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Knatschig und uneinsichtig

5. März 2006 um 21:08

Hallo, nach einiger Sucherei und verzweifelten letzten Monaten, bin ich auf die Idee gekommen mir ein diskussionsforum zu suchen, um evtl. Hilfe finden zu können, bzw. mit gleichgesinnten mich austauschen zu können.

Die Vorgeschichte ist etwas komplex, aber für den Anfang versuche ich mich kurz zu fassen und aufs wesentliche zu beschränken.

Ich habe einen 6 jährigen Sohn, der seit einem halben Jahr zur Schule geht. Als mein Sohn 4 Jahre alt war, habe ich mich vom Kindesvater getrennt.

Über ein Jahr später lernte ich einen Mann kennen und lieben und habe nach langem reiflichen Überlegen beschlossen, die beiden miteinander bekannt zu machen.

Mein Sohn besucht seinen Vater regelmässig aller 14 Tage am WE und geriet somit auch in regelmässigen Kontakt mit der neuen Frau seines Vaters. Beide haben sich relativ wenig um ihn gekümmert und versucht mit Geschenken und ewigen Freiräumen ihn zu beschäftigen, bzw. durfte sich dann der 14 jährige Sohn der neuen Frau sich um meinen Sohn kümmern.

Seit ca. 5 Monaten schwankt diese Ehe und mein Sohn besucht nicht mehr seinen Vater aber die Großeltern väterlicher Seits, wo der Vater stets seinen Sohn besuchen kann. Diese regelung wurde getroffen, damit der kleine nicht erneut in Trennungsprobleme mit reingezogen wird.

Ich selbst habe mich die ersten 3 jahre nur relativ wenig um meinen Sohn gekümmert da ich werktätig war und er überwiegend bei den Großeltern aufwuchs. Wenn ich dann am WE zeit hatte fühlte ich mich wohl überfordert mit meiner Mutterrolle bzw. sah ich damals noch nicht, das ein Kind mehr Zuwendung benötigt, als Verpflegen und einkleiden.

Es fehlte also meinem Sohn viel an Aufmerksamkeit bzw. gemeinschaftlichen Unternehmungen. Trotzallem hatte ich einen sehr freundlichen und kontaktfreudigen Jungen der sozial und auch geistig nicht auf der Strecke geblieben ist.

Als ich mit meinem Sohn allein in eine Wohnung zog erkannte ich, wie schön die gemeinsame Zeit mit meinem Sohn ist und beschäftigte mich viel intensiver mit ihm.

Nun, wo ich meinen neuen Freund habe strömen Probleme noch und nöcher auf uns ein.

Mein Sohn ist wirklich täglich mit allem unzufrieden, ständig am knatschen wenn er dies oder jenes nicht bekommt, erfreut sich kaum noch an Dingen die wir mit ihm unternehmen, findet nie ein Ende und bockt rum wenn er nicht bekommt was er will.

Ich habe schon eine Erziehungsberatungsstelle aufgesucht, aber so richtig komme ich nicht weiter. Sie meinte, da es in der Familie väterlicher Seits nie Regeln gab und er alles durfte müsste ich konsequenter werden. Das sieht bei ihr so aus, das in erster Linie das fernsehen und playstation spielen aufs minimale reduziert werden soll.

Klare Regeln und Anweisungen soll ich dem Kind geben, was mir auch fast immer gelingt, aber trotzallem nichts nützt. Denn er bockt zum ersten mal wenn er früh aufsteht und fern sehen will aber nicht darf und hört abends auf, wenn ich ihn, aus was für gründen auch immer, mal keine Geschichte vorlesen lasse.

Ständig ist er am knatschen. Heute waren wir auf dem Trödelmarkt. Er hat sich gefreut aber ich habe ihm von Anfang an gesagt, es kann sein das es keine Stände weiter gibt, da die Wetterverhältnisse einfach nicht gut genug dafür waren. Er wollte trotzallem hin und schauen. Das ende vom Lied, er knatschte erneut rum und bockte, weil kaum noch ein Stand geöffnet war.

Natürlich geraten mein Freund und ich ständig aneinander weil er immer meint, all das gute Reden nützt bei meinem Sohn nichts da er uneinsichtig wäre und uns auf den Nerven rumtrampel. Ständig führen wir Diskussionen bis wir am Ende alle Streit bekommen, weil keiner zufrieden ist. Es sei denn wir geben nach einem langen tag nach und er bekommt seinen willen, dann haben wir ein zufriedenes Kind aber wir sind bereits total entnervt.

Mein Freund meint immer, der Junge braucht mal eine gewaltige auf den Hintern. Ich sträube mich natürlich dagegen und versuche viel mit erklären, in der Hoffnung das es mein sohn irgendwann doch mal versteht und auch einsieht. Auch gegen verbote wehre ich mich, da ich immer das Gefühl habe meinen Sohn bestrafen zu müssen, was die Eltern väterlicher Seits verbockt haben, bzw. was ich die ersten 3 Jahre seines Lebens nicht so als wichtig betrachtet und versäumt habe.

Kann mir jemand vielleicht einen Tip geben wie ich meinen Sohn dazu bewege wieder fröhlich durchs leben zu gehen ohne ständig zu knatschen oder bockisch zu sein? Die Wochenenden strengen nur noch an und belasten nicht nur das Familienleben sondern auch der Kontakt zwischen Sohn und meinem Freund und natürlich auch meine Beziehung zu meinem Freund.

Ich hoffe, es meldet sich jemand auf meinen Beitrag und kann mir helfen.

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6. März 2006 um 10:43

Wie du schon schreibst....
ist von Anfang an viel daneben gegangen!Ich weiß auch nicht genau wie man es ändern könnte,nur mir fällt schon auf das du dauernd schreibst:mein Freund und ich,mein Freund und ich,mein Freund und ich...

Kann es nicht doch sein das dir dein neuer Freund vielleicht wichtiger ist als dein Sohn??? Und das es das ist,warum dein Sohn sich so benimmt???

Ich will dich nicht kritisieren,aber ich spreche aus eigener Erfahrung.Als ich ein Kind war,hatte meine Mutter auch einen neuen Freund und ich war ihr auf einmal komplett egal!!! Hauptsache sie hatte genug Zeit mit ihm!

Ich würde versuchen vielleicht öfter mal etwas mit deinem Sohn alleine zu unternehmen!Kann ja wirklich sein das er eifersüchtig ist!Ich denke es kann schon sein,das er sich ziemlich alleine fühlt!

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6. März 2006 um 11:26
In Antwort auf tamar_12888716

Wie du schon schreibst....
ist von Anfang an viel daneben gegangen!Ich weiß auch nicht genau wie man es ändern könnte,nur mir fällt schon auf das du dauernd schreibst:mein Freund und ich,mein Freund und ich,mein Freund und ich...

Kann es nicht doch sein das dir dein neuer Freund vielleicht wichtiger ist als dein Sohn??? Und das es das ist,warum dein Sohn sich so benimmt???

Ich will dich nicht kritisieren,aber ich spreche aus eigener Erfahrung.Als ich ein Kind war,hatte meine Mutter auch einen neuen Freund und ich war ihr auf einmal komplett egal!!! Hauptsache sie hatte genug Zeit mit ihm!

Ich würde versuchen vielleicht öfter mal etwas mit deinem Sohn alleine zu unternehmen!Kann ja wirklich sein das er eifersüchtig ist!Ich denke es kann schon sein,das er sich ziemlich alleine fühlt!

Etwas richtig stellen möchte
erst einmal vielen lieben dank für eure Beiträge.

Es mag vielleicht ungünstig rüber gekommen sein, dass mein neuer Partner mir wichtiger sei, als mein Sohn. An dem liegt es gar nicht. Im Gegenteil. Ich gehe sehr viel auf meinen Sohn ein und stelle Bedürfnisse meines Partners doch weit hinten an.

Wenn mein Sohn also mit mir zusammen spazieren gehen möchte, mein Partner aber dafür kein Interesse hat, denn gehe ich auch mit meinem Sohn spazieren. Genau wie mein Partner auch meint, er könne mit 6 Jahren allein zum Fussball gehen und ich wäre ja nicht co-Trainer so das ich ständig dabei sein müsste ... auch da setze ich mich dagegen durch und werde solche Momente weder mir noch meinem Sohn nehmen.

Was die Geschichte mit dem vorlesen betraf, so ging ich hin und wieder Kompromisse ein. Mein Sohn wollte gern mit spazieren gehen, wenn der Hund abends nochmal Gassi gehen muss. Ich sagte ihm daraufhin, dass wenn wir spazieren gehen, es zu spät wird um anschliessend auch noch eine Geschichte vorlesen zu können.

Ich weiss, ich müsste viel mehr Geduld aufbringen, denn das was ich fast vier Jahre lang versäumt habe, kann ich nicht in drei Monaten wieder gut machen. Aber es scheint eben alles viel schlimmer zu werden.

Und das mein Partner über meinem Sohn steht stelle ich in Frage wenn meine Überlegung dahin tendiert die Beziehung zu beenden, wenn er Schläge als Lösungswege betrachtet, anstatt mit uns Geduld aufbringen zu können.

Am allein sein kann es eigentlich auch nicht mangeln. Im Gegenteil. Ich glaube manchmal ihn zu sehr an mich zu binden um verlorene Zeit aufarbeiten zu können. Was sicher auch nicht der richtige Weg ist.

Es scheint so verzwickt zu sein.

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9. März 2006 um 18:02
In Antwort auf chania_12877311

Etwas richtig stellen möchte
erst einmal vielen lieben dank für eure Beiträge.

Es mag vielleicht ungünstig rüber gekommen sein, dass mein neuer Partner mir wichtiger sei, als mein Sohn. An dem liegt es gar nicht. Im Gegenteil. Ich gehe sehr viel auf meinen Sohn ein und stelle Bedürfnisse meines Partners doch weit hinten an.

Wenn mein Sohn also mit mir zusammen spazieren gehen möchte, mein Partner aber dafür kein Interesse hat, denn gehe ich auch mit meinem Sohn spazieren. Genau wie mein Partner auch meint, er könne mit 6 Jahren allein zum Fussball gehen und ich wäre ja nicht co-Trainer so das ich ständig dabei sein müsste ... auch da setze ich mich dagegen durch und werde solche Momente weder mir noch meinem Sohn nehmen.

Was die Geschichte mit dem vorlesen betraf, so ging ich hin und wieder Kompromisse ein. Mein Sohn wollte gern mit spazieren gehen, wenn der Hund abends nochmal Gassi gehen muss. Ich sagte ihm daraufhin, dass wenn wir spazieren gehen, es zu spät wird um anschliessend auch noch eine Geschichte vorlesen zu können.

Ich weiss, ich müsste viel mehr Geduld aufbringen, denn das was ich fast vier Jahre lang versäumt habe, kann ich nicht in drei Monaten wieder gut machen. Aber es scheint eben alles viel schlimmer zu werden.

Und das mein Partner über meinem Sohn steht stelle ich in Frage wenn meine Überlegung dahin tendiert die Beziehung zu beenden, wenn er Schläge als Lösungswege betrachtet, anstatt mit uns Geduld aufbringen zu können.

Am allein sein kann es eigentlich auch nicht mangeln. Im Gegenteil. Ich glaube manchmal ihn zu sehr an mich zu binden um verlorene Zeit aufarbeiten zu können. Was sicher auch nicht der richtige Weg ist.

Es scheint so verzwickt zu sein.

Auf dem richtigen Weg
Du klingst als seist du auf dem richtigen Weg. Du hast Dir Hilfe geholt (auch wenns nicht so geholfen hat ), Du versuchst auf Deinen Sohn einzugehen, redest mit ihm, erklärst es ihm.Das ist für keinen von Euch eine leichte Zeit, umso mehr wünsche ich Dir Geduld und Ausgeglichenheit. Auch Deine Angst, Dich jetzt "zu viel" mit ihm zu beschäftigen, spricht dafür, wie konstruktiv Du Dich mit Eurem Problem auseinandersetzt.Ich würde sagen: weiter so! Wir machen alle Fehler, und Du wirst nicht immer das Richtige tun, das kann aber auch keiner von Dir verlangen, nur das Du Dich bemühst!
Alles Liebe
Andrea

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