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Kinder, Kinder...

20. Dezember 2002 um 12:15

Wem bereits als Kind die eigene Mitte ausgeredet wurde, hat die Selbstverständlichkeit, seinen eigenen Gefühlen und Empfinden zu vertrauen, nie kennen gelernt.
Es gibt Kinder denen ihre eigene Traurigkeit ausgeredet wird.
Je nach Familienideologie.
In gewissen Familien ist es verpönt, traurig oder nachdenklich zu sein.
Genauso gibt es auch das Gegenteil.
Vor allem in betont religiösen Familien, die sich besonders starr an kirchliche Dogmen halten, läßt sich eine eigenartige Abwehr von Gefühlen der Freude und des Beschwingtseins feststellen.
Wenn Kinder aus solchen Familien übermütig sind, weil sie sich einfach an ihrem Leben freuen und ihnen das Herz im Leibe hüpft, dann wird das GlücksEmpfinden mit einer schwerwiegenden Mahnung belegt:
„Nach dem Lächlein gibt’s ein Bächlein.“
Dieses von außen an das Kind gerichtete Diktat hat verheerende Folgen.
Es führt dazu, daß die unterschiedlichen Stimmungen, die nun mal zum Alltag gehören, nicht wahrgenommen werden dürfen, geschweige den explizit / offensichtlich zum Ausdruck gebracht werden können.
So verlernen Kinder, ihren eigenen Gefühlen und Empfinden zu vertrauen, sie orientieren sich nach außen, versuchen herauszufinden, welche Gefühle denn erlaubt und erwünscht sind.
Es ist also nicht verwunderlich, wenn wir dann als erwachsene Menschen nicht mehr genau wissen, was oben und unten ist, was wir fühlen, was wir tun oder lassen wollen.
Die Orientierung an dem ganz Eigenen geht verloren, und das hat schwerwiegende Folgen.
Wenn es uns nicht gelingt, uns wieder in uns selbst zu orientieren, ist der Weg zu unserem ureigensten Wissen verstellt.
Jegliches Geschöpf – wozu auch das MenschenKind gehört – trägt sowohl ein tiefes Urwissen der belebenden, inspirierenden WesensNatur als auch persönliche Erkenntnisse in sich, da unser gesamtes körperliches Entwicklungsprogramm als auch der Plan individueller Selbstentfaltung in uns angelegt ist.
Und wie jede Pflanze in ihrem Samen die Information für ihre zukünftige Entwicklung enthält, so hat auch der Mensch seine ganz individuellen Anlagen / Fähigkeiten.
Eine Tulpe wird zur Tulpe.
Eine Nelke zur Nelke.
Sie muß nicht darum ringen und herausknobeln, wo es langgeht.
Sie entfaltet sich einfach so, wie die Schöpfung es für sie vorgesehen hat.
Das menschliche Wesen aber muß noch etwas dazu tun:
Es muß zuerst herausspüren, welche Begabungen und Fähigkeiten in ihm angelegt sind.
Und dann muß es die Verantwortung dafür übernehmen, daß sich die Anlagen entfalten können.
Der Mensch muß also seinen Willen kundtun und sein Einverständnis dafür geben, daß sich alles entfalten kann, was als Anlage im Lebenskeim vorhanden und ihm gemäß / entsprechend ist!

Es gibt im menschlichen Leben wohl keine größere Kränkung, als wenn die angelegten, angeborenen, mitgebrachten wesensnatürlichen Begabungen und geistigen Fähigkeiten nicht zur Entfaltung / Ansicht gelangen können!

Um aber herauszuspüren, wohin wir uns entwickeln und entfalten wollen, müssen wir einen direkten Zugang
zu diesem in uns angelegten Programm oder Plan haben.
Und dies ist nur möglich, wenn wir innigen Kontakt und starke Verbindung zu unserer eigenen inneren Mitte spüren.
Deshalb ist es so wichtig, wieder eine Vertrauensbasis zu unseren Gefühlen und ureigenem Empfinden herzustellen und sie nicht ständig anzuzweifeln und sowohl sie als auch uns selber damit in Frage zu stellen.
Es ist der Nährboden, auf dem Selbstvertrauen entsteht.
Schließlich ist dies auch ein Bündnis mit uns selbst, uns unverbrüchlich die Treue zu halten.
Ein Treuebruch gegen sich selbst ist der wirklich einzige Bruch, der sich verheerend auswirkt und unter allen Umständen vermieden werden sollte.

Wachstumsfördernde Beziehungen zeichnen sich darin aus, daß wir das Gefühl haben: Hier kann ich nichts falsch machen.

(Quelle: Julia Onken / Herrin im eigenen Haus)

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20. Dezember 2002 um 12:53

Danke Dir
und das Wesentlichste ist, sich selbst keine Gewalt anzutun - in welcher Hinsicht auch immer

Das ist eine tagtägliche gute Übung - und bedeutender als jede leibliche Gymnastik und AUF/REIBEREI- dennn dann geht einem das eigene schöne (Verhaltens)MUSTER aus dem eigenen inneren AugenMerk verloren und dem entsprechend die feine Verbindung zu sich selbst...

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