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Kranke Mutter

12. Juni 2018 um 12:47

Hallo
ich wende mich an euch, weil ich einfach nicht mehr weiß, was richtig oder falsch ist.
Ich versuche meine Situation zusammengefasst zu erklären:
Ich habe ein großes Problem mit meiner Mutter. Mein Vater hat uns verlassen als ich 14 Jahre alt, seitdem habe ich das Gefühl, dass ich Partnerersatz bin und ihre einzige Stütze. Ich habe immer schon gemerkt, dass irgendetwas nicht „normal“ ist, aber das war halt eben so. Ich war wie gesagt erst 14. Heute bin ich 32 Jahre alt und sehe, dass sie ein extremes psychisches Problem hat. Durch Gespräch mit anderen Angehörigen habe ich erfahren, dass das Problem schon vor meiner Geburt bekannt war. Sie ist extrem hypochondrisch, hat depressive Phasen und ist zudem völlig unselbstständig in jeder Hinsicht. Damit hat sie sämtliche Beziehungen in ihrem Leben zerstört. Soziale Kontakt finden kaum noch statt. Ich habe noch zwei Brüder, die haben auch so gut wie keinen Kontakt mehr zu ihr.
In den letzten 1,5 Jahren hat sich die Situation extrem zugespitzt. Sie hat wegen Allergien (die meiner Meinung nach größtenteils auch eingebildet waren, weil man nie ein Symptom gesehen hat und es wirklich sehr schräg wurde) jahrelange Kortison genommen, so dass sich jetzt im Alter (sie ist 67 Jahre alt) Osteoporose gebildet hat, diese hat zu mehreren Wirbelfrakturen geführt. Schmerzmittel nimmt sie nicht, aus Angst Allergie zu bekommen. Zudem hat sie so eine Angst zu fallen, dass sie ihre Wohnung alleine gar nicht mehr verläßt (und natürlich auch wegen der Schmerzen, die logischerweise ohne Schmerzmittel sehr stark sind). Sämtliche Anweisungen der Ärzte (Schmerzmittel, Physiotherapie usw.) werden nicht wahrgenommen, so dass sich ihr körperlicher Zustand immer weiter verschlechtert. Ich habe zu Beginn gedacht, dass das schon wieder wird und sie sich psychisch stabilisiert (sie ist bei einem Psychologen in Behandlung). Ich bin mindestens einmal die Woche hingefahren und habe ihr u.a. beim Einkaufen geholen. Nun, ca. ein gutes Jahr später, sehe ich, dass sich nicht wirklich was tut.
Ich merke aber, dass mich der Kontakt zu ihr krank macht. Ich kann sie nicht mehr ertragen und sehe kein Ende. Sie jammert nur, sieht sich als Opfer und klammert sich mit allen Mitteln an mich, ich bin ihre letzte Stütze. Ich war selber vor einiger Jahren wegen einer Angststörung in Behandlung, ich habe alles gut überstanden und mir geschworen, dass mir das nie mehr passiert. Ich merke jetzt, dass ich jedesmal wenn ich zu ihr muss oder auch nur mit ihr telefoniere, innerlich völlig zusammenfalle und auch körperliche Beschwerden habe.
Ich habe einen Vollzeitjob, bin verheiratet und habe mein eigenes Leben. Ich habe mich darum gekümmert, dass sie eine Pflegestufe bekommt, sie erhält dreimal die Woche Hilfe von einem Pflegedienst. Ihrer Meinung nach ist das immer noch zu wenig, in eine Klinik will sie nicht.
Ich bin nun hin und hergerissen, am liebsten würde ich den Kontakt weiter reduzieren, jede Woche ist mir einfach zu viel, aber das würde ihr sicher den Rest geben. Was soll ich nur tun? Weiter meine Gesundheit und mein Leben aufs Spiel setzen oder einfach egoistisch sein?
Vielen lieben Dank vorab für die Hilfe!



 

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