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Lösen von den Eltern - meine Mutter - vorsicht: LANG!

6. April 2005 um 10:32 Letzte Antwort: 20. November 2006 um 10:31

Ich möchte Euch mal etwas sehr privates von mir erzählen...

Es ist sehr schwierig, das zu erklären, weil es einfach so langwierig und
tiefgreifend ist.

Kurz: meine Mutter hatte schwere Probleme, war auch schon mal für 2 Jahre in
Gesprächstherapie.

Irgendetwas muss in ihrer Kindheit/Jugend vorgefallen sein, dass sie so ist,
wie sie ist.
Die Therapie hat sie angeblich "erfolgreich" abgeschlossen - aber ich habe
nur einen leichten Wandel in ihrer Art bemerkt.


Kurz zum besseren Verständnis.

Erstmal ist wichtig: BISHER hatte ich nie Probleme mit meinem Vater - wir
haben immer ein gutes Verhältnis gehabt, ich hab immer sehr viel Wert auf
seinen Rat gelegt - er war immer für mich da.


Meine Eltern stammen beide vom Lande (Dorf mit knapp 300 Einwohnern). Sie
lernten sich kennen, als meine Mutter 16 war - mit 18 wurde geheiratet und
mit 23 kam ich dann als erstes von 3 Kindern.

Meine Eltern sind später (kurz vor der Geburt des 3. Kindes) in die Stadt in
ein eigenes Haus gezogen, weil mein Vater dort arbeitet und schon vorher für
knapp 2 Jahre nur eine Wochenendbeziehung bestand.

Meine Mutter hat einen (für dortige Verhältnisse)normalen Schulabschluss
(Hauptschule). Nach der Schule hat sie drei verschiedene Lehren angefangen
und aus diversen Gründen abgebrochen (soweit ich weiß: 1. Kassiererin (heute
wohl Einzelhandelskauffrau)- Abbruch wegen Rechenproblemen an der Kasse; 2.
beim Konditor - Abbruch wegen meines Vaters, weil er das nicht wollte (meine
Mutter hat damals innerhalb kürzester Zeit 15 kg zugenommen); 3.Haushälterin
- weshalb hier der Abbruch erfolgte weiß ich nicht).

Also hat meine Mutter keine Lehre abgeschlossen und widmete sich fortan der
Familie.
Meine Mutter ist eine gute Mutter in dem Sinne, als dass sie
aufopferungsvoll für ihre Kinder da ist - sie betüddelt und betaddelt und
lieber selber jahrelang auf viele Extras verzichtet, damit die Kleinen alles
Spielzeug der Welt haben können.

Meine Mutter hat nie einen Führerschein gemacht. Überhaupt ist sie recht
unselbständig.

Naja - nach dem Umzug in die Großstadt fiel es meiner Mutter von Anfang an
schwer, Kontakt zu den Leuten hier zu finden - die Nachbarn waren ihr zu
komisch, Eltern von Mitschülern auch...
Zunächst wohnte noch meine Oma (ihre Mutter) bei uns mit im Haus, sie ist
aber 1998 verstorben.


All die Jahre wurde meine Mutter immer eigentümlicher... andere Leute würden
schlicht sagen: sie spinnt.

Für mich ist es natürlich hart, das so zu sagen, immerhin ist es meine
Mutter und ich liebe sie. Aber es ist schlicht die Wahrheit.

Wir Kinder hatten immer Verbote, wobei man sagen muss, dass ich schon immer
recht selbstbewußt war und meinen eigenen Kopf hatte. Folglich klammerte
sich meine Mutter mehr an meine Schwester (2. Kind). Sie wurde zu ihrem
Liebling, die "immer alles besser machte als ich" (ACHTUNG: das ist
ausnahmsweise mal nicht das "typische Gerede" von Geschwistern, die sich
immer gegenseitig vorhalten, der "Liebling von Mami/Papi" zu sein...!Es
wurde mir mehrfach bestätigt von Freunden, Bekannten, Verwandten)

In der Puptertät eskalierte das ein wenig - ich igelte mich ein,
rebellierte, indem ich eine "Grufti-Phase" hatte.

Meine Freunde durften mich nicht besuchen, standen sie vor der Tür, wurde
diese Kommentar wieder geschlossen.
Erhielt ich Anrufe mit der Frage, ob ich da sei, dann wurde mit der
"freundlichen" Auskunft meiner Mutter, "dass sie nicht die Telefonauskunft
sei", aufgelegt.
Telfonieren durfte ich nicht - meine Wäsche hat sie nicht mehr mitgewaschen,
die Waschmaschine selber benutzen durfte ich nicht, also wusch ich bestimmt
5 Jahre lang meine ganzen Klamotten selber mit der Hand in der Dusche aus.
Essen durfte ich nur, was sie wollte, mir morgens nur mit den Zutaten
Schulbrote machen, die sie aussuchte.
Kaufte ich mir selber was, gab es riesen Krach ob mir "ihre Sachen nicht gut
genug wären".
Ich wohnte in einem Zimmer im Keller, wo sie immer wieder durch die Fenster
spionierte. Hängte ich diese mit Tüchern ab, so dass sie nicht gucken
konnte, kam sie ins Zimmer gestürmt, was ich tun würde (richtig geraten,
Schlüssel gab es nicht).
Mir wurde immer wieder gesagt, dass ich nix taugen würe, ein Versager wäre
etc. etc.

Ich erhielt strengste Regeln (bis zum 16. Geburtstag musste ich in der Woche
um 18:00 Uhr zu Hause sein, bis zum 18. um 20:00 Uhr).

Mit 19 stand ich mittem im Abi, als sie meinte, mir morgens direkt vor der
schriftlichen Prüfung nochmal richtig die Meinung sagen zu müssen - ich bin
im Heulens in die Schule und hab die Prüfung natürlich verhauen...konnte
kaum klar denken...

All das bündelte darin, dass ich dann Hals über Kopf auszog (noch mitten im
Abi), weil mein damaliger Freund (der erste richtige) fragte, ob wir nicht
zusammenziehen wollen (nach 3 Monaten!!).

Erst lehnte ich ab - aber nach einem weiteren Riesenkrach mit meiner Mutter
(wobei auch die Gegenstände flogen) habe ich direkt meine Sachen gepackt und
bin zu ihm hin.

Es folgte ein jahrelanger Krieg. Meine Mutter wollte kaum mit mir sprechen -
meinen Partner akzeptierte sie kein Stück.
Als wir zur Hochzeit einluden wollte sie nicht kommen. Erst 2 Tage vor der
Hochzeit konnte mein Vater sie davon überzeugen, doch zu kommen. Aber sie
hat meinem Partner nicht die Hand gegeben, nicht gratuliert und den ganzen
Tag eine Grimasse gezogen (auf allen Fotos guckt sie grimmig - auf ALLEN!).
Sie nörgelte den ganzen Tag rum, das Essen war zu warm, das Dessert zu kalt,
die Band zu laut, das Hotel zu teuer, mein Kleid zu langweilig etc etc..

weitere knappe 2 Jahre hatten wir kaum Kontakt. Das war die Zeit wo meine
Mutter in Therapie war - allerdings nur zu Gesprächen. Das ist zumindest die
Version, die ich kenne, ob es wirklich stimmt weiß ich nicht.

Versteht mich nicht falsch. All die Jahre habe ich um ihre Liebe und
Anerkennung gekämpft - war immer geduldig mit ihr. Immerhin liebe ich sie!

2003 kam es dann zum Eklat: Mein mittlerweile Ex-Mann ging mehrfach fremd -
nach 3 Monaten hin und her entschied ich mich zur Trennung.
Vorübergehend wohnte ich für 3 Wochen bei meinen Eltern - das da nur so die
Fetzen flogen ist wohl klar.

Meine Mutter hielt mir immer wieder vor, dass ich an allem Schuld seie mit
meinem Egoismus (Freunde nennen als eine meiner ersten Eigenschaften immer
"selbstlos"... *kopf-schüttel*), ich könne gar nichts - nicht mal meinen
Ehemann halten - keine zwei Jahre Ehe...ob ich mich nicht schämen würde.

Naja... ich suchte mir dann schnell ne Wohung und musste mit dem damit
verbundenen Stress erstmal klarkommen.

Das war auch die Zeit, wo meine Mutter auf einmal verstärkt den Kontakt zu
meinem Ex suchte - ab dem Zeitpunkt unserer Trennung.

Gott, das ist sooo schwer zu erklären - und alles wieder aufzuwälzen für
euch, die ihr nun gar nichts davon kennt.... (

Auf jeden Fall wurde meine Mutter auf einmal "best friend" mit meinem Ex
-und verbündete sich sozusagen mit ihm gegen mich.
Ich habe in endlosen Gesprächen, mit vielen Tränen versucht ihr klar zu
machen, dass mich das kaputt macht, wenn meine Mutter zu meinem Ex-Mann -
aber nicht zu ihrer Tochter steht...

Irgendwann schlief dann der Kontakt ein - aber wohl eher, weil er nicht mehr
antwortete...


Mein jetztiger Freund, der mir eine RIESEN Stütze ist, sagte mir gerad
gestern, dass meine Mutter es schlicht LIEBT mir weh zu tun.

Als meine Mutter weiß sie natürlich genau, mit welchen Spitzen und
Stichelein sie mich auf die Palme bringt.

Er hat sie nun schon öfters erlebt - und sie hat sich von ihrer "besten"
Seite präsentiert. Das erste halbe Jahr hat sie immer wieder die Gespräche
auf meinen Ex-Mann und die gescheiterte Ehe gelenkt. Dann kommt sie mit
vielen Dingen aus der Vergangenheit, die einfach nur weh tun.

Leider ist es so, dass ich viel zu emotionell bin und natürlich immer wieder
darauf anspringe.


Naja - weshalb es jetzt zum wirklichen Bruch kam...

Meine Eltern pflegen seit der Trennung (wie komisch) einen engen Kontakt zu
meinem Ex-Schwiegervater (sind geschieden) und dessen Freundin.

Generell find ich es nicht sooo doll, dass die zwei bei all den Menschen auf
der Welt ausgerechnet diese beiden als dicke Frueunde haben müssen - aber
ok.

Jetzt ist es aber so, dass meine Mutter natürlich WEISS, dass sie mich damit
ärgern kann.

So denke ich auch, dass der ENGE Kontakt von ihr aus geht.

die vier teilen viele Interessen - Kino, Theater, Essen gehen, Musicals -
aber eben nichts, was sooo ungewöhnlich wäre.

Naja - mich hat es die letzte Zeit immer wieder genervt, ständig von R. und
T. zu hören und dann natürlich auch unweigerlich "News" von meinem Ex-Mann,
die mich sowas von GAR NICHT interessieren... *grummel*

Jetzt der HÖHEPUNKT:

R. hatte seinen 60. Geburtstag - hat groß Familie und Freunde - und
natürlich auch meine Eltern eingeladen (rund 50 Gäste). Doll fand ich das
nicht - aber hey - IHR LEBEN!

Das war jetzt am Wochenende.
Meine Mutter konnte es sich am Montag nicht verkneifen, mir eine Email mit
allen Details zu schreiben - da bin ich dann explodiert.

So saßen meine Eltern NEBEN meinem Ex-Mann, meine Mutter hat sich bestens
mit seiner neuen Freundin verstanden - hat mir gleich alle Details der
Beziehung erzählt (tolle Dinge wie: bei ihr ist er aber treu... SUPER!),
abends wurde im "engeren Kreise" dann auch noch über die gescheiterte Ehe
geredet- die Familie von meinem Ex-Mann verstünde nicht, warum ich keinen
Kontakt mehr haben wolle.


Nur kurz: ICH denke, dass es sich so gehört. Das Kapitel ist abgeschlossen -
wir sind seit 6 Monaten geschieden. Er und auch ich haben neue Partner -
neue Lebensabschnitte. WARUM sollte ich da noch Kontakt mit meinen
Ex-Schwiegereltern + Familie haben? Ich habe mich immer gut mit R. und vor
allem auch mit T. verstanden - dass wissen auch beide - aber wir sind im
GUTEN auseinander. Wenn ich sie irgendwo sehe, hey, klar redet man dann
miteinander kurz - aber ich SUCHE nicht den Kontakt - wozu auch?!

Naja - meine Mutter sieht das anders. Sie meint ich wäre unhöflich und
unmöglich.

So - anhand der Feier und den Schilderungen habe ich dann Montag abend mit
meiner Mum telefoniert - und ihr versucht klar zu machen, dass es mir weh
tut, wenn meine Eltern derart viel Zeit mit der Familie meines Ex-Mannes verbringt.

Sie hörte sich das alles an - aber wie so oft - reagierte sie wie ein kleines Kind: Bockig, stur - fühlte sich nur angegriffen.

Ob ich ihr den Kontakt verbieten wolle - meine Anwort: das kann und WILL ich nicht.

warum sie da die Freundschaft kündigen solle, nur damit ich meinen Seelenfrieden hätte... etc. etc.



Wie so oft konnte ich kein vernünftiges Gespräch mit ihr führen...sicher auch, weil ich so emotionell dabei war und gleich wieder die Tränen in den Augen hatte (am Telefon).

Ich habe dann lange und breit mit meinem Freund über das Thema gesprochen.


Es ist nämlich so:

meine Eltern feiern jetzt Samstag ihren 30. Hochzeitstag mit der Familie.
Ihre Silberhochzeit haben sie nicht gefeiert, weil meine Mutter mich damals nicht dabei haben wollte und mein Vater gesagt hat, dann feiern wir gar nicht.


zu dieser Feier kommen ca. 20 Leute - alles unsere Familie.

Jetzt sind R. + T. auch eingeladen.
Eigentlich dachte ich, ich hätte damit kein Problem, aber ich habe mich geirrt...
Ich möchte die zwei nicht auf meiner FAMILIEN-Feier sehen... auch wenn ich meinen Eltern ihre Gästeliste gar nicht vorschreiben kann bzw. will!!!

aber so kann ich dieses Thema doch nie beenden...ich will nicht mehr ständig damit konfrontiert werden...

Eigentlich sollten mein Freund und ich meine Eltern zur Feier fahren - vor wenigen Wochen sagte mir meine Mutter per EMAIL ab, R. + T. würden sie fahren, denn R. würde so gern mal den Wagen von meinem Vater fahren...

Was für eine Verletztung... ich fühlte mich zurückgewiesen, habe aber gesagt, dass es ok und ihre Entscheidung ist.


naja - nach diesem Zoff von Montag hab ich dann lange mit meinem Freund drüber gesprochen, der langsam von der ganzen Stichelei genauso genervt ist wie ich.

Meine Mutter bringt bei jedem Gespräch - bei jeder Gelegenheit Spitzen um mir weh zu tun. Meine beste Freundin sagt mir seit 5 Jahren, dass SIE den Kontakt zu ihrer Mutter bei solchen Verhältnissen schon LÄNGST abgebrochen hätte... aber ich liebe sie und es fällt mir so schwer...

Jedem anderen Menschen, der mich derart dauerhaft tritt und mißhandelt hätte ich schon längst die Freundschaft und jeglichen Kontakt gekündigt...aber bei ihr... rede ich es mir immer wieder gut...bzw. ertrage es still und leise...

Mein Arzt hat gesagt, dass ich bald nen Tinitus bekomme...
Mein Stresspegel durch diese Privatsache ist derart hoch, dass ich von Zeit zu Zeit schon Geräusche im Ohr habe - in letzter Zeit gerad wieder recht häufig...


Also hab ich mich entschieden, für Samstag abzusagen.

Meine Eltern haben ihre Entscheidung getroffen, dass sie R. + T. als gute Freunde dabei haben wollen. Also muss ich meine Entscheidung treffen, dass ich, wenn ich die zwei nicht sehen möchte, halt nicht kommen kann.

Gestern hab ich - nachdem ich mir wichtige Stichpunkte auf einem Zettel notiert habe, um es meinem Vater erklären zu können - also zu Hause angerufen.

Mein Bruder (16) war als erster dran. Er fragte nur kurz warum - meine Anwort "ach wegen Mama und so" reichte ihm völlig... und das mit 16!!! - naja, er kennt sie ja...


Mein Vater hat für mich total überraschend reagiert: er hat kurz nach dem Grund gefragt- ich habe gerade angefangen zu sprechen, da sagte er schon "dann lässt du's halt" und legte einfach auf...

Ich muss mich wiederholen - bisher war mein Vater immer für mich da - hat mir immer geholfen und zu mir gestanden - auch all die Jahre im Krieg mit meiner Mutter.
Er hat zwar immer deutlich gemacht, dass er sich nicht zwischen uns stellt, immerhin würe er sie liebe - aber heimlich hat er mir doch immer gesagt, dass er zu mir hält.


Ich rief völlig geschockt meinen Freund an - der wiederum sofort sagte, dass er jetzt mal mit meinem Vater sprechen würde (nur kurz: mein Vater hat mal mit meinem Freund telefoniert und ihm in diesem langen Gespräch gesagt, wie sehr er mich liebt usw.).

gute eine Stunde später rief er mich zurück. Mein Vater hätte nur kurz mit ihm gesprochen und dabei die ganze Zeit geschimpft - dann hätte er die ganze Zeit mit meiner Mutter gesprochen - die sich ebenfalls sehr aufregte.

Ich solle mich da nie wieder blicken lassen - das wäre ja noch schöner, wenn ich ihnen Vorschriften machen würde... etc. etc.

sie hat uralte Sachen von vor 5 Jahren ausgegraben - und mich wohl die ganze Zeit nur runtergemacht.

Naja - mein Freund ist endgültig zu der Erkenntnis gekommen, dass sie "spinnt".

Er kennt mich und liebt mich und steht gottseidank zu mir.

Es ist schon sehr hart für mich, dass meine Eltern nicht mal versuchen diese Entscheidung zu verstehen... oder zu akzeptieren...

Besonders das Verhalten meines Vaters verletzt mich.

Ich meine - bisher war es schon immer so, dass er "den Weg des geringsten Widerstandes" gegangen ist.

Wenn es Streit gab hat er sich rausgehalten, egal wie ungerecht meine Mutter war.

Es gibt Gründe dafür, warum er sich in seiner Arbeit vergräbt und nach ewig vielen Überstunden als erstes entweder in den Garten, seinen Hobbykeller oder ins Fitness-Studio geht....
Meine Eltern haben wenig Gemeinsamkeiten - auch wenn es mir nicht zusteht, über diese Ehe zu urteilen, fällt mir DAS doch auf.

Naja - ich finde es feige und sehr verletztend von meinem Vater, dass er sich so verhält.
Ich war einfach nur ehrlich...


Meine Mutter brachte dann noch im Gespräch mit meinem Freund an, dass es "meinen Ex ja auch nicht gestört hätte, dass die beiden Samstag da auf der Feier waren"...Naja - gefragt hat sie ihn aber nicht, wie mein Freund dann erfragte...

Vielleicht bin ich hier nur die ehrliche...


Aber ist das denn so krank? So unmöglich?

ALLE die ich bisher gefragt haben, finden es falsch, nach der Scheidung noch Kontakt zu den Ex-Schwiegereltern bzw. Ex-Schwiegertochter/-sohn zu haben...

naja - eigentlich geht es mir nur darum:

ich bin es leid, mich immer und immer wieder von ihr demütigen lassen zu müssen... irgendwann muss der Knoten doch mal platzen...

und ich BLEIBE ja ihre Tochter, nur bin ich halt langsam aber sicher erwachsen (hoffentlich...mit 25) - und treffe halt meine eigenen Entscheidungen...
und wenn das bedeutet, dass sie keinen Kontakt mehr mit mir wollen, dann ist das leider so...

ändert nichts daran, dass ich sie nicht liebe...sie sind und bleiben doch meine Eltern...




danke fürs Lesen... eigentlich ging es mir nur darum, das alles mal loszuwerden... woanders als bei meinem Freund...
Meine Eltern reden ja nicht mehr mit mir...


und dabei ist es sooo lächerlich, sich wegen so einer unwichtigen Sache so zu streiten....

Mehr lesen

6. April 2005 um 10:42

Noch was...
... sie meinte allen ernstes zu meinem Freund, dass "wenn ich NOCH IMMER nicht über die Trennung hinweg sei (Anmerkung: die Scheidung ist 6 Monate her, die Trennung 1,5 Jahre!) dann solle ich wohl besser mal in ne Therapie gehen"...

Ist das der Hammer???

Ich weiß GANZ GENAU, hätte ich mit ihr gesprochen wäre das ganze innerhalb kürzester Zeit eskaliert...und auch so hat sie nur verletzende Dinge gebracht...

auch sagte sie meinem Freund "dass es ihr leid täte, dass so ein netter ehrlicher Mann wie er es mit so einer schrecklichen Frau wie mir aushalten muss "(er hat dann gekontert, dass er sich das ja aussucht und es ihm bei mir bisher gut gefällt...)


wie unzufrieden muss ein Mensch mit sich und seinem Leben sein um derart Freude daran zu haben, die eigenen Kinder so zu demütigen???

traurige und enttäuschte Grüße...

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6. April 2005 um 13:31

ach man
hallo rote maus,

das war ja sehr viel info & text ...
von einem partner kann man sich trennen und die liebesbeziehung auflösen - von den eltern kann man sich auch trennen, aber die liebesbeziehung besteht weiter. man bleibt immer das kind seiner eltern.
ich kann mir gut vorstellen, wie schwierig es ist, sich emotional zu lösen, wenn man ein großes defizit an liebes- und respektbekundungen seiner mutter hat - ohje ist das steif formuliert -
ich stell mir gerade die schleife vor, in der du drinnen hängst - hinter der ganzen resignation und trauer ist der wunsch, dass es sich *doch endlich mal einrenken soll*, friedlich und liebevoll werden soll.
gerade nach eurer krassen gemeinsamen vorgeschichte.

ich hab das gefühl, dass deine mutter unbewusst spürt, das sie dich durch ihren *liebesentzug* an sich binden kann. liebesentzug im weiteren sinne meine ich.
und eure bindung ist ja recht stark - sie *erreicht* dich damit.
das ist ein ganz ganz ungesundes system.

gutes stichwort: hast du dich mal mit dem *system familie* und den ganzen machtstrukturen auseinandergesetzt? das ist total spannend (und hilfreich); ich denke dabei auch an die unterschiedlichen (z.b. mutter-tochter-) beziehungen in eurer familie.

was deinen vater betrifft, schätz ich seine situation ähnlich ein wie du - loyalitätskonflikt und der weg des geringsten widerstands.
er lebt ja schließlich mit deiner mutter eng zusammen; das erklärt, warum er es sich *einfach* (wobei das auch oberflächlich betrachtet ist) macht. ich finds feige ... aber es ist seine entscheidung.

weiß er, wie sehr dich das verletzt?

welche rolle spielt eigentlich deine schwester? verhält sie sich irgendwie dazu?

wohnt ihr alle in der nähe, also deine eltern und du und dein partner oder habt ihr zumindest räumliche distanz?

was ich wichtig finde: dass du dich schützt.
dich von außenstehenden unterstützen lässt, die distanz haben und kompetent sind - familienberatung oder therapie. um überhaupt erstmal zu erkennen, was da läuft.
wo es nur um dich geht.

was meinst du mit "irgendwann muss der knoten doch mal platzen"?
dass sich deine trauer in wut verwandelt?

wenn ich das richtig verstanden habe, sind deine eltern recht einsam, oder?
machen sie dich - unbewusst - dafür verantwortlich, dass es (zumindest für sie) *viel schöner sein könnte*, wenn du dich nicht getrennt hättest?

hm, macht eigentlich ja wenig sinn ... den kontakt zu deinen ex-schwiegereltern haben sie ja trotzdem hinbekommen.

ziemlich verworren

und absolut demütigend für dich - allein schon diese einzelne beschreibung: "ich könne gar nichts - nicht mal meinen Ehemann halten - keine zwei Jahre Ehe...ob ich mich nicht schämen würde".
ich finde das richtig brutal.

das geht so aufs selbstwertgefühl ... es ist schmerzlich, sich das einzugestehen, dass man wohl nie die liebe (respekt und wertschätzung und akzeptanz) erfahren wird, nach der man sich sehnt.
aber genau da kann auch - nach der phase der trauerarbeit - eine chance liegen.

ich hab den eindruck, dass du sehr viel kraft und energie in dir trägst ... die du aber jahr für jahr in ein fass ohne boden investierst.

manchmal kann es gut tun, den kontakt erheblich einzuschränken. und ich meine sehr einzuschränken.

ich muss jetzt leider aufhören, dabei geht mir noch so viel durch den kopf.

lieben gruß














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8. August 2006 um 16:51
In Antwort auf an0N_1273158599z

Noch was...
... sie meinte allen ernstes zu meinem Freund, dass "wenn ich NOCH IMMER nicht über die Trennung hinweg sei (Anmerkung: die Scheidung ist 6 Monate her, die Trennung 1,5 Jahre!) dann solle ich wohl besser mal in ne Therapie gehen"...

Ist das der Hammer???

Ich weiß GANZ GENAU, hätte ich mit ihr gesprochen wäre das ganze innerhalb kürzester Zeit eskaliert...und auch so hat sie nur verletzende Dinge gebracht...

auch sagte sie meinem Freund "dass es ihr leid täte, dass so ein netter ehrlicher Mann wie er es mit so einer schrecklichen Frau wie mir aushalten muss "(er hat dann gekontert, dass er sich das ja aussucht und es ihm bei mir bisher gut gefällt...)


wie unzufrieden muss ein Mensch mit sich und seinem Leben sein um derart Freude daran zu haben, die eigenen Kinder so zu demütigen???

traurige und enttäuschte Grüße...

Ähnlichkeit
Meine Eltern sind ähnlich, wenngleich sie den Terror wegen meines Berufs veranstalten. Lies mal den thread "KOntakt zu Eltern abbrechen?", der Dur sicher einige Parallelen zu Deiner Situation aufweisen wird.

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20. November 2006 um 10:31

Aktueller Stand - 1,5 Jahre später...
Wollte nur mal kurz den aktuellen Stand und damit meine Lösung des Problemes erzählen:

Seit dem besagten Streit gibt es keinerleit Kontakt mehr zu meiner Mutter.
Mit meinem Vater habe ich einige Monate später wieder den Kontakt aufgenommen und treffe mich auch regelmäßig mit ihm auf einen Kaffee oder so.

Seit dem Sommer bin ich in Therapie wegen meiner Mutter.
Leider ließ sich das Thema im Frühjahr nicht mehr verdrängen und brach dann in Form einer leichten Depression durch. Da war dann für mich Schluss und ich habe mir professionelle Hilfe gesucht.

Ich habe an meinem Geburtstag vor einiger Zeit den ulitmativen Wendepunkt gehabt.
Mein Vater und mein Bruder, den ich sehr lieb hab, waren bei mir zusammen mit den Eltern meines Freundes und mir ist an diesem Tage schlagartig klar geworden, dass ich sie nicht mehr in meinem Leben brauche.
Ich hab meine Mutter lieb, ich habe nur die eine - aber ich akzeptiere auch, dass sie ist wie sie ist - und da mir das nicht gut tut werde ich auch weiterhin keinen Kontakt mehr zu ihr haben.Ich bin ihr nicht böse, aber da sie sich nicht ändern will und auch nicht wird, ist es so für mich das beste.
Es ist hart und dauert lange, das "WARUM", die Bockigkeit und überhaupt die ganze Geschichte mal "loszulassen" und lockerzulassen - zu akzeptieren, dass eben nicht immer alle so ist, so sein kann, wie wir das gerne wollen. Zu akzeptieren, dass ich wohl niemals Antworten auf all die Fragen bekommen werde, weil es vielleicht gar keine Antworten gibt.
Ich freu mich jetzt über das gute Verhältnis zu meinem Vater, zu einer tollen Schwiegermutti und Schwiegervater.

Ich kann wirklich nur jedem raten: geht in die Therapie wenn es solche Ausmaße annimmt.
Sucht euch professionelle Beratung/Hilfe. Es ist gar nicht schlimm - ich finde sogar, dass jeder mal eine Gesprächstherapie machen sollte. Mein Therapeut war ein echter Glücksgriff - weil er mir immer hilft, die richtigen Fragen zu stellen und die Dinge klarer zu sehen.

Es hat viele Jahre gedauert, aber ich glaube jetzt, mit Ende 20, kann ich mit dem Thema endlich vernünftig umgehen. Es geht mir wieder gut.

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