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Kontaktabbruch mit eigener Mama?

22. Januar um 12:35

Hallo,
ich wollte hier mal nach Erfahrungen fragen. Kompletter Kontaktabbruch zwischen Kind und Eltern ist für die meisten wohl unvorstellbar. Aber gibt es hier welche, die es durchgezogen haben? Gibt es wirklich solch unlösbare Differenzen zwischen Tochter und Mutter (Sohn und Vater), dass einem keine andere Lösung mehr einfällt? Und am Wichtigsten: ging es euch mit dieser Entscheidung dann besser als vorher?

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22. Januar um 14:17

Ja das geht. Wenn dein Gegenüber ein absolutes bestialisches Etwas ist hast du das Recht den Kontakt einzuschränken oder gar abzubrechen. Manchen macht es dennoch Schuldgefühle und anderen geht es so besser. Es muss aber gut überlegt sein. Du darfst deine Entscheidung nicht bereuen, daher sollte man sich das sehr sehr gut überlegen.

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22. Januar um 16:10

Wenn Aussprachen und Neubeginne scheitern und man sich nur noch aufreibt, kann ein Kontaktabbruch dazu verhelfen, wieder zur Ruhe zu kommen.
Ich halte es aber für wichtig und fair, wenn man den Kontaktabbruch ankündigt und begründet. Der Abbruch muss nicht diskutiert werden, aber erklärt. Für Eltern, egal wie falsch sie sich verhalten, ist es hart, nicht zu wissen, warum Kinder sich zurückziehen. Darüber zu grübeln, was falsch gelaufen ist und an der Hoffnung festzuhalten,  dass sich alles noch klären könnte, ist unnötig verletzend. Der Schmerz hilft dann ja auch den Kindern nicht. Wenn also keine gesunde Zukunft mit den Eltern  möglich ist, sollte man mit offenen Karten spielen und zum eigenen Schutz den Kontakt abbrechen.  

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25. Januar um 14:53

Ich denke dass es abgewogen werden muss.. Man könnte ja sonst bei jeder Kleinigkeit den Kontakt abbrechen. Es zieht viel Mut und Kraft mit sich. Manchmal hilft eine ganz einfache Kommunikation.


Ichhabe das selber durchlebt und es hat mich 25 Jahre meines Lebens gekostet diesen Weg einzuschlagen und ich habe endlich nach langem Überlegen es geschafft durchzuziehen und lebe auch mit den kommenden Konsequenzen.

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29. Januar um 11:24
In Antwort auf evalina93

Hallo,
ich wollte hier mal nach Erfahrungen fragen. Kompletter Kontaktabbruch zwischen Kind und Eltern ist für die meisten wohl unvorstellbar. Aber gibt es hier welche, die es durchgezogen haben? Gibt es wirklich solch unlösbare Differenzen zwischen Tochter und Mutter (Sohn und Vater), dass einem keine andere Lösung mehr einfällt? Und am Wichtigsten: ging es euch mit dieser Entscheidung dann besser als vorher?

Hallo evalina93!

Also ich kann sagen, dass z.B mein Vater einmal seinen Kontakt zu seiner Mutter für ein Jahr abgebrochen hat. 
Und ich hatte dann auch einmal keinen Kontakt zu meinen Vater für eine bestimmte Zeit. Mir ist es dann (auch wenn es vielleicht böse klingen, mag) besser gegangen, weil ich nicht mehr so viel Energie mit streiten verschwendet habe und mich anderen Sachen gewidmet habe. Zu Vatertag dachte ich, schreibe ich ihm alles gute und das wars. Ob er zurück geschrieben hätte oder nicht, war mir egal. Ich dachte, ich mache es, weil es sich gehört. Er hat sich dann gemeldet und wir hatten wieder Kontakt. 

Wenn du und deine Mutter Differenzen habt, dann ist es für mich ok wenn ihr mal keinen Kontakt pflegts. Lasst Zeit vergehen und ihr werdets sehen ob ihr irgendwann bereit seit zu vergeben oder nicht. Du musst halt wissen, wer dir in deinem Leben gut tut und wer nicht. Und wenn es deine Mutter ist, dann ist das natürlich schade und traurig, aber du bist mit der Situation unglücklich. und da ist es ok einmal nur auf sich zu schauen. 

hoffe konnte dir irgendwie helfen. LG

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29. Januar um 21:24
In Antwort auf evalina93

Hallo,
ich wollte hier mal nach Erfahrungen fragen. Kompletter Kontaktabbruch zwischen Kind und Eltern ist für die meisten wohl unvorstellbar. Aber gibt es hier welche, die es durchgezogen haben? Gibt es wirklich solch unlösbare Differenzen zwischen Tochter und Mutter (Sohn und Vater), dass einem keine andere Lösung mehr einfällt? Und am Wichtigsten: ging es euch mit dieser Entscheidung dann besser als vorher?

Meine Mutter habe ich das letzte Mal 2010 gesehen, ist Alkoholiker und hat gelogen und mich immer nur enttäuscht. War die beste Entscheidung, sie aus meinem Leben zu streichen

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25. Februar um 11:35

Vielen Dank für eure Rückmeldungen. Meine Mama ist kein "abolut bestialisches Etwas", weder als Mutter noch als Mensch im Allgemeinen. Es gibt nur eine Sache, wegen der wir seit Jahren Probleme miteinander haben und ich mir nicht sicher bin, ob ich ihr ihr Verhalten diesbezüglich jemals verzeihen kann. Ich habe mich aber entschieden, dass ich es auf alle Fälle versuchen will, da ich sie trotzdem nicht in meinem Leben missen möchte.

Danke nochmal für eure Erfahrungen!

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25. Februar um 14:16
In Antwort auf evalina93

Hallo,
ich wollte hier mal nach Erfahrungen fragen. Kompletter Kontaktabbruch zwischen Kind und Eltern ist für die meisten wohl unvorstellbar. Aber gibt es hier welche, die es durchgezogen haben? Gibt es wirklich solch unlösbare Differenzen zwischen Tochter und Mutter (Sohn und Vater), dass einem keine andere Lösung mehr einfällt? Und am Wichtigsten: ging es euch mit dieser Entscheidung dann besser als vorher?

Aber gibt es hier welche, die es durchgezogen haben?
=> gehöre ich dazu.
Gibt es wirklich solch unlösbare Differenzen zwischen Tochter und Mutter (Sohn und Vater), dass einem keine andere Lösung mehr einfällt?
=> aber ganz sicher
Und am Wichtigsten: ging es euch mit dieser Entscheidung dann besser als vorher?
=> oh ja.

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25. Februar um 14:55

Hi,
ich kenn das auch, hab das auch schon mal für zwei Jahre durchgezogen, keinen Kontakt zur eigenen Mama. Aber das ist total schwierig, und immer wieder hat man ein schlechtes Gewissen, auch wenn man im Recht ist.
Aber manchmal ist es die einzige Möglichkeit. Aber es tut wirklich manchmal sehr, sehr weh.

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28. Februar um 23:39

Du bist unschlüssig. Hör auf dein Inneres. Hör in dich hinein ob es einfach zu schmerzhaft ist Kontakt mit ihr zu haben.

Ich habe meinen Vater seit ich 5 bin nicht mehr gesehen weil er uns im Stich gelassen hat. Ihn kenne ich zb nur über den Anwalt. 

Meine Mutter ist Depressiv und hat ihre Launen dann in aller Form psychisch wie physisch an mir ausgelassen. Meine ganze Kindheit und Jugend hat dieser Schmerz begleitet.

Für mich war es einach so, dass es mir besser ging als sie weg war. Ich war befreit weil mir niemand mehr so sehr weh getan hat. 

Durch mein Studium bin ich finanziell leider noch etwas abhängig von ihr, der nötige Kontakt ist aber auch nur durch den Anwalt.

Du musst sowas für dich selbst entscheiden ob es besser für dich ist.
Meine um und ich sind grundverschieden. In meinem normalen Leben würde ich mich mit solchen Personen niemals umgeben.

Frag dich selbst. Ist es so schlimm sie in deinem Leben zu haben? Ist es evtl nur eine Phase? Oder liebst du sie nicht dennoch so wie sie ist?

Letztlich ist es deine Entscheidung ob es das beste ist und das weißt dann auch nur du.

PS:
Der Kontaktabbruch muss nicht für immer sein. Menschen ändern sich, Zeiten ändern sich. Man weiß nie was in der Zukunft passiert also solltest du so eine Entscheidung auch eher nicht als klaren Cut sehen sondern als Abstand und Pause und Erholung. Vlt wird es iwann ja auch wieder was.

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1. März um 9:40

Ich habe auch den Kontakt abgebrochen. Lange Zeit war es nur ein sehr lockerer Kontakt. Wir hatten nie eine gute Bindung oder ein normales Verhältnis. Es gab oft Streit zwischen uns und sie wurde auch oft handgreiflich. Ich habe den Kontakt zu ihr so lange aufrecht erhalten, bis ich finanziell unabhängig (mit dem Studium fertig) war.

Ich bin aber bereits mit 17 ausgezogen und hatte dann nur ab und an Kontakt über Textnachrichten. Mit 25 kam es dann zu einem richtigen Bruch, weil ich mich mit ihrem Lebensgefährten zerstritten habe. Sie meinte damals, dass ich mich bei ihm entschuldigen sollte, oder wegbleiben. Ich bin weg geblieben, da ich ohnehin so gut wie keinen Kontakt hatte.

Ich denke immer noch oft an sie und frage mich auch oft, wie es ihr geht. Latent ist die Angst da, dass ihr etwas passiert und ich sie nie wiedersehe. Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass jedes Wiedersehen für uns beide unschön wäre.

An Weihnachten 2017 hat sie Kontakt gesucht und ist mich für eine Nacht besuchen gekommen. Mir ging es zu dem Zeitpunkt nicht gut (Arbeitslos, gesundheitliche Probleme, finanzielle Sorgen, Depression).

Ich habe damals versucht, mich mit ihr auszusprechen, aber sie meinte nur, dass wir aus ihrer Sicht ein gutes Verhältnis hätten und es keinen Gesprächsbedarf gäbe und sie mir eine Klinik für eine Psychotherapie empfiehlt. Sie kam mich nur besuchen, weil sie mit meinem Bankberater befreundet war und der ihr gesagt hatte, dass ich mit zwei Kreditraten im Rückstand war. Ich war sehr enttäuscht, dass sie sich gar nicht für mich interessierte, sondern nur da war, um mich zum Zahlen zu bewegen. Sie fuhr weg und ich habe beschlossen, ihr nicht mehr zu schreiben. Sie hat erst im Oktober 2018 bemerkt, dass ich gar nicht mehr schreibe.

Ab und an habe ich das Bedürfnis, ihr etwas mitzuteilen, z.B. wenn ich etwas sehe, von dem ich weiß, dass es ihr gefallen würde. Oder ich denke, "das wäre das perfekte Weihnachtsgeschenk für meine Mutter". Tief im innern weiß ich aber, dass jeder Kontakt mit ihr mich enttäuscht, weil sie sich einfach gar nicht für mich interessiert. Sie wüsste nicht einmal, was ich studiert habe, wo ich studiert habe, sie ist eigentlich seit ich 17 bin kein Teil meines Lebens mehr und hätte auch vorher keinen meiner Freunde beim Namen nennen können.

Mir geht es nicht besser oder schlechter ohne sie. Meine Stimmungslage ist aber stabiler und ich muss mich weniger über sie aufregen. Kontaktabbruch ist eine Entscheidung, die man jeden Tag aufs neue trifft, jedes Mal, wenn man an einen Menschen denkt und sich entscheidet, es ihm nicht mitzuteilen.

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2. März um 18:11
In Antwort auf evalina93

Hallo,
ich wollte hier mal nach Erfahrungen fragen. Kompletter Kontaktabbruch zwischen Kind und Eltern ist für die meisten wohl unvorstellbar. Aber gibt es hier welche, die es durchgezogen haben? Gibt es wirklich solch unlösbare Differenzen zwischen Tochter und Mutter (Sohn und Vater), dass einem keine andere Lösung mehr einfällt? Und am Wichtigsten: ging es euch mit dieser Entscheidung dann besser als vorher?

Meine Mutter ist ebenfalls kein Monster, dass mich einmal quer durch meine Kindheit geprügelt hat oder ähnliches. Und trotzdem waren die Differenzen die sich im Anschluss an die Trennung meiner Eltern ergeben haben, so gravierend für mich, dass ich für mich entschieden habe ohne sie besser zu leben.
Lange hab ich versucht mit ihr zurecht zu kommen, Wege zu finden auf denen man ihr entgegen kommen konnte aber es nutzte nichts. Reichte man ihr den kleinen Finger, neigte sie dazu einem den gesamten Arm abzureißen. 
Der Tropfen der das Fass zum überlaufen brachte hatte aber mehr mit meinen Großeltern zu tun, die sie aufs übelste bestohlen hat. Da war bei mir der Ofen aus.
Ich schrieb ihr einen Brief, erklärte ihr meine Beweggründe und brach anschließend den Kontakt zu ihr komplett ab. Wann genau ich sie das letzte Mal gesehen hab, kann ich nicht mal sagen. Vor etwa 16 oder 17 Jahren. Bis heute bereue ich meinen Entschluss nicht.
Ich lebe ruhiger ohne sie. Alle körperlichen und psychischen Beschwerden die ich vor dem Kontaktabbruch hatte, verschwanden nach und nach. Ich fühlte mich wieder unbeschwert, fing an zu leben , glücklich zu sein, mein Leben zu genießen ohne das Gefühl zu haben einen Felsbrocken mit mir rumzuschleppen. Für mich war und ist es noch immer der richtige Weg, mein Leben ohne Mutter zu leben.

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5. März um 23:35
In Antwort auf evalina93

Hallo,
ich wollte hier mal nach Erfahrungen fragen. Kompletter Kontaktabbruch zwischen Kind und Eltern ist für die meisten wohl unvorstellbar. Aber gibt es hier welche, die es durchgezogen haben? Gibt es wirklich solch unlösbare Differenzen zwischen Tochter und Mutter (Sohn und Vater), dass einem keine andere Lösung mehr einfällt? Und am Wichtigsten: ging es euch mit dieser Entscheidung dann besser als vorher?

Wenn du meine Antwort zum Thema Einzelkind liest, weisst du weshalb mein Kontakt zu meiner Mutter immer problematisch war. Mit ihr zu Reden war nicht möglich, dann ist sie jedes Mal in Tränen ausgebrochen. Mein Vater war ein Weichei und konnte sich gegenüber meiner Mutter nie durchsetzen. Zuletzt hatte ich keinen Kontakt mehr zu meinen Eltern und bevor meine Mutter an Krebs starb, hatte sie bestimmt, dass ich nicht zu ihrer Beerdigung kommen darf. Es war für mich immer hart zu sehen, dass es auch Familien gibt, in denen es Liebe und einen Zusammenhalt gibt. 

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6. März um 15:54

Grundsätzlich soll man das tun, was einem gut tut.

Wieviele Kontakte zu Eltern sind lediglich pro forma und keine tiefgründigen Beziehungen? Viele, denke ich. Das verdeutlicht nur, dass es im Leben richtig ist, auf sich zu hören, sich mit Menschen zu umgeben, die einem gut tun und sich konsequent von Dingen und Menschen zu trennen, die einem nicht gut tun. Das können auch die Eltern oder gar die Kinder sein.

Und wie lange ein Kontaktabbruch dauert, weiss man im Vornherein nie. Das ergibt sich. Es kann ja auch bewirken, dass sich etwas verändert. Und Veränderungen soll man eine Chance geben. Und nach dem Grundsatz handeln

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