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Leben mit einem "schwierigen" Vater

6. September 2008 um 22:08 Letzte Antwort: 25. September 2008 um 15:38

Hallo zusammen...

ICh steck zZ mitten in einer Krise mit meinem vater. Eigentlich ja schon Jahre aber im Moment belastet mich das ziemlich stark. Hier mal meine Geschichte von Anfang an!

Ich bin 26 Jahre alt, habe eine fast 2 jährige Tochter und habe mich vor ca 3 monaten von meinem freund getrennt. Ich lebe mit meinem Vater in einem Haus, zwar in getrennten Etagen aber quasi in einem haushalt da ich durch sein Treppenhaus und Flur muss wenn ich gehe oder komme. DA fängts dann auch schon an. Er bekommt natürlich mit wenn ich weggehe oder Besuch bekomme usw. Er hat ne furchtbar altmodische und Egoistische Einstellung was frauen angeht, auch was beziehungen angeht. In seinen Augen bleibt die Frau zuhause, darf wenn nur mit Freundinen weg usw. Und so muss ich mir nun jedesmal etwas anhören wenn ich mit meinen kumpels wegbin oder wenn mal ein Freund daschläft wenns spät wurde. In seinen Augen funktioniert eine Frau/Mann Freundschaft nicht und Jeder mann hat da Hintergedanken.
Dann mischt er sich auch ziemlich in die Erziehung meiner Tochter ein. dh wenn wir mal nix tun und Fernsehn is das nix und wir sollen doch raus gehn, wenn sie um 8 ins Bett soll is ihm das zu früh uswusf... Im grunde weiss er zu allem was zu sagen und zu meckern, ich kann eigentlich nichts richtig machen , er traut mir rein garnichts zu obwohl ich total selbstständig bin.
Meine Eltern haben sich getrennt als ich 11 war und seither mach ich auch ganz gut mein Ding.
Ihr sagt jetzt wahrscheinlich alle "dann zieh doch zuhause aus" ... wäre ja die einfachste und logischste Lösung. Allerdings ist das auch das Problem.
Mein Vater ist meiner Meinung nach psychisch krank. Er ist ein furchtbar schwieriger mann, deswegen hat sich meine Mutter damals auch getrennt und seither hatte er auch niemehr eine richtige beziehung. Weil sich keine Frau näher und fest darauf einlassen kann. Ist mir auch total verständlich. Hm nach der Scheidung wurde es noch schwieriger, er ist depressiv, ich würde auch sagen er ist ein Messi. Es kann sich von nichts trennen und kriegt selbst Kleinigkeiten einfach nicht auf die Reihe. wenn er zwei Dinge zu tun hat ist er total überfordert.
Hm, dann vor 3 jahren hat sich mein Bruder umgebracht. Er hat davor auch mit mir und meinem vater zusammengelebt. Er hat ihn damals gefunden, bei uns zuhause. Das hat natürlich alle noch mehr verschlimmert. Er war dann auch in Behandlung aber irgendwann ist er nicht mehr hin. Soweit ich weiss nimmt er aber noch Tabletten, ich denke mal Anti Depresiva. Aber das bringts nicht wirklich.
Ja n halbes jahr nach dem Tod meines bruders wurde ich dann schwager und es ging bergauf. Meine Tochter hat ihm wieder Leben eingehaucht, wenn er mit ihr zusammen ist ist er meistens gut drauf und lustig. Sie unternehmen auch gern Sachen zb gartenarbeit oder sind bei unsrern Tieren usw. Und aus diesem grund kann ich einfach nicht ausziehn. ICh glaube zu wissen dass er alleine nicht klarkommt. er hat keine Freunde oder so und unternimmt auch fast nie was. Ich denke er würde hier in seinem Chaos ertrinken.
Aber ich kann das auch nicht mehr aushalten. Ich habe zZ wirklich meine eigenen probleme mit der trennung usw und es macht m ich wirklich fertig dem auch noch Standhalten zu müssen. Ich bin wirklich kurz davor auszurasten oder abzuhaun oder Amok zu laufen.
Tag ein Tag aus Vorwürfe, blöde ratschläge wie ich dies und das besser machen kann, er hält auch total zu meinem Ex und stellt mich als die Böse dar (bin ja auch die Frau, Frauen sind eben so)
Ich weiss wirklich nicht mehr weiter! Gespräche fruchten immer nur 3 tage dann ist alles wieder beim alten.
Ich will ihn nicht im Stich lassen und seine Enkelin nehmen, das würde ihn umbringen, ich habe wirklich Angst dass er sich dann etwas antun würde. Sein Selbstwertgefühl wäre dann wohl ganz und gar weg. Aber auf der andern Seite kann ich hier nicht "Leben". Ich muss mich so stark anpassen und verstellen.
Das allerletzte was mir noch einfallen würde wär ein großer Umbau, damit ich total abgeschottet bin , einen eigenen Eingang hätte und nicht mehr bei ihm durch müsste. Und dass er auch nicht einfach hochspazieren könnte usw. Aber das wäre ein großes Finanzielles Problem.

Ja, hm musste das mal einfach aufschreiben und rauslassen, vielleicht gibts ja leute in ähnlich verstricken Situationen oder Leute mit schwierigen Personen im engen umfeld. Wie geht ihr damit um? Entzieht ihr euch oder stellt ihr euch immer und immerwieder?
wie auch immer, vielleicht hat ja jemand einfach was zu sagen

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25. September 2008 um 9:27

Ich möchte mich meiner Vorrednerin anschließen,
du darfst dich nicht erpressen lassen. Und du bist für das Leben deines Vaters nicht
verantwortlich. Er sieht alles aus der eigenen Geschichte. Sie bestimmt sein Denken.
Es ist eine Erklärung und dennoch mußt du dein Leben leben. Es hilft auch deinem
Kind, wenn du ihr vorlebst, dass man "nein" sagen darf und Grenzen ziehen. Ich würde
in die Nähe ziehen, aber raus aus diesem Haus.
Lieben Gruß
Melike

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25. September 2008 um 15:38

Hey du ...
... es ist bestimmt nicht einfach für euch beide nach dem Tod deines Bruders. Das tut mir auch echt leid. Aber wenn du dort wohnst und ihm das Gefühl gibst du bist für ihn da, kann es nur kurzfristig denken. Was machst du, wenn du einen neuen Freund hast und du möchtest mit ihm zusammen ziehen? Spätestens dann muss er wieder für sich selbst sorgen. Es ist nicht deine Aufgabe deinen Vater zu "therapieren". Klar so ein Schicksal schweißt zusammen, aber dein und das Leben deiner Tochter aufgeben, damit dein Vater leben kann? Wo bleist dann du? Auf Dauer kann das nicht gutgehen.
ich denke, wenn du ausziehst und euch eine abgetrennt Wohnung suchst, die muss ja nicht weit weg sein, dann wirst du auch auf Dauer deinem Vater helfen. Denn so lernst er wieder auf eigenen beinen zu stehen.
Aber in erster Linie solltest du dir und dein Kind wichtig sein. Wenn ihr beide glücklicher seit, dass "färbt" es vielleicht sogar auf deinen Vater ab. Dann habt ihr alle drei was davon.
Und von wegen Enkelin wegnehmen - das eine schließt das andere ja nicht aus.

ich weiß, dass du es nicht unbedingt hören möchtest, dass du ausziehen sollst. Aber wenn er sich in die Erziehung einmischt, dann ist es notwendig.

Ich kann auch verstehen, dass du deinen Vater nicht allein lassen möchtest. Das DARFST du aber. Wenn er ein Messi ist und psychische Probleme hat, dann kannst du ihm nur helfen, wenn du ihm vielleicht professionelle Hilfe holst.
Ihr habt beide etwas zu verarbeiten. Das funktioniert oftmals nicht zusammen. Jeder von euch beiden muss seinen eigenen Weg finden wie er mit dem Geschehenen umgeht. Und das Beste ist Abstand.

Hast du die Möglichkeit für ein paar Tage aus deiner Wohnung rauszukommen? Zu einer freundin oder so? Vielleicht hilft dir das auch schon, um eine Entscheidung zu treffen. Ruhe und Abstand kann guttun, um die "richtige" Entscheidung zu treffen.

Ich hoffe für dich, dass du eine Entscheidung triffst, die vor allem für dich und deine Tochter die Beste ist.
Alles Gute!

LG Mari

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