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KITA-Streik

14. Juni 2009 um 22:31

Hallo,

ich wollte mal nach Euren Erfahrungen mit dem KITA-Streik fragen.
Wird in Eurer KITA gestreikt ? Wird die KITA an allen Streik-Tagen ganztägig geschlossen oder gibt es z.B. einen Kompromiss, dass an manchen Streiktagen zumindest den halben Tag geöffnet bleibt ? Oder dass nicht an jedem Streiktag geschlossen ist ? Oder dass es eine Notbetreuung gibt, bei der z.B. eine geringere Zahl an Erzieherinnen anwesend ist ? Seid Ihr von KITA-Leitung und / oder Erzieherinnen informiert worden, was das eigentliche Anliegen des Streiks ist ? Zeigen KITA-Leitung und / oder Erzieherinnen Verständnis für Kinder und Eltern, die durch den Streik Unannehmlichkeiten haben ?

Ich bin zwischenzeitlich sehr verärgert und meine Solidarität und mein Verständnis schwinden mit jedem Streiktag mehr....
Um Missverständnissen vorzubeugen: natürlich denke auch ich, dass Erzieherinnen einen anstrengenden Beruf haben, der viel Nervenkraft kostet und dass immer mehr Anforderungen an das Berufsbild gestellt wird. Und dass der Beruf als solches sicherlich mehr Ansehen verdient, als er hat.

Als es zu Beginn des Streiks um den geforderten Gesundheitsschutz ging, hatte ich noch Verständnis, zumindest nach der Forderung nach einem Pausenraum, in dem die Erzieherinnen wirklich in Ruhe(!!) die Gelegenheit gegeben wird, Pause zu machen. Bzgl. Gesundheitsschäden bedingt durch niedrige Stühle dachte und denke ich an Krankenschwestern, Krankenpfleger und Altenpfleger(innen), Landschaftsgärtner und Maurer und andere Berufsgruppen, die schwere körperliche Arbeit verrichten müssen, die sich ebenso gesundheitsschädlich auf den Körper auswirkt.
Nun geht es jedoch offensichtlich mehr um die Forderung nach besserer und höherer Bezahlung als um den anfänglichen Streitpunkt des Gesundheitsschutzes. Jedoch besteht bis Ende 2009 (oder 2010 ?) Friedenspflicht bzgl. Gehaltsforderungen.
Dies ist zumindest den Berichten in der Presse zu entnehmen.

In unserer KITA wurde zwischenzeitlich an 6 Tagen komplett gestreikt - Mo., Di. und Mi. wird erneut gestreikt.
Es gibt keine Notfallbetreuung mit Erzieherinnen, lediglich eine Notfallbetreuung mit Eltern, die die Kinder stundenweise beaufsichtigen. Rechtliche Dinge hierzu, wie z.B. die Haftungsfrage (wer haftet für mein Kind, wenn ihm was passiert ? oder: in wie weit und in welchem Umfang hafte ich für Kinder, denen etwas passiert, während ich die Aufsicht habe ?) sind ungeklärt und können auch auf Nachfrage nicht beantwortet werden.
Wir wurden zu keinem Zeitpunkt seitens der KITA informiert, WESHALB und FÜR WAS eigentlich gestreikt wird. Gerade bezüglich der ursprünglichen Forderung nach Gesundheitsschutz und der Erweiterung bzw. Veränderung nach Forderung von mehr Gehalt. Oder WAS verändert werden soll (im Bezug Gesundheitsschutz) - Verständnis setzt meines Erachtens ein Verstehen der Sachlage voraus.
Auf Nachfragen, wann die nächsten Streiktage sind, damit wir uns als Eltern entsprechend vorbereiten können und eine Alternativbetreuung für die Kinder organisieren können, bekamen wir lediglich Schulterzucken zur Antwort.
Zwischenzeitlich haben einige Eltern Probleme mit ihren Arbeitgebern, da ungeplant und kurzfristig Urlaub oder Tauschtage genommen werden mussten. Bei einigen ist sogar der Arbeitsplatz in Gefahr.
Hinweise darauf werden seitens der Erzieherinnen im wahrsten Sinne des Wortes belächelt (ich hatte einer Erzieherin mitgeteilt, dass wir Eltern bald dafür streiken müssen, unseren Job behalten zu können. Worauf hin sie mich schulterzuckend anlächelte.)

Mein Sohn ist zwischenzeitlich ziemlich "durch den Wind", weil der normale Tagesablauf seit Anfang Mai gestört ist. Mal wird er zu Oma & Opa gebracht (Gott sei Dank haben wir diese Möglichkeit und sind daher schon privilegiert), mal ist Mama zu Hause, mal ist Papa zu Hause, mal ist Mama zu Hause und es kommen noch andere Kinder aus dem Kindergarten. Ab und an ist dann auch der Kindergarten wieder auf. Einen normalen und verlässlichen Rhythmus gibt es seit bald 7 Wochen nicht mehr. Er leidet darunter, ist schlecht gelaunt oder sehr traurig. Mir tut der kleine Mann sehr leid, vor allen Dingen, weil ich viel Zeit damit verbringe, eine Betreuung für ihn zu organisieren. Nebenbei arbeite ich und solch alltägliche Dinge wie Haushalt, Einkauf & Co. wollen auch erledigt sein.
Dadurch, dass ich Anfang Mai nach der Elternzeit wieder zu arbeiten begonnen habe, kann ich auch nicht ohne weiteres gleich wochenweise Urlaub nehmen.
Naja, kurzum;: zwischenzeitlich bin ich ziemlich verärgert, vor allen Dingen, weil ich das Gefühl habe, dass seitens der KITA den Kindern und Eltern gegenüber Gleichgültigkeit derer Probleme besteht und keinerlei Kompromissbereitschaft, diese minimieren zu wollen.

Ich wollte einfach mal wissen, wie Eure Meinung hierzu ist, bzw. welche Erfahrungen Ihr gemacht habt.

Vielen Dank.

Liebe Grüße,
Friederike



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15. Juni 2009 um 17:14

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