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Kompliziertes Elternverhältnis

6. Mai 2018 um 10:49

Guten Tag!

Das Verhältnis zwischen mir und meinen Eltern nimmt immer absonderlichere Züge an, so dass ich mich hier mal erkundigen möchte, ob das noch normal ist oder man da was tun muss.

Zum Sachverhalt: Meine Eltern sind mitte 70 und wir haben an sich immer ein gutes und sehr enges Verhältnis gehabt. Allerdings stelle ich fest, dass vor allem mein Vater sich in den vergangenen Jahren immer mehr Dinge aufhalst, weil er offenbar Angst hat, dass im letzten Lebensabschnitt irgendwelche Dinge unbearbeitet bleiben. Also er hat praktisch einen Arbeitstag, der mit dem eines Topmanagers vergleichbar ist. Und so ganz nebenbei kümmern sich meine Eltern auch noch um unser ziemlich großes Grundstück, auf dem unsere Häuser stehen.

Problem bei der Sache: Alle Projekte, die mein Vater anleiert, kann er nicht alleine stemmen. Dabei geht es vor allem darum, dass heute ja praktisch nichts mehr ohne das Internet geht. Es sind täglich Dinge zu recherchieren, es müssen viele Briefe und Mails geschrieben werden. Allerdings haben meine Eltern mit Computern überhaupt nichts am Hut. Das bedeutet: Die ganze damit verbundene Arbeit bleibt bei mir hängen. So verbringe ich jeden Tag mehrere Stunden am Schreibtisch, um Dinge für meinen Vater zu erledigen. Dann kommt noch hinzu, dass ich viele Dinge anders regeln würde als er und vieles auch anders formulieren würde als er. Dadurch haben wir ständig eine ziemlich angespannte Situation.

Dabei muss ich ja auch noch meine eigene Arbeit zeitlich in den Griff bekommen. Seine Sachen müssen aber immer sofort passieren, weil er auch noch extrem ungeduldig ist. So gerate ich zeitlich selbst unter immer größeren Druck, weil oftmals ganze Tage ausfallen, weil urplötzlich irgendwelche Dinge geregelt werden müssen, bei denen er mich dabei haben möchte. Also es geht dabei vor allem um Immobilien wie landwirtschaftliche Flächen und Wald. Da braucht man an sich externen Sachverstand, aber dann kommt wieder hinzu, dass er anderen nicht vertraut und daher alles selbst wissen und regeln möchte.

Und bei meiner Mutter besteht das Problem darin, dass sie grundsätzlich alles mitbekommt, was ich irgendwie mache, und ich in zunehmende Erklärungsnot gerate, warum ich bestimmte Dinge so und nicht anders mache. Da spricht sie mich dann zum Beispiel ganz kleinlaut an, dass sie sich große Sorgen macht, weil sie zufällig gesehen hat, wie ich am Tag zuvor um 22.30 Uhr das Haus verlassen habe und sie daher die ganze Nacht nicht schlafen konnte. Ich habe dann gesagt, dass ich vergessen habe, Abendbrot zu essen, und daher kurz zum Dönerladen gegangen bin. Darauf entgegnet sie: "Und warum warst Du dann so schick angezogen? Zum Döneressen?"

Was soll man da nun machen?

Sebastian




 

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7. Mai 2018 um 10:52
In Antwort auf sebastiante

Guten Tag!

Das Verhältnis zwischen mir und meinen Eltern nimmt immer absonderlichere Züge an, so dass ich mich hier mal erkundigen möchte, ob das noch normal ist oder man da was tun muss.

Zum Sachverhalt: Meine Eltern sind mitte 70 und wir haben an sich immer ein gutes und sehr enges Verhältnis gehabt. Allerdings stelle ich fest, dass vor allem mein Vater sich in den vergangenen Jahren immer mehr Dinge aufhalst, weil er offenbar Angst hat, dass im letzten Lebensabschnitt irgendwelche Dinge unbearbeitet bleiben. Also er hat praktisch einen Arbeitstag, der mit dem eines Topmanagers vergleichbar ist. Und so ganz nebenbei kümmern sich meine Eltern auch noch um unser ziemlich großes Grundstück, auf dem unsere Häuser stehen.

Problem bei der Sache: Alle Projekte, die mein Vater anleiert, kann er nicht alleine stemmen. Dabei geht es vor allem darum, dass heute ja praktisch nichts mehr ohne das Internet geht. Es sind täglich Dinge zu recherchieren, es müssen viele Briefe und Mails geschrieben werden. Allerdings haben meine Eltern mit Computern überhaupt nichts am Hut. Das bedeutet: Die ganze damit verbundene Arbeit bleibt bei mir hängen. So verbringe ich jeden Tag mehrere Stunden am Schreibtisch, um Dinge für meinen Vater zu erledigen. Dann kommt noch hinzu, dass ich viele Dinge anders regeln würde als er und vieles auch anders formulieren würde als er. Dadurch haben wir ständig eine ziemlich angespannte Situation.

Dabei muss ich ja auch noch meine eigene Arbeit zeitlich in den Griff bekommen. Seine Sachen müssen aber immer sofort passieren, weil er auch noch extrem ungeduldig ist. So gerate ich zeitlich selbst unter immer größeren Druck, weil oftmals ganze Tage ausfallen, weil urplötzlich irgendwelche Dinge geregelt werden müssen, bei denen er mich dabei haben möchte. Also es geht dabei vor allem um Immobilien wie landwirtschaftliche Flächen und Wald. Da braucht man an sich externen Sachverstand, aber dann kommt wieder hinzu, dass er anderen nicht vertraut und daher alles selbst wissen und regeln möchte.

Und bei meiner Mutter besteht das Problem darin, dass sie grundsätzlich alles mitbekommt, was ich irgendwie mache, und ich in zunehmende Erklärungsnot gerate, warum ich bestimmte Dinge so und nicht anders mache. Da spricht sie mich dann zum Beispiel ganz kleinlaut an, dass sie sich große Sorgen macht, weil sie zufällig gesehen hat, wie ich am Tag zuvor um 22.30 Uhr das Haus verlassen habe und sie daher die ganze Nacht nicht schlafen konnte. Ich habe dann gesagt, dass ich vergessen habe, Abendbrot zu essen, und daher kurz zum Dönerladen gegangen bin. Darauf entgegnet sie: "Und warum warst Du dann so schick angezogen? Zum Döneressen?"

Was soll man da nun machen?

Sebastian




 

Man.... kann da nichts tun ! DU musst etwas tun. Wie wäre es mit abnabeln ?
Wen deine Eltern um die 70 sind, wirst du um die 40 sein. ... da hätte das, was jetzt passieren muss, runde 20 Jahre eher geschehen müssen. 
Deine Elten verhalten siCh übergriffig und es scheint als würdest,  du dieses Verhalten übernehmen.  Deine Eltern verhalten sich unmöglich und haben eine überzogene Erwartungshaltung an dich. Und auch du mischt dich in ihre Privatsphäre.  Es geht dich doch eigentlich nichts an, wie dein Vater Texte formuliert. 

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8. Mai 2018 um 8:15

Das Problem ist ja, dass ich mich irgendwann um die ganzen Themen kümmern muss, weil ich der Alleinerbe bin. Also kann mir das alles nicht egal sein. Zumal meine Eltern ja ständig betonen, dass sie das alles nur für mich machen...

Zum Thema "Abnabelung": Wie soll das denn genau passieren? Ich habe nun mal den Fehler gemacht, vor 15 Jahren auf dem Grundstück meiner Eltern ein Haus zu bauen, und damit bin ich nun festgelegt. Vermieten geht nicht, weil meine Eltern keine fremden Menschen auf dem Grundstück haben wollen. Verkaufen geht auch nicht, weil das Haus ja auf dem Grundstück meiner Eltern steht. Das würde ja auch das komplette Zerwürfnis bedeuten. Und einfach woanders noch mal ein Grundstück kaufen und neu bauen geht auch nicht, weil das ein Millionenprojekt wäre und die Kohle habe ich nicht. Wohnung kaufen oder mieten geht auch nicht, weil ich ziemlich viel Platz brauche, weil ich hier ja auch meine eigene Selbständigkeit betreibe. Von daher: Schwierig.

Sebastian

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8. Mai 2018 um 9:06

Okay, die Entscheidungen der Vergangenheit kannst du schwer rückgängig machen.

Du könntest dir eine Wohnung mieten, in der du lebst. Die Selbstständigkeit kannst du ja vom Grundstück deiner Eltern aus weiter betreiben. Die Frage ist, ob du das finanziell stemmen könntest. Damit hättest du wieder Privatsphäre, deine Mutter würde weniger mitbekommen. 

Dass du alles für deine Eltern machst ist wohl oder übel dein Selbstverschulden. Wer nicht nein sagen kann, der muss es lernen.
Das heißt für dich: Rede mit deinem Vater. Verabredet einen Zeitrahmen - z.B. 1x die Woche für 2 Stunden - in dem du ihm bei Schriftverkehr und ähnlichem hilfst. Alles andere - sein Ding. Wenn er sich damit nicht abfinden kann, stell dich der Konfrontation.

Das wichtigste: Lass dir kein schlechtes Gewissen einreden, dass sie alles für dich machen würden. Du hast sie nicht darum gebeten, den Zahn kannst du ihnen sofort wieder ziehen.
Also wenn sie meinen, X Projekte machen zu müssen, dann sollen sie sich Fachpersonal holen, das für sie arbeitet.
 

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9. Mai 2018 um 7:23
In Antwort auf knuffl

Okay, die Entscheidungen der Vergangenheit kannst du schwer rückgängig machen.

Du könntest dir eine Wohnung mieten, in der du lebst. Die Selbstständigkeit kannst du ja vom Grundstück deiner Eltern aus weiter betreiben. Die Frage ist, ob du das finanziell stemmen könntest. Damit hättest du wieder Privatsphäre, deine Mutter würde weniger mitbekommen. 

Dass du alles für deine Eltern machst ist wohl oder übel dein Selbstverschulden. Wer nicht nein sagen kann, der muss es lernen.
Das heißt für dich: Rede mit deinem Vater. Verabredet einen Zeitrahmen - z.B. 1x die Woche für 2 Stunden - in dem du ihm bei Schriftverkehr und ähnlichem hilfst. Alles andere - sein Ding. Wenn er sich damit nicht abfinden kann, stell dich der Konfrontation.

Das wichtigste: Lass dir kein schlechtes Gewissen einreden, dass sie alles für dich machen würden. Du hast sie nicht darum gebeten, den Zahn kannst du ihnen sofort wieder ziehen.
Also wenn sie meinen, X Projekte machen zu müssen, dann sollen sie sich Fachpersonal holen, das für sie arbeitet.
 

Das wollen sie ja nicht, weil sie anderen nicht vertrauen.

Meinte Mutter war früher immer der Meinung, sie muss unbedingt bei mir saubermachen, weil ich zu wenig mache. Dann habe ich irgendwann eine Saubermachfirma beauftragt, die einmal pro Woche bei mir vier Stunden arbeitet. Die Mitarbeiterin erscheint jeweils Dienstags. Und was ist das Ende vom Lied? Montags geht meine Mutter durchs Haus und macht sauber, damit die Putzfrau keinen schlechten Eindruck bekommt.

Es ist wirklich zum Heulen...

Sebastian

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9. Mai 2018 um 9:19

Ehrlich gesagt: Daran bist auch du Schuld. 

Wenn du deine Grenzen deinen Eltern gegenüber nicht verteidigt, wer dann? Nehme deiner Mutter den Schlüssel weg, wenn sie nicht hören will - Problem gelöst.

Wenn dich die Angelegenheit wirklich stört, musst du auch etwas dagegen unternehmen. Vom nichts tun wird es sicher nicht besser.

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9. Mai 2018 um 12:06
In Antwort auf knuffl

Ehrlich gesagt: Daran bist auch du Schuld. 

Wenn du deine Grenzen deinen Eltern gegenüber nicht verteidigt, wer dann? Nehme deiner Mutter den Schlüssel weg, wenn sie nicht hören will - Problem gelöst.

Wenn dich die Angelegenheit wirklich stört, musst du auch etwas dagegen unternehmen. Vom nichts tun wird es sicher nicht besser.

Aber hallo!

Das hört sich jetzt alles radikal an, ist aber nötig:

Stell dich auf eigene Beine!

Verabredet genau die notwendigsten Tätigkeiten für deine Eltern, mit Zeitlimit. 

Notfalls muss dein Vater eine Hilfskraft einstellen. 

Verbiete ihnen den Zutritt in dein Haus, nur nach Abprache!

Klappt das nicht, erbitte den Schlüssel zurück!

Klappt alles nicht, vermiete dein Haus und miete dich irgendwo ein! 

Wie reagieren eigentlich deine Freundinnen auf solche Übergriffe??

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9. Mai 2018 um 20:21
In Antwort auf umminti

Aber hallo!

Das hört sich jetzt alles radikal an, ist aber nötig:

Stell dich auf eigene Beine!

Verabredet genau die notwendigsten Tätigkeiten für deine Eltern, mit Zeitlimit. 

Notfalls muss dein Vater eine Hilfskraft einstellen. 

Verbiete ihnen den Zutritt in dein Haus, nur nach Abprache!

Klappt das nicht, erbitte den Schlüssel zurück!

Klappt alles nicht, vermiete dein Haus und miete dich irgendwo ein! 

Wie reagieren eigentlich deine Freundinnen auf solche Übergriffe??

Freundinnen? Glaubst Du wirklich, dass ich sowas habe? In den seltenen Fällen, wo ich mal eine Frau zu mir locken konnte, war das natürlich sofort erledigt. Allerdings war das schon lange nicht mehr der Fall, weil ich ohnehin nicht so gut bei Frauen ankomme.

Sebastian

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10. Mai 2018 um 20:51
In Antwort auf sebastiante

Freundinnen? Glaubst Du wirklich, dass ich sowas habe? In den seltenen Fällen, wo ich mal eine Frau zu mir locken konnte, war das natürlich sofort erledigt. Allerdings war das schon lange nicht mehr der Fall, weil ich ohnehin nicht so gut bei Frauen ankomme.

Sebastian

Oh,

dann tu doch  was dafür!

Geh unter Leute, suche Kontakte. 
Jeder ist liebenswert. 

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