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Kulturelle Unterschiede ! Meine 6 Jährige Tochter wird gemobbt

26. Juni 2014 um 22:12

Hallo !

Bin gerade ganz traurig. Meine Tochter ist selektiv mutistisch ( verstummt in der Öffentlichkeit ). Es hat lange gedauert, bis sie sich im Kindergarten öffnen konnte.
Wir wohnen in einem Stadtteil mit einem hohen Ausländeranteil. In unserem Haus ist sie das einzige deutsche Kind. Im Kindergarten gibt es nur 4 andere deutsche Kinder von 30. Und die 4 Kinder haben sich schon zusammen getan und abgegrenzt. Das fand ich immer doof und finde ich immer noch nicht richtig.
Meine Tochter war da anders und das habe ich immer unterstützt. Ich möchte, dass sie weltoffen ist. Außerdem war ich als Kind in meiner Klasse auch einer der wenigen Deutschen und es gab selten Probleme deswegen.
Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass die ausländischen Kinder besser mit der Problematik meiner Tochter umgehen können. Sie haben sie einfach so genommen, wie sie ist, auch wenn sie nicht spricht.
Meine deutschen Freundinnen haben mich immer etwas belächelt und meinten, dass sie auch deutsche Freunde bräuchte. Ich finde das Blödsinn. Mensch ist Mensch, egal welcher kultureller Hintergrund. Die deutschen Mädchen in der Kita haben sich eh verschanzt in ihrem elitären Club. Meine Tochter legt auch absolut keinen Wert auf die Mädels, eben weil sie sich verschanzen.
So, nun hat meine Tochter angefangen zu sprechen mit ihren Freunden. Erst ein riesen Erfolgserlebnis. Sie bekam mehr Mut. Ging sogar alleine auf den Hof und spielte ausgiebig mit den Kindern, schloss neue Freundschaften. Sie redete immer noch sehr wenig, so dass einige sie schon ärgerten und immer " Baby" riefen ( sie ist zusätzlich für ihr alter auch sehr klein ).
Nun ging das los. Einige ihrer türkischen Freundinnen ( vor allem etwas ältere Kinder ) fingen an über Allah zu sprechen und das Deutsche ihn nicht hören können, weil sie ungläubige sind. Das hat meine Tochter sehr verwirrt. Sie möchte auch mit ihm "sprechen". Sie war sehr traurig, dass sie da ausgeschlossen wird, in ihrem empfinden.
Ich bin selber überhaupt nicht religiös, ganz im Gegenteil. Glauben hat viele Kriege hervorgebracht und das sehe ich kritisch. Aber ich habe die absolute Toleranz und Akzeptanz, wenn andere ihren Glauben haben.
Also sagte ich meiner Tochter, dass sie sich auch einen Glauben aussuchen kann, wenn sie das möchte, egal welchen. Und wenn sie glaubt, dann würde ihr auch Gott oder Allah zu hören, egal, ob sie deutsche ist.
Natürlich versteht sie all das noch nicht so gut, aber sie hat natürlich ihre Fragen.
Als nächstes kam, dass sie auf dem Hof geärgert wurde. Ich konnte es vom Balkon aus beobachten " Ihh, du isst Schwein! Du bist unrein. Du stinkst aus dem Mund nach Schwein usw."
Immer von einzelnen Mädchen und ihre jüngeren Freundinnen steigen dann mit ein. Tolle Freundinnen, denk ich. Aber ich glaube, dass sie sich dann nicht durchsetzen können und wollen, gegenüber den Großen.
Jetzt verkriecht sich meine Tochter wieder langsam. Jetzt hatte sie nach langer Zeit den Mut zu reden und das Ergebnis ist, sie wird geärgert.
In den Momenten verstummt sie wieder und wehrt sich nicht. Sie schaut zu Boden und erträgt die Hänseleien.
Erst wenn sie zu Hause ist, kommt der ganze Frust hoch. Ich bekomme das dann ab.

Hat jemand einen Rat oder selber schon mal eine Erfahrung in der Richtung gemacht ?
Sie geht ab August in die Schule und wird dort ebenfalls wieder eine große Ausnahme als Deutsche sein. Denn die Deutschen hier bringen ihre Kinder zur katholischen Schule. Das fand ich erst übertrieben. Und nu ?

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27. Juni 2014 um 9:26

Tja warum
redest Du nicht mit den anderen Kindern/Eltern darüber? Konfrontiere sie mit deinen Erlebnissen und frage mal nach, ob ihre Kinder etwa rassistisch sind.

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27. Juni 2014 um 11:08
In Antwort auf flyingkat

Tja warum
redest Du nicht mit den anderen Kindern/Eltern darüber? Konfrontiere sie mit deinen Erlebnissen und frage mal nach, ob ihre Kinder etwa rassistisch sind.

Danke für deine Antwort

In Bezug auf die Kitakinder werde ich auch mal heute Nachmittag die Erzieher ansprechen und auf das Problem hinweisen.
in Bezug auf die Hofkinder gestaltet sich das schwieriger. Hier sind so viele Wohnungen, das ich die Kinder gar nicht richtig zuordnen kann. Ich sehe auch kaum Eltern, nur von den ganz Kleinen.
hier passen die "grossen" auf die jüngeren auf. Und die großen sind ja das Problem. Groß heißt ca.8-10j.
Am anfang saß ich auch mit auf dem Hof. Nur das war meiner Tochter dann schnell unangenehm. Und ich war ganz stolz, dass sie sich alleine traut

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27. Juni 2014 um 11:29
In Antwort auf sens_12702972

Danke für deine Antwort

In Bezug auf die Kitakinder werde ich auch mal heute Nachmittag die Erzieher ansprechen und auf das Problem hinweisen.
in Bezug auf die Hofkinder gestaltet sich das schwieriger. Hier sind so viele Wohnungen, das ich die Kinder gar nicht richtig zuordnen kann. Ich sehe auch kaum Eltern, nur von den ganz Kleinen.
hier passen die "grossen" auf die jüngeren auf. Und die großen sind ja das Problem. Groß heißt ca.8-10j.
Am anfang saß ich auch mit auf dem Hof. Nur das war meiner Tochter dann schnell unangenehm. Und ich war ganz stolz, dass sie sich alleine traut

Ja dann zunächst NUR
mit den Kindern reden, wenn es sich trotzdem nicht legt, dann nach dem Namen fragen bzw. direkt zu dem Kind sagen: "Ich möchte Deine Eltern sprechen." (sie scheinen ja gut deutsch zu sprechen.)

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28. Juni 2014 um 16:05

Oje..
Ich kann mir schon vorstellen, dass man sich da als Mutter sehr hilflos fühlt.. Auf einer Seite, ist da der Beschützerinstinkt und auf der anderen möchte man, dass das Kind so selbstständig wie möglich wird..

Also.. Meine Meinung:
Ich würde mich an deiner Stelle für die katholische Schule entscheiden.. Ich kann verstehen, das du deine Kleine so gut wie möglich erziehen willst und sie anderen Kulturen offen gegenüberstehen soll ABER das sollte einfach erstmal nicht so wichtig sein.. Eben wegen dem Selektiven Mutismus ist ihr eigenes Wohlbefinden an erster Stelle.. Sie muss sich in ihrer eigenen Kultur wohl fühlen und stolz auf das sein, was sie ist! Man kann einfach nicht selbstbewusst werden, wenn man sich von Anfang an ausgeschlossen oder bestenfalls "geduldet" fühlt.
Das mit der Religion ist so eine Sache.. Auch wenn du damit nichts anfangen kannst, kann es durchaus sein, das es für deine Tochter sehr tröstlich ist zu wissen, dass dort oben ein lieber Gott ist, der sie sehr liebt, so wie sie ist, sie immer hört, wenn sie mit ihm spricht und der einen Sohn hat, der ebenfalls hier unten auf unserer Erde verspottet, ausgelacht und ausgegrenzt wurde.. Bis er es allen gezeigt hat Später kann sie immer noch selbst entscheiden.

Auch ich hatte in der ersten Klasse einen "kleinen Konflikt" mit einer Mitschülerin.. Die es ja eigentlich nicht böse meinte. Wir freundeten uns gerade an, als sie mich fragte woher ich komme.. Als ich sagte, ich sei aus Serbien meinte sie (moslemische Bosnierin) ganz gelassen "Ach ja, dein Vater hat unschuldige Kinder getötet." Ich brach natürlich zu Hause in Tränen aus und fragte, warum mein Vater denn so etwas getan hat. (meine Eltern hatten damals mir gegenüber nie das Wort "Krieg" erwähnt.. und nein.. mein Vater war nicht im Krieg) Ich hatte keine Ahnung, was Nationalitäten sind. Ich wusste nur es gab Menschen, die neben Deutsch auch meine andere Muttersprache sprachen und andere eben nicht. Meine Mutter stürmte natürlich am nächsten Tag gleich in die Schule und es gab ein riesiges Donnerwetter an die Familie des anderen Mädchens.

In "Multi-kulti-Ländern" wie Deutschland und Österreich muss man eben mit solche Aktionen rechnen aber es ist für die Kleine bestimmt ein großer Trost zu wissen, das andere Manschen auch Schweinefleisch essen und einen "allah" der ihnen dies und das und jenes verbietet, auch nicht brauchen..

Oje.. ich hatte eigentlich nicht vor so viel zu schreiben, entschuldige Ich hoffe, ich konnte wenigstens ein bisschen helfen..

*LLG*
Celly

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4. Juli 2014 um 21:06

Ich bin eine türkische mutter..
und es tut mir sehr leid das deine tochter dies alles erleben müsste..kinder sind manchmal wirklich sehr grausam..
ich würde auch an deine stelle mit den kindern und auch mit den eltern darüber reden.
so wie du geschrieben hast sind es nur ein paar ältere kinde..und die würde ich dann speziell ansprechen!
ich kann dich sehr gut verstehen..als mutter würde das jeden traurig und wütent machen..
aber bitte halte durch!..ich finde es toll..das du auch ein weltoffener mensch bist..so wie ich.
mir hat es damals nicht geschadet das ich in einer multikulti schule war..im gegenteil..es ist einfach perfekt so viele kulturen kennen zu lernen..und auch wird es meinem sohn gut tun.
trotz alle unterschiede..müssen die kinder lernen..in erste linie die menschen als ein mensch zu respektieren und zu akzeptieren!..und nicht nach religion,herkunft und hautfarbe.

alles gute dir und deiner tochter
lg,sema





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