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Laune-Kalender

27. März 2013 um 11:57

Guten Tag,

ich möchte in diesem Forum ein kleines Tool vorstellen, welches ich aus gegebenen Anlass programmiert habe.
Ein kleines Vorwort:

Am interessantesten könnte der Laune-Kalender für Trennungskinder sein - speziell in unserem Fall war es so, dass die Kleine beim Vater vollkommen andere Verhaltensweisen an den Tag legte, als bei uns. Das zog sich durch sämtliche Lebensbereiche, z.B. das Anziehen, das Helfen im Haushalt, sogar das Lügen.

Daraufhin kam die Idee eines Laune-Kalenders:
Es gibt 4 Stati:
- Sonne (für besonders gutes Verhalten am Tag)
- Leicht bewölkt (normales Verhalten - hier und dort mal nicht sehr gut benommen, Kinder sind ja auch nur Menschen)
- Wolke (nicht so gutes Verhalten, in irgendeiner Art und Weise falsch Verhalten, etc.)
- Gewitterwolke (sehr schlechtes Verhalten, z.B. rumschreien, treten, mutwilliges Zerstören, etc.)

Für 10 Sonnen gibt es eine schöne Belohnung (ein Ausflug, o.ä.), für 3 Gewitterwolken eine Strafe (TV-Verbot, keine Gute-Nacht-Geschichte o.ä.)

Anfangs hat jede "Partei" (Mutter + ich, Vater + Freundin) seinen eigenen Launekalender auf Papier gemalt - es stellte sich jedoch sehr schnell heraus, dass die Kommunikation die Sache erheblich erschweren kann - und ein Kind weiß das auszunutzen
Außerdem gab es das Problem, dass einige Sonnen/Gewittterwolken doppelt für Belohnungen/Bestrafungen verwendet wurden - unbewusst.

Daraufhin habe ich mich entschlossen, einen Laune-Kalender zu Programmieren. Jede Partei hat somit die Möglichkeit tagesaktuell die Laune des Kindes online zu verfolgen und es werden einheitlich Belohnungen und Bestrafungen eingetragen - es können keine Sonnen/Wolken mehr doppelt verwendet werden.
Das Kind merkt jetzt, dass es auch Konsequenzen beim Vater hat, wenn sie sich tags zuvor bei uns völlig daneben benommen hat.
Das Programm soll keineswegs den Kalender auf Papier ersetzen - wir malen trotzdem jeden Tag eine Sonne oder Wolke per Hand in den Kalender. Ich denke das ist pädagogisch sehr wichtig.

Ich selbst war skeptisch, was dieses Tool angeht - ich war mir nicht sicher, ob das der richtige Weg ist und ob es überhaupt einen nennenswerten Erfolg bringt.

Wir haben den Kalender jetzt seit 2 Monaten im Einsatz und ich muss sagen, dass sich das Verhalten der Kleinen rundum verbessert hat. Sie reflektiert ihr Verhalten jeden Abend selbst und kann mittlerweile sehr gut selbst einschätzen, was nicht ganz in Ordnung war und was sie richtig klasse gemacht hat. Die Kommunikation mit ihr ist tausendmal besser geworden, ihr Selbstbewusstsein ist sehr gestiegen und ein weiterer Vorteil ist, dass sie merkt, dass Mama und auch Papa immer Bescheid wissen und trotz Trennung an einem Strang ziehen.

Was haltet ihr von dieser Idee?
Würdet ihr selbst auch gern dieses Tool benutzen oder einmal testen?
Habt ihr Verbesserungsvorschläge?

Liebe Grüße,
Adrian

PS: Spart nicht mit Kritik!

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27. März 2013 um 20:33

Hm
Hat niemand eine Meinung dazu?

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28. März 2013 um 23:32

Erst lesen, dann meckern
Das Kind malt den Kalender und hat massig Spaß dran. Das Programm ist für die verschiedenen Parteien zum Austausch.

Und natürlich darf ein Kind auch Kind sein. Ich weiß ja nicht, was ihr denkt, mit welchem Maßstab man an so eine Sache rangeht?

Das Kind ist von Anfang an so aufgewachsen und kommt bestens mit der Situation zurecht - was Kindergarten und ihr Verhalten auch signalisieren.

Was ich mit meiner Freizeit anstelle, sollte auch mir überlassen sein, oder? Das habe ich abends gemacht, wenn die Kleine im Bett war.

Ich verstehe Kritik und nehme sie mir gern zu Herzen - aber auf diesem Niveau mit persönlichen Vorwürfen zu kommen?
Völlig fehl am Platz!

Du stellst hier lediglich das schlechte Benehmen in den Vordergrund - für die Kleine ist es eine reine Freude zu sehen, wenn sie sich eine Woche, einen Monat o.ä. super benommen hat und selbst entscheiden zu dürfen, welchen Status sie sich für einen Tag geben möchte.

Es geht hier nicht darum, ein Bestrafungssystem aufzustellen.

Die eigentliche Idee ist ein Laune-Kalender auf Papier, damit das Kind vor Augen hat, wie sie sich in einem bestimmten Zeitraum verhalten hat - und damit ist vor allem auch gutes Verhalten gemeint. Gutes Verhalten bedeutet aber nicht, dass das Kind immer spuren und hören und auf keinen Fall aufmucken muss. Kinder müssen es erst lernen, was okay ist und was nicht.

Und nur zur Information - in unserem Fall gab es noch nicht eine Gewitterwolke.

Vielleicht solltet ihr euch überlegen, wie ihr hier etwas formuliert - ich stelle mich nicht hier hin und zwinge jemanden zu irgendwas. Das ist ein Versuch, der gut läuft, der aber auch nicht unseren kompletten Lebensinhalt darstellt. Abends spricht man drüber, wie der Tag war und wie die Kleine den Tag empfunden hat. Dann tauschen wir uns darüber aus, wie wir den Tag empfunden haben und das wird halt auf einem Blatt Papier festgehalten - Punkt. Wie gesagt, kein Grund mir Vernachlässigung o.ä. vorzuwerfen.

Wenn du konstruktive Kritik hast, immer her damit - aber destruktive kannst du direkt stecken lassen.

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