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Kontaktabbruck zu den Eltern - ja, nein, vielleicht?

30. Juli 2018 um 15:24

Liebes Forum,

kurz meine Lebenslage: Ich bin w/22 und lebe seit 5 Jahren nicht mehr bei meinen Eltern, da ich (noch bis diesen Sommer) studiere. Meine Eltern haben mich bisher finanziert. Ab Oktober tun sie das (da Studium vorbei) nicht mehr und ich will dann arbeiten, allerdings habe ich noch keinen festen Job (Bewerbungen laufen aktuell). Wohnung (ich ziehe dann mit meinem Freund zusammen) ist in Aussicht.

Nun mein Problem: das Verhältnis zu meinen Eltern zieht mich seit vielen Wochen runter. Da ist einiges im Argen, und das rückblickend betrachtet schon seit längerem, nur intensiviert sich das eben aktuell. Sie nehmen mich scheinbar nicht als erwachsenen Menschen wahr, sehen sich als die Eltern und mich als das Kind, das alles so tun muss, wie sie es wünschen, denn alles andere sei ja total falsch und würde mich in den Ruin treiben. Während andere sagen "Wow, ein Masterabschluss mit 22, das ist toll!" und "Mach dir keine Sorgen, du findest schon einen tollen Job!" kommen meine Eltern lieber mit ungefragter Kritik, die mich langsam fertig macht. "Hör auf, dich nur auf eine Stadt zu fixieren!", "Du solltest nicht in den Urlaub fahren, wenn du noch nicht weißt, ob du Arbeit findest, das geht ja gar nicht!" (zur Info: auf diesen Urlaub hatte ich mich schon so sehr gefreut ... und ich habe über 2000 Euro reine Rücklagen, das reicht schon fürs erste und ich bin gern bereit am Anfang zu jobben), "Ihr habt schon ziemlich hohe Ansprüche, wenn ihr eine so tolle Wohnung ablehnt, wir sind schockiert!" sind hier mal Beispiele. Sie bringen das dann aus meiner Sicht auch nicht konstruktiv an im Sinne von "Ich mache mir Sorgen um dich, auch wenn es deine eigene Entscheidung ist!", sondern sind Fans von "Du musst", "Du kannst doch nicht" und "Das geht so aber nicht". Meine Mutter weigerte sich kürzlich auch, ein konstruktives Gespräch zu führen, als ich meine, unsere Beziehung müsse sich verändern. Ich hab sie förmlich angebettelt darum, aber nichts. Mein Vater neigt wiederum dazu, mich dann minutenlang anzuschreien und mir widerum Arroganz vorzuwerfen, obwohl ich dann non stop sage, er solle einfach aufhören, zu schreien. "So redet man nicht mit seinen Eltern" wird gern gesagt. Rationale Argumente wollen sie nicht so gern hören, bezeichnen mich gerne als arrogant und abgehoben und pampig (ja, irgendwann werde ich pampig, v.a. wenn man mich anmotzt! - wie gesagt, ich hab mich da auch oft schon entschuldigt und hab versucht, auf sie zuzugehen). Kurz gesagt: meine Eltern haben ihr Lebensmodell, alles was davon abweicht, verurteilen sie, und sie schaffen es einfach nicht einzusehen, dass ich meinen eigenen Weg gehen kann und der auch gut sein kann.

Nun gut, ich habe immer wieder versucht, auf sie zuzugehen, mich entschuldigt für meinen Tonfall, versucht, es zu erklären, wie es mir geht, was mich stört, was ich mir wünsche. Heute meinten sie dann "Okay, wir mischen uns nicht mehr ein". 10 Minuten zuvor hatten sie versprochen, mit in einen Mietvertrag reinzugehen (die Vermieterin will die Eltern mit im Vertrag haben, da mein Freund studiert und ich noch keinen Job habe). Als wir vereinbarten, dass sie mich nicht mehr kritisieren und sich nicht mehr einmischen, meinten sie dann aber, das mit dem Vertrag machen sie dann aber auch nicht mehr, weil sie sich ja raushalten sollen (bilde ich es mir ein, oder ist das Erpressung? An die Eltern: kann man sein Kind hier nicht TROTZDEM unterstützen, auch wenn es eigene Entscheidungen treffen will?) Da meinte ich dann, ich lasse meine Selbstbestimmung nicht mit bürokratischer / finanzieller Unterstützung kaufen (= ich finde es unfair, dass ich mich zwischen Respekt und Anerkennung als erwachsene Person und einer unterstützenden Unterschrift entscheiden muss). Und sie sind dann halb ausgetickt und haben aufgelegt am Telefon. Die Unterlagen haben sie mir nun doch geschickt mit dem Kommentar, sie wollen einfach ihren Frieden (als wären sie die Opfer ... sind sie das!?). Ich denke nicht, dass ich sie nutzen werde.

Nun ja. Ich weine in den letzten Wochen regelmäßig, habe emotionale Tiefs, will nur dass alles gut ist, dass ich meinen Weg gehen darf ohne dass sie immer meckern. Ich schlafe schlechter, komme schlechter aus dem Bett (vermutlich wegen der Gesamtsituation, Sorge, keinen Job zu kriegen etc.), habe depressive Symptomatik (wie gesagt, liegt nicht nur daran). Es zieht mich so runter, mein Freund ist der, der mich immer aufbaut. Ich hab kaum noch Selbstvertrauen was solche Themen angeht (Job, Umzug etc.), denke nun auch schon, ich mache alles falsch, dürfe nicht meine letzten Semesterferien für einen Urlaub nutzen usw. Ich hab meine Eltern sehr lieb und wünsche mir ein gutes Verhältnis, aber so ... geht es nicht. Ich krame ungern alte Sachen aus, aber sie haben auch schon meine Psychotherapie (wegen Depression & Zwang, ich war aber schon recht "kuriert") abgebrochen damals, weil sie meinten ich würde mich negativ verändern ... einfach so, ungefragt meinten sie, sie zahlen nicht mehr (bin über meinen Papa versichert und da zumindest auf seine Vollmacht angewiesen). Wie es mir damit geht war scheinbar egal. Wannanders haben sie mir in mein Liebesleben reingefunkt. Insgesamt gesehen merke ich darum, dass es mehr schlimmer als besser wird und überlege, den Kontakt (zumindest eine Weile, bis wir alle uns weiter entwickelt haben) abzubrechen. Wie seht ihr das? Ist das eine überzogene Reaktion? Was soll ich sonst noch tun? Habt ihr eigene Erfahrungen gesammelt in der Richtung? Aktuell schaff ich das nicht mehr, und meine Eltern scheinen mich einfach nicht als eigenen Menschen zu sehen ...

Hoffe auf Hilfe.
LG maselmaus

PS Entschuldigt den langen Text.

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30. Juli 2018 um 17:17

oha, da ist ja einiges zugange. Du bist stolz auf das, was du dir "erstudiert" hast und möchtest jetzt als erwachsene Frau durchstarten. Leider, leider steckst du noch voller kindlicher Verhaltensweisen. Wenn du nicht mehr studierst und nicht mehr von deinen Eltern ausgehalten wirst, dann kannst du stolz und frei in dein Leben schreiten und du wirst merken, wie toll es ist, wenn man alles selber macht. Selber eine Wohnung mieten gehört genauso dazu, wie selber in den Urlaub zu fahren.

Erwachsensein bedeutet auch, dass man nicht mehr so aufbrausend auf Elternsprüche reagieret. Du musst erst noch lernen, dass Eltern wirklich nervig sein können, egal wie alt das Kind ist. Aber wenn das Kind erwachsen ist, dann hat es den Abstand. Und zeig deinen Eltern doch, dass du erwachsen bist, indem du dir selber eine Wohnung mieten kannst ohne deine Eltern dabei zu gebrauchen. Ja, das geht. Und wenn das nicht sofort klappt, weil du noch keinen Job hast, dann eben in ein paar Wochen, wenn du denn dann in Lohn und Brot stehst.

Ich denke, Kontaktabbruch zu den Eltern kann, muss aber nicht sein. Was du durchmachst, ist der normale Abnabelungsprozess, der recht schwierig ist - für beide Seiten. Habe also Verständnis auch für deine Eltern, die ihr Kind nun  ziehen lassen müssen, das nun gar nicht mehr so die süsse kleine Maus ist, wie noch vor kurzem.

Viel Glück .... das du dann hoffentlich selber komplett und eigenverantwortlich in deine eigenen Hände nehmen wirst.

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30. Juli 2018 um 17:49
In Antwort auf annaan3

oha, da ist ja einiges zugange. Du bist stolz auf das, was du dir "erstudiert" hast und möchtest jetzt als erwachsene Frau durchstarten. Leider, leider steckst du noch voller kindlicher Verhaltensweisen. Wenn du nicht mehr studierst und nicht mehr von deinen Eltern ausgehalten wirst, dann kannst du stolz und frei in dein Leben schreiten und du wirst merken, wie toll es ist, wenn man alles selber macht. Selber eine Wohnung mieten gehört genauso dazu, wie selber in den Urlaub zu fahren.

Erwachsensein bedeutet auch, dass man nicht mehr so aufbrausend auf Elternsprüche reagieret. Du musst erst noch lernen, dass Eltern wirklich nervig sein können, egal wie alt das Kind ist. Aber wenn das Kind erwachsen ist, dann hat es den Abstand. Und zeig deinen Eltern doch, dass du erwachsen bist, indem du dir selber eine Wohnung mieten kannst ohne deine Eltern dabei zu gebrauchen. Ja, das geht. Und wenn das nicht sofort klappt, weil du noch keinen Job hast, dann eben in ein paar Wochen, wenn du denn dann in Lohn und Brot stehst.

Ich denke, Kontaktabbruch zu den Eltern kann, muss aber nicht sein. Was du durchmachst, ist der normale Abnabelungsprozess, der recht schwierig ist - für beide Seiten. Habe also Verständnis auch für deine Eltern, die ihr Kind nun  ziehen lassen müssen, das nun gar nicht mehr so die süsse kleine Maus ist, wie noch vor kurzem.

Viel Glück .... das du dann hoffentlich selber komplett und eigenverantwortlich in deine eigenen Hände nehmen wirst.

Danke für deine Antwort.

Leider brauche ich eine Wohnung, da mein Mietvertrag im Studentenheim zum 30.9. ausläuft, da ist nix zu verhandeln. Und da ich nun mal aktuell noch keinen Arbeitsvertrag habe, BRAUCHE ich in den meisten Fällen die Unterschrift meiner Eltern, um in einen Vertrag zu kommen ... und die Uhr tickt, die Wohnungen gehen eben gerade reihenweise weg. Aber ich habe nun eine Alternative gefunden und werde meine Eltern da raus halten.

Ich weiß, ich nehme es mir zu Herzen und bin selber noch zu sehr Kind, da hast du durchaus recht. Ist vermutlich auch ein ganz persönlicher Entwicklungsprozess, der sich irgendwie echt zieht ... ich gebe mir aber bereits Mühe, ruhig und sachlich mit ihnen zu reden und versuche, konstruktiv zu sein. Ist nur schwer, wenn so Sätze kommen wie "Was DU wieder nicht verstehen willst" und "Du redest immer nur darum, wie es aus deiner Sicht ist" (wenn ich bewusst Ich-Botschaften sende wie "Ich empfinde es als ...".

Eine Frage habe ich aber: Wie geht man denn als erwachsener mit "nervenden Eltern" um? Außer versuchen, konstruktiv und sachlich zu sprechen? Also: Was soll ich anders machen? Einfach den Kontakt meiden und Distanz halten, wenns mir nicht gut tut?

LG

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30. Juli 2018 um 18:10
In Antwort auf maselmaus

Danke für deine Antwort.

Leider brauche ich eine Wohnung, da mein Mietvertrag im Studentenheim zum 30.9. ausläuft, da ist nix zu verhandeln. Und da ich nun mal aktuell noch keinen Arbeitsvertrag habe, BRAUCHE ich in den meisten Fällen die Unterschrift meiner Eltern, um in einen Vertrag zu kommen ... und die Uhr tickt, die Wohnungen gehen eben gerade reihenweise weg. Aber ich habe nun eine Alternative gefunden und werde meine Eltern da raus halten.

Ich weiß, ich nehme es mir zu Herzen und bin selber noch zu sehr Kind, da hast du durchaus recht. Ist vermutlich auch ein ganz persönlicher Entwicklungsprozess, der sich irgendwie echt zieht ... ich gebe mir aber bereits Mühe, ruhig und sachlich mit ihnen zu reden und versuche, konstruktiv zu sein. Ist nur schwer, wenn so Sätze kommen wie "Was DU wieder nicht verstehen willst" und "Du redest immer nur darum, wie es aus deiner Sicht ist" (wenn ich bewusst Ich-Botschaften sende wie "Ich empfinde es als ...".

Eine Frage habe ich aber: Wie geht man denn als erwachsener mit "nervenden Eltern" um? Außer versuchen, konstruktiv und sachlich zu sprechen? Also: Was soll ich anders machen? Einfach den Kontakt meiden und Distanz halten, wenns mir nicht gut tut?

LG

Hehe, auch wenn es in jedem Gesprächs- und Konfliktratgeber heisst, man solle Ich-Botschaften aussprechen, hört es sich in der Tat in einem Gespräch in angespannter Situation recht seltsam ein. Wichtiger finde ich da, das empathische Zuhören und Antworten. Einfach sagen, aus ihrer Sicht haben sie ja recht. Frage sie dann einfach um weisen  Rat - was du machen sollst. Dass du dir diese und jene Lebenssituation wünscht und darauf hinarbeitest, aber es manchmal eben doch daran liegt, dass du noch nicht so viel Erfahrung auf diesen Gebieten hast (z.B. Wohnung mieten).

Bisher ist es ja eher so, dass ihr gegeneinander redet, doch kann ich mir bei dem was du von deinen Eltern beschreibst, mir nicht vorstellen, dass es sie doch erfreuen wird, um Rat gefragt zu werden, auch wenn dann erstmal Gemecker kommt (so unselbständig, gross und erwachsen spielen aber nichtmal selber die Wohnsituation geregelt bekommen). Wenn solche Meckerein kommen, sag ihnen, ja, das ist in der Tat eine schwierig Situation ist, aber sie dich doch bestimmt verstehen können.

So also in der Art bei Kofliktthemen mit mit den  Eltern umgehen. Antizipier ein wenig, was sie wohl sagen würden, und präsentiere verschiedene Lösungsmöglichkeiten zu deinem Problem und frage sie dann um Rat (damit respektierst du ihre Elternrolle und ihr Alter und damit die Lebenserfahrung, die sie dir voraushaben). Sie werden dir dann vielleicht etwas sagen, was dir nicht gefállt, aber das nimmst du dann lediglich zur Kenntnis (du hast es dir ja schon vorher so denken können und bist nicht überrascht) und bedankst dich, dass sie sich mit dir und dem jeweiligen Problem auseinandersetzen.

Und wg Wohnung - klar ist es mit Elternbürgschaft einfach. Aber ich habe selber solche Elternbürgschaften immer gekontert und gesagt, dass ich erwachsen bin und meine Eltern nicht mehr für mich verantwortlich sind. Dass ich, wenn ich in eine Problemsituation gerate, diese selbstverständlich auch lösen kann. D.H. beim Vermieter eben zu sagen, dass du dein letztes Hemd für die Miete geben würdest und wenn ihnen diese Zusage nicht reicht, dann eben die Kaution um eine weiter Monatskaltmiete erhöhen. Als Sicherheit für den Vermieter.

Und ja, ich finde es sehr gut, dass du eine andere Lösung wg der Bürgschaft gefunden hast. Das zeigt doch, dass du fit bist. Deinen Eltern würde ich das nun nicht so unter die Nase reiben, die merken ja selber, dass du das alles alleine schaffts. Und denk daran, wenn man muss, schafft man wirklich sehr viel. Das hast du jetzt ja selber gesehen. Das ist es, was das Erwachsenenlebne ausmacht - man kann etwas schaffen ohne von den Eltern die Lösung der Problem zu erwarten. Es geht wirklich ohne sie.

Du siehst, du bist auf dem richtigen Pfad .... und denk daran, es gibt Leute, die acuh mit 40 noch nicht erwachsen sind also mit 22 sagen, es würde sich ziehen, ist doch schon noch arg ungeduldig.
 

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30. Juli 2018 um 18:13

übrigens, wenn du zum 30.9. aus deiner Wohnung musst und jetzt schon was gefunden hast, dann bist du sehr vorausschauend. Ich habe bisher Wohnungswechsel immer in einem wesentlich kürzeren Zeitrahmen erledigen müssen ...

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30. Juli 2018 um 18:25

Klingt jetzt vielleicht doof, aber das versuche ich bereits. Erst heute meinte ich, in welchen Punkten ich sie ja verstehen könnte und dass ich es auch schätze, wenn sie sich um mich sorgen etc., aber dass es mich eben stört und auch verletzt, wenn sie wild mit Kritik und "du musst"-Sätzen und persönlichen Vorwürfen (à la "Wie kannst du nur!!" um sich werfen, nur weil ich Dinge dann doch anders entscheide als sie es getan hätten. Deswegen fällt es mir ehrlich gesagt schwer, das umzusetzen. Der "Rat" (oder eben Vorwurf) kommt wie gesagt oft ohne dass ich darum bitte und ich bin ganz plötzlich die Angeklagte - oder fühle mich so - ich muss mich eben rechtfertigen. Wenn ich dann sage "Ich will mich nicht rechtfertigen und darüber diskutieren", kommen eben hintenrum spitze Kommentare. Das macht es schwierig, besonders weil ein "Danke, dass du dich im mich sorgst, ich habe mich aber bereits entschieden und fühle mich wohl damit." nicht ankommt sondern zu Debatten führt ...

Ich werd aber dennoch versuchen, mir deinen Rat nochmal durch den Kopf gehen zu lassen.

Ja, vielleicht bin ich da ungeduldig Lieben Dank dir für deine Hilfe. Vielleicht versuche ich, in der nächsten Zeit einfach mal unabhängiger zu werden und den Kontakt etwas zu reduzieren / alles mal ganz alleine zu erledigen und mich gezielt zu distanzieren (eben auch emotional).

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30. Juli 2018 um 18:32

Eine Frage noch: Findest du als Aussenstehende meinen Kommentar am Ende falsch? Dass ich mich da nicht kaufen lassen will? Für mich ists einfach nichts anderes ... ich hab aber dennoch ein schlechtes Gewissen.

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30. Juli 2018 um 19:40

Ehm, was soll denn diese Aussage nun? Ich habe schon 2x die Finanzierung meiner Eltern beendet, weil es zu viel wurde. Sie wollten mich dann doch weiter finanzieren und ich hab es angenommen, weil es mir echt hilft. Muss ich mir alles gefallen lassen, weil sie mich finanziert haben? Ich kann ihnen gern alles Geld zurück zahlen ...

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30. Juli 2018 um 20:10
In Antwort auf maselmaus

Klingt jetzt vielleicht doof, aber das versuche ich bereits. Erst heute meinte ich, in welchen Punkten ich sie ja verstehen könnte und dass ich es auch schätze, wenn sie sich um mich sorgen etc., aber dass es mich eben stört und auch verletzt, wenn sie wild mit Kritik und "du musst"-Sätzen und persönlichen Vorwürfen (à la "Wie kannst du nur!!" um sich werfen, nur weil ich Dinge dann doch anders entscheide als sie es getan hätten. Deswegen fällt es mir ehrlich gesagt schwer, das umzusetzen. Der "Rat" (oder eben Vorwurf) kommt wie gesagt oft ohne dass ich darum bitte und ich bin ganz plötzlich die Angeklagte - oder fühle mich so - ich muss mich eben rechtfertigen. Wenn ich dann sage "Ich will mich nicht rechtfertigen und darüber diskutieren", kommen eben hintenrum spitze Kommentare. Das macht es schwierig, besonders weil ein "Danke, dass du dich im mich sorgst, ich habe mich aber bereits entschieden und fühle mich wohl damit." nicht ankommt sondern zu Debatten führt ...

Ich werd aber dennoch versuchen, mir deinen Rat nochmal durch den Kopf gehen zu lassen.

Ja, vielleicht bin ich da ungeduldig Lieben Dank dir für deine Hilfe. Vielleicht versuche ich, in der nächsten Zeit einfach mal unabhängiger zu werden und den Kontakt etwas zu reduzieren / alles mal ganz alleine zu erledigen und mich gezielt zu distanzieren (eben auch emotional).

Mit empathischem Zuhören meinte ich nicht, dass du ihnen erklärst, was du verstehen kannst und was dich bewegt und so. Nein, damit meinte ich wirklich nur zuhören und innerlich du dich beruhigen, indem du versuchst sie zu verstehen. Deine Eltern scheinen sehr emotional zu reagieren und deswegen musst du nciht noch mehr Öl ins Feuer kippen.

Versuche es wirklich mal, nicht zu antworten. Also nicht ein "Ja aber" auf den Lippen zu haben oder so. Sondern versuche einfach, wenn solch ein dummer Rat kommt, zu sagen, "Danke, ich werde darüber nachdenken". Mehr nicht. Damit nimmst du ihnen ihre emotionale Aufgebraustheit etwas weg. Und wenn ein dummer Spruch kommt, dann versuche es mit Humor zu sehen - es sind Eltern, die nie aus ihrer Elternhaut rauskönnen. Also lache dann eher und sag, "ach ja, Eltern haben es schon schwer ... " dann verstehen sie viele Dinge besser.

Und wenn es sie ganz dolle stört, dass du Dinge anders machst, als sie es geraten haben, dann sag doch einfach "ja Mama, du weisst doch, wenn man flügge werden will, muss man manche Fehler selber machen, um richtig zu lernen". Udn frage sie doch mal, wie es bei ihnen damals war, als sie unabhängig wurden und aus ihrem Elternhaus auszogen.

Der Trick ist, nicht zu viel von dir und deinen Emotionen preiszugeben, denn sonst kommt Streit auf. Versuche es wirklich aus der aussenstehenden Perspektive zu sehen, dass es Eltern sind, denen es schwer fällt, das Töchterlein ziehen zu lassen.

Klar, deine Eltern haben es wirklich drauf, bei dir die empflindlichen Punkte zu drücken udn schon gehst du an die Decke. Aber versuche einfach innerlich einen Schritt zurück zu gehen und wenn es zu dumm wird, ein wenig auf Durchzug zu schalten und schnell das Thema zu wechseln.

Und denk daran, eigentlich sind diese ganzen Details nicht so wichtig, denn du lebst dein Leben ja jetzt schon selber. Das sollte dich doch etwas beruhigen oder?


Übrigens habe ich auch sehr schwierig Eltern, die mich vieles an guter Gespráchsführung gelehrt haben. Und jetzt geht es alles ohne dass ich an die Decke gehe, wenn mal wieder Blödsinn von ihnen kommt. Sie sind mittlerweile über 80 und ich ende 40. Nur dass du siehst, dieses hört nie auf, man kann nur seine innere Einstellung dazu ändern. Also freu dich, dass du Eltern hast, die sich irgendwie für dich und dein Leben interessieren, wenn du auch die Art und Weise wie sie es tun, nicht magst.

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30. Juli 2018 um 20:12
In Antwort auf maselmaus

Eine Frage noch: Findest du als Aussenstehende meinen Kommentar am Ende falsch? Dass ich mich da nicht kaufen lassen will? Für mich ists einfach nichts anderes ... ich hab aber dennoch ein schlechtes Gewissen.

welchen letzten Kommentar meinst du jetzt? Mir ist da nicht viel aufgefallen, sondern nur,d ass du sehr eng und emotional an diesen Gesprächen hängst. Durchatmen und still zuhören ist manchmal besser, als da noch was zu antworten, wenn man eh nichts an der Situation ändert.

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30. Juli 2018 um 20:16
In Antwort auf maselmaus

Klingt jetzt vielleicht doof, aber das versuche ich bereits. Erst heute meinte ich, in welchen Punkten ich sie ja verstehen könnte und dass ich es auch schätze, wenn sie sich um mich sorgen etc., aber dass es mich eben stört und auch verletzt, wenn sie wild mit Kritik und "du musst"-Sätzen und persönlichen Vorwürfen (à la "Wie kannst du nur!!" um sich werfen, nur weil ich Dinge dann doch anders entscheide als sie es getan hätten. Deswegen fällt es mir ehrlich gesagt schwer, das umzusetzen. Der "Rat" (oder eben Vorwurf) kommt wie gesagt oft ohne dass ich darum bitte und ich bin ganz plötzlich die Angeklagte - oder fühle mich so - ich muss mich eben rechtfertigen. Wenn ich dann sage "Ich will mich nicht rechtfertigen und darüber diskutieren", kommen eben hintenrum spitze Kommentare. Das macht es schwierig, besonders weil ein "Danke, dass du dich im mich sorgst, ich habe mich aber bereits entschieden und fühle mich wohl damit." nicht ankommt sondern zu Debatten führt ...

Ich werd aber dennoch versuchen, mir deinen Rat nochmal durch den Kopf gehen zu lassen.

Ja, vielleicht bin ich da ungeduldig Lieben Dank dir für deine Hilfe. Vielleicht versuche ich, in der nächsten Zeit einfach mal unabhängiger zu werden und den Kontakt etwas zu reduzieren / alles mal ganz alleine zu erledigen und mich gezielt zu distanzieren (eben auch emotional).

"und ich bin ganz plötzlich die Angeklagte - oder fühle mich so - ich muss mich eben rechtfertigen."

Nein, du musst dich nciht rechtfertigen, du musst das aber auch nicht betonten, denn damit heizt du die Stimmung noch weiter auf. Höre dir das alles einfach an und sage "hm", "jaha", "hhmmm", "ok", "meint ihr?" Damit nimmst du ihnen den Wind aus den Segeln und wenn du aufhörst, dich zu rechtfertigen und zu sagen, das du dich nicht rechtfertigen möchtest, dann wird es ruhiger - in dir und mit den Eltern in diesem Streitgespräch. Am besten ist es, wenn du in heissen Situationen, das Gesprächsthema wechstelst. Sprich doch von Politik oder den Nachbarn oder was ein ehemaliger Mitschüler von dir jetzt macht oder was weiss ich. Aber abrupter Themenwechsel hat manchmal auch so eine entspannende Wirkung.

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30. Juli 2018 um 20:19
In Antwort auf maselmaus

Ehm, was soll denn diese Aussage nun? Ich habe schon 2x die Finanzierung meiner Eltern beendet, weil es zu viel wurde. Sie wollten mich dann doch weiter finanzieren und ich hab es angenommen, weil es mir echt hilft. Muss ich mir alles gefallen lassen, weil sie mich finanziert haben? Ich kann ihnen gern alles Geld zurück zahlen ...

ich habe das Geld fúrs Studium, das wenige was ich von den Eltern bekommen habe, zurückgezahlt. Meine Mutter hatte das nciht mitbekommen, weil es an meinen VAter gint, und einmal im Streit gesagt, sie hätten mich ja finanziert. Daraufhin konnte ich ihr stolz sagen, dass alles schon längst zurückgezahlt wäre und ich die Hilfe des Geldleihens sehr zu schätzen wüsste und ihr immer dafür dankbar wäre.

Die hat da vielleicht geguckt und das Thema nie wieder angesprochen.

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