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Kontaktabbruch

24. Januar 2012 um 8:18

Manchmal passieren Dinge im Leben, mit denen hätte man nie gerechnet, ja, von denen hat man noch nie gehört...das es Menschen gibt, die von heute auf Morgen den Kontakt zur Familie abbrechen. Meine Schwester und ich haben eine behütete, glückliche KIndheit gehabt. Meine Schwester ist 7 Jahre jünger, sie hat immer sehr an mir und unsere Eltern gehangen, ich denke, es war nicht ganz so einfach für sie als ich dann ausgezogen bin, nachdem ich meinen heutigen Mann kennengelernt hatte. Aber so hat sie mich eben besucht und auch viel Zeit mit unserer Mutter, unseren Eltern gehabt, etwas eifersüchtig wurde sie, als unser Sohn geboren wurde. Sie haben alles für sie getan, diverse Umzüge bewältigt, Einkäufe getätigt, sie Gott weiß wo hingebracht und abgeholt und auch finanziell waren sie oft eine große Stütze... na ja, was man eben macht als Eltern... Sie haben sie immer getragen, wie es eben ging, sie hatte Ausbildungen angefangen und abgebrochen, sich Schlangen angeschafft und heißgeliebte Katzen und dann hat sie eine Jahre andauernde Beziehung beendet, die sie so verteidigt hatte... und auch die Katzen da gelassen, wo sie waren, ist wieder umgezogen... und hat das Leben entdeckt, Kampfsport gelernt und abends gefeiert... und dann hat sie diesen Mann kennengelernt... plötzlich gab es Geheimnisse, keine stundenlangen Telefonate mehr mit unserer Mutter, keine ausführlichen Stadtbummel mehr mit ihr, keine BEsuche bei mir, keine Feierpartys und Austritt aus dem Kampfsportverein... dann kam sie zu mir mit ihrem neuen Freund... und ich fand mich in einem Verhör wieder... er fragte mich aus, wi ees nur ging... meine Schwester sagte gar nichts mehr... kaum noch jedenfalls... das Gefühl des Ausfragens gab ich auch meinen Eltern wieder, die ihn zuvor kennengelernt hatten und eigentlich fanden, das er erfrischend war, nicht so stumm wie der Freund davor.. ich aber fand seine Ausfragerei extrem unangenehm... nun, sie wurde immer seltsamer... tat Dinge (wie die 5. Schlage kaufen bei einem sehr schlanken finanziellen Budget), di emeine Eltern au fdie Palme brachten... sie war volljährig und aus dem Haus aber sie brauchte unsere Eltern ncoh sehr... das nahm ihr feiner Freund auch gerne an, der keine Arbeit hatte und - wie sich im Nachhinein herausstellte - auch noch vorbestraft war, im Gefängnis gesessen hatte, bereits mit 24 Jahren! - sie weinte schon sehr am TElefon manchmal, wenn sie mich anrief, weil unser Vater mal wieder am Telefon ihre Prioritäten kritisierte aber ich hatte für ihre ARt auch irgendwie kein Verständnis... na ja... sie heiratete ihn sehr kurzfristig, wo sie uns halbherzig einlud (mitten in der Woche im Wínter, da kann man ja mal sagen, das das eine etwas... ungünstige Zeit ist...)... , den Ring dufte sie unserem Vater vorher nicht zeigen, was ihm sehr weh tat, der Typ nahm den Namen meiner Schwester an, was meinem Vater erst auffiel, als er die Heiratsurkunde mit diesem Namen unterschrieb (am liebsten wär ihm die Kamera aus der Hand gerutscht ) ... unsere Eltern schenkten dem Paar Geld in der besten Absicht... es dauerte noch einen MOnat und dann meldete sich meine Schwester nicht mehr... Telefonate wurden erst kurz angebunden beendet (Papas 60. Geburtstag absagen mit den Worten, sie seien zum Schwimmen verarbredet...)... dann blieben sie ganz aus... die Telefonnummer wurde geändert, sie zogen mehrfach um ohne, das wir es wußten (es das erste mal zu erleben hat wirklch sehr weh getan) aber wir fanden immer die neue Adresse heraus... wir wissen wo sie arbeitet, anfangs waren wir da, manchmal... sprachlos, ratlos, mit Bitte um Erklärung, was denn nur los sei, was passiert sei, dass sie sich nicht meldet, dass sie uns so schrecklich weh tut und einfach umzieht..., nicht erfassend, das sie NICHTS mehr will... uns keine Telefonnummer geben will... das sie ohne Worte gehen will... sie sagt immer nur "ich möchte nicht" und arbeitet krampfhaft weiter... mittlerweile (NACH 5 JAHREN!!!) habe ich kaum noch Kraft zu ihr zu gehen (eine Einkaufsfiliale) und ihr verschrecktes Gesicht zu sehen, wenn sie mich erkennt... ihre plötzliche Beschäfitgung... ich komme mir vor, als hätte ich eine ansteckende Krankheit... manchmal stehe ich früh morgens wie ein Voyeur im Auto sitzend auf dem PArkplatz und hoffe sie zu sehen... zu beobachten, wenn sie arbeitet... und könnte heulen... manchmal weine ich auch... weil ich nicht anders kann... unsere Eltern haben diese Kraft nicht mehr... sie sind älter geworden darüber und verbittert. Unser Vater spricht kaum darüber, frißt alles in sich rein, kämpft um ein frohes Leben... er ist so enttäuscht... so verbittert. Unsere Mutter hat sehr sehr viel geweint... manchmal weint sie heute auch noch... sie ist geschüttelt von Wut über sie, hauptsächlich diesen Mann, Trauer und totales Unverständnis... warum????? Heute stand ich wieder auf dem Parkplatz aber sie war nicht da.... gestern bin ich zufällig durch die Straße gefahren, wo sie wohnt... und 50 m vor ihrem Haus stand ein Notarzt und Krankenwagen und Polizeit aber recht relaxt... ich denke nicht, dass sie wegen ihr da waren aber man spinnt irgendwann rum...zumal sie eine chronische Erkrankung hat... was natürlich unsere Angst im Allgemeinen noch mehr schürt... Ich kann kaum ausdrücken wie groß meine Liebe und Sehnsucht zu meiner Schwester ist, wie unermeßlich das Unverständnis über ihr Tun und wie hilflos das Gefühl... und ich bin "nur " die Schwester... unsere Eltern sind wirklich toll und ich bin sicher, manch einer würde sich so Eltern wünschen... warum schreibe ich das alles.. vielleicht, weil ich das einfach mal alles loswerden muß... wenn ich das alles immer unseren Eltern erzähle reißen wieder Wunden auf... man hat Angst sie zu quälen... Freunde will man nicht "nerven", sie können sich das LEid nicht vorstellen und wie man weiß, hat ja ein jeder irgendwas "Nettes" in der Familie... und anderen Leute will man das nicht erzählen... man sieht förmlich dieses "na ja, irgendwas scheint schon vorgefallen sein"... auf Amazon habe ich auch mal meine Meinung zu einem Buch gegeben, das sich mit dem Thema beschäftigt... gesagt auch da, wie groß unser Leid ist und es meldeten sich Stimmen, die die Menschen unterstützen, die gehen... - das ist ja nicht das schlimmste - aber als Grund tiefsten körperlichen oder seelischen MIßbrauch festzustellen fand ich doch sehr anmaßend, diese Menschen verstehen nichts... umgehen kann ich mit dem "sie hat sich ihr weiteres Leben so ausgesucht, egal welcher Grund, sie ist genauso wenig seelisch ausgeglichen wie ihr aber sie allein kann nur wieder auf euch zugehen"... vielleicht möchte ich einfach mal Beistand oder vielleicht gibt es Menschen, die in einer ähnlichen Situation stecken... egal, ob ob Kontaktabbrecher oder Verlassener...

Ich hoffe, ich sehe meine Schwester morgen... das mit dem Krankenwagen geht mir nicht aus dem Kopf....

Wie auch immer... danke fürs Zuhören... DANKE

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1. Februar 2012 um 9:11

Kopf hoch...
Hallo cayline22,

Deine Geschichte und die Geschichte Deiner Familie / Eurer Familie hat mich sehr berührt. Vielleicht, weil ich etwas ähnliches erlebe mit meinem Bruder ... zuerst habe ich mich mit seiner Freundin sehr gut verstanden, ich dachte echt es sei eine Freundschaft - und dann als sie schwanger wurde, wurde ich abgeschoben - der Kontakt abgebrochen - es wurden Gründe vorgeschoben, die unglaubwürdig sind - ich sollte Abstand zum Kind halten (weil ich mal ein Lippenbläschen hatte - ihre Schwester hatte das auch mal, aber die mußte keinen Abstand halten) - egal was ich gemacht habe (Goldstück zur Geburt geschenkt, aber in der Karte bei einem der drei Kindesnamen einen Buchstaben falsch, weil man mir trotz mehrmaligem Nachfragen die Namen nie geschickt hat... und die Abstempelung: Sie interessiert sich nicht fürs Kind.) Mein Bruder hat das Spiel mitgespielt ... ich verstehe ja, dass er zu seiner Freundin und dem gemeinsamen Kind steht - aber da wollte ich mich nie dazwischendrängen, ich bin nicht der Feind - aber es kommt mir so vor als werde ich zum Feindbild erklärt und alle handeln so. Und das tut weh - und Dir tut weh, was bei Euch passiert.
Ich finde es sehr gut, daß Du Dich bereits in die Thematik "Funkstille" einliest - trotzdem tut es weh. Mir hat geholfen zu verstehen, daß mein Bruder so handeln darf. Es ist seine Entscheidung und es ist ok. Ich finde es schade und habe deshalb viel geweint - aber es ist nunmal so wie es ist ... und es läßt sich nicht ändern. Wir können andere Menschen nicht ändern. Was immer Menschen dazu bewegt, vielleicht Scham, vielleicht sind sie genervt, vielleicht wissen sie nicht, wie sie anders eine Grenze setzen können? Egal - es ist an uns die Entscheidung zu akzeptieren und zu respektieren.

Kopf hoch - Du hast Deine Eltern, Deinen Mann und Euren Sohn. Ihr habt ganz viel!!! Und Du hast eine Schwester, die sich grad ungewöhnlich verhält.
So liest es sich schon leichter, oder?

Auch wenn es wehtut - Du kannst Dich entscheiden ob Du
a) hauptsächlich darüber nachdenkst und traurig bist
b) siehst was Du / I hr alles habt und Dich darüber freuen!
Und so doof es klingt - wenn Deine Schwester das macht, was sie wirklich will, dann ist es doch gut für sie. Sie ist erwachsen und darf selbst entscheiden. So wie mein Bruder (auch wenn es mir weh tut ... aber er darf frei entscheiden und wenn er so glücklicher ist, so unglaublich das klingt, dann freue ich mich für ihn.).

Du hast eine Schwester, so wie ich einen Bruder habe - und wir beide haben keinen Anspruch auf unsere Geschwister - Willkommen im Club!

Auch wenn es unglaublich ist und wir es gerne anders hätten Das ändert nichts an der Realität und der Kampf gegen die Realität ist das, was mir am meisten weh getan hat... Das Hoffen, daß es besser wird, dass es anders wird. Es ist ja kaum zu glauben, daß jemand zur Familie den Kontakt abbricht oder total runterfährt. Alle Erklärungen, die man sucht scheinen nicht ausreichend zu sein für eine so harte, schwerwiegende Entscheidung.
Vielleicht ist für mich inzwischen das größere Problem, daß ich die Handlungsweise nicht verstehe ... wie geht man mit Menschen um, die man nicht versteht? Mit Toleranz ... und so bleibt nur Toleranz für das Verhalten Deiner Schwester.
Was wünscht Du Dir für Deine Schwester? Das sie glücklich ist, dass sie selbst entscheiden kann was sie will .... und das ist doch eigentlich alles so, oder?
"Unser Schmerz" ist unser Problem - nicht das Problem unserer Geschwister ... Kopf hoch - schau auf Dein Glück und in dem Du das tust bist Du doch auch das Glück Deiner Eltern!

Vielleicht hadern wir mit der Situation, weil wir es gern anders hätten - gern besser. Aber wir haben doch schon so vieles:. Du hast so vieles: Gesundheit, Deinen Mann, Deinen Sohn, Deine Mutter, Deinen Vater - Du hast eine Schwester (die sich nicht so verhält, wie man es gerne hätte) Aber ihr seid gesund und es geht Euch doch allen ganz gut.... in anderen Ländern hungern Familien - sterben Schwestern. Im Vergleich dazu es es doch viel besser... Kopf hoch! Und laß Dich überraschen, was die Zukunft bringt. Vielleicht ändert sich alles in 10 Jahren - aber es wäre schade, wenn Du bis dahin ein Magengeschwür hast wegen dem Schmerz!

Alles Gute für Dich und Deine Familie!

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3. Februar 2012 um 9:30

Hallo und guten Morgen cayline
Ich kann dich gut verstehen, das tut sehr weh!
Zwei meiner Schwestern haben auch den Kontakt zu mir und unseren Eltern abgebrochen, ohne Angabe von Gründen, wir stehen einigermaßen ratlos da. Ich habe auch große Sehnsucht nach meinen Schwestern und mein Herz blutet manchmal und ich muss viel weinen. Immer diese quälenden Fragen wie... was hab ich falsch gemacht..?

Das, was meine Vorschreiberin geantwortet hat, kann ich nur unterstreichen. Auch wenn es schwerfällt. Sie sind erwachsene Menschen und man muss sie ziehen lassen.

Versuche, dich auf dich und dein Leben und dein Umfeld zu konzentrieren. Du darfst deine Schwester vermissen, das sei dir ungenommen!
Aber du tust dir selber weh, wenn du immer wieder ihre Nähe suchst und abgewiesen wirst. Sie kann ja auch keinen (möglichen) Schritt auf dich zugehen, wenn du ihr immer wieder zu nah kommst. Offensichtlich möchte deine Schwester keinen Kontakt, und wenn du sie liebst, dann respektierst du das. Das klingt hart, ich weiss... und das ist es ja auch
wie gesagt, ich fühle echt mit dir und ich kann dir nur raten, langsam loszulassen. das geht nicht von heut auf morgen, das ist ein langer Prozess, und mit jeder Woche, jedem Monat geht es ein bisschen leichter.

MIR hat dabei auchgeholfen, dass ich mir erlaubt habe, wütend auf meine Schwestern zu sein. Was fällt denen ein? Ich finde, das haben wir nicht verdient! Und dann nicht mal nen Grund oder ne Erlärung anzugeben...! Irgendwie arm!

Alles Gute und Liebe für dich

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