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Kind kommt mit Frust nicht klar

1. März 2007 um 13:26 Letzte Antwort: 11. März 2007 um 18:13

Hallo,
ich bin neu hier und fang einfach mal an.
wir haben ein riesen Problem. Meine Tochter ist im Januar 6 Jahre alt geworden und geht nun seit 2,5 Jahren in den Spielkreis in unserem Dorf. Sie war schon immer sehr willensstark und weiss sich durchzusetzen. Jedenfalls sieht sie nach aussen immer so stark aus. Ich arbeite seit einem Jahr 2-3 Tag in der Woche wieder wo sie dann bei einer Tagesmutter betreut wird (alleine ohne andere Kinder!). Vor 2 Wochen wurde ich in den Spielkreis zitiert und es wurde mir gesagt, dass das Benehmen meiner Tochter untragbar sei, und dass ich sie abholen müsste, wenn das so weiter geht. Eine Situation war z.B., dass sich ein Mädchen für ein "Pärchenspiel" ein anderes Mädchen ausgesucht hat. Daraufhin ist sie auf beide losgegangen. Ausserdem ist sie innerlich total unruhig und stört alle mit Absicht. Ich habe danach versucht mit ihr zu reden, aber ich kriege nur zu hören "Du verstehst mich nicht, keiner versteht mich." Daraufhin habe ich alleine eine Kinderärztin aufgesucht und ihr alles geschildert. Sie meinte, wir brauchen Hilfe von einem Psychologen, damit sie besser mit Frust fertig wird. Schliesslich kommt sie ja auch zur Schule. Was soll dann werden.
Am Montag habe ich dann einen Termin bei einer Psychologin gehabt. Die sagte mir, dass meine Tochter völlig o.k. sei, es würde alles nur an ihrer Umgebung liegen und sie sei überdurchschnittlich begabt, das sieht man doch (sie hat mit einem Koffer voller Puppen gespielt!?) und ich soll aus diesem Dorf wegziehen, in der Stadt hätten wir viel mehr Möglichkeiten, meinen Job soll ich auch aufgeben Karriere oder Kind (ich arbeite um zu überleben!) u.s.w. Das lief alles im Beisein meiner Tochter ab. Ich habe einfach nicht schnell genug geschaltet. Total ratlos bin ich da wieder raus. Am Abend hatte ich ein Häufchen Elend zu Hause. Sie sagte, dass sie nie wieder in den Spielkreis gehen würde, weil sie niemand mag und bei ihrer Tagesmutter ist es langweilig und da will sie auch nie wieder hin, und sie will am liebsten nicht mehr leben...
Ich war fix und fertig. Dazu muss man noch wissen, dass ein Mutter aus dem Kindergarten vor 2 Jahren wollte, dass meine Tochter aus dem Kindergarten fliegt, weil sie angeblich ihre Tochter schlagen würde. Ich habe nachgefragt, was da dran ist und die Erzieherinnen sagten, dass das nicht stimmt. Sie streiten sich halt mal aber alles im Normbereich. Daraufhin hat diese Frau so schlecht im Dorf über mein Kind geredet, dass sich auch nie jemand mit ihr verabredet ( die Mütter machen das hier mit den Verabredungen klar!) Es ist schon soweit, dass Kinder schlecht über sie reden, obwohl sie nie was mit ihr zutun hatten. Zum Beispiel Schulkinder. Der Spielkreis ist in einem Gebäude mit der Schule. Manchmal kamen Leute bei mir an und sagten völlig verwundert, dass meine Tochter ja gar nicht so schlimm wäre wie man sagt. Aus Verzweiflung habe ich nun für sie ab heute einen neuen Kiga-Platz im Nachbardorf. Ich habe gedacht, dort kann sie nochmal neu anfangen. Ich hoffe ich habe richtig gehandelt. Allerdings kommt sie dieses Jahr mit den gleichen Kindern zur Schule wie im Spielkreis. Was kann ich machen, wenn das dort von vorne losgeht? Sie kommt mit Frust, Verlieren oder nur zweiter sein nämlich wirklich nicht zurecht und ich weiss nicht, wie ich ihr das beibringen soll.
viele grüsse

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7. März 2007 um 9:27

Hallo!
schade dass du gar kein antworten erhalten hast, hätte mich auch interessiert, was andere mamas dazu gesagt hätten.
mein sohn ist auch nicht so ganz ohne, hab auch schon einiges mitgemacht, aber ganz so schlimm wie bei euch war es bislang nicht.

ganz schlimm finde ich die sache mit den andere eltern die über deine tochter herziehen, ist das nicht typisch für son dorf? ist ganz ernst gemeint, das ist halt de vorteil an einer etwas grösseren stadt, dort ists anonymer und man bietet lästermäulern eher weniger angriffsfläche.
mir war es bis zu einer gewissen zeit auch immer total wichtig, was andere mamas von uns denken, aber hab mir damit ein riesiges eigentor geschossen.

mein sohn (8) ist manchmal auch schlecht drauf, weil es an manchen tagen einfach niemanden gibt, der lust hat etwas mit ihm zu unternehmen, aber ich bin der meinung, er muss da durch. das ist kein vergleich zu eurer
situation, ich wollt dir nur sagen, dass es auch bei anderen schlecht zeiten gibt.

dass er nicht zur schule will, weil da allesamt schei... sind, kam auch oft vor, weil er zu unrecht beschuldigt wurde, anfangs hab ich mich da noch voll reingehängt, aber es nutze nix.

ich konnte mich z.b. leider auch nicht auf die meinung der erzieherinnen im hort verlassen, weil die es bei sohnemanns angeblichen schandtaten vorzogen, gar nicht erst in sichtweite zu sein. sohn "petzt" eher selten bis gar nicht, zu seinem unglück, weil andere ihm daraus ständig nen strick drehen und zu den horttanten laufen und mist reden... versuche mit den tanten zu reden, und mal genauer hin zusehen, was denn da wirklich passiert, hat auch nix gebracht.
völlig unkompetent.


ich kann dir leider nur den rat geben, die dinge erstmal laufen zulassen, geb nix auf dummes gelaber gelangweilter dorfmütterchen, die sich scheinbar nix besseres zu erzählen haben. is nicht leicht, kann ich mir vorstellen, vor allem wenn du als mama die lütte leiden siehst.

"kommt zeit, kommt rat..." blöd, aber was dran.
liebe grüsse und durchhalten, g.




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11. März 2007 um 18:13

Dein Kind ist bestimmt so, wie die Psychologin sagt....
...nämlich völlig in Ordnung. Und wenn deine Tochter erwähnt, dass sie anscheinend niemand versteht, dann hat sie tatsächlich das Gefühl und ich vermute, dass nach allem was du geschrieben hast genau das zutrifft.
Vielleicht habe ich etwas überlesen, aber ich finde aus deiner Erzählung keine Informationen über den Vater deiner Tochter. Bist du etwas alleinerziehend und stehst deshalb so unter Strom? In einem Dorf wird immer viel geredet und vorallem alleinerziehende Mütter haben es da nicht gerade leicht. Mag sein, dass sich das alles auf dein Kind übertragen hat und du ihr fehlst? Vielleicht hat sie Verlustängste? Natürlich nur dann wenn es der Fall ist, dass der Vater nicht mehr da ist. Kinder haben nach einer Trennung immer Angst, dass sie das zweite Elternteil auch verlieren.
Wenn deine Tochter nicht mehr in diese Spielgruppe gehen will, dann gewähre ihr diesen Wunsch, als Zeichen das du sie ernst nimmst und Rücksicht gibst. Das wäre zumindest mein Rat und meine Vorgehensweise.

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