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Liegt es in den Genen?

20. August 2004 um 23:43 Letzte Antwort: 21. August 2004 um 21:42

Hallo, ich brauche mal euren Rat! Ich habe aus einer gescheiterten Ehe mit einem Alkoholiker zwei Söhne, 18/14 Jahre. Als die Jungs 13/9 Jahre alt waren,verunglückte ihr Vater unter Alkoholeinfluss tödlich.Zu der Zeit lebten wir schon zwei Jahre getrennt. Beide haben sehr unter dem Verlust gelitten, aber mit viel Geduld, Liebe ... habe ich es hinbekommen und auch nie schlecht über ihren Vater gesprochen. Mit großer Sorge beobachte ich aber jetzt das Verhalten meines "Großen". Er trinkt mehr, als ihm gut tut, nach Aussagen von Freunden muss es auch immer bis zu "Abwinken" gehen, es darf eben nichts übrig bleiben! Leider (!) gibt es bei ihm auch keine "Nachwirkungen" wie Übelkeit & Co, die vielleicht abschrecken könnten. Ich sehe ganz viele Ähnlichkeiten mit seinem Vater (dessen Vater übrigens noch heute ein solches Trinkverhalten praktiziert!)und habe nur noch Angst. Kann es wirklich sein, dass der latente Hang zum Alkohol vererbbar ist oder reagiere ich aus Angst über? Eigentlich bin ich nicht so eine "Glucke" und mir ist schon klar, dass man auch in dieser Hinsicht erst Erfahrungen sammeln muss! Es geht mir auch nicht um Ausrutscher aus Unerfahrenheit, sondern um ein unkontrolliertes Trinken ohne Maß! Ich möchte ihn natürlich auch nicht ständig mit meinen Ängsten konfrontieren! Vielen Dank für eure Ratschläge!

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21. August 2004 um 13:06

Bitte bedenke...
... dass es gar keine Rolle spielt, ob "es" in den Genen liegt... Angenommen, es waere so (und so viel ich weiss, kann eine gewisse Veranlagung zur Sucht durchaus vererbt werden), wuerde das dann bedeuten, dass das Alkoholikerschicksal unausweichlich ist?

Sicherlich nicht. Aber selbst wenn, kann es nicht schaden, vorsichtig gegenzusteuern. Falls es aber *nicht* in den Genen liegt, sondern am Umfeld, an den Kumpels, an einer gewissen Krisensituation, waere es doch fatal, einfach den Dingen ihren Lauf zu lassen, oder?

Also mach dir um die Gene keine Sorgen, die werden nach Ansicht vieler Experten sowieso ueberbewertet - das ist so eine Art Modetrend, nicht mehr.

Wie koennte man also gegensteuern? Mhmmm... Es ist natuerlich wichtig, seinen Kindern vorsichtig und unaufdringlich sinnvolle Lebensgestaltungen nahezubringen - am besten durch Vorbild. Coole Hobbies und viele Freunde zu haben, beeindruckt Jugendliche, selbst wenn sie's nicht zugeben. Faellt mir schwer, Empfehlungen zu geben, eine gewisse Nachsicht kann aber sicher nicht schaden, denn Verbote oder Moralpredigten bewirken oft das Gegenteil. Hat dein Sohn keine Hobbies? Wenn doch, kannst du ihn vielleicht unaufdringlich dabei etwas finanziell unterstuetzen? Nur als Beispiel - wenn er gern am Auto oder Moped rumschraubt, schenk ihm einen teuren Werkzeugkasten oder sowas... Viel mehr kann man glaube ich nicht machen. Rede oft mit ihm ueber seine Zukunftsplaene - Berufswuensche usw. - aber so dass klar ist, dass es seine Entscheidung ist und du dich nur dafuer interessierst was er so vorhat. Er muss halt irgendwie merken (indirekt), dass das Trinken ihm bei der Umsetzung anderer Dinge die ihm wichtig sind, schadet.
Eine Freundin waer sicherlich auch nicht verkehrt - wenn er mal eine hat, unterstuetze ihn dabei, schenk ihm eine kleine Reise mit ihr oder aehnliches. Wie gesagt, viel kann man wohl nicht machen. Aber Sorgen wegen der Gene sind jedenfalls ueberfluessig - die DNA ist fix, die kann man nicht mehr aendern... Und was man nicht aendern kann - daran sollte man keine Gedanken verschwenden.



n

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21. August 2004 um 21:42
In Antwort auf oliver_12558894

Bitte bedenke...
... dass es gar keine Rolle spielt, ob "es" in den Genen liegt... Angenommen, es waere so (und so viel ich weiss, kann eine gewisse Veranlagung zur Sucht durchaus vererbt werden), wuerde das dann bedeuten, dass das Alkoholikerschicksal unausweichlich ist?

Sicherlich nicht. Aber selbst wenn, kann es nicht schaden, vorsichtig gegenzusteuern. Falls es aber *nicht* in den Genen liegt, sondern am Umfeld, an den Kumpels, an einer gewissen Krisensituation, waere es doch fatal, einfach den Dingen ihren Lauf zu lassen, oder?

Also mach dir um die Gene keine Sorgen, die werden nach Ansicht vieler Experten sowieso ueberbewertet - das ist so eine Art Modetrend, nicht mehr.

Wie koennte man also gegensteuern? Mhmmm... Es ist natuerlich wichtig, seinen Kindern vorsichtig und unaufdringlich sinnvolle Lebensgestaltungen nahezubringen - am besten durch Vorbild. Coole Hobbies und viele Freunde zu haben, beeindruckt Jugendliche, selbst wenn sie's nicht zugeben. Faellt mir schwer, Empfehlungen zu geben, eine gewisse Nachsicht kann aber sicher nicht schaden, denn Verbote oder Moralpredigten bewirken oft das Gegenteil. Hat dein Sohn keine Hobbies? Wenn doch, kannst du ihn vielleicht unaufdringlich dabei etwas finanziell unterstuetzen? Nur als Beispiel - wenn er gern am Auto oder Moped rumschraubt, schenk ihm einen teuren Werkzeugkasten oder sowas... Viel mehr kann man glaube ich nicht machen. Rede oft mit ihm ueber seine Zukunftsplaene - Berufswuensche usw. - aber so dass klar ist, dass es seine Entscheidung ist und du dich nur dafuer interessierst was er so vorhat. Er muss halt irgendwie merken (indirekt), dass das Trinken ihm bei der Umsetzung anderer Dinge die ihm wichtig sind, schadet.
Eine Freundin waer sicherlich auch nicht verkehrt - wenn er mal eine hat, unterstuetze ihn dabei, schenk ihm eine kleine Reise mit ihr oder aehnliches. Wie gesagt, viel kann man wohl nicht machen. Aber Sorgen wegen der Gene sind jedenfalls ueberfluessig - die DNA ist fix, die kann man nicht mehr aendern... Und was man nicht aendern kann - daran sollte man keine Gedanken verschwenden.



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Hallo nathan!
Vielen Dank für deine Zeilen, habe mich sehr gefreut!Ich werde beobachten und vorsichtig "steuern". Er hat übrigens gestern die Führerscheinprüfung bestanden und beginnt in 10 Tagen eine Ausbildung, dann wechselt auch das Umfeld ein bisschen und die lange Sommer-Gammelphase hat ein Ende!
Optimistische Grüße!

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