklappt, letztlich ist die Beziehung daran zerbrochen.

Der Sohn wollte nicht zur Mutter, weil er mit seiner Schwester nicht klarkam. Die Schwester hatte Zuhause die Hosen an und nicht die Mutter. Es gab ständig Streit.

Das Problem ist eigentlich nicht, dass er ständig da ist, sondern dass er mich als Stiefmutter nicht akzeptiert. Er sagt ich gehöre zur Familie nicht dazu. Das kann ich nicht akzeptieren. Ich bezeichne ihn als meinen Stiefsohn, ich wollte aber nie die Mutterrolle. Ich kann auch nichts dafür, dass es "Stiefmutter" heißt... Ich wollte nur zur Familie gehören. Und das akzeptiert er nicht, obwohl sein Vater und ich nun schon 5 Jahre verheirat sind.

Ich bin total davon angenervt und merke dass ich nicht mehr klarkomme damit und hab schon oft daran gedacht mich zu trennen, obwohl ich meinen Mann sehr liebe. Er ist ein toller Kerl und sehr liebevoll...

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