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Man spielt nicht mit Lebensmitteln?

19. Oktober 2007 um 11:51

Hallo,

mein Sohn ist jetzt 27 Monate und hat seine Liebe zum Kochen entdeckt .

Er spielt zumeist mit den Töpfen und Löffeln, kocht mit seinen Legosteinen eine Suppe oder der Waschlappen dient als Schnitzel, welches bearbeitet werden muss.
Es ist allerdings auch so, dass er zudem gerne "echte" Lebensmittel verwendet, z.B. eine Tomate dazu schneiden möchte oder eine Gurke. Mein Freund regt sich darüber immer furchtbar auf und meint, man spielt nicht mit Lebensmitteln. Ich seh das, ehrlich gesagt, nicht so eng und finde es sogar schön ihm auch echte Lebensmittel zur Verfügung zu stellen.

Die Aussage "man spielt nicht mit Lebensmitteln" hört sich für mich irgendwie nach "der Teller wird leer gegessen" oder "in Afrika verhungern Kinder" an...weiß auch nicht genau warum.

Wie handhabt ihr das?

lg
Stefanie

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19. Oktober 2007 um 12:27

Ehrlich gesagt....
gilt bei mir auch die Devise "mit Essen wird nicht gespielt" zumal sich bei unseren beiden auch schon mal eingeschlichen hat, sich ein "Käsebrot" zu bestellen, dann den Käse abledern und das Brot liegenlassen. Sowas nervt. Ich bin nun die letzte, die Ihnen ein Stück Käse vorenthält, hätte man ja nur sagen brauchen. Da werde ich auch etwas ungehalten. Immerhin kostet das ja alles Geld (ja ich weiss, EINE scheibe Brot stürzt einen nicht in den Ruin, aber das zieht ja Kreise und bald schmeiss ich mittags die Kartoffeln, morgends das Brötchen und abends das Brot weg).
Wenn er gerne kochen möchte, dann lass ihn doch schnippeln und verwerte es als Salat (oder was auch immer), aber nur schnippeln zum wegschmeißen, würde ich nicht machen.

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19. Oktober 2007 um 13:29

Auch ehrlich gesagt...
sehe ich das genauso wie flyingkat, kann dem eigentlich nichts hinzufügen - habe aus diesem Grund auch was gegen Salzteig oder auch gegen die hier grassierende Mode, mit Kindergarten- und Unterstufenkindergruppen vor Weihnachten organisiert Plätzchen zu backen (findet in Hamburg zum Beispiel auf dem "Backschiff statt und besteht im Ausrollen von fertig vorbereitetem Teig und anschließendem Beschmieren - anders kann man's nicht nennen - der Herzen mit fingerdick Fondant und Draufkleben von Gummibärchen und Smarties - keiner wollte das je essen, für mich ist das eine Verschwendung ohnegleichen.)

Lass deinen Sohnemann in der Küche mitmachen und dann esst es auf, ist doch nicht so schlimm, wenn der Salat mal ein bissel kleiner geschnippelt ist als sonst. Mein Kleiner säbelt auch gern an Gurken rum, aber er isst die Scheiben dann auf; auch sonst hat er eine große Leidenschaft fürs Kochen (wie schon mal berichtet).

Übrigens: Konsequenterweise bin ich auch ein Verfechter von "Der Teller wird leer gegessen", vorausgesetzt, die Kinder können schon einschätzen, ob sie großen oder kleinen Hunger haben und sich eine entsprechende Portion "bestellen" (so Mitte Kinergartenalter fängt das an zu funktionieren). Ich habe nichts dagegen, x kleine Portionen bei einer Mahlzeit auszuteilen, aber liegengelassen wird definitiv nichts (einzige zulässige Ausnahme: Kind ist krank). Allerdings komme ich meinen Kinder da eher prinzipiell und nicht mit irgendwelchen Hungernden in Afrika, mit denen sie sowieso nichts anfangen können...

Tiny

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19. Oktober 2007 um 21:03
In Antwort auf flyingkat

Ehrlich gesagt....
gilt bei mir auch die Devise "mit Essen wird nicht gespielt" zumal sich bei unseren beiden auch schon mal eingeschlichen hat, sich ein "Käsebrot" zu bestellen, dann den Käse abledern und das Brot liegenlassen. Sowas nervt. Ich bin nun die letzte, die Ihnen ein Stück Käse vorenthält, hätte man ja nur sagen brauchen. Da werde ich auch etwas ungehalten. Immerhin kostet das ja alles Geld (ja ich weiss, EINE scheibe Brot stürzt einen nicht in den Ruin, aber das zieht ja Kreise und bald schmeiss ich mittags die Kartoffeln, morgends das Brötchen und abends das Brot weg).
Wenn er gerne kochen möchte, dann lass ihn doch schnippeln und verwerte es als Salat (oder was auch immer), aber nur schnippeln zum wegschmeißen, würde ich nicht machen.

Wieso wegschmeißen?
Wieso muss die Scheibe Brot gleich weggeschmissen werden, nur weil der Käse runter geklaubt wurde? Meine Tochter macht das auch hin und wieder und solange das Brot nicht zermanscht wurde, kann es doch immer noch jemand anders aufessen. Und die Kartoffeln vom Mittag, kann man doch zum Abendbrot nochmal anbieten. Wissen manche sich nicht anders zu helfen oder warum wird immer alles gleich weggeschmissen.

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20. Oktober 2007 um 14:17

Danke
Da ich das Essen schon mittags koche und mein Sohn da im Kiga ist, ist das mit dem Einbinden bzw. Essen verwerten etwas schwierig. Zumal ich nicht unbedingt in der Lage bin, aus einer angematschten Tomate und einer Gewürzgurke (keine Salatgurke) einen leckeren Salat zu zaubern ... .

Mal schauen, vielleicht werd ich einfach versuchen einen Teil des Kochens auf den Abend zu verlegen oder zu schauen, dass ich die Tomate z.B. noch in die Bolognese werfe o.ä.. Irgendwas lässt sich da bestimmt finden.

Aber ich muss ehrliche gestehen, dass ich diese extreme Unterscheidung zwischen "Essen nachher wegwerfen" und "Essen nachher noch verwerten" nicht so ganz verstehen kann....

lg
Stefanie

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22. Oktober 2007 um 12:29
In Antwort auf amala_12058286

Wieso wegschmeißen?
Wieso muss die Scheibe Brot gleich weggeschmissen werden, nur weil der Käse runter geklaubt wurde? Meine Tochter macht das auch hin und wieder und solange das Brot nicht zermanscht wurde, kann es doch immer noch jemand anders aufessen. Und die Kartoffeln vom Mittag, kann man doch zum Abendbrot nochmal anbieten. Wissen manche sich nicht anders zu helfen oder warum wird immer alles gleich weggeschmissen.

Weil...
wir nicht gegenseitig der Mülleiner sind. Wir essen gemeinsam und da erfahrungsgemäß die Kinder die letzten sind, die aufgegessen haben bzw. fertig sind, schieb ich mir nicht noch jeweils 'ne halbe Scheibe Brot rein, wie soll ich denn nach einer kurzen Zeit aussehen, wie ne Tonne? Die (halbe) Kartoffel vom Mittag ist auch glaub ich nicht so wertvoll, wie die Zeit+Strom+weiteres, was ich am Abend aufwänden muss, um sie wieder essbar zu machen (braten oder so). Aber Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist, es geht nicht um ne halbe Kartoffel, sondern um x-mal ne halbe Kartoffel....
Was ist daran verwerflich, wenn die Kinder DAS sagen, was sie wollen und nicht irgendwas, die Late wird schon sehen, wie sie klarkommt.

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22. Oktober 2007 um 12:43
In Antwort auf runa_12850644

Danke
Da ich das Essen schon mittags koche und mein Sohn da im Kiga ist, ist das mit dem Einbinden bzw. Essen verwerten etwas schwierig. Zumal ich nicht unbedingt in der Lage bin, aus einer angematschten Tomate und einer Gewürzgurke (keine Salatgurke) einen leckeren Salat zu zaubern ... .

Mal schauen, vielleicht werd ich einfach versuchen einen Teil des Kochens auf den Abend zu verlegen oder zu schauen, dass ich die Tomate z.B. noch in die Bolognese werfe o.ä.. Irgendwas lässt sich da bestimmt finden.

Aber ich muss ehrliche gestehen, dass ich diese extreme Unterscheidung zwischen "Essen nachher wegwerfen" und "Essen nachher noch verwerten" nicht so ganz verstehen kann....

lg
Stefanie

Werte....?
ein kleiner Nachtrag zu....

"Aber ich muss ehrliche gestehen, dass ich diese extreme Unterscheidung zwischen "Essen nachher wegwerfen" und "Essen nachher noch verwerten" nicht so ganz verstehen kann...."

nunja, ich versuche meinen Kindern schon zu vermitteln mit diversen Dingen sparsam bzw. nicht verschwenderisch umzugehen.
Beispiele: Sparknopf bei der Toilette, Wasser nach dem Händewaschen ausmachen, Licht löschen, wenn man den Raum (für länger) verläßt, Stifte werden nach dem Malen wieder verschlossen etc. Wann will man sonst mit sowas anfangen?
Und mal so, mal so geht bei kleinen Kindern ja gar nicht. Oder was meinst du mit "extreme Unterscheidung"? Da gibt es doch nur ein ja oder nein...oder?

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23. Oktober 2007 um 10:39

Meine Aussage
zu "das Essen nachher noch verwerten" und "nachher wegwerfen" bezieht sich darauf, dass ich nicht glaube, dass es IHM bewusst ist. Und letztlich geht es doch genau darum.
Ich kann es nachvollziehen, wenn es heißt, man soll generell nicht mit Lebensmitteln spielen, aber das es wiederum okay ist, wenn man sie nachher verwertet ist mir nicht so klar. Wie gesagt, letztlich müsste er dies registrieren, was er aber (noch) nicht macht.

Was die Werte betrifft, so ist dies m.E. ein riesiger Komplex, wobei ich dem Essen keinen so großen Stellenwert beimessen würde.

Anderes Beispiel.

Heute morgen hatte der Karton eines Spielzeugs einen Riss. Ich habe ihm gesagt, dass wir es mit Tesa wieder reparieren werden, habe es ihm dazu in die Hand gegeben und es ihn teilweise selbst machen lassen. Das hierbei einiges an Klebeband drauf gegangen ist, muss ich wohl nicht sagen .
Mir ist es bei sowas aber einfach wichtig, dass er es selbst versucht, dass er erkennt, dass das Tesa klebt, wie es klebt usw.. Letztlich ist dies aber auch Verschwendung, es wäre bei weitem nicht so viel drauf gegangen, hätte ich es gemacht.

Ich glaube, dass es viele solcher Situationen gibt, aber mir ist es einfach wichtig, dass er es ausprobiert und das er daraus lernt.

Er hilft mir gern beim Kochen und soweit es möglich ist, versuche ich dies auch. Allerdings merke ich, dass es ihn freut, wenn er ganz für sich allein, ohne mein Zutun, eine Tomate "bearbeiten" kann und auch hier finde ich es schön zu sehen, dass er die Struktur erkennt, dass er sieht, dass sich manches leichter schneiden lässt als anderes, dass manches innen flüssig ist usw..

Vielleicht noch eine Anmerkung zu meinem Tesa-Beispiel. Das ist genau das, was ich in meiner obigen Aussage zu "der Teller wird leer gegessen" und "in Afrika verhungern Kinder" meine. Ich habe den Eindruck, dass es in vielen Bereichen durchaus okay ist, Verschwendung hinzunehmen, wenn den Kindern dadurch etwas gezeigt wird, wenn sie etwas lernen etc. Nur wenn es ums Thema Essen geht, leuchten bei Vielen die Alarmglocken...und das verstehe ich häufig nicht.

Danke nochmals für eure Anmerkungen.

lg
Stefanie

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23. Oktober 2007 um 12:52
In Antwort auf runa_12850644

Meine Aussage
zu "das Essen nachher noch verwerten" und "nachher wegwerfen" bezieht sich darauf, dass ich nicht glaube, dass es IHM bewusst ist. Und letztlich geht es doch genau darum.
Ich kann es nachvollziehen, wenn es heißt, man soll generell nicht mit Lebensmitteln spielen, aber das es wiederum okay ist, wenn man sie nachher verwertet ist mir nicht so klar. Wie gesagt, letztlich müsste er dies registrieren, was er aber (noch) nicht macht.

Was die Werte betrifft, so ist dies m.E. ein riesiger Komplex, wobei ich dem Essen keinen so großen Stellenwert beimessen würde.

Anderes Beispiel.

Heute morgen hatte der Karton eines Spielzeugs einen Riss. Ich habe ihm gesagt, dass wir es mit Tesa wieder reparieren werden, habe es ihm dazu in die Hand gegeben und es ihn teilweise selbst machen lassen. Das hierbei einiges an Klebeband drauf gegangen ist, muss ich wohl nicht sagen .
Mir ist es bei sowas aber einfach wichtig, dass er es selbst versucht, dass er erkennt, dass das Tesa klebt, wie es klebt usw.. Letztlich ist dies aber auch Verschwendung, es wäre bei weitem nicht so viel drauf gegangen, hätte ich es gemacht.

Ich glaube, dass es viele solcher Situationen gibt, aber mir ist es einfach wichtig, dass er es ausprobiert und das er daraus lernt.

Er hilft mir gern beim Kochen und soweit es möglich ist, versuche ich dies auch. Allerdings merke ich, dass es ihn freut, wenn er ganz für sich allein, ohne mein Zutun, eine Tomate "bearbeiten" kann und auch hier finde ich es schön zu sehen, dass er die Struktur erkennt, dass er sieht, dass sich manches leichter schneiden lässt als anderes, dass manches innen flüssig ist usw..

Vielleicht noch eine Anmerkung zu meinem Tesa-Beispiel. Das ist genau das, was ich in meiner obigen Aussage zu "der Teller wird leer gegessen" und "in Afrika verhungern Kinder" meine. Ich habe den Eindruck, dass es in vielen Bereichen durchaus okay ist, Verschwendung hinzunehmen, wenn den Kindern dadurch etwas gezeigt wird, wenn sie etwas lernen etc. Nur wenn es ums Thema Essen geht, leuchten bei Vielen die Alarmglocken...und das verstehe ich häufig nicht.

Danke nochmals für eure Anmerkungen.

lg
Stefanie

Vergleich hinkt etwas....
Der Verlust des Tesa-Filmes ist nicht zu 100%, es wurde ja zu Übungszwecken am Objekt eingesetzt - also genau das beispiel mit der zerschnippelten Gurke in den Salat: Sie ist zwar nicht so schön, man muss evtl. ein arg zerstückeltes teil wegschmeissen, aber der Großteil hat seinen Sinn. Ob es ihm bewußt ist, ist ja nicht die Frage, sondern DAS DU ES IHM BEWUSST MACHST (oder auch nicht).
was zum Beispiel ist die Lernbotschaft aus:
"Nimm dir eine Gurke, zerschnippel sie nach deiner Lust und Laune und schmeiss sie dann weg."?
Gurke hat die Eigenschaften x, y ist ein Spielzeug.
was ist die Lernbotschaft aus:
"Nimm dir eine Gurke, wir machen heute abend Salat und zerscnippel Sie"
Gurke hat die Eigenschaften x, y, Gurke ist ein Lebensmittel und wird gegessen.

Der Nutzen ist der gleiche, aber bei dem ersten beispiel steckt ein falscher Lerneffekt dahinter: Gurke ist ein Spielzeug.

Also zumindest bei mir ist diese Relation falsch. Wenn du andere Wertevorstellungen hast, dann sei es dir vergönnt.

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