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Kennt das irgendjemand??? (Sicht der Stieftochter)

25. März 2013 um 0:38

Hallo,
da ich bisher keine Diskussion gefunden habe, die von den Stieftöchtern/-söhnen ausging, dachte ich, fange ich mal damit an:

Ich bin mittlerweile 18 und lebe mit meinem Vater, seiner Frau und ihrem 22-jährigen Sohn zusammen in einem Haus. Meine Eltern haben sich 2008 getrennt. Für mich und meinen Bruder (bei meiner Mutter und ihrem Mann lebend) ist damals eine Welt zusammengebrochen. 1 Jahr nach der Scheidung meiner Eltern bin ich zu meinem Vater gezogen, habe mich mit meiner Mutter tagtäglich wegen den banalsten Dingen in die Haare gekriegt, keine schöne Zeit, jeden Tag Schreierei, Beleidungen, ich schäme mich richtig, wenn ich daran zurückdenke...

Nun, im Moment ist es so, dass wir 4 nicht wirklich zusammen- sondern mehr nebeneinanderherleben. Es fühlt sich für mich so an, als ob ich ein Leben "lebe" (bin momentan dauertraurig, weine viel), mein Stiefbruder (sehr zurückgezogen, wir wechseln kaum ein Wort in der Woche, wir sind beide schüchtern, ich weiß sogut wie nichts über ihn, obwohl sein Zimmer direkt neben meinem ist) ein anderes Leben und mein Vater lebt mit seiner Frau noch ein anderes Leben. Es kommt mir so vor, als interessiert sich keine für den anderen, das ist doch nicht normal?! (noch nicht mal geheucheltes Interesse...)

Ich ziehe mich dadurch immer mehr zurück, esse selten was, noch viel seltener mit meinem Vater oder Stiefmutter.

Seit circa einem Jahr habe ich einen wundervollen Freund. Er gibt mir unglaublich viel, und auch seine Familie ist wirklich mehr als nur "ganz nett". Mal abgesehen von seinen Eltern, sind selbst seine Großeltern nett zu mir, witzig, und immer darum bemüht, dass ich mich wohlfühle.
Es ist so schön, wenn ich bei meinem Liebsten bin, ich fühle mich bei ihm sogar wohler als bei mir (auch wenn ich z.b. bei ihm sogut wie immer auf seiner Couch schlafe (oder er; mir macht es aber nichts aus), da sein Bett einfach nur winzig ist (ich zuhause hingegen habe ein sehr großes Bett...) )
Jedenfalls, er und seine Familie haben mir gezeigt, was es heißt, bedingungslos akzeptiert und aufgenommen zu werden. Seine Eltern interessieren sich für mich, fragen mich nach Klausuren, meinem Wochenende, haben mich sogar vor meinem Bio-Abi im Türrahmen stehend fähnchenwinkend verabschiedet...

Mein Vater hingegen fragt mich weder nach Klausuren in der Schule, interessiert sich nicht für meine schriftlichen Abiprüfungen (oder denkt einfach nicht dran, weil er vergessen hat wann sie sind...) und und und

Ist es zu viel verlangt, dass ich möchte, dass er Interesse zeigt? Dass er fragt, wie es in der Schule war, dass er an die Termine meiner Abiprüfungen denkt (waren mir wichtig), dass er mich fragt, ob wir nicht mal wieder zusammen Badminton spielen möchten (früher oft gemacht), dass er fragt, was ich an meinem Geburtstag mache/gemacht habe?
Ich fühle mich oft egoistisch, doch ich bin einfach nur von seinem Verhalten als Vater enttäuscht!! - Natürlich, warum komme ich nicht runter zu ihm und frage ihn, ob wir Badminton spielen? Weil ich es schon zu lange anders kenne und weiß, dass wir es nicht machen werden?
Gehört es zu seinen Aufgaben, weil er der "erwachsenere" von uns ist? Was kann ich ändern?

Ich ertrage das einfach nicht - im Extremfall wechseln wir 5 Wörter in der Woche...
Ich habe außerdem oft das Gefühl, dass ich ihn belästige, wenn ich abends zum Essen runterkomme (wenn er von der Arbeit heimkommt), wenn er und meine Stiefmutter zusammen vor dem Fernseher sitzen und essen...
Ich weiß nicht, mit meiner Stiefmutter ist es so eine Sache, es gibt gute und schlechte Tage - meistens kann ich sie aber einfach nicht leiden, obwohl sie eigentlich bemüht ist, nett zu sein.

Schon länger habe ich das Gefühl, dass meine Stiefmutter meinen Vater total vereinnahmt, ihn in allem beeinflusst, was er macht und ich immer zu kurz komme - bin ja jetzt schließlich volljährig und habe eh jeden Tag Action - Eben nicht!! (bin auch eher zurückhaltend)

Ich würde mich freuen, wenn mir andere (Stief)töchter sowie (Stief)mütter von ähnlichen Erfahrungen berichten könnten, gerne auch per pn.

Es ist etwas länger geworden udn wirkt wahrscheinlich erstmal wie ein Tochter-Vater-Problem, doch es steht immer die Stiefmutter im Weg!!! argh

Freue mich über ernstgemeinte Antworten!

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25. März 2013 um 8:51

Du bist toll
finde es ganz großartig, wie fair und erwachsen du die sache analysiert und für dich interpretiert hast. du hast dir ernsthafte gedanken gemacht, auch bei dir fehler gesucht, statt nur schuld zu verteilen und dich zu beschweren. also bitte habe wegen deiner gefühle kein schlechtes gewissen, denn sie sind absolut angebracht.

es kann nicht sein, dass dein vater kein interesse für dich zeigt. die abiprüfungen machen eine der wichtigsten stationen deines lebens aus und es kann und darf nicht sein, dass ihn das null interessiert! zeigt die stiefmutter an ihrem sohn denn interesse? hat er eine bessere beziehung zu den beiden? wenn ja, dann suche zunächst das gespräch mit ihm. frage ihn, wie er das empfindet, ob das für ihn ok ist - und lernt euch auch mal kennen. immerhin lebt ihr zusammen. keiner erwartet, dass ihr beste freunde werdet, aber so stehst du vlt nihct allein und es ist zu zweit einfacher, euren eltern die augen zu öffnen.

hast du dir schon überlegt, wie es nach dem abi weitergehen soll? wenn du studieren würdest könntest du ohnehin vlt ab oktober in ein studiheim ziehen. bei einer ausbildung kannst du beim amt wohngeld beantragen, weil dir ab 18 die möglichkeit auf eine eigene wohnung zusteht. aber auch in den beiden fällen solltest du das gespräch mti deinem vater suchen. wenn es dir leichter fällt, dann schreib deine gefühle so auf wie hier. formuliere all die fragen, die du an deinen vater hat: Warum tust du das nicht? warum das nicht? ich wünsche mir, dass in zukunft... usw.und leg ihm den brief auf nachtschrank oder in die arbeitstasche. wie auch immer solltest du nicht alleine "kämpfen" am besten wäre es gemeinsam mit deinem stiefbruder wenn er die situation genau so empfinden sollte, ansonsten vlt mithilfe der eltern deines freundes?

ich wünsche dir nur das beste. lass dich nicht klein machen, du hast das alles absolut fair betrachtet und bist zum richtigen schluss gekommen: das ist keine gesunde vater-tochter-beziehung! dein papa liebt dich und ihm müssen vlt einfach nur mal die augen geöffnet werden. wenn du ihn aufrichtig bittest, etwas zu ändern, dann kann und wird er das nicht ignorieren.

sei lieb umarmt

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