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Keine Ruhe vor dem Schicksal seit 3 Jahren!

27. Januar 2009 um 22:03 Letzte Antwort: 30. Januar 2009 um 4:15

Ich (18) suche Ratschläge, auf welchen Wegen ich von Zuhause Abstand nehmen kann! Ich würde gern eine eigene Wohnung haben, damit ich mein Leben wieder in den Griff bekomme.
Zunächst ein paar Angaben zu meiner Geschichte:

Vor 3 Jahren (15) hatte ich einen starken Krampfanfall in der Schule, dieser wirkte sich mit einer zeitlichen halbseitigen Lähmung und dem Ausfall des Sprachzentrums aus. Die Ursache war eine Hirnblutung aufgrund eines Tumors. Ich wurde bald darauf operiert, konnte allerdings das zweite Halbjahr der 9ten Klasse (Gymnasium) nicht besuchen. Diese Misere ist der Grund, warum ich sozusagen *von heute auf morgen* erwachsen werden musste.

Noch etwa ein halbes Jahr dauerte es bis ich halbwegs darüber hinweg war. Mein damaliger Freund mit dem ich lange Zeit glücklich war, kümmerte sich während dieser Zeit sehr gut um mich, allerdings war die Belastung für die Beziehung einfach zu groß, so dass wir uns kurz darauf trennten.

Im nächsten Jahr erholte ich mich sehr gut und fasste wieder neuen Lebensmut, war nach langer Zeit wieder glücklich. Mit 17 ging ich eine neue Beziehung ein, welche bis heute anhält.

Doch kurz nach meinem Geburtstag ging mein Vater fremd. Ich hatte während meines ganzen Lebens, besonders der während der Pupertät immer ein besseres Verhältnis zu ihm wie zu meiner Mutter (Sehr oft Streit). Er war immer ein guter Vater für uns (Habe noch drei kleinere Brüder) jedoch begann er sich schon kurz nach meiner OP zu verändern. Er hatte lang in der freien Wirtschaft gearbeitet und nahm nach einer Kündigung einen Job bei der Kirche an. Seit dem bekamen wir mehr und mehr den Eindruck, dass er sich als etwas *besseres* fühlte. Dies ließ und lässt er uns auch immer spüren.

Meine Mutter rastete nach ihrer Entdeckung total aus (Verständlich nach 17 Jahren Ehe und vier Kindern). Sie hegte schon eine ganze Weile den Verdacht und schlug eines Nachts sogar mit einer Axt auf die Zimmertür meines Vater ein (Schlafen getrennt, er war abends nicht nach Hause gekommen) Ich lag im Bett und hört die ganze Nacht das wummern der Axt im Zimmer neben mir.

Meine Eltern klärten meine Brüder nicht über den Familienzustand auf. Mein Vater sagte meiner Mutter, er möchte die Familie nicht mehr haben und stattdessen in einer *WG* mit uns leben. Seit dem habe ich ihn nie mehr meinen *Vater* genannt.

Meine Mutter machte sich solche Gedanken wegen dieses Themas, dass sie nach einem halben Jahr versuchte sich das Leben zu nehmen. Darauf folgten 3 Monate geschlossene Psychatrie. Während dessen meine Brüder vorübergehend in eine andere Familie kamen und ich sehr oft allein war.

Kurz darauf wurde ich 18. Momentan versucht meine Familie wieder ihr altes Leben zu leben. Wir wohnen alle noch zusammen, doch die Stimmung ist zum Zerreißen gespannt. Meine Brüder haben alle schon in der Grundschule ein Jahr wiederholen müssen, sie reden sehr wenig, und sind wohl kaum mit anderen Kindern ihres Alters zu vergleichen. Ich möchte sie nicht im Stich lassen!

In der 11. Klasse wäre ich beinahe sitzen geblieben, wurde aber ich aufgrund der Lage pädagogisch versetzt. Ich bin zur Zeit in der 12. Klasse und strebe mein Abitur in der 13 an. Es geht schulisch wieder bergauf, und ich sehe keine Hindernisse es nicht zu versuchen. Das Problem liegt darin, dass ich zur Zeit halb zuhause und halb bei den Eltern meines Freundes wohne. Zuhause halte ich es nichtmehr aus und bei meinem Freund gibt es keine Möglichkeit in Ruhe zu lernen.

Aus diesem Grund würde ich mir gern eine Wohnung suchen, und würde mich über Ratschläge und Tipps freuen, zu:
a) Welche Vergünstigungen es gibt.
b) Welche Hilfe ich vom Jugendamt undr vom Arbeitsamt erwarten kann.
c) Welche Entscheidung ihr an meiner Stelle treffen würdet.
d) Ob die Möglichkeit allein zu wohnen sinnvoll ist.
e) Freue mich über jeden Kontakt den ich mit Leuten schließen kann, die in einer ähnlichen Situation sind.

Kurz zu meinen sonstigen Einkommensquellen: Ich verdiene mir monatlich 100 Euro dazu, indem ich Tanzunterricht gebe. Hätte keine Schwierigkeiten damit mir noch einen 400Euro Job zu suchen, doch ich denke es wird etwas stressig, da ich auch noch eine Tanzausbilung mache. (Seit 13 1/2 Jahren Ballett usw...) und da ich wie gesagt mein Abi machen möchte. Mein Freund kann mich nicht unterstützen, da er 1 1/2 Jahre jünger ist wie ich und selbst noch zur Schule geht.

Bitte helft mir, ich habe das Gefühl ich könnte mit meinem Leben schon 3 Bücher füllen, lasst nicht noch mehr dazu kommen!

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28. Januar 2009 um 22:52


hallo, dein letzter satz ist bezeichnet genau das, was ich beim Durchlesen denken musste. das reicht für 3 Soap operas im fernsehen.

Du hast viel mitgemacht und eure Familie hat nichts aber auch nichts ausgelassen.

das Ganze ist sehr komplex, (vater hat guru Vorstellungen) Mutter neigt zu extremen gewaltausbrüchen, psychiatrie...

Wegen der staatlichen Unhterstützung musst du dich selbst erkundigen, aber da du so wortgewandt bist , wird dir das nicht schwer fallen.

Wollte dich morallisch unterstützen, du hast ein recht auf ein eigenes leben, wo du für dich mal zur Abwechslung sorgen kannst. Das heißt nicht dass du deine brüder in stich lässt.

falls du denkst, dass sie woanders besser aufgehoben wären, informiere das Jugendamt, das ist dafür zuständig. Auch wenn der Ruf der Ämter nicht der beste ist, sie sind in der Lage zu helfen, und tun das auch oft genug. Man liest halt immer nur die negativen schlagzeilen, wo etwas nicht geklappt hat.

ich wünsche und schicke dir von hier ganz viel Kraft und hoffe dass du dein glück findest.

alles liebe

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30. Januar 2009 um 4:15

...
Ich komme aus niedersachsen. Ich weiss nicht, wie das in anderen Ländern geregelt ist, aber hier, wäre das Jugendamt nur bedingt zuständig. Das heisst im Klartext, das sie dir keine finanziellen Mittel stellen, aber dem Arbeitsamt stichhaltig begründen müssten, warum dir vor Abschluss deiner Erstausbildung überhaupt öffentliche Gelder zustehen.Dies dürfte für dich allerdings nicht allzu schwer werden, da die Beweislast schon ziehmlich erdrückend ist. Finanziell würde es also für dich so kommen:
Du musst gerichtlich Unterhalt von deinen Eltern einfordern. (Kommst du nicht drum herum!) Dann werden deine Eltern noch dazu verpflichtet, dir dein Kindergeld direkt zukommen zu lassen. Dann stockt dir das Arbeitsamt deinen Unterhalt aus Hartz IV auf. Für das Gericht bekommst du öffentliche Mittel, die du nicht zurückzahlen must.
Wenn du nicht wie Gott in Frankreich leben willst, könnte das reichen. Du bräuchtest dir auch keine Sorgen um die Zukunft zu machen, weil dieser Status stehen bleibt, bis du entweder
1. deine Erstausbildung beendet hast (abrechen ist nicht), oder
2. dein Studium beendet hast
Wichtig wäre noch, das du immer deine Eigenbemühungen belegen musst. Hierfür reicht es allerdings, wenn du weiter eine Schule oder Hochschule oder so besuchst oder eine Ausbildung verfolgst. Du solltest allerdings darauf achten, dass du nichts aufgibst. Wenn du eine Ausbildung schmeisst oder so, können deine Eltern darauf klagen, dass du dich nicht bemühst, ohne ihren Unterhalt zu leben. Dann kann dir im schlimmsten fall passieren, dass du dich bewerben musst.
Ich weiss ja nicht, wie deine Eltern so drauf sind, aber wenn du der Meinung bist, dass du mit ihnen reden kannst, kannst du das auch gut mit ihnen zusammen in die Wege leiten. Dein erster Weg ist übrigens in jedem Fall das Jugendamt. Das mit dem 400-er Job würde ich mir an deiner Stelle allerdings aus dem Kopf schlagen. davon dürftest du eh nichts behalten, ausserdem solltest du dich eher auf dein fortkommen konzentrieren. Grundsätzlich wärst du also in trockenen Tüchern, wenn du peinlichst genau daruf achtest, alle Termine einzuhalten und alle Unterlagen rechtzeitig einzureichen. Kannst ja schon mal vorarbeiten, und dir ein eigenes Konto zulegen.
Viel Erfolg

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