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Komme mit meinem Sohn (15) überhaupt nicht mehr klar

21. Oktober 2005 um 9:59

hallo zusammen,
ich bin 36 jahre jung und habe eine zwölfjährige Tochter und einen fünfzehnjährigen Sohn. Mit meiner Tochter führe ich nur ab und zu Diskussionen über die Dauer ihrer Telefongespräche oder über andere Kleinigkeiten. Aber mit meinem Sohn komme ich seit ca. einem drei viertel Jahr überhaupt nicht mehr aus. Er hält sich einfach nicht an Regeln. Wenn ich ihm sage er soll um 23uhr spätestens zu Hause sein, kommt er um halb zwölf und behauptet die Bahn verpasst zu haben. Daraufhin gib ich ihm drei Tage Hausarrest und er haut einfach ab wenn ich es nicht merke. Mittlerweile steigt er sogar schon Nachts aus dem Fenster und kommt erst Morgens zurück. Ich weiß einfach nicht mehr weiter, ich hab das Gefühl er versucht die drei Jahre möglichst schnell rumzukriegen, damit er dann sofort ausziehen kann. Darüber bin ich sehr traurig und versuche ihm das auch zu erklären aber er stellt die Ohren sofort auf Durchzug wenn ich nur eine Bemerkung in diese Richtung mache. Auch höre von seinen Lehrern dass er sich seinen Mitschülern gegenüber und auch den Lehrern selber äußert Agressiv verhält. Vor knapp zwei Monaten hat er schon eine Anzeige wegen Körperverletzung gehabt, ich habe Angst das er jetzt kriminell wird. Ich verstehe nicht warum er so geworden ist, ich habe ihm höchstens mal eine Ohrfeige gegeben wenn ich nicht mehr weiter wusste. Danach war ich jedesmal furchtbar deprimiert über meine Reaktion. Meinen Lebensgefährten ( er ist nicht der Vater meiner Kinder) behandelt er wie Luft und lässt sich von ihm noch weniger sagen als von mir. Meine Tochter hat ein gutes Verhältnis zu ihm und sieht ihn sogar schon ein wenig als ihren Vater an. Ich wollte immer das wir wie eine Familie werden, aber mein Sohn kapselt sich ab und gibt mir das Gefühl eine Fremde für ihn zu sein. Ich bin total verzweifelt und kann so einfach nicht mehr weitermachen. Es muss sich endlich etwas ändern. Macht oder hat vielleicht jemand ähnliche Erfahrungen wie ich gemacht? Ich würde mich über Tips oder Erfahrungsberichte sehr freuen!
Beate

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21. Oktober 2005 um 11:30

Liebe Beate,
da kommt einiges zusammen.

Das Thema ist sehr komplex und ich kann nur ansatzweise dein Problem erkennen, denn dazu ist der Text einfach nur kurz. Aber ich kann dir sagen, dass ich deine Gefühle und die Zwickmühle in der du dich befindest, sehr wohl hineinversetzen kann.

Mein Sohn ist zwar erst 13, aber das macht in diesem Fall nichts.

Als allererstes denke ich, dass dein Sohn sehr frustriert ist und seinem Frust dadurch Luft macht, indem er *unangenehm* auffällt. Das ist aber nichts anderes als Aufmerksamkeit auf sich und seine Belange zu ziehen.

Es geht auch nicht darum, dass du ihm *höchsten mal eine Ohrfeige* verpasst hast, sondern darum, wie ihr im Allgemeinen miteinander umgeht.

Druck erzeugt Gegendruck und bei euch scheinen sich die Fronten schon so verhärtet zu haben, dass es früher oder später zum Knall kommt... zum richtigen Knall !

Ich weiß nicht wie lange du mit deinem Lebensgefährten zusammen bist und ich weiß nicht in welchem Verhältnis er zu seinem Vater und umgekehrt steht. Feststeht jedoch, dass dein Sohn eine Orientierung sucht. Ein Leitbild, ein Idol einen Held.

In der Pubertät tun sich die Buben sehr schwer, denn sie wollen sich abnabeln, weg vom Mutterschoß und eben anders sein als ihre Eltern. Mit einer Mutter ist das so eine Sache. Das Verhältnis wird immer mal wieder erschüttert, weil Mütter es eben auch *nur gutmeinen* und meistens zuviel des *Guten* tun. Jetzt werden die Väter enorm wichtig, weil sie eine Kraft darstellen und vermitteln, die wir Mütter überhaupt nicht kennen und sie so in, für Söhne zumindest, die falsche Bahn lenken.

Dass er deinen Lebensgefährten wie Luft behandelt zeigt, dass er ihn als Leitbild nicht akzeptiert. Ein Lebensgefährte kann in den wenigsten Fällen wirklich Vaterersatz sein, weil es auch um die Konkurrenz geht zwischen Lebensgefährten und Sohn geht. Sie *buhlen* beide um deine Aufmerksamkeit und um deine Gunst.

Und genau da ist der Knackpunkt !

Du kannst 2 Dinge nicht auf den ein und den selben Platz stellen und musst dich entscheiden, wer in der *vordersten Reihe* steht. Er fühlt sich zurückgesetzt und erlangt durch seine Aktionen, dass er im Fokus deiner Aufmerksamkeit steht. Denn du registriest jede noch so kleine Aktion und *bauscht* sie auf zu einem riesen Ding. Somit hat er genau das erreicht was er wollte.

Hier gilt es, diesen Teufelkreis zu durchbrechen.

Ich denke eine fachliche Beratung wäre genau das richtige. Es ist keine Schande sich Hilfe zu holen. Außenstehende sehen sehr viel mehr als man selber. Selber schaut man nur auf das Problem und erkennt nicht, was dahintersteckt. Auch ist es wichtig sein eigenes Verhalten von anderen analysieren zu lassen. Es sind oft nur kleine Dinge, die verändert werden müssen.

Ich verstehe dich sehr sehr gut, weil ich zur Zeit auch meine Herausforderungen mit meinem Sohn habe. Oft rasseln wir wegen Dinge zusammen, die normalerweise keinGrund sind, sich so zu zoffen.

Aber bei uns haben sich die Fronten noch nicht derart verhärtet, dass wir nicht mehr miteinander reden können. Wichtig wäre ihm zu vermitteln, dass dein Lebensgefährte keine Konkurrenz ist. Du liebst doch deinen Sohn !? Dann wirst du ihm auch erklären können, dass die Liebe zu ihm eine andere ist als die zu deinem Lebensgefährten.

Er soll und muss ihn auch nicht als Vater akzeptieren, sondern nur als deinen jetzigen Partner, der dir aber auch wichtig ist.

Ganz ganz wichtig ist aber auch, dass dein Lebensgefährte sich dessen bewusst ist, dass er den Vater nicht ersetzen KANN. Er kann ihm Freund sein, aber nicht der Vater und so muss er sich auch verhalten. D.h. er hat sich nicht als seinen Vater aufzuspielen. Du bist Ansprechpartner für alle Belange und wenn du das deinem Lebensgefährten vermitteln kannst, nimmst du auch die Brisanz aus der Sache.

Du bist dann stark, wenn du klare Grenzen setzt. Gegenüber deinem Lebensgefährten, gegenüber deinem Sohn und gegenüber dir selber.

Das ist meine ganz persönliche Meinung, die ich mir aufgund deines kurzen Textes bilden konnte. Mag sein, dass ich komplett falsch liege. Aber ich glaube eher nicht.

Alles Gute

Erdbeermarmelade

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23. Oktober 2005 um 14:58

Du hast gar nichts falsch gemacht
in diesem alter hast du nur mehr wenig einfluss auf ein kind
ich weiss es von mir selbst, denn es ist erst9 jahre her das ich auch 15 war. wir sind 3 kinder gewesen und ich war davon das schwierigste. meine geschwister waren beide brav nur ich nicht. also kann es nicht an meinen eltern gelegen haben, sondern an mir. wenn dein sohn auf die schiefe bahn gerät, kannst du nicht viel tun. du kannst nur hoffen, das er wieder auf richtige gleis kommt. es ist ein schwieriges alter. man möchte unabhängig sein und erwachsen und trotzdem verhält man sich ganz unvernünftig und verantwortungslos. man glaub alles zu wissen und die eltern wollen einen jeden spass verderben. so wars bei mir. meine eltern waren nur spielverderber und altmodisch und ich hab mich auch völlig abgekapselt. du siehst aber, das du deinen sohn nicht halten kannst. er haut dann einfach ab, wenn die luft rein ist. er wird älter werden und mit der zeit auch drauf kommen, das das was er macht nicht gut ist. und als mutter kann man ja auch nichtimmer alles richtig machen.

ich hatte als ich 15 war einen freund der 30 war. meine eltern waren natürlich total dagegen, aber ich hab den geliebt und hab mir nichts sagen lassen. je mehr sie mich gegen ihn aufhetzen wollte, desto mehr trieben sie mich in seine arme. ich war so gut wie nicht mehr zuhause. fast schon bei ihm gewohnt. meine eltern waren nur eine plage für mich die mir mein leben verderben wollten. ich bin fortgegangen hab geraucht gesoffen und meinen spass gehabt. heute bin ich ne ganz normale frau, die weder raucht noch trinkt und 2 liebe kinder und nen mann hat. wenn ich jetzt daran zurück denke, dann tun es mir leid, was ich meinen eltern angetan habe. und ich kann sie gut verstehen. und ich denke oft "mein gott warst du dumm". aber ich musste das alles durchmachen. ich musste diese erfahrungen machen. ich wär auch fast auf die schiefe bahn geraten. aber ich hab das gebraucht um erwachsen zu werden. ich hätte niemals auf meine "altmodischen" eltern gehört, obwohl sie immer recht hatten.

lass deinen sohn, du kannst ihn ja sowieso nicht aufhalten. gib ihm nur das gefühl, das du ihn trotz allem liebst und für ihn da bist. das gefühl, das er dir nicht egal ist.

"wenn kinder klein sind gib ihnen wurzeln - wenn kinder gross werden gib ihnen flügel!"

lg
lizzi

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24. Oktober 2005 um 11:23

Kommt mir das bekannt vor....!!!
Ich war mit 15 genauso, zu spät nach hause kommen, Hausarrest ignorieren, Nachts aus dem Fenster klettern....

ich hatte damals einen Freund, von dem meine Eltern nichts wußten und bei hausarrest musste ich ihn doch trotzdem sehen .

Inn der schule hab ich auch stark nachgelassen und war ziemlich frech zu meinen Lehrern.

Das alles hat sich gezogen bis ich mit 17 meine Ausbildung angefangen habe, dann bin ich wohl verbünftig geworden...heute hab ich eigentlich ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern!!!

mach dir nicht zuviele sorgen das liegt am alter und wird auch wieder besser!!!

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17. Oktober 2005 um 7:18

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