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Kinder & Karriere - aber wie?

Letzte Nachricht: 21. September um 20:03
M
moody_blue
31.08.22 um 16:40

Hallo zusammen,

ich erhoffe mir von diesem Post ein paar Tipps hier im Tread oder auch per PN. Meine Situation ist die folgende. Ich bin am Ende meiner laaangen akademischen Ausbildung, kurz vorm Start in eine Industriekarriere, und ich habe vor kurzem geheiratet. Die berühmte biologische Uhr tickt (wie ich diesen Satz hasse). Mein Mann möchte gerne Kinder und wir haben auch schon oft darüber gesprochen, wie wir mir trotzdem eine Karriere ermöglichen können, z.B. dass er sich um die Kinder kümmern kann und um den Haushalt etc. Ich habe auch eine Jackpot Ausgangslage, einen verständnisvollen Mann und zwei Großelternpaare in der Region. Trotzdem kann mir die Schwangerschaft und Geburt niemand abnehmen. Sehr wahrscheinlich möchte ich mein Kind im Säuglingsalter eine Weile stillen/betreuen. Da wird also auf jeden Fall ein Karrieredämpfer unumgänglich sein. Ich hoffe, es stempelt mich keiner als karrieregeile Rabenmutter ab, aber ich habe so viel in meine Ausbildung investiert und würde diesen Spagat aus Kindern und Karriere so gerne schaffen.

Deshalb: Liebe berufstätige Eltern, wie whoopt ihr Kinder und Karriere ohne dabei euch als Paar zu verlieren oder euch komplett zu überarbeiten?

Ich freue mich über eure Antworten!

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det92
det92
31.08.22 um 19:17

Kannst ja die Eier eingefrieren lassen und dich erst auf deine Karriere fokussieren. Wenn du dann einen Spitzenposten hast in paar Jahren, könntest du immer noch schwanger werden.

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happilyworking
happilyworking
16.09.22 um 5:25

Ich kenne so gut wie keine Frau, deren Karriere nicht auf Eis liegt in der Familienplanung.

Wenn du angestellt bist, wirst du mit großer Wahrscheinlichkeit von deinen Vorgesetzten bei der Beförderung umgangen bzw. erhältst weniger wichtige Projekte, weil alle einen "Ausfall" in Form von Elternzeit fürchten.

Hast du überhaupt schon deinen ersten Job in der Tasche? Alleine die Jobsuche ist als Frau Ende 20, Anfang 30 schon furchtbar anstrengend. Angestellt wird man eigentlich nur, wenn bei gleicher oder sogar höherer Qualifikation kein Mann oder keine ältere Frau für die Position in Betracht kommt. Das ist zumindest meine Erfahrung.

Diejenigen, die ich kenne, die trotzdem Karriere machen sind entweder nach 2 Monaten Mutterschutz wieder voll oder zumindest mit mehr als 50% eingestiegen, oder sind selbstständig.

Ich muss dir sagen, dass ich das aufgrund von Geburtsverletzungen nicht gekonnt hätte. Ich bin nach 8 Monaten Elternzeit wieder mit 75% eingestiegen und fand das schon extrem belastend für meinen Körper, die Beziehung zu meinem Mann, der dann sofort 8 Stunden am Tag alleine mit dem Kind war und vor allem das Kind, was die Welt nicht mehr verstanden hat und starke Trennungsängste entwickelt hat.
Bei den Großeltern hätten wir unsere Tochter bis sie 2 Jahre alt war nicht alleine lassen können.

Im Freundeskreis gibt es aber auch ein Kind, dass gar kein Problem mit Fremdbetreuung hatte. Dort lebt die Kinderlose Tante mit im Haus der Eltern und die Großeltern ein paar Häuser weiter. Die Mutter arbeitet selbstständig und konnte die Termine gut an den Tagesablauf des Kindes anpassen. 

Das Kind hat von Anfang an Nickerchen mit der Tante gemacht und 1-2 Tage pro Woche bei den Großeltern verbracht. Für die Großeltern ist ein ganzer Tag Babysitten aber oft schon zu viel gewesen. Jetzt beim zweiten Kind werden sie es auch so machen, dass sie bereits in der Schwangerschaft die Tagesmutter gesucht haben und das zweite Kind bereits kurz nach der Geburt dort eingewöhnt wird, um die Großeltern und Tante zu entlasten.
 

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E
esterinaaa
18.09.22 um 10:41

Du musst halt wissen, was du möchtest und was nicht,
es kommt der Punkt irgendwann, wo man sich entscheiden muss.

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M
moody_blue
20.09.22 um 8:17

Ich danke euch für eure Antworten. Es scheint keinen Schlachtplan zu geben, ich weiß auch nicht was ich erwartet habe. Die Entscheidung fällt mir eben schwer. Vielleicht muss ich doch einfach mehr Geduld haben und die Dinge auf mich zukommen lassen. Manches lässt sich wohl einfach nicht planen.

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M
moody_blue
20.09.22 um 8:19
In Antwort auf happilyworking

Ich kenne so gut wie keine Frau, deren Karriere nicht auf Eis liegt in der Familienplanung.

Wenn du angestellt bist, wirst du mit großer Wahrscheinlichkeit von deinen Vorgesetzten bei der Beförderung umgangen bzw. erhältst weniger wichtige Projekte, weil alle einen "Ausfall" in Form von Elternzeit fürchten.

Hast du überhaupt schon deinen ersten Job in der Tasche? Alleine die Jobsuche ist als Frau Ende 20, Anfang 30 schon furchtbar anstrengend. Angestellt wird man eigentlich nur, wenn bei gleicher oder sogar höherer Qualifikation kein Mann oder keine ältere Frau für die Position in Betracht kommt. Das ist zumindest meine Erfahrung.

Diejenigen, die ich kenne, die trotzdem Karriere machen sind entweder nach 2 Monaten Mutterschutz wieder voll oder zumindest mit mehr als 50% eingestiegen, oder sind selbstständig.

Ich muss dir sagen, dass ich das aufgrund von Geburtsverletzungen nicht gekonnt hätte. Ich bin nach 8 Monaten Elternzeit wieder mit 75% eingestiegen und fand das schon extrem belastend für meinen Körper, die Beziehung zu meinem Mann, der dann sofort 8 Stunden am Tag alleine mit dem Kind war und vor allem das Kind, was die Welt nicht mehr verstanden hat und starke Trennungsängste entwickelt hat.
Bei den Großeltern hätten wir unsere Tochter bis sie 2 Jahre alt war nicht alleine lassen können.

Im Freundeskreis gibt es aber auch ein Kind, dass gar kein Problem mit Fremdbetreuung hatte. Dort lebt die Kinderlose Tante mit im Haus der Eltern und die Großeltern ein paar Häuser weiter. Die Mutter arbeitet selbstständig und konnte die Termine gut an den Tagesablauf des Kindes anpassen. 

Das Kind hat von Anfang an Nickerchen mit der Tante gemacht und 1-2 Tage pro Woche bei den Großeltern verbracht. Für die Großeltern ist ein ganzer Tag Babysitten aber oft schon zu viel gewesen. Jetzt beim zweiten Kind werden sie es auch so machen, dass sie bereits in der Schwangerschaft die Tagesmutter gesucht haben und das zweite Kind bereits kurz nach der Geburt dort eingewöhnt wird, um die Großeltern und Tante zu entlasten.
 

Danke dir sehr für deine Nachricht! Vor allem dass das Kind eine Fremdbetreuung vielleicht nicht akzeptiert.. daran habe ich noch gar nicht gedacht. Ich bin gerade auf Jobsuche. Ich muss sagen, bisher spüre ich keinen Nachteil als Frau mit Warnschild Elternzeit. Drückt mir die Daumen, aber es sieht gut aus für meinen Lieblingsjob.

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juliax1
juliax1
20.09.22 um 13:23
In Antwort auf moody_blue

Danke dir sehr für deine Nachricht! Vor allem dass das Kind eine Fremdbetreuung vielleicht nicht akzeptiert.. daran habe ich noch gar nicht gedacht. Ich bin gerade auf Jobsuche. Ich muss sagen, bisher spüre ich keinen Nachteil als Frau mit Warnschild Elternzeit. Drückt mir die Daumen, aber es sieht gut aus für meinen Lieblingsjob.

Und dann muss noch erwähnt werden, dass gerade Kinder oft krank sind. Vor allem dann, wenn sie in den Kiga kommen. Da braucht man dann unbedingt eine Oma, denn alle paar Wochen daheim zu bleiben ist nicht. Und nicht vergessen, wenn man selbst mal krank wird. Die Wintermonate haben mir oft Alpträume beschert. Husten, Psuedo-Krupp, Krankenhausaufenthalte....muss natürlich nicht so kommen, kann aber so sein.

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familienvater78
20.09.22 um 14:06

Du musst eintscheiden was dir jetzt im Moment wichtiger ist und das gewichten. Der Kinderwunsch kann wahrscheinlich warten, aber wenn du fest angestellt bist wirst du wahrscheinlich auch herabgestuft wenn eine Schwangerschaft ansteht. Das musst du jetzt selber wissen.
VG

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moody_blue
20.09.22 um 15:30
In Antwort auf familienvater78

Du musst eintscheiden was dir jetzt im Moment wichtiger ist und das gewichten. Der Kinderwunsch kann wahrscheinlich warten, aber wenn du fest angestellt bist wirst du wahrscheinlich auch herabgestuft wenn eine Schwangerschaft ansteht. Das musst du jetzt selber wissen.
VG

Was mir gerade im Moment wichtig ist, kann ich dir beantworten. Mein Start ins industrielle Berufsleben, deswegen bin ich ja gerade auf Jobsuche. Ich frage mich nur, ob es nicht auf Dauer möglich ist als Mutter berufstätig zu bleiben, eben ohne die von allen Seiten angedrohten Einschnitte ins Berufsleben wie keine Beförderung etc. Das man sogar herabgestuft wird, wenn man schwanger ist, das halte für so unfair, dass ich mir nicht sicher bin, ob das überhaupt rechtens ist? Schließlich hat doch jeder das Recht auf Elternzeit/unbezahlte Auszeit/ bezahlen Urlaub /Krankheitstage fürs Kind usw. ?!

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xxkathaxx
20.09.22 um 16:35

Hallo,

ich würde auch gerne einmal antworten. Vor allem, weil du auch noch mal zu den Antworten schreibst, was hier leider nicht selbstverständlich ist. Oft gibt man sich Mühe mit einer Antwort und hört vom Fragesteller nie wieder etwas.

Wir sind einen etwas ungewöhnlichen Weg gegangen, der sich aber für uns perfekt anfühlt. Kurz zu mir: ich bin jetzt 35 und arbeite als Ingenieurin. Ich habe zwei kleine Kinder (meine Tochter ist 3 und mein Sohn 4 Monate alt). Nach einem harten und auch teueren Studium war ich nicht bereit meinen Beruf für die Kinder an den Nagel zu hängen, ganz auf die Zeit mit den Zwergen wollte ich aber auch nicht verzichtet, denn dann hätte ich ja auch keine Kinder bekommen müssen, wenn ich von Ihnen nur die schlaflosen Nächte gehabt hätte. Außerdem wollte ich auch stillen.

Unsere Lösung sieht so aus, dass wir uns die Elternzeit teilen und im ersten Jahr beruflich beide kürzer treten. Mein Mann und ich arbeiten je 24 h. Das geht aber nur, weil wir die Großeltern vor Ort haben. Denn jeder hat zwei Tage die Woche Elternzeit. In diesen Tagen ist der andere im Büro. Den fünften Tag arbeiten wir beide im Homeoffice, was eben nur geht, weil meine Mutter den ganzen Tag zur Verfügung steht. Sie betüddelt den Kleinen und holt die Große von der Tagesmutter ab.

Ich pumpe Milch ab (jeden Morgen und zwei mal zusätzlich, wenn ich im Büro bin) und der Kleine bekommt die Milch im Fläschchen, wenn ich nicht da bin. Das haben wir mit der Großen auch so gemacht und sie geht zur Tagesmutter, seit sie ein Jahr alt ist. Sie hatte gar kein Problem mit der Betreuung, was auch daran liegt, dass sie es gewohnt war, dass nicht nur Mama zuständig ist, denke ich zumindest. Ich bin dann wieder 30 h arbeiten gegangen.

Natürlich ist man so nicht mehr so flexibel wie ohne Kind. Natürlich gibt es trotzdem berufliche Einschränkungen und es belastet trotzdem die Karriere, aber abgemildeter, als wenn man komplett raus wäre.

Ansonsten hat das System in unseren Augen viele Vorteile:
- ich komme nach Hause und freue mich auch mal auf meine Kinder
- ich bin nicht ganz aus dem Beruf raus
- mein Mann erlebt viele tolle Momente mit den Kindern
- die Kinder haben einen ganz tollen Draht zu meinem Mann
- die Kinder sind nicht so auf Mama fixiert
- ich bekomme als Hausfrau keine Klatsche weil mir die Decke auf den Kopf fällt

Das soll nicht heißen, dass der Weg für alle perfekt wäre, oder es der einzig richtige Weg wäre, aber er passt super zu uns und soll einmal zeigen, was alles möglich ist, wenn die Rahmenbedingungen passen.

Wie alt bist du denn, wenn du die biologische Uhr hörst? Hast du noch Zeit im Beruf erst gründlich Fuß zu fassen, bevor du dich zu alt fühlst?

Viele Grüße
Katha

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moody_blue
20.09.22 um 22:50
In Antwort auf xxkathaxx

Hallo,

ich würde auch gerne einmal antworten. Vor allem, weil du auch noch mal zu den Antworten schreibst, was hier leider nicht selbstverständlich ist. Oft gibt man sich Mühe mit einer Antwort und hört vom Fragesteller nie wieder etwas.

Wir sind einen etwas ungewöhnlichen Weg gegangen, der sich aber für uns perfekt anfühlt. Kurz zu mir: ich bin jetzt 35 und arbeite als Ingenieurin. Ich habe zwei kleine Kinder (meine Tochter ist 3 und mein Sohn 4 Monate alt). Nach einem harten und auch teueren Studium war ich nicht bereit meinen Beruf für die Kinder an den Nagel zu hängen, ganz auf die Zeit mit den Zwergen wollte ich aber auch nicht verzichtet, denn dann hätte ich ja auch keine Kinder bekommen müssen, wenn ich von Ihnen nur die schlaflosen Nächte gehabt hätte. Außerdem wollte ich auch stillen.

Unsere Lösung sieht so aus, dass wir uns die Elternzeit teilen und im ersten Jahr beruflich beide kürzer treten. Mein Mann und ich arbeiten je 24 h. Das geht aber nur, weil wir die Großeltern vor Ort haben. Denn jeder hat zwei Tage die Woche Elternzeit. In diesen Tagen ist der andere im Büro. Den fünften Tag arbeiten wir beide im Homeoffice, was eben nur geht, weil meine Mutter den ganzen Tag zur Verfügung steht. Sie betüddelt den Kleinen und holt die Große von der Tagesmutter ab.

Ich pumpe Milch ab (jeden Morgen und zwei mal zusätzlich, wenn ich im Büro bin) und der Kleine bekommt die Milch im Fläschchen, wenn ich nicht da bin. Das haben wir mit der Großen auch so gemacht und sie geht zur Tagesmutter, seit sie ein Jahr alt ist. Sie hatte gar kein Problem mit der Betreuung, was auch daran liegt, dass sie es gewohnt war, dass nicht nur Mama zuständig ist, denke ich zumindest. Ich bin dann wieder 30 h arbeiten gegangen.

Natürlich ist man so nicht mehr so flexibel wie ohne Kind. Natürlich gibt es trotzdem berufliche Einschränkungen und es belastet trotzdem die Karriere, aber abgemildeter, als wenn man komplett raus wäre.

Ansonsten hat das System in unseren Augen viele Vorteile:
- ich komme nach Hause und freue mich auch mal auf meine Kinder
- ich bin nicht ganz aus dem Beruf raus
- mein Mann erlebt viele tolle Momente mit den Kindern
- die Kinder haben einen ganz tollen Draht zu meinem Mann
- die Kinder sind nicht so auf Mama fixiert
- ich bekomme als Hausfrau keine Klatsche weil mir die Decke auf den Kopf fällt

Das soll nicht heißen, dass der Weg für alle perfekt wäre, oder es der einzig richtige Weg wäre, aber er passt super zu uns und soll einmal zeigen, was alles möglich ist, wenn die Rahmenbedingungen passen.

Wie alt bist du denn, wenn du die biologische Uhr hörst? Hast du noch Zeit im Beruf erst gründlich Fuß zu fassen, bevor du dich zu alt fühlst?

Viele Grüße
Katha

Hallo Katha,
ich freue mich echt sehr über deine Nachricht, weil sie mir Mut macht! Ich denke so ein Konzept würde bei uns auch funktionieren. Dankeschön!

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xxkathaxx
21.09.22 um 11:01
In Antwort auf moody_blue

Hallo Katha,
ich freue mich echt sehr über deine Nachricht, weil sie mir Mut macht! Ich denke so ein Konzept würde bei uns auch funktionieren. Dankeschön!

Hallo

Freut mich, wenn ich dir Mut machen konnte. Ich berichte noch einmal ein bisschen, was mir zu dem Thema seit gestern noch so in den Kopf gekommen ist.

Entscheidend ist für so ein Konzept, meiner Meinung nach, dass man als Frau den Mann auch einfach mal machen lässt. Ich habe einige Freundinnen, die sich beschweren, dass der Mann so wenig unterstützt. Wenn man die aber mal im Umgang beobachtet, dann konnte der Mann das aber ehrlicherweise auch nie üben. Denn sobald das kleine Wesen einen Muks macht reißt die Mutter das Kind an sich. Und beim Wickeln steht sie dahinter um zu gucken ob Papa das auch ja richtig macht. Kein Wunder, dass der Mann dann keine fünf Minuten alleine mit dem Zwerg überlebt. Papas machen zwar nicht alles identisch wie die dazugehörige Mama, aber deswegen nicht zwangsweise schlechter.

Ansonsten machen die Frauen in der Regel tatsächlich mehr als die Männer, was die Familienarbeit angeht.
- Wäsche
- Essen
- Arzttermine wahrnehmen
...
Da gehört aber nicht nur die Tätigkeit an sich zu, sondern auch das im Kopf haben und organisieren. Bei der Wäsche eben nicht nur das Waschen, sondern auch "welche Klamotten sind zu klein?", "was brauchen wir in der nächsten Größe noch?", "haben wir noch passende Handschuhe für den Winter?."... Beim Essen "brauchen wir noch Gläschen/ muss neu gekocht werden?", "was essen wir diese Woche noch?", "wann kann ich einkaufen gehen?"... oder eben bei den Arztterminen "wann braucht das Kind die nächste Impfung?", "brauchen wir noch einen Termin für die nächste U-Untersuchung?", "achso, wir sollten ja noch zu einem Augenarzt, welcher ist da wohl gut?"...
Um nur ein paar Beispiele zu nennen. Was ich damit sagen möchte ist folgendes: Wenn ihr ein ein Konzept mit einer Teilung anstrebt, dann sorg dafür, dass auch etwas von diesem Kümmern bei deinem Mann landet. Sprecht da rechtzeitig drüber. Denn du bekommst früher oder später einen Koller, wenn all dieser Kram allein in deinem Kopf abgeladen wird. Auf Neudeutsch ist das der Mental Load. Es bringt dir keine Entastung, wenn der Papa zwar brav einen Arzttermin wahrnimmt, du dich aber um den nächsten kümmern musst. Oder wenn er einkaufen geht, du aber vorher einen Wochenplan und die Einkaufsliste schreiben musst. Entlastung bringt, was komplett aus deinem Kopf verschwinden kann. Bei uns ist das zum Beispiel das Kochen. Wenn mir auffällt, dass etwas alle ist, dann schreibe ich das auch auf die Liste, aber was es zum Essen gibt und was wir dafür brauchen ist nicht mein Problem, es sei denn ich wünsche mir etwas.

Und ein entscheidendes Puzzelstück zu meinem Glück mit der momentanen Situation ist auch, dass wir seit der zweiten Schwangerschaft eine Putzfee haben. Ich bin einfach nicht die geborene Hausfrau und der Haushalt frustriert mich eher, als das er mich erfüllt. Dann arbeite ich lieber etwas mehr und leiste mir den Luxus.

Das nur als ein paar ergänzende Details. Wenn du sonst noch Fragen hast, dann kannst du dich gerne melden.

Viele Grüße
Katha

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moody_blue
21.09.22 um 20:03
In Antwort auf xxkathaxx

Hallo

Freut mich, wenn ich dir Mut machen konnte. Ich berichte noch einmal ein bisschen, was mir zu dem Thema seit gestern noch so in den Kopf gekommen ist.

Entscheidend ist für so ein Konzept, meiner Meinung nach, dass man als Frau den Mann auch einfach mal machen lässt. Ich habe einige Freundinnen, die sich beschweren, dass der Mann so wenig unterstützt. Wenn man die aber mal im Umgang beobachtet, dann konnte der Mann das aber ehrlicherweise auch nie üben. Denn sobald das kleine Wesen einen Muks macht reißt die Mutter das Kind an sich. Und beim Wickeln steht sie dahinter um zu gucken ob Papa das auch ja richtig macht. Kein Wunder, dass der Mann dann keine fünf Minuten alleine mit dem Zwerg überlebt. Papas machen zwar nicht alles identisch wie die dazugehörige Mama, aber deswegen nicht zwangsweise schlechter.

Ansonsten machen die Frauen in der Regel tatsächlich mehr als die Männer, was die Familienarbeit angeht.
- Wäsche
- Essen
- Arzttermine wahrnehmen
...
Da gehört aber nicht nur die Tätigkeit an sich zu, sondern auch das im Kopf haben und organisieren. Bei der Wäsche eben nicht nur das Waschen, sondern auch "welche Klamotten sind zu klein?", "was brauchen wir in der nächsten Größe noch?", "haben wir noch passende Handschuhe für den Winter?."... Beim Essen "brauchen wir noch Gläschen/ muss neu gekocht werden?", "was essen wir diese Woche noch?", "wann kann ich einkaufen gehen?"... oder eben bei den Arztterminen "wann braucht das Kind die nächste Impfung?", "brauchen wir noch einen Termin für die nächste U-Untersuchung?", "achso, wir sollten ja noch zu einem Augenarzt, welcher ist da wohl gut?"...
Um nur ein paar Beispiele zu nennen. Was ich damit sagen möchte ist folgendes: Wenn ihr ein ein Konzept mit einer Teilung anstrebt, dann sorg dafür, dass auch etwas von diesem Kümmern bei deinem Mann landet. Sprecht da rechtzeitig drüber. Denn du bekommst früher oder später einen Koller, wenn all dieser Kram allein in deinem Kopf abgeladen wird. Auf Neudeutsch ist das der Mental Load. Es bringt dir keine Entastung, wenn der Papa zwar brav einen Arzttermin wahrnimmt, du dich aber um den nächsten kümmern musst. Oder wenn er einkaufen geht, du aber vorher einen Wochenplan und die Einkaufsliste schreiben musst. Entlastung bringt, was komplett aus deinem Kopf verschwinden kann. Bei uns ist das zum Beispiel das Kochen. Wenn mir auffällt, dass etwas alle ist, dann schreibe ich das auch auf die Liste, aber was es zum Essen gibt und was wir dafür brauchen ist nicht mein Problem, es sei denn ich wünsche mir etwas.

Und ein entscheidendes Puzzelstück zu meinem Glück mit der momentanen Situation ist auch, dass wir seit der zweiten Schwangerschaft eine Putzfee haben. Ich bin einfach nicht die geborene Hausfrau und der Haushalt frustriert mich eher, als das er mich erfüllt. Dann arbeite ich lieber etwas mehr und leiste mir den Luxus.

Das nur als ein paar ergänzende Details. Wenn du sonst noch Fragen hast, dann kannst du dich gerne melden.

Viele Grüße
Katha

Hallo Katha,
deine Posts sind echt top! Sehe ich genauso. Ich hatte Anfang des Jahres auch einfach zu viel vor und hatte einen kleinen Zusammenbruch. Nicht schlimm, aber doch deutlich genug, dass ich gemerkt habe, dass ich mir zu viel zumute. Deligieren ist soo wichtig, Verantwortung abgeben. Ohne geht es auf keinen Fall. Mein Mann ist da Gott sei Dank sehr hilfreich, er macht viele Dinge viel geschickter als ich. Deswegen haben wir jetzt schon im Haushalt eine klare Trennung wer was besser macht. Ich mache die Wäsche, er kocht zB. Ich hoffe deswegen auch, dass wir das auch bei einem Kind ganz gut aufteilen können. Ich hoffe auch, dass das Kind dann auch nicht nur an der Mama pappt, wenn auch mal der Papa oder die Großeltern rennen, wenn es hingefallen ist. Toi toi toi.

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