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Kinder zweisprachig erziehen

31. Dezember 2007 um 22:52

Hallo zusammen,
wir möchten unsere zukünftigen Kinder gerne zweisprachig (Englisch/Deutsch) erziehen. Wir sind beide Deutsche, doch haben fast 4 Jahre im englischsprachigen Ausland gelebt und gearbeitet und sind somit fließend in der Sprache. Ich würde mit dem Kind Englisch und mein Mann Deutsch sprechen.
Ist es bedenklich, wenn die zweite Sprache keine Muttersprache ist? Wir möchten es dem Kind gern ermöglichen mit einer zweiten Sprache aufzuwachsen. Bis zu welchem Alter spricht man dann in Englisch?
Ich danke Euch.
Frohes neues Jahr!
Sandra

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1. Januar 2008 um 12:24

Hallo
Wenn du 4 Jahre im englischsprachigen Raum verbracht hast, dann dürftest du auch fließend wie ein Engländer oder Amerikaner reden, der englisch als Muttersprache gelernt hat und auch das Satz - und Sprachgefühl haben. Falls da einiges abhanden gekommen ist - was eigentlich nicht viel sein kann, dann wirst du schnell wieder wie ein Muttersprachler sprechen, wenn du wieder im Land bist....

Ich bin selber zweisprachig aufgewachsen, habe aber nie in Frankreich gelebt. Wir haben aber regelmäßig die Ferien dort verbracht und ich denke, dass ich französisch im Alltag genau so spreche, wie jemand, der dort gelebt hat. Und wenn ich mich entschließen würde, dort zu arbeiten, würde ich alle Wörter, die für die Arbeitswelt nötig wären, lernen, so dass man nach einem Jahr nicht mehr merken würde, dass ich in Deutschland aufgewachsen bin. Ich bin schon nach zwei Wochen Aufenthalt wieder drin....

Und ich würde mein Kind auch zweisprachig erziehen, wenn ich merke, dass es daran Spaß hat und gut lernt. Dafür ist mein französisch gut genug...! Und ich denke auch, dass ein französischer Kindergarten und Schule wichtig ist, damit das Kind nicht nur in der Landessprache spricht.

Und ich würde auch viele Filme (DVDs) auf englisch gucken und englische Bücher lesen, wenn du in Deutschland bist, damit du nicht ganz raus kommst. Das bringt sehr viel....

LG, Amelie

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1. Januar 2008 um 18:06
In Antwort auf polona_12268212

Hallo
Wenn du 4 Jahre im englischsprachigen Raum verbracht hast, dann dürftest du auch fließend wie ein Engländer oder Amerikaner reden, der englisch als Muttersprache gelernt hat und auch das Satz - und Sprachgefühl haben. Falls da einiges abhanden gekommen ist - was eigentlich nicht viel sein kann, dann wirst du schnell wieder wie ein Muttersprachler sprechen, wenn du wieder im Land bist....

Ich bin selber zweisprachig aufgewachsen, habe aber nie in Frankreich gelebt. Wir haben aber regelmäßig die Ferien dort verbracht und ich denke, dass ich französisch im Alltag genau so spreche, wie jemand, der dort gelebt hat. Und wenn ich mich entschließen würde, dort zu arbeiten, würde ich alle Wörter, die für die Arbeitswelt nötig wären, lernen, so dass man nach einem Jahr nicht mehr merken würde, dass ich in Deutschland aufgewachsen bin. Ich bin schon nach zwei Wochen Aufenthalt wieder drin....

Und ich würde mein Kind auch zweisprachig erziehen, wenn ich merke, dass es daran Spaß hat und gut lernt. Dafür ist mein französisch gut genug...! Und ich denke auch, dass ein französischer Kindergarten und Schule wichtig ist, damit das Kind nicht nur in der Landessprache spricht.

Und ich würde auch viele Filme (DVDs) auf englisch gucken und englische Bücher lesen, wenn du in Deutschland bist, damit du nicht ganz raus kommst. Das bringt sehr viel....

LG, Amelie

Hallo
Ich schließe mich Danielles Meinung an.

Wir erziehen unsere Tochter deutsch / englisch aber nur weil die Muttersprache meines Mannes englisch ist. Ich selber habe 7 Jahre in den USA gelebt und kann fließend englisch. Ich würde mich aber nie mit jemanden der englisch als Muttersprache hat gleichstellen. Da müßte man schon selber mit dieser Sprache aufgewachsen sein.

Ich würde es an deiner Stelle lieber mit einem mehrsprachigen Kindergarten oder Ähnlichem versuchen.

Lg,
Marion

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2. Januar 2008 um 5:34
In Antwort auf nero_12475595

Hallo
Ich schließe mich Danielles Meinung an.

Wir erziehen unsere Tochter deutsch / englisch aber nur weil die Muttersprache meines Mannes englisch ist. Ich selber habe 7 Jahre in den USA gelebt und kann fließend englisch. Ich würde mich aber nie mit jemanden der englisch als Muttersprache hat gleichstellen. Da müßte man schon selber mit dieser Sprache aufgewachsen sein.

Ich würde es an deiner Stelle lieber mit einem mehrsprachigen Kindergarten oder Ähnlichem versuchen.

Lg,
Marion

Hi!
auch ich stimme Danielle voll zu.
Wir sind 2006 nach Neuseeland gegangen,
unsere 6jaehrige geht seit Februar in die Primary School hier und quasselt nun wie ein Kiwi.
Daheim sprechen wir Deutsch.
Unsere 3jaehrige ist bei einer Tagesmutter 3Tage die Woche und mixt oft noch die Worte....
Daheim spielen sie auch in Englisch teils.
Das Gehirn ist flexibel genug bis zum 8.oder 10.Lebensjahr, um mehrere Sprachen "einfach so" aufzunehmen.
Learning by doing wuerde ich auch sagen,
doch ist Regelmaessigkeit wichtig, Alltagsgeschehen in der Sprache,
und waeren wir in Deutschland geblieben,
so haette ich eine mehrsprachige Schule/Kindergarten sicher bevorzugt. Spaeter Sprachferien, Austauschjahr.
Daheim muesste man doch sehr diszipliniert sein,
vielleicht waeren die kids auch bisserl irritiert?
Hier gibt es auch "french for fun" fuer die kids angeboten, von einer Franzoesin, of course.

Versuch macht klug.

Viel Glueck,
Charly

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2. Januar 2008 um 14:30

Würd ich nicht machen!!
Hallo Sandra!!!

Wenn englisch nicht deine Muttersprache ist dann solltest du nicht mit deinem Kind englisch reden. Es ist nich das gleiche mit einer Sprache aufzuwachsen, als sie zu erlernen. Ich bin zweisprachig aufgewachsen, meine Eltern kommen aus Spanien , so wurde zu hause spanisch gesprochen und in der Schule deutsch. Englisch kann ich sehr gut sprechen da ich im Ausland war, aber man kann es nicht vergleichen. Wenn ich spanisch spreche dann fühle ich die Sprache und wenn ich englisch spreche ist es anders. Man kann die Sprache nicht richtig vermitteln und du würdest auch deinen Akzent weitergeben.

Ich arbeite in einem englisch- spanisch Kindergarten als Erzieherin und genau diese Frage stellen uns viele Eltern. Wir raten immer davon ab englisch oder spanisch zu reden wenn ihre eigene Muttersprache deutsch ist.

Am besten zu steckst dein Kind in eine englische Kita und so kann dein Kind englisch von einem Muttersprachler lernen.

Alles gute noch.

Ana

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2. Januar 2008 um 14:46

....
hallo,

also unsere kinder wachsen zweisprachig auf, da mein mann grieche und ich deutsche bin. ich spreche nur deutsch, mein mann nur griechisch. die familie meines mannes wollte damals auch, dass ich nur griechisch mit den kindern spreche, denn das deutsche würden sie ja im umfeld (kiga/schule) lernen. ich habe das nicht praktiziert, da unser lebensmittelpunkt in deutschland ist und ich wollte, dass sie gutes und vor allem auch richtiges deutsch lernen und der allerwichtigste punkt war der, dass der kiga und auch freunde , die im lehrerberuf arbeiten, uns davon abgeraten haben. ja, selbst wenn man die sprache kann, schleichen sich akzent und auch fehler ein.

ich halte es nur für sinnvoll, wenn jemand wirklich aus dem land stammt oder ich würde einen anderssprachigen kiga vorziehen.

lg

thalia

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2. Januar 2008 um 20:48

Danke!
Hallo Ihr Lieben,

ich danke Euch für die zahlreichen Antworten. Haben mir sehr geholfen.
LG
Sandra

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6. Januar 2008 um 15:39

Also
ich hab mich zwar noch nicht detailliert mir first language acquisition beschäftigt, aber ich studiere anglistische sprachwissenschaft und ich denke nicht, dass das ein besonderes problem verursacht, nicht muttersprachler zu sein. ich weiß von vielen familien, wo zuhause vorrangig die fremdsprache gesprochen wird weil die eltern aus dem land kommen, es ist aber schon wichtig, dass das kind auch dem deutschen ausgesetzt wird, denn ich kenne auch leute die hier aufgewachsen sind und alles und deutsch nicht absolut perfekt/akzentfrei sprechen - was aber auch nicht so tragisch ist. also wnen das irgendwie gegeben ist, so würrde ich so viel englische wie möglich sprechen - auch ihr untereinander, denn mit kindern reden oder real life sprache ist doch schon was anderes. dass ihr keiner muttersprachler seid, ist meiner meinung nach irrelevant. vermutlich wird die sprachqualität nicht so perfekt, wie bei muttersprachlichen eltern, aber was solls denn? wenn die kinder später z.b. mal ein auslandsjahr oder so machen und englische bücher lesen etc. etc., ergibt sich der rest von selbst. wir sind ja in unserer muttersprache auch noch lernfähig! und eine imperfekte muttersprache ist immer noch besser als eine totale fremdsprache würd ich sagen, oder?
und das mit der eigenen sprachqualität: also mein englisch z.b. ist absolut fließend, ich hab einen ziemlich genuinen amerikanischen akzent und ich habe für das englisch ein sehr gutes sprachgefühl, mir fällt das immer wieder auf, dass ich garnicht bewusst wahrnehme, ob ich gerade irgendwas auf englisch oder deutsch gelesen habe. ich denke das geht euch genauso, also von daher dürfte eure eigene sprachqualität der eines muttersprachlers nach außen hin doch nicht entscheidend nachstehen, und wenn im semantischen bereich (spezifischer wortverwendung) ein paar ungereimtheiten sind, dann wird das ja wohl auch nicht alles ruiniern lol. und wenn ihr euch unsicher seid: es gibt massenweise gute werke zur englischen grammatik und phonetik, z.b. von der cambridge university press, da kann man immer noch ein paar unsicherheiten aufarbeiten.

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