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Kontaktverbot und Hausarrest mit 19 - ausziehen?

Letzte Nachricht: 14. Juni um 20:59
I
iris124
24.05.22 um 21:10

Hallo alle zusammen,
ich benötige ganz dringend euren Rat!
Und zwar ist mein Verhältnis zu meinen Eltern immer schon sehr angespannt gewesen. Ich liebe meine Eltern wirklich von ganzem Herzen und in materieller Hinsicht hat mir nie etwas gefehlt, allerdings kommt es in den letzten Jahren immer öfter Reibereien.
Allein in den letzten 2-3 Monaten ist einiges passiert: Meine Eltern wollen meinen Freund nicht akzeptieren und reden vor, bzw. mit der ganzen Familie schlecht über ihn (weil er nicht aus Deutschland kommt) und dann werfen sie mir vor, dass ich ihn Ihnen nicht vorstellen will. Dazu kommt, dass meine Eltern meine Post (die meine Bankauszüge beinhaltet hat) geöffnet und durchgelesen haben. Anschließend haben sie mich wegen meiner Ausgaben auch noch angeschrien. Und zu guter letzt, wollten sie mir noch Hausarrest geben und wollten mir den Kontakt zu meinem Freund verbieten, obwohl ich 19 bin!!! Egal was ich mache, es ist falsch und zu allem wird ein Kommentar abgegeben.

Wegen all dem habe ich erwogen auszuziehen. Ich bin im ersten Jahr meines dualen Studiums, wo ich 1300 Euro verdiene, habe zusätzlich einen Nebenjob (verdiene dort zwischen 200-300 Euro) und mir stünde auch noch Kindergeld zu. Ich habe mir also eine Wohnung angeguckt und habe dann einen Tag später auch schon die Zusage erhalten. Ich hatte mit so einer schnellen Zusage natürlich nicht gerechnet, habe das Thema aber noch am selben Tag zuhause angesprochen. Die Reaktion meines Vaters sah so aus, dass er gesagt hat, dass ich das finanziell eh nicht schaffen würde; er schon selber vorschlagen wollte, dass ich doch mal ausziehe weil mein Verhalten inakzeptabel ist und dass ich dann aber auf keinen Fall wieder ankommen muss, wenn es nicht klappt. Zwei Tage später hat er sich dafür entschuldigt und gesagt, dass das ja nicht so gemeint war...vergessen werde ich seine Worte trotzdem niemals.

Das Problem an der ganzen Sache: Ich brauche jemanden, der für mich bürgt. Meinen Vater will ich nicht fragen, also habe ich meine Mutter gefragt und ihr eine Liste mit Gründen gegeben, wieso ich ausziehen will. Sie meinte nur, dass sie sich die Liste aufhängt, da das ihre Versagerurkunde ist. Sie fragt sich wo und wann sie was falsch gemacht hat und dass sie auf gar keinen Fall die Bürgschaft unterschreibt, da ich in mein eigenes Verderben laufe. Und wenn ich trotzdem ausziehe, wäre sie sehr enttäuscht und verletzt. 

Würde ich das mit dem Auszug tatsächlich durchziehen, bin ich mir zu 100% sicher, dass die ganze Familie meiner Mutter mich dafür hassen wird, weil ich meiner Mutter dadurch so viel Leid zufüge. Und das würden sie mich auch spüren lassen.

Dazu kommt, dass mein Vater Krebs hat (seit 4 Jahren; er ist körperlich und geistig fit und stabil) und meine Mutter ein schwaches Herz hat. Ich kann verstehen, dass die beiden erst wollen, dass ich ausziehe, wenn ich meine Ausbildung in der Tasche habe, aber ich weiß einfach, dass ich psychisch so sehr darunter leide, wenn ich zuhause weiter wohnen bleibe. Auf der anderen Seite will ich keinen Streit mit meiner Familie, immerhin habe ich sie ja alle lieb... 

Bin ich wirklich so egoistisch und so ein schlechter Mensch wie meine Eltern sagen? Sollte ich wirklich einfach zuhause wohnen bleiben oder sollte ich dafür kämpfen auszuziehen?

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W
witnessinadaydream
24.05.22 um 22:45

Hallo liebe Iris,

Es tut mir leid, dass du in einer so verzwickten Situation bist. 
Von dem, was du schilderst würde ich folgendes vermuten: kann es sein, dass deinen Eltern aufgrund der schweren Krankheit deines Vaters irgendwie entgangen ist, dass du dich weiterentwickelt hast und keine 14 mehr bist? 

Bist du Einzelkind? Wenn nicht, kannst du mal die Meinung deiner Geschwister zu der Situation erfragen?

Für Eltern ist es sicher immer schwer, wenn die Kinder plötzlich erwachsen sind und eigene Wege gehen wollen. Ich war die vierte, die ausgezogen ist und trotzdem gab es einen riesen Terz. Aber deine Situation ist wirklich belastend und ich hoffe, dass deine Eltern sich damit schnell abfinden werden. Zumal es auch ein großer Gewinn für beide Seiten sein kann, weil der Kontakt und die Treffen so eine ganz andere Qualität bekommen können. 

Wie kommst du darauf, dass sich die Familie deiner Mutter gegen dich stellen würde? Ist die Beziehung zu dieser Seite der Verwandtschaft ohnehin etwas belastet? Oder hast du nicht doch irgendeine nette Tante o.ä. mit der du vernünftig über die Situation sprechen kannst und sie ggf um Hilfe bei der Bürgschaft bitten kannst? 

Du scheint dir das alles gut überlegt und durchgerechnet haben. Vielleicht schaffst du es doch noch, deinen Eltern zu vermitteln, dass du mehr Raum zu deiner freien Entfaltung brauchst und du (wenn du das wirklich willst) sowieso ausziehen wirst, sie natürlich besuchen wirst und dich über ihre Unterstützung freuen würdest. 

Ich wünsche dir viel Glück und Kraft und Geduld. 

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D
digitalturbulence
14.06.22 um 20:59

Kannst du uns noch was zum Kind sagen? Da du ja Kindergeld bekommst. Zieht das Kind mit dir mit aus, oder wer betreut ist? Ist das Kind vom selben ausländischen Freund?
Hat dein Freund auch eine andere Religion als du?
Mit den Antworten können wir uns ein besseres Bild machen.
Grundsätzlich lieben dich deine Eltern, wenn du denen egal wärst, würden die nicht mit Hausarest drohen.

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