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Kind mit ADHS ins Heim?

6. Dezember 2004 um 19:45

Folgendes, unser Sohn ist extrem stark von ADHS betroffen, er geht im Moment in eine Förderschule, und danach in eine HPT. Doch nächstes Jahr werden die Kosten für die HPT nicht mehr übernommen, so ein Platz kostet 110 Euro am Tag, weil er schon seit vielen Jahren in eine HPT geht, kann es nicht mehr weiter bewilligt werden. Nun braucht er dringend eine Ganztageseinrichtung, aber die gibt es bei uns nicht. Daher hat sich die Leitung der HPT und das Jugendamt, für ein Heim ausgesprochen, in dem er von Montags bis Freitags betreut würde. Zu Hause können wir ihm die Strukturen, die er braucht leider nicht geben. Kennt sich jemand damit aus, oder war vielleicht in der gleichen Lage, wie wir? Meine Angst ist vor allem seine Psyche, ich denke immer er würde sicher sehr unter der Trennung leiden? Wir, als Eltern müssen nun entscheiden, ob wir unser Kind in eine solche Einrichtung geben, oder nicht. Aber, was tun? Sicher hätte er in so einer Einrichtung, die Bedingungen die er so dringend braucht, aber ich habe solche Angst, daß er daran zerbricht. Helft mit bitte, was sollen wir tun?

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6. Dezember 2004 um 21:15

ADHS
Hallo Diasch,

aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ein Alltag
mit einem stark ausgeprägtem ADHS-ler wirklich
nicht einfach ist.Trotzdem denke ich, dass ein
Kind in der Einrichtung bestimmt nicht besser
aufgehoben ist, als zu Hause.Seitdem mein
Pflegesohn medikamentös gut eingestellt ist
klappt es auch besser. Ich kenne deine familiäre Situation nicht um beurteilen zu können,warum dir nicht möglich ist ihm die
Rahmenbedingungen zu geben, aber ein Heim
kann meiner Meinung nach nicht die Lösung sein.
Man sollte auch nicht außer Acht lassen, dass
er in so einer Einrichtung mit anderen auffälligen Kindern wäre, was bestimmt vom Verhalten her nicht ganz förderlich ist.
Was sagt dein Sohn dazu?

LG Dana

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6. Dezember 2004 um 21:49
In Antwort auf kyler_12055543

ADHS
Hallo Diasch,

aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ein Alltag
mit einem stark ausgeprägtem ADHS-ler wirklich
nicht einfach ist.Trotzdem denke ich, dass ein
Kind in der Einrichtung bestimmt nicht besser
aufgehoben ist, als zu Hause.Seitdem mein
Pflegesohn medikamentös gut eingestellt ist
klappt es auch besser. Ich kenne deine familiäre Situation nicht um beurteilen zu können,warum dir nicht möglich ist ihm die
Rahmenbedingungen zu geben, aber ein Heim
kann meiner Meinung nach nicht die Lösung sein.
Man sollte auch nicht außer Acht lassen, dass
er in so einer Einrichtung mit anderen auffälligen Kindern wäre, was bestimmt vom Verhalten her nicht ganz förderlich ist.
Was sagt dein Sohn dazu?

LG Dana

RE:
Hallo, mein Sohn kann es noch nit realisieren was es bedeutet. Er ist auch immer noch sehr entwicklungsverzögert. Aber natürlich möchte er nicht weg von zu Hause. Die Rahmenbedingungen die nötig wären, minutiöser Ablauf, es darf nichts dazwischen kommen, wie z. B., ein Arztbesuch oder ähnliches. Es dürfen keine Reize vorhanden sind, da er sonst sofort abgelenkt ist bei den Hausaufgaben. Und er braucht eine sehr kosequente Haltung. Übrigens er bekommt Ritalin, und das ist auf sein Gewicht genau abgestimmt.

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7. Dezember 2004 um 1:08

Was du meinst,
ist eine fünf-tages-gruppe...natürlich ist es eine umstellung sowohl für euch als auch für das kind... wichtig ist ihm begreiflich zu machen, dass er nicht weggegeben wird.. davor haben die meisten kinder angst... in der nafangsphase, sind meiner erfahrung nach, auch eltern dabei... wichtig ist aber auch, dass er die entsprechende förderung bekommt...
am besten ihr guckt euch das ganze vorab schon mal an... vielleicht erstmal nur für nen halben tag und steigert das schön langsam...wenn ihr merkt, dass es ihm wirklich nicht gut tut (übrigens sind da sicher jede menge psychologen vor ort, könnt ihr das ganze jederzeit abbrechen...

viel glück

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7. Dezember 2004 um 12:19
In Antwort auf rosie_12076670

RE:
Hallo, mein Sohn kann es noch nit realisieren was es bedeutet. Er ist auch immer noch sehr entwicklungsverzögert. Aber natürlich möchte er nicht weg von zu Hause. Die Rahmenbedingungen die nötig wären, minutiöser Ablauf, es darf nichts dazwischen kommen, wie z. B., ein Arztbesuch oder ähnliches. Es dürfen keine Reize vorhanden sind, da er sonst sofort abgelenkt ist bei den Hausaufgaben. Und er braucht eine sehr kosequente Haltung. Übrigens er bekommt Ritalin, und das ist auf sein Gewicht genau abgestimmt.

Re
Hallo,

eine gute medikamentöse Einstellung hat in erster Linie nicht nur was mit Gewicht zu tun.
Es gibt außer Ritalin gute Alternativen um
Kindern mit sehr stark ausgeprägter Symptomatik
zu helfen (z.B. Neuroleptika).
Ich bin der Meinung, dass eine noch so gute
Einrichtung,mit tollen Sozialpädagogen und
Psychologen kein liebevolles Zuhause ersetzen kann.Natürlich braucht ein ADHS-Kind einen festen Plan und Konsequenz, ob es allerdings
woanders mal nicht zu plötzlichen und spontanen
Terminen kommt will ich bezweifeln. In einer
Einrichtung mit vielen problematischen Kindern
kommt es häufiger zu Turbulenzen, als zu Hause.
Was sehr wichtig wäre, das ist eine familiäre
Unterstützung,sei es durch eine Erziehungsberatungsstelle, Psychotherapie oder
Elternkurse. Als einen allerletzten Schritt
würde ich das Kind in die Obhut anderer geben, weil dann der Einfluß ganz weg wäre.
LG Dana

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