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Leiblicher Vater kümmert sich nicht

7. September 2013 um 2:08

Huhu,

ein wenig Vorgeschichte:
ich lebe nun seit Kurzem mit meiner Partnerin zusammen, wir sind seit August '12 - nach 12 Jahren - wieder ein Paar. Damals, mit 17 trennten wir uns, da ich von NRW nach Sachsen-Anhalt zog und verloren uns aus den Augen. Wir lernten uns neu kennen, als ich zu Besuch in der Heimat war und verliebten uns neu.
Ich zog daraufhin zurück und seit kurzem wohnen wir zusammen. Sie ist derzeit im Trennungsjahr, die Scheidung wird wohl Anfang '14 durch sein.
Sie hat eine 3-jährige Tochter, ich dagegen habe bisher nur meine Nichten und Neffen gehabt, welche bis dato mein Ein und Alles waren. Ich hab ihre Tochter schon von Anfang an ins Herz geschlossen und bin der Meinung, dass wir eine gute Beziehung haben. Sie hört auf mich - wenn die Trotzphase grad nicht allzu sehr durchscheint - wir schmusen, toben etc.
Meine Freundin und Ihr Noch-Ehemann haben beide das Sorgerecht, sie hat aus Angst davor, dass er - nach Androhung - die Kleine mal nach einem Wochenende nicht zurückgibt, das Aufenthaltsbestimmungsrecht beim Jugendamt beantragt.

Nun, bis vor Kurzem wohnte sie mit ihrer Kleinen in der selben Stadt wie der leibliche Vater. Er kümmerte sich wohl schon vor der Trennung wenig um die beiden, verlangte sogar damals die Abtreibung und tut auch jetzt alles, um der Mutter eins reinzudrücken; sei es zu "vergessen" Kindesunterhalt zu zahlen oder einfach nur Beleidigungen auszusprechen. Sie lässt sich seine Ausbrüche - meiner Meinung nach - zu oft gefallen, der Kleinen zuliebe.
Ich hatte zu Beginn eine einzige kurze Unterhaltung mit dem Vater, bei der er mir das Versprechen abnahm, dass ich ihm nicht seine Tochter "wegnehme". Während des Gesprächs hatte ich das Gefühl es ist ihm wirklich wichtig, dass er sie sehen kann und ihre Entwicklung mitbekommt, was mich sehr wunderte, nach den Erzählungen meiner Freundin und dem Verhalten, das er sonst an den Tag legt.
Da ich selbst ein Trennungskind bin und nur ein Elternteil hatte ist es mir sogar sehr wichtig, dass die Kleine ihren Vater hat und dass er sich kümmert.
Es gibt eine mündliche Absprache, dass er sie alle 14-Tage zu sich nimmt. Leider hielt und hält er diese Absprache nur sporadisch ein - mal ist er feiern, mal zu ausgelaugt, sie zu sich zu nehmen oder hat andere seltsame Ausreden, wie z.b. nichts zu essen im Haus. Er kennt seine Wochenenden doch. Abgesprochen ist: er holt, er bringt - zickt aber dauernd meine Freundin an, wieso sie(!!) sich nicht kümmert, dass die Kleine irgendwie zu ihm kommt.
Leider schiebt er sie auch schnell und oft zu seinen Eltern ab, wenn er sie doch mal nimmt.
Als er und meine Freundin noch in derselben Stadt wohnten, war das auch kein Problem, er nahm sie dann in der Woche spontan mal für ein paar Stunden zu sich.
Nun leben wir allerdings ca. eine Stunde Fahrt entfernt und seitdem wurde es noch schlimmer.
Fest abgesprochene Termine werden über den Tag hin weiter und weiter geschoben, bis es zu spät ist und die Kleine schlafen muss. Manchmal holt er sie dann Samstags ab, manchmal gar nicht.
Mir tut es in der Seele weh, wenn sie dann fragt, was mit ihrem Papa ist - sie freut sich schon einen Tag vorher und redet dann andauernd davon, dass Papa kommt - wir erzählen dann Dinge wie "Papa muss arbeiten" oder "Die Sonne macht schon heia, Papa kann nicht mehr kommen", weil ich ihr nicht die Wahrheit sagen möchte. Ich hatte mal gelesen, dass man nie schlecht über das andere Elternteil reden soll, da das Kind sonst Loyalitätsprobleme bekommt. Dies soll das Kind irgendwann selbst für sich entscheiden.
Trotzdem sieht man diese tiefe Enttäuschung in ihr Gesicht geschrieben, manchmal bleiben die Tränen nicht aus.

Aber ich bin langsam am Ende und würde ihm gern öfter einfach nur noch gern die Vernunft ins Gehirn schlagen.
Ich verstehe diese Zweiseitigkeit nicht, er will alles wissen, was passiert. Welcher Kindergarten, wo wir mit ihr hingehen, was wir mit ihr machen, er redet jetzt schon davon ihr ein Handy zu schenken, wenn sie zur Schule geht (sie ist 3!!). er will mit ihr telefonieren und über alles mitentscheiden, aber keinen Finger krümmen, um sie abzuholen oder dafür sorgen, dass sie versorgt ist (Thema Unterhalt).
Ist das einfach eine Ego-Sache, nach dem Motto: Das ist meine Tochter! Oder lebt er seine neue Freiheit aus? Das kann er doch alle 2 Wochen. Wieso ist er so interessiert an allem, macht aber keine Anstalten, sich einzubringen?
Vielleicht ist hier ja jemand mit ähnlichen Problemen und hat einen Lösungsvorschlag für uns, denn am Ende leidet einzig das Kind und wir wissen nicht weiter.

Danke für eure Antworten.

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7. September 2013 um 10:29

Ich verstehe ihn schon
Er muss 2 Stunden Fahrt auf sich nehmen um sein Kind zu sehen, das kostet Zeit und Geld...

Sonst hast du als Ersatzvater das sagen, hast ihm seine Frau ausgespannt, die sogar in eine andere Stadt mit seinem Kind gezogen ist.... da war es dir auch egal, dass er der Typ ist, der sich gern spontan kümmert....das er es nach seinem Lebensstil tut..

Was willst du??... du hast alles dafür getan, dass der Vater nach seinen Möglichkeiten, sein Besuchsrecht nicht mehr in dem Maße ausüben kann..und dafür muss er auch noch zahlen...

Du hast die Frau, du hast das Kind....das was du wolltest...

Warum beschwerst du dich über einen Zustand, den du mit Absicht herbei geführt hast...

Fass dich an deine eigene Nase...

Saraa

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7. September 2013 um 17:15

Er ist nicht umsonst der ex
akzeptiere ihn wie er ist und urteile nicht.
sonst kommt es rüber als wärst du eifersüchtig auf ihn und lieber selbst der leibliche Papa.
es ist gut dass er interesse zeigt. sowas spürt das kind.
im Grunde ist er nur konsequent. soll er über diese Entfernung sich zum Affen machen und sein ganzes leben Freizeit und geld opfern um vorbildlich da zu sein?

hab auch vor Augen dass wenn eine frau sich trotz Kleinkind und Trennung vor nicht allzu langer Zeit neu bindet, das kind dem papa auch entfremdet wird.
erst recht wenn der sich zum ersatzpapa aufschwingt und der ex eh der buhmann ist.

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8. September 2013 um 9:48

Der eigene Tellerrand
Danke, ihr habt mir eine ganz andere Seite aufgezeigt.
Man sieht halt trotz allem meist nicht über den eigenen Tellerrand.
Natürlich werd ich jetzt nicht mein Weltbild ändern, aber ich habe einen Funken Verständnis entwickelt.

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