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Mama weint & ich bin mit meinem Latein am Ende

6. Januar 2011 um 23:07 Letzte Antwort: 7. Januar 2011 um 15:46

Hallo Leute,

ich habe ein rießiges Problem.
Meine Mutter (48) hat seit knapp 7 Jahren einen Freund(48). Der auch mit uns zusammen wohnt.
Damals war ich noch zu jung um zu Erkennen was dieser Mann für ein Scheusal ist. Heute bin ich knapp 18 Jahre und brauche dringend Hilfe.
Der Freund meiner Mutter ist seit ich ihn kenne: laut, aggresiv und schreit wegen jeder Kleinigkeit rum. Meistens ist es wegen mir, weil ich nicht so bin wie er es gerne möchte. Und da meine Mutter mich immer in Schutz nimmt und die Schuld auf ihre Kappe nimmt leidet sie am meisten unter dem Gebrüll. Es geht hierbei nur um Sachen wie mein Zimmer aufräumen oder Wäsche einräumen oder da nach dem Duschen halt die Kabiene nass ist und der Spiegel beschlagen ist. Oder das ich halt mal etwas länger am Wochenende online bin oder wenn meine Mutter mich auf eine Party fährt ( ich hab noch keinen Führerschein)
Jedenfalls hat sich das mit den Jahren immer verschlimmert, er ist jetzt ein Alkoholiker und sitz jeden Abend mit seinen Bierflaschen vor dem Fernseher.
Meine Mutter erträgt diese Unruhe nicht mehr da sie ein sehr sensibler Mensch ist. Wobei sich er eigendlich immer nur wegen mir aufregt, wegen nichts! Da meine Mutter verboten hat das ich mal meine Stimme erheben darf weil sie fürchtet er könnte dann handgreiflich werden, hab ich natürlich auch eine totale Wut im Bauch und ab und an lass ich die dann an ihm raus. Meine Mutter geht immer dazwischen und schafft es einfach nicht mehr damit klar zukommen. Der Mann ist meiner Meinung nach Psychisch am Ende. Er hat keine Freunde mehr, schreit sogar die Katzen an das die arbeiten gehen sollen, Kunden schmeißt er aus seinem Laden einfach raus und sperrt ab und da ich meine Lehre bei ihm angefangen habe und meine Mutter dort auch arbeitet, und wir mit ihm zusätzlich nun in der Doppelhaushälfte von seinem Bruder wohnen (er hat es uns damals Angeboten) sind wir finanziell sehr abhängig von ihm!
Er gönt es auch niemanden der sich ein schickes Haus bauen kann oder ein bessers Auto fährt. Er meckert immer rum. Immer geht es ums Geld. Aber wenns nach ihm ging, würde er mit seiner Kohle beerdigt werden.
Jedenfalls weint meine Mutter nur noch. Hat jetzt auch noch Herzleiden bekommen. Aber ihr ist alles egal, sie möchte nicht mal zum Arzt. Und da ich eine sehr starke Bindung mit meiner Mutter habe, da wir immer zusammengehalten hatten als mein Vater uns verlassen hatte und auf die Straße geschmissen hatte, möchte ich meiner Mutter helfen. Sie hat immer alles für mich getan. Wie Mutter Teresa war sie immer zu mir und ich möchte sie nicht dort bei diesem Mann zurück lassen. in knapp 9 Monaten bin ich 18 und werde mir dann eine Wohnung nehmen um diesen Mann niemehr in meinem Leben zu sehen. Aber meine Mutter möchte ich nicht dort lassen. Außerdem 9 Monate sind eine lange Zeit. Und das schaff ich nicht mehr. Freunde & Verwandte gibt es bei uns nicht, da mit Oma und Opa früher viele Probleme gab und Freunde gibt es keine.
Ebenso haben wir das Problem das wir beide bei ihm arbeiten, nicht ausziehen können ohne Geld und ohne Job und einfach beide am Ende sind.
Sie kommt jeden Tag am Abend in mein Zimmer und bleibt bei mir den ganzen Abend weil sie ihn nicht mal mehr in seiner Nähe will.
Achja: REDEN BRINGT ÜBERHAUPT NICHTS MIT DIESEM MENSCHEN (FREUND VON MEINER MUTTER) Alles schon versucht!

Bitte helft uns!
Ist dringend

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7. Januar 2011 um 0:47

ZIEHT SO SCHNELL WIE MÖGLICH AUS!
Ich habe mir die ganze Nachricht durchgelesen und das scheint mir der einzig sinnvolle Weg zu sein. Es ist halt eine sehr blöde Situation, weil ihr beide in seinem Geschäft arbeitet und du ja die Lehre hast und die dann abbrechen müsstest.... ABER er macht euch euer Leben kaputt. Deine Mutter möchte ja (zum Glück) eh nicht mehr mit ihm zusammen sein und meidet ihn ja, wenn sie sich jeden Abend vor ihm in deinen Zimmer versteckt. Der Vater von meinem Ex war auch schlimmer Alkoholiker (bzw. ist es ja noch immer) und ich kann dir aus meiner Erfahrung sagen, das wird noch schlimmer und schlimmer werden, aber keinesfalls mehr besser. Je länger sie trinken, desto mehr Gehirnzellen werden zerstört und desto dümmer werden sie und desto größer wird der Realitätsverlust. Es ist für euch beide sehr schwierig, das weiß ich durchaus. Hier sieht man halt wieder ganz deutlich, das man beruflich und privat besser immer trennen sollte, damit man von niemandem so abhängig gemacht wird. Ihr müsst beide auf alle Fälle so schnell wie möglich dort ausziehen und deine Mutter die Beziehung mit ihm beenden. Ob du dann dort im geschäft die Lehre noch fertig machen darfst und deine Mutter dort noch arbeiten kann bzw. ob ihr es noch möchtet, weil er dann wahrscheinlich sehr ekelhaft zu euch sein wird, ist halt die Frage. Wahrscheinlich werdet ihr euch beide eine neue Arbeit suchen müssen. Ich weiß das das alles nicht so leicht ist. Neue Arbeit, neue Wohnung. ABER es geht keinesfalls anders! Ihr müsst das so machen. Im Prinzip ist es eh ganz einfach, fragt euch ob ihr weiterhin so leben möchtet und wenn nicht dann müsst ihr etwas daran ändern. Fangt wo anders neu an. Und wichtig ist das du deine Mutter unbedingt mitnehmen möchtest. Ich finde es super toll und reif von dir, das du schreibst das deine Mutter immer für dich da war und du sie dort keinesfalls zurück lassen möchtest. Ich bin selbst Mutter einer kleinen Tochter und ich hoffe, das meine später auch mal so für mich da ist wie du für deine Mutter

Wichtig ist das ihr jetzt sofort beide dort auszieht, weil ihr leidet beide ja sehr unter der Situation. Wenn du sagst, du wartest bis du 18 bist, bist du erstens arm, weil du dort noch einige Monate leben musst und zweitens wirst du dann ausziehen und in eine neue Wohnung ziehen und deine Mutter muß in dieser Hölle zurück bleiben und alleine wird sie den schritt zum Ausziehen sicherlich nicht oder nicht so leicht schaffen. Es wäre das beste wenn du jetzt ausziehst und sie überredest mitzukommen. Rede vernünftig mit ihr und sage ihr genau das was du hier geschrieben hast. Und sage ihr, das niemand es verdient hat sich so behandeln zu lassen und das du möchtest, das sie glücklich ist und dir Sorgen um sie machst wenn sie länger hier wohnt. Ich denke, hier musst du die Aktive sein, weil deine Mutter irgendwie in der Opferrolle gefangen zu sein scheint. Sprich ganz vernünftig mit ihr, sage: Mama du warst immer für mich da und jetzt möchte ich auch für dich da sein. Schau das ist doch so kein Leben, wir suchen uns eine schöne Wohnung und suchen uns eine neue Arbeit, das ist doch kein schönes Leben so, uns immer von diesem Alkoholiker terrorisieren zu lassen. Öffne ihr die Augen und sage ihr das sie sich nicht so schlecht behandeln lassen muss und daran etwas ändern kann. Deiner Mutter steht ja dann auch Arbeitslosengeld zu, es ist also nicht so, das ihr von heute auf morgen ohne einem Euro dastehen würdet.

Als mein Ex mit mir Schluß gemacht hat war es für mich auch sehr schwer, weil er mich aus der Wohnung geworfen hat und ich war arbeitslos und wußte nicht wohin. Aber man muss kämpfen, dann geht das schon. Ich habe mir eine günstige kleine eigene Wohnung gesucht und habe dann arbeitslosengeld bekommen. Man darf nur nicht denken, dann steh ich ganz ohne irgendwas auf der Straße. So ist es nicht. Man kann sich ja eine günstige Wohnung suchen und bekommt mal unterstützung vom Staat bis man eine neue Arbeit gefunden hat. Es gibt ja auch andere Arbeitsplätze. Wenn du das gefühl hast, das deine Mutter nicht versteht das du dir Sorgen um sie machst bzw. das runterspielt, dann wäre es gut, wenn du mit ihr gemeinsam mal zu einem Therapeuten gehen würdest. Dann kannst du dort sagen, wie es zu Hause ist und das du dir wirklich große Sorgen machst und die Therapeutin wird ihr auch ins Gewissen reden und an ihre Vernunft appelieren das das so kein Leben ist. Das solltest du auf alle Fälle machen mit der Therapeutin, das hilft bestimmt.

Ich würde mich sehr freuen wenn du hier weitherhin berichtest, wie es bei euch läuft. Und gib nicht auf und nimm deine Mutter unbedingt mit wenn du dort ausziehst.
Liebe Grüße und alles gute!

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7. Januar 2011 um 15:46

Es gibt Abhängigkeit und Co-Abhängigkeit
und in diesem Strudel seid ihr und es scheint kein Entrinnen zu geben. Geh zu einer Beratungsstelle von Diakonie und Caritas. Die beraten kostenlos ohne Rücksicht auf Konfession oder Herkunft. Geh du mal zuerst hin und erzähle dort was los ist, dann sollte deine Mutter mal mitgehen. Aber lass es dir erklären. Es gibt sehr gute Bücher zu dem Thema
Abhängigkeit und Co-Abhängigkeit, schau mal nach, vielleicht versteht ihr dann was und auch warum ihr unbedingt handeln müßt.
Ich wünsche euch von Herzen alles Gute
Gruß melike

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