Home / Forum / Meine Familie / Komme mit meiner Mutter nicht mehr klar

Komme mit meiner Mutter nicht mehr klar

21. Oktober 2008 um 12:49

Kurze Vorgeschichte:
Mein Vater ist gestorben als ich 8 Jahre alt war, mittlerweile bin ich 31. Meine Mutter hatte seitdem einige neue Beziehungen zu Männern, mit denen ich allesamt bestens klar gekommen bin. Problem ist nur der aktuelle Freund, mit dem sie schon über 11 Jahre zusammen ist. Er ist damals ziemlich schnell bei uns eingezogen. Die erste Zeit dieser Beziehung wohnte ich noch zu Hause, was zu erheblichen Spannungen zwischen mir und ihm geführt hat. Meiner Meinung nach wollte er meine Mutter für sich alleine und hat mich nur als Störfaktor empfunden. Ansonsten trat er gegenüber mir immer ziemlich muffelig auf und beschränkte Gespräche mit mir auf das allernötigste. Für Gespräche oder Argumenten zu diesem Thema war meine Mutter überhaupt nicht offen. Die Situation entspannte sich dann zunächst halbwegs als ich vor 9 Jahren auszog und meine erste eigene Wohnung in ca. 20Km Entfernung nahm. Das hat dann allerdings dazu geführt, dass meine Mutter und Ich uns ziemlich voneinander entfernt haben. Das war für mich auch kein größeres Problem, schließlich wollte ich auch mein eigenes Leben leben. Ich habe sie zwar weiterhin regelmäßig besucht, war dann aber aufgrund des Verhaltens ihres Freundes immer froh, wenn ich wieder nach Hause fahren konnte.
Meine heutige Ehefrau lernte ich dann vor 7 Jahren kennen. Leider mussten wir damals aufgrund der räumlichen Distanz eine Fernbeziehung über 500Km führen. Dabei kam es bereits zu ersten Spannungen mit meiner Mutter, da ich es meist vorgezogen habe an Feiertagen und sonstigen Anlässen zu ihr zu fahren. Z. B. bin ich an Weihnachten Heilig Abend bei meiner Mutter gewesen und habe mich direkt am 1. Feiertag zu meiner Freundin und ihrer Familie verdrückt. War mir so auch immer lieber als zuviel Zeit mit dem Freund meiner Mutter verbringen zu müssen.
Nach Beendigung meines Studiums vor 4 Jahren habe ich dann aus denn genannten und auch beruflichen Gründen meine Heimat verlassen und bin mit meiner Freundin in einer völlig neuen Region, die fast ziemlich genau zwischen unseren alten Wohnorten liegt, zusammengezogen. Natürlich haben sich die Heimatbesuche damit weiter reduziert, man war nun ja auch froh, dass man nicht mehr soviel in der Gegend rumfahren musste. Schlussendlich hat das alles zu einem handfesten Streit mit meiner Mutter geführt. Meine Freundin und deren Familie wären ja viel wichtiger so ihr Vorwurf, wahrscheinlich hat sie auch gedacht, dass meine Freundin ihr den Sohn weggenommen hat. Einwände gegen ihren Freund und meiner Abneigung gegen ihn wollte sie natürlich nicht gelten lassen. Letzendlich hat dies dazu geführt, dass Sie meine Freundin nicht mehr sehen wollte und auch keinen Wert mehr darauf gelegt hat, dass ich sie bei Heimatbesuchen mitbringe. Besuche bei uns hatte sie seitdem auch eingestellt. Das hat meine Freundin natürlich stark gekränkt, da ihr immer an einem guten Verhältnis zu meiner Mutter gelegen war. Daraufhin bin ich dann ab und zu immer mal alleine hingefahren.
Anfang letzten Jahres sind wir dann stolze Eltern eines kleinen Sohnes geworden und haben wenig später auch geheiratet. Nun wollte meine Mutter natürlich ihre Omafreuden einfordern und auch wieder regelmäßig zu Besuch kommen. Dies haben wir auch zugelassen, damit unserem Kleinen nicht die Oma vorenthalten wird und es keinen weiteren Stress mit meiner Mutter gibt. Ihren tollen Freund bringt sie natürlich auch immer ohne uns zu fragen wieder mit. Wir sind sogar mit dem Kleinen in regelmäßigen Abständen wieder zu ihr gefahren, obwohl sich unsere Begeisterung dazu ziemlich in Grenzen gehalten hat. Ein Gespräch oder gar eine Entschuldigung zu der damaligen Situation hat es nie gegeben.
Nun zum aktuellen Problem. Meine Mutter war und ist schon immer sehr bestimmend gewesen. Über die Länge ihrer Besuche bei uns entscheidet grundsätzlich sie und wenn sie eine Woche kommen will, dann macht sie das auch, ob uns das passt oder nicht. Wenn man mal die Frechheit besitzt und etwas dagegen einwendet, artet das gleich in Streit aus, zu dem es nun auch mal wieder gekommen ist. Demnächst ziehen wir von unserer 3-Zimmer Wohung in ein kleines Einfamilienhaus. Hier hat sie uns nicht nur unsere Hilfe angeboten, sondern gleich bestimmt wann sie mit ihrem Freund kommt und wieder fährt und sie dann in der Zeit unser neues Gästezimmer in Beschlag nehmen. Da weder sie noch ihr Freund für handwerkliche oder anstrengende Tätigkeiten zu haben sind, soll sich ihre Hilfe auch nur aufs putzen beschränken. Wir hatten eigentlich die Eltern meiner Frau um Hilfe gebeten, da mein Schwiegervater vor allem handwerklich einiges auf dem Kasten hat und wollten diese dann auch bei uns entsprechend unterbringen. Als ich meine Mutter dann gebeten habe, nur für drei Tage zu kommen, war sie daraufhin mal wieder tödlichst beleidigt. Ohne mich zu fragen hat sie dann eine Ferienwohnung in der Nähe angemietet. Dann hilft sie uns halt in den ersten 3 Tagen und hat den Rest der Woche dann Zeit, sich um unseren Kleinen zu kümmern war ihr Kommentar dazu. Darüber haben wir uns natürlich auch wieder ziemlich geärgert, haben aber weiter dazu nichts gesagt, um nicht einen weiteren Streit zu provozieren.
Es gab nun aber trotzdem wieder Zoff, als es am letzten Wochenende am Telefon auf das Thema "Weihnachten" kam. Da wir im letzen Jahr bereits bei den Eltern meiner Frau waren, war sie nun davon ausgegangen, dass wir zu ihr kommen. Das haben wir aber absolut nicht vor. Meiner Frau ist es absolut wichtig, Weihnachten bei ihrer Familie zu verbringen, da sie eh schon immer viel Heimweh hat und sich das ganze Jahr darauf freut. Da ich auch gerne mit meinen Schwiegereltern und der restlichen Familie meiner Frau zusammen bin, kann ich das absolut nachvollziehen und wollte ihr diesen Wunsch auch gerne erfüllen. Weihnachten bei meiner Mutter war in den letzten Jahren nichts besonderes mehr. Den Tannenbaum hat sie schon vor Jahren abgeschafft und als sie einmal mit ihren Geschenken unzufrieden war, hat sie auch diese abgeschafft. Meistens hat man dann nur noch schön gegessen und hinterher zusammen Karten gespielt. Theoretisch hätte man dies auch an jedem X-beliebigen Wochenende unter dem Jahr machen können, mit Weihnachten hatte das nix mehr zu tun. Sie hat nun zwar gesagt, dass sie für unseren Kleinen die weihnachtlichen Traditionen wieder aufleben lassen will, dass konnte ich aber ja auch nicht riechen. Jedenfalls ist sie mal wieder tödlichst beleidigt. Ich werde nur noch als undankbarer Sohn hingestellt und meine Familie wäre mir ja überhaupt nicht mehr so wichtig.
Ich weiß nun absolut nicht mehr, wie es weitergehen soll. Sicherlich habe ich meine Mutter nun sehr negativ dargestellt, was vielleicht auch ungerecht ist. Sie hat auch immer viel positives für mich getan. Soll ich deshalb aber auf ewig den dankbaren Sohn spielen und mir alles gefallen lassen? Ich habe auch Angst, dass die ganze Situation irgendwann einmal meine Ehe/Beziehung gefährdet und die möchte ich nun wirklich nicht aufs Spiel setzen. Meine Mutter ist nur so starrköpfig und keinerlei Argumenten zugänglich......
Hat hier jemand eine Meinung oder passende Argumente dazu? Würde mich freuen!

Mehr lesen

21. Oktober 2008 um 22:11

Du sollst nicht den dankbaren Sohn spielen,
natürlich bist du dankbar, dass deine Mutter dich aufgezogen hat. Das gibt ihr aber nicht
das Recht euer Leben zu bestimmen. Was du mal dringend tun solltest, deine/eure!!!!
Bedürfnisse klar zu äußern. Das muß deine Mutter nicht verstehen. Dein Bravsein um des lieben Friedens willen hilft letztendlich keinem. Du bist als allererstes Partner deiner Frau, Vater deines Kindes, nicht zu vergessen deine eigenen Bedürfnisse. Und erst in der zweiten Linie bist du der Sohn deiner Mutter und mußt es aushalten, dass sie nicht alles mag , was du für euch möchtest. Findet Kompromisse, auch was Weihnachten be-
trifft. Wenn deine Mutter keinen Argumenten zugänglich ist, dann ist das ihre Sache.
Lieben Gruß
Melike

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Teste die neusten Trends!
experts-club