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Kind und Beruf - Geht das überhaupt? *lang*

8. April 2003 um 10:39 Letzte Antwort: 26. August 2004 um 2:36

Hallo Ihr Lieben,

gestern Abend war ich mit drei Freundinnen beim Chinesen essen und dabei kam eine Frage auf, die zu ziemlich heftiger Diskussion führte.

Dazu muss ich folgendes vorab erklären. Wir sind alle um die 30, verheiratetet und haben Kinder. Meine Tochter ist 4, geht nachmittags in den KiGa, so das ich für 6 Std. in die Stadtfahren und Spätdienst arbeiten kann.

Kerstin hat einen Sohn von 1,5 Jahren, hat keinen festen Arbeitsvertrag, macht von zu Hause aus auf Abruf Arbeiten für verschiedene Firmen, die sie aus der Zeit vor ihrer Mutterschaft kennt.

Marion hat eine 9jährige Tochter, ist wegen Asthma und Allergien als Frührentnerin auf Zeit. Das wird jedes Jahr neu untersucht und neu bestimmt, ob sie wieder als Verkäuferin arbeiten kann oder nicht.
Martina hat zwei Töchter, die eine ist 6 Jahre alt und geht nach den Sommerferien in die Schule, die zweite ist 4 Jahre alt und geht in eine Nachmittagsgruppe des KiGa.
Unsere Männer gehen alle arbeiten.

Nun habe ich ja zur Zeit einen Arbeitsvertrag, der es mir ermöglicht, die Vormittage mit meiner Tochter zu verbringen, wir gehen mittags zusammen aus dem Haus, sie in den KiGa, ich fahre zur Arbeit. Mein Mann holt sie am Nachmittag wieder ab, ich bin um halb zehn abends wieder zu Hause.

Dieser Vertrag läuft allerdings zum Jahresende aus und ich muss mich entscheiden, ob ich wieder so arbeite, wie vor dem Erziehungsurlaub oder ob ich bei den jetzigen Bedingungen bleibe, würde allerdings weniger Geld verdienen.

Noch klappt alles ganz gut, aber was ist in 2 Jahren, wenn meine Tochter in die Schule gehen muss? Schule ist Vormittags, im Normalfall von 8.00 bis 13.00 Uhr. Auch wenn ich wenige Stunden mache, so wäre ich in meinem Job doch nicht zu Hause, da meine Dienstzeiten eben nicht um 12.00 h endet. Da mein Mann gegen 15.00 h wieder nach Hause kommt, wäre ich also mehr oder weniger wieder gezwungen, eine Entscheidung zu treffen. Nämlich ob ich auf höre zu arbeiten oder ob ich meine Tochter von einer Tagesmutter betreuen lassen würde.

Kerstin nun meinte, das ich ja darüber hätte nachdenken sollen, ehe ich mich entscheide, ein Kind zu bekommen. Ich könnte doch nicht davon ausgehen, dass das Leben so einfach weiterginge, wie ohne Kind. Und das eigenen Kind von anderen erziehen zu lassen , wäre ja wohl auch nicht im Sinne des Erfinders.

Ist es also immer noch so, das ich mich als Frau entweder für ein Kind oder für den Beruf entscheiden muss? Beides geht wohl nicht, wenn ich das so höre. Nun, das wirft dann einige weitere Fragen für mich auf. Wenn ich auf eine Fremdbetreuung verzichte, dann muss ich aufhören zu arbeiten. Das bedeutet weniger Einkommen, keine Beiträge zu den Sozialversicherungen und kaum noch Möglichkeiten, den Lebensstatus zu verbessern ( Urlaub, Auto, eigenes Haus ect.)

Und wenn ich mich für den Beruf entschiede, dann bedeutet es, das ich auf eine Familienleben verzichten muss, auf Zeit verzichte, die ich mit meinem Kind verbringen kann, weil es ja bei einer Tagesmutter abgestellt ist.

Ist es so schlimm, sein Kind für 2 oder höchstens 3 Stunden bei einer Tagesmutter unterzubringen? Ist es so verwerflich, das ich nicht nur Mutter sein will, sondern in dem Job arbeiten will, der mir gefällt . Muss ich meine gesicherte Arbeitsstelle aufgeben, weil ich mir einen schlechter bezahlten unsicheren Job vor der Haustür suchen muss, um wenigstens ein bisschen was dazu zuverdienen ( damit der Arbeitsweg von gut 2,5 Std. pro Tag wegfällt)?

Ich war niemals so blauäugig, das ich gedacht habe, das Leben geht so weiter, auch mit Kind. Im Grunde habe ich mir auch gedacht, das mein Beruf es mir doch ehe ermöglichen sollte, weiter arbeiten zu können. Liegt es an einer Dorfmentalität, die mir vorwirft, das ich eben zu egoistisch sei?

Es ärgert mich, zu hören, das ich mir das ja alles vorher hätte überlegen sollen. Kann man das denn? Kann man denn das Leben so genau planen, dass man schon im Voraus weiß, wie es in 5 oder 10 Jahren aussieht?
Sollten Entscheidungen nicht eher dann getroffen werden, wenn es die Situation erfordert? Sollte es nicht möglich sein, das man als Frau in der heutigen Zeit beides haben kann, Familie und Beruf?

Ich weiß auch nicht, warum ich mich so von dem verunsichern lasse, was andere mir sagen? Sollte nicht jeder für sich die Entscheidung treffen, was richtig ist und was nicht? Es liegt wohl daran, das ich eben unsicher bin, weil die Entscheidung, für die ich mich jetzt entscheide, ziemlich genau festlegen wird, wie es bei mir finanziell und beruflich weiter gehen kann. Und das macht mir * ehrlich gesagt* Angst!

Liebe Grüsse von einer nachdenklichen Romara

*grübeln Männer eigentlich auch über solche Fragen nach, oder ist das eher wieder so ein Fall von typisch Frauensache?*

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8. April 2003 um 11:08

Lass Dich nicht kirre machen (lang)
Hallo Romara,

ich habe zwar keiner Kinder, aber ich bin mit berufstätigen Eltern aufgewachsen in Ostdeutschland. Mir hat es nicht geschadet.
Dieses ein Kind darf nur von der Mutter betreut werden, Mütter müssen sich für Beruf oder Kind entscheiden ist typisch deutsche Mutterkreuzideologie. Genau diese Einstellung ist mit daran Schuld, dass es in Deutschland kaum ordentliches Kinderbetreuung gibt.


Schau Dich mal um. In Frankreich, Skandinavien, England überall arbeiten Mütter und es wird als ganz normal angesehen. Allerdings gibt es dort auch bessere Betreuungssysteme und Ganztagsschulen.
Meinst du diese Kinder sind gestörter oder unglücklicher las die deutschen Kinder?
Ich glaube nicht. Verusch mal einer Französin zu erklären, was eine Rabenmutter ist, die kennen so ein Wort einfach nicht.

Diese ausschliessliche Betreuung der Kinder durch die Mutter gibt es auch noch gar nicht so lange.
Dieses Familienmodell das hier hoch gehalten wird, noch gar nicht so alt sondern stammt im Wesentlichen aus einem tausendjährigen Reich. Davor war es in Bauern- und Arbeiterkreisen immer schon üblich und notwendig, dass beide gearbeitet haben und die Kinder von älterenen Geschwistern oder Verwandten betreut wurden und in höheren Kreisen - und dazu zählte bereits ein Lehrer - hat zwar die Frau nicht gearbeitet, aber sie hatte mindestens 1 Hausangestellte, die auch die Kinderbetreuung mit übernommen hat.

Wenn man sein Kind 2-3 Stunden bei einer Tagesmutter lässt, kann man doch gar nicht davon reden, dass man das Kinf von fremden erziehen lässt.
Den Satz "Warum hast du Kinder, wenn du sie von anderen erziehen lassen willst?" schmeisst man auch nur Frauen an den Kopf oder hast Du schon mal erlebt, das das jemand zu einem Mann gesagt hat?

Entschuldige, dass ich abgeschweift bin, aber diese Thema berühert mich persönlich, da ich wahrscheinlich ind den nächsten 5-7Jahren die Kinderfrage für mich klären muss, allerdings auf keinen Fall meinen Beruf aufgeben möchte.

Das deutsche Mutterbild ist schon ein sehr spezielles und ich glaube auf dem Dorf ist es schlimmer als in der Stadt.
wenn du arbeiten möchtes dann tu es. Deine Tochter nimmt durch 3Stunden tagesmutter bestimmt keinen schaden, durch eine unzufriedene Mutter und Geldprobleme in der Familie.
Allerdinsg wirst Du dich vielleicht darauf gefasst machen müssen, auf dem dorf ab und zu schief angeguckt zu werden. Aber ich denke wenn du es wirklich willst, kannst du da drüber stehen.

LG

RedDevil

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8. April 2003 um 11:46

Beides geht sehr wohl
Hallo Romara,

ich habe 2 Kinder im Alter von 9 und 6 Jahren. Seit die Kleine 2,5 Jahre alt ist, gehe ich wieder volltags arbeiten. Von 09-16 Uhr manchmal bis 17 Uhr. Die Kinder sind in der KiGa und im Hort. Der Große macht da seine Hausaufgaben, denn 18:00 Uhr finde ich persönlich dafür zu spät.

Sich von anderen einreden zulassen, dass andere die Erziehungsarbeit übernehmen finde ich mächtig daneben, denn das ist definitiv nicht so! Ich denke, das berufstätige Mütter immer noch mit Vorurteilen in dieser Richtung zu kämpfen haben.

Ich respektiere jede Mutter, die ihren Kindern zu liebe immer zu Hause ist und erwarte aber auch Respekt mir gegenüber, denn unsereins begibt zwar freiwillig in die Dreifachbelastung, aber das macht uns nicht zu schlechteren Müttern, als die anderen.

Und was heißt vorher überlegen? Bei so was schwillt mir der Kamm.Natürlich denkt man vorher darüber nach und solche Entscheidungen trifft man ja nicht in Sekunden, sondern nimmt sich dafür Zeit.

Gerade in der heutigen Wirtschaftslage kann man es sich nicht immer aussuchen, ob man zu Hause bleibt, oder doch besser arbeiten geht, denn nicht immer reicht ein Gehalt/ein Lohn. Ich weiß wo von ich rede. Ich hab 4,5 Jahre zu Hause bei meinen Kindern verbracht und bin fast mit den Kopf durch die Wände gegangen und irgendwann hatte ich es einfach satt, immer wie Aschenputtel rumzulaufen, weil das Geld einfach nicht reichte (gerade mal Miete, Versicherung, Lebensmittel und Kinderkleidung abdeckte).

Wenn Frauen zu Hause bleiben wollen, dann sollen sie es tun, aber uns auch das Recht lassen, nicht zu Hause zu bleiben. Wir verzichten mit Sicherheit nicht auf Familienleben, nur ist es bei uns kürzer, vielleicht intensiver (nur Annahme meinerseits).

Aber vielleicht seh ich das alles auch nur so, weil ich in der DDR aufgewachsen bin und da gab es diese Diskussionen nicht, sondern ich besuchte die KIGA, den Hort und kann beim besten Willen nicht behaupten, dass andere Personen als meine Eltern mich erzogen hätten.

Für mich wäre der reine Mutter und Hausfrauenjob der geistige Tod. das gilt aber nur für mich, also nicht, dass sich hier jemand angegriffen fühlt.

Wie auch immer du dich entscheidest, nur du allein mußt es vor dir und deinem Kind verantworten, ich denke jedoch in erster Linie vor dir selbst. Kompromisse lassen sich immer finden und wenn ich richtig gelesen habe, dann ist dein Mann ja um 15:00 schon zu Hause, also wäre sie wirklich nicht lange bei der Tagesmutter. Ich weiß nicht wie du darüber denkst, aber ich finde das der Umgang mir anderen Kindern immer eine Bereicherung für die eigenen Kinder ist.

Liebe Grüße
die Murmel

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8. April 2003 um 12:40

Ich arbeite auch, trotz Kind!
Hallo!
Ich bin auch 30 Jahre alt und habe einen Sohn der 5 Jahre alt ist. Ich habe während des Erziehungsurlaubes einen Personenbeförderungsschein für Linienbusse gemacht! Ich arbeite, seitdem er vormittags im KiGa ist, an 4 Tagen die Woche Spätschicht. Die geht von 16.00h bis 1.20h! Wenn der Ehemann mitspielt, geht auch das! Wir arbeiten in der gleichen Firma. Ich bin um ca. 2.30h im Bett, stehe um 7.00h auf, mache meinen Sohn KiGa fertig und schicke ihn um 7.30h zur Nachbarin. Die bringt dann meinen und ihre dorthin. Ich lege mich dann wieder bis 11.00h ins Bett und schlafe. Dann hole ich die Kinder um 12.00h ab. Mache Essen, fahre dann, mit meinem Sohn, um 14.30h in die Firma. Brauche knapp 1 Std. dorthin! Im 16.00h macht mein Mann Feierabend und nimmt den Kleinen wieder mit nach Hause! Es ist zwar nicht gerade erholsam, aber es geht, wenn man will!
Es ist doch keine Schande, wenn man als Frau etwas für sich tun will, oder? Vor allen Dingen ist der Nebeneffekt(Geld) ja auch nicht zu verachten!!
Liebe Grüße, Melanie

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8. April 2003 um 17:03

Liebe Romara
Ich habe drei Kinder und bin immer wenn sie in den Kindergarten gingen wieder arbeiten gegangen.
Ich hatte damals bei meinen ersten Beiden das Glück pünklich zum Kikaende Nachmittags wieder zu Hause zu sein.Nun sind die Beiden Selbstständig und ich brauche mich nach ihren Schulzeiten nicht mehr zu richten.Die Kleine die nun in die erste Klasse geht hat nach der Schulzeit noch Mittagsbetreuung bis 13:00.Ich arbeite drei Tage die Woche bis 12:30 habe also Zeit sie dann abzuholen.Zwei mal die Woche arbeite ich bis 14:00 dann geht eine Freundin von mir sie von der Schule abholen.Ich habe das Glück das ich es nicht weit zur Arbeit habe und ich den Nachmittag Zeit für Kinder und Haushalt habe.
Ich wollte immer arbeiten gehen und muss es auch ,weil das Geld von meinem Mann alleine nicht ausreicht.Und wenn ich nun andere Arbeitszeiten dafür in Kauf nehmen muss würde ich das auch tuhen und meine Tochter von einer Tagesmutter betreuen lassen.

Mach dir keine Gedanken Romara eine Tagesmutter kann sehr gut mit Kindern umgehen und dein Kind würde sich sicher auch wohlfühlen.Sicher kann man nicht vorher alles planen .Aber eine Frau hat die Möglichkeit Beruf und Kinder unter einen Hut zu bekommen.Dafür wurde die Mittagsbetreuung und der Hort nach der Schule doch extra eingerichtet damit man die Möglichkeit hat.
Lieben Gruß Mamelick

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8. April 2003 um 23:01

@all - DANKE !!!!
Danke für Eure lieben und aufbauenden Worte.

Ich kann Euch gar nicht sagen, wie dankbar ich Euch bin, denn es kommt mir momentan so vor, als würden mich eben alle nur schief ansehen, wenn ich erkläre, das ich mein Leben eben nicht nur als Mutter und Hausfrau sehe !

Ich werde noch auf jeden einzelnen eingehen, aber das später!

Vielen Dank und schlaft gut, Ihr "Rabenmütter"

LG von Romara

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9. April 2003 um 9:04

Ich war für meine Kinder da.
Liebe Romara.
Bis sie erwachsen waren, hatten meine Kinder eine Mutter 'im Kreuz', die ihnen immer Zeit und Zuwendung geben konnte. Manchmal brauchten sie dies mehr, manchmal nur so als Reserve.

Die Großfamilie sah das als selbstverständlich und gut an. Als dann die Scheidung kam, sollte ich auf Unterhalt verzichten, da ich jahrelang auf der 'faulen Haut' gelegen hätte. Sonst würde ER sofort aufhören zu arbeiten!!

Ich stand vor dem Nichts, keine Weiterbildung, alter Beruf nicht mehr möglich, und keine Zeit mehr zur Umschulung. Und dann die Aussage, die Kinder wären mein Kapital!!!

Wenn ich das geahnt hätte, wäre ich keinen Tag zuhause geblieben und hätte auf die Dorfansichten gepfiffen.
Meine Kinder wären sicher im Grund nicht anders geworden, als sie heute sind. Denk mal darüber nach.

Verzauberin grüßt

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9. April 2003 um 9:49

Hi Nenja
Tja, da siehste mal, was man sich alles anhören muss. Damit muss Frau rechnen. Also nichts wie auf Arbeit!

Verzauberin grüßt dich ganz herzlich

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9. April 2003 um 12:46

Ausgleich schaffen!
Ich bin überzeugt, daß nur eine rundherum ausgeglichene Mutter eine gute Mutter ist. Ihre Ausgeglichenheit kommt dann zwangsläufig auch dem Nachwuchs zugute. Und auch der PArtner findet es bestimmt launiger sich über andere Themen als vollgeschissene Windeln zu reden.

Gruß Entity

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9. April 2003 um 12:47
In Antwort auf raj_11949146

Ausgleich schaffen!
Ich bin überzeugt, daß nur eine rundherum ausgeglichene Mutter eine gute Mutter ist. Ihre Ausgeglichenheit kommt dann zwangsläufig auch dem Nachwuchs zugute. Und auch der PArtner findet es bestimmt launiger sich über andere Themen als vollgeschissene Windeln zu reden.

Gruß Entity

...peinlich
zu Unterhalten!

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10. April 2003 um 10:00

Hallo Romara!
Auch ich habe noch keine Kinder, aber wir sind seit anfang des Jahres am üben. Für mich war wichtig mit meinem Partner aber auch meinen Eltern und Schwiegereltern eine Sache vorweg zu klären - nämlich, dass keiner von mir verlangt, dass ich meinen Job aufgebe wegen dem Kind... Gerade bei der Schwiegermama war das nicht so ganz einfach...

Meine Mutter war Jahrelang bei uns daheim, nur sie hat uns ausschließlich betreut, viele Bekannte hatten wir auch nicht... Der Blick über unser beschützetes Zuhause hinaus hat uns gefehlt, meine Mutter war auch unglücklich, aber sie hat die Situation nich ändern können... Irgendwann wurde sie deshalb krank... Es war eine schwere Zeit, die ich nicht wiederholen möchte!
Heute bin ich erwachsen, mein "kleiner Bruder" ist auch 17 aber unser Jüngster (Nachzügler) ist 5. Meine Mutter hat im vergangen Oktober ihre 2jährige Ausbildung zur Altenpflegerin abgeschlossen und ist nun auch 120 Std im Monat berufstätig. Die Organisation ist manchmal nicht einfach, (sie arbeitet 3 Schichten), das gebe ich zu, aber dadurch, das der Kleine heute schon viele Kontakte hat ist er viel offener als ich und mein anderer Bruder. Die Erziehungsarbeit leisten noch immer wir seine Eltern und seine Geschwister! Der kleine weis genau wo sein zuhause ist, wer für ihn da ist uws.!
Lästereien hat sich unsere Familie so viele anhören müssen in den vergangenen Jahren! Als meine Mutter krank wurde hies es "Schau die mal an..." heute heisst es "Wie kann die nur"!
Du kannst es denen nie Recht machen!!!
Meine Mutter ist richtig aufgeblüht und auch dem Rest der Familie geht es wesentlich besser seither!

Auch ich bin mir sicher, dass man später auf mich zeigen wird mit dem Finger, den für mich steht schon heute fest, wenn ich ein Baby bekomme bleib ich garantiert nicht daheim bis dieses erwachsen ist!!! Mein Partner ist sich dessen voll bewusst, das er nicht nur auf dem Papier Papa wird (wie leider so viele Männer). Wie die reale Situation mit Kind aussehen wird, können wir heute auch noch nicht genau vorausplanen, aber es gibt sicher einen Weg!

Lass dich nicht aus der Bahn werfen, weder dir noch deinem Kind noch deiner Familie schadet es wenn du nicht nur Mama und Hausfrau wirst! Meine Mutter hat heute weniger Zeit für den Jüngsten, aber manchmal bin ich sogar ein wenig eifersüchtig, den die Zeit verbringt sie viel bewusster und ausgefüllter mit ihm. Was auch der kleine sehr freudig begrüßt!

LG Lolline

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23. August 2004 um 13:09

Jede muß ihren eigenen weg finden
diese Empfindlichkeit nervt mich am Meisten an mir selber.Ich kenne das nur zu gut.Frau steht immer im Focus,jedoch nurum Mutterrolle Haushalt etc. auf die Reihe zu kriegen.Würg
Müssen wir die Erwartungen anderer den immer erfüllen?ich denke eher nicht.Ist es mein Leben
oder lebe ich nach den Statuten der anderen?!
such dir einen anderen Job,nimm dir eine Tagesmutter und tue etwas für Dich.Du brauchst Zeit um zu relaxen bei diesem Powerprogramm das man Alltagsbewältigung nennt.Die Anforderungen werden leider nicht geringer!

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24. August 2004 um 19:40

Und
wo ist nun dein Problem?
Hast du dich nicht schon entschieden arbeiten zu gehen wie vorher und evtl eine Tagesmutter zu nehmen?

Alterantiv könntest du und dein Mann vielleicht im Wechsel etwas weniger arbeiten.Wenn du kein eTagesmutter willst.

Frau, kann beides haben und Mann auch . Da isses. BEIDE müssen da zusammen arbeiten

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25. August 2004 um 13:10

Liebe Romara,
ein Kind zu erziehen bedeutet keineswegs, es 24 Stunden selbst zu versorgen. Natürlich hast Du als Frau und Mutter das Recht, Entscheidungen zu Deinem Wohl zu treffen. Du hast das Recht auf Selbstverwirklichung im Beruf. Ich selbst lebe auch in einer Gegend, in der berufstätige Mütter mehr oder weniger als Rabenmütter abgestempelt werden und kann Dich daher gut verstehen. Ein Kind zu einer Tagesmutter zu geben bedeutet, es in guter Führsorge zu wissen. Du suchst Dir doch schließlich nicht irgendeine ganz abscheuliche Familie aus, sondern wählst ganz sorgfältig. Ich habe meine Tochter schon als sie noch klein war bei einer wunderbaren Tagesmutter gehabt und in der ersten Klasse am Nachmittag ebenso. Beide Tagesmütter (und auch die Männer dazu) waren wirklich ein Zugewinn für meine Tochter.
Ich glaube, daß das Mutterbild in Deutschland immer noch sehr starr ist. Wir sind diejenigen, die es verändern können, nach unseren Plänen. Wichtig ist nicht, was Deine Freuninnen meinen oder wir hier im Forum. Wichtig ist, was Dein Gefühl Dir sagt. Dein Gefühl kann Dich nicht belügen. Wenn Du auf Dein Gefühl hörst, wirst Du die richtige Entscheidung treffen. Ich an Deiner Stelle würde auch noch nicht so sehr darüber grübeln, was in zwei Jahren sein wird, denn das seht sowieso noch in den Sternen.
Das Argument "das hättest Du Dir alles vorher überlegen können" finde ich haltlos.
Alles Liebe
Zauberlilie

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25. August 2004 um 15:04

Solche Reden...
kann sich Deine "Freundin" an den Allerwertesten heften. Ja, klar wenn man einen Mann hat, der fett Kohle verdient, kann man sich und den Kindern schon ein nettes Leben machen. Wenn man aber OTTONORMAL ist, dann geht's ohne Arbeiten leider nicht. Wenn man (wie Du) einen festen Arbeitsplatz hat, dann sollte man diesen auch nutzen. Aus Deinem Posting lese ich heraus, daß DU eigentlich weißt, was Du willst. Mache es so. Jeder, der Dich als Rabenmutter betituliert oder Dir ein schlechtes Gewissen einreden will, laß links liegen, die sind nur neidisch auf Deine Feststelle.
Viel Glück und mach Dir über solche Floskeln bitte keinen Kopf, ich hab's mir auch abgewöhnt.

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25. August 2004 um 16:13
In Antwort auf an0N_1188902399z

Lass Dich nicht kirre machen (lang)
Hallo Romara,

ich habe zwar keiner Kinder, aber ich bin mit berufstätigen Eltern aufgewachsen in Ostdeutschland. Mir hat es nicht geschadet.
Dieses ein Kind darf nur von der Mutter betreut werden, Mütter müssen sich für Beruf oder Kind entscheiden ist typisch deutsche Mutterkreuzideologie. Genau diese Einstellung ist mit daran Schuld, dass es in Deutschland kaum ordentliches Kinderbetreuung gibt.


Schau Dich mal um. In Frankreich, Skandinavien, England überall arbeiten Mütter und es wird als ganz normal angesehen. Allerdings gibt es dort auch bessere Betreuungssysteme und Ganztagsschulen.
Meinst du diese Kinder sind gestörter oder unglücklicher las die deutschen Kinder?
Ich glaube nicht. Verusch mal einer Französin zu erklären, was eine Rabenmutter ist, die kennen so ein Wort einfach nicht.

Diese ausschliessliche Betreuung der Kinder durch die Mutter gibt es auch noch gar nicht so lange.
Dieses Familienmodell das hier hoch gehalten wird, noch gar nicht so alt sondern stammt im Wesentlichen aus einem tausendjährigen Reich. Davor war es in Bauern- und Arbeiterkreisen immer schon üblich und notwendig, dass beide gearbeitet haben und die Kinder von älterenen Geschwistern oder Verwandten betreut wurden und in höheren Kreisen - und dazu zählte bereits ein Lehrer - hat zwar die Frau nicht gearbeitet, aber sie hatte mindestens 1 Hausangestellte, die auch die Kinderbetreuung mit übernommen hat.

Wenn man sein Kind 2-3 Stunden bei einer Tagesmutter lässt, kann man doch gar nicht davon reden, dass man das Kinf von fremden erziehen lässt.
Den Satz "Warum hast du Kinder, wenn du sie von anderen erziehen lassen willst?" schmeisst man auch nur Frauen an den Kopf oder hast Du schon mal erlebt, das das jemand zu einem Mann gesagt hat?

Entschuldige, dass ich abgeschweift bin, aber diese Thema berühert mich persönlich, da ich wahrscheinlich ind den nächsten 5-7Jahren die Kinderfrage für mich klären muss, allerdings auf keinen Fall meinen Beruf aufgeben möchte.

Das deutsche Mutterbild ist schon ein sehr spezielles und ich glaube auf dem Dorf ist es schlimmer als in der Stadt.
wenn du arbeiten möchtes dann tu es. Deine Tochter nimmt durch 3Stunden tagesmutter bestimmt keinen schaden, durch eine unzufriedene Mutter und Geldprobleme in der Familie.
Allerdinsg wirst Du dich vielleicht darauf gefasst machen müssen, auf dem dorf ab und zu schief angeguckt zu werden. Aber ich denke wenn du es wirklich willst, kannst du da drüber stehen.

LG

RedDevil

Volle Zustimmung!
Da gibt es nix mehr dazu zu sagen!

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26. August 2004 um 2:36

Ich finde...
du hast ganz recht...
wenn man heiratet gehört ein kind sowieso dazu.....
mir geht es nämlich auch so wie dir...
ich habe mein ausbildung zu ende gelernt, gearbeitet, geheiratet... und war schwanger... war natürlich ein wunschkind da mein mann auch gut verdient (hat, als man noch DM verdient hat) meine tochter ist inzwischen 3. und geht in die KiGa und weil ich bei meinen job jeden tag ein anderes schicht habe ist es im moment nicht möglich zu arbeiten, obwohl ich noch meine arbeitsstelle habe. deshalb musste ich vorerst meine erziehungsurlaub um ein halbes jahr verlängert.
und nun muss ich hoffen dass ich bis dahin jemand finde dass auf mein kind aufpassen kann.
aber dass man sich das alles vorher denken muss... ist unsinn!
wenn man sich vorher zuviel gedanken macht, ob es überhaubt klappt, oder wie das leben weitergeht, kann man doch gar nichts mehr unternehmen.
ich bin jedenfalls froh das ich meine tochter habe, den sie ist schon alleine eine grosse freude für mich!
ich gehe halt solange auf 400 job und habe auch was von der erziehung meiner tochter.
oder hätte ich auch denken müssen: " o je... der kommt und das leben wird vielleicht teuer werden und der verdienst wird nicht mehr reichen, ach ich verzichte jetzt lieber auf ein baby"???
alles hat sein ausweg. für alles gibt es eine lösung (ausser für den tot - gott schütze...)

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