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Kein Unterhalt der Eltern während Studium

10. November 2008 um 19:01 Letzte Antwort: 14. November 2008 um 23:00

Hallo,

ich bin 23 Jahre alt und beende im kommenden Februar mein erstes Bachelor-Studium.
Ich will danach direkt einen Master anhängen.
Ich habe auch ein Hochbegabtenstipendium bekommen und ziehe mein Studium sehr gut und zügig durch.

Jetzt kommt das Problem:
meine Eltern haben beide weder Abitur noch studiert. Sie haben eine Menge Schulden durch Selbstständigkeit; außerdem steht die Scheidung kurz bevor.

Ich bin mit 18 ausgezogen und seitdem komplett selbstständig. Ich bekomme Bafög, habe einen Nebenjob und auch den KFW Studienkredit, da ich mein Studium anderweitig nicht finanzieren kann.
Meine Eltern geben mir keinen Cent; weder Miete noch sonst irgendwelchen Unterhalt oder Zuschuss.
Mit meinem Vater brauche ich darüber nicht zu reden; er verschließt immer die Augen und tut so, als könne er sich um nichts kümmern. Meine Mutter muss alles regeln. Sie arbeitet auf 400 Euro Basis und er verdient auch nur lächerlich wenig.

Ich habe gehört, dass mir ein Unterhalt zusteht. Das habe ich beiden auch schon zig Mal gesagt; aber es scheint sie nicht sonderlich zu interessieren. Wenn sie besser haushalten würden, wäre auch ein wenig Geld drin für mich. Mein Bruder hat jetzt auch ein Studium aufgenommen.

Ich habe zwar jeden Monat Geld; doch sind das nur Kredite und Darlehen, und Stipendium und super Noten hin oder her; am Ende meines Studiums kann ich eine riesen Menge abbezahlen.

Ich habe eigentlich ein gutes Verhältnis zu meiner Mutter. Und eigentlich will ich meine Eltern nicht verklagen. Es sind ja trotzdem meine Eltern. Aber ich finde es einfach super unfair, dass, nur weil sie keine höhere Bildung angestrebt haben, ich jetzt sehen muss wo ich finanziell bleibe.

Welche Möglichkeiten gibt es für mich?
Ich bin für jeden Tipp dankbar!

Julia

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10. November 2008 um 19:49


Ich finde es eher unfair deinen Eltern gegenüber das du jetzt derartige Forderungen stellst! Mein Gott sie haben wie du selber sagst Schulden und stehen kurz vor der Scheidung, das sind sehr belastende Lebenslagen, wenn man sich ständig fragen muss wie es weiter geht, und dann willst du allen ernstes noch Geld haben? Hast du jemals an deine Eltern dabei gedacht, wie dich sich evtl fühlen, wenn sie dann auf einmal sogar noch weniger zur Verfügung haben sollen? Du hast so viele Einnahmequellen, ich kenne sehr viele die haben mit sehr viel weniger ihr Studium finanziert. Mein Freund hat auch nur das BaföG und Kindergeld und kommt damit klar. Und dadurch das du beim BaföG nur die Hälfte zurückzahlen musst, ist das auch nicht so das Thema. Dann überdenk lieber deinen Lebensstil.
Sicher hast du einen Anspruch auf Unterhalt, aber dazu müssen deine Eltern auch das Geld haben, das Gericht wird auch nichts anderes machen als zu schauen, inwieweit deine Eltern in der Lage sind dich zu unterstützen. Und da du schon BaföG erhälst geh ich davon aus, das da nicht viel da sein wird, sonst würdest du dieses nicht erhalten. Der Unterhaltsanspruch ist auch immer abhängig vom Einkommen, also sei dir gar nicht mal so sicher das du überhaupt was erhälst.
Wenn du unbedingt Geld haben willst von Ihnen dann fordere das Kindergeld ein, aber ich hoffe wirklich für deine Eltern das du mal anfängst nicht nur an dich zu denken.

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10. November 2008 um 20:03
In Antwort auf kelly_12040900


Ich finde es eher unfair deinen Eltern gegenüber das du jetzt derartige Forderungen stellst! Mein Gott sie haben wie du selber sagst Schulden und stehen kurz vor der Scheidung, das sind sehr belastende Lebenslagen, wenn man sich ständig fragen muss wie es weiter geht, und dann willst du allen ernstes noch Geld haben? Hast du jemals an deine Eltern dabei gedacht, wie dich sich evtl fühlen, wenn sie dann auf einmal sogar noch weniger zur Verfügung haben sollen? Du hast so viele Einnahmequellen, ich kenne sehr viele die haben mit sehr viel weniger ihr Studium finanziert. Mein Freund hat auch nur das BaföG und Kindergeld und kommt damit klar. Und dadurch das du beim BaföG nur die Hälfte zurückzahlen musst, ist das auch nicht so das Thema. Dann überdenk lieber deinen Lebensstil.
Sicher hast du einen Anspruch auf Unterhalt, aber dazu müssen deine Eltern auch das Geld haben, das Gericht wird auch nichts anderes machen als zu schauen, inwieweit deine Eltern in der Lage sind dich zu unterstützen. Und da du schon BaföG erhälst geh ich davon aus, das da nicht viel da sein wird, sonst würdest du dieses nicht erhalten. Der Unterhaltsanspruch ist auch immer abhängig vom Einkommen, also sei dir gar nicht mal so sicher das du überhaupt was erhälst.
Wenn du unbedingt Geld haben willst von Ihnen dann fordere das Kindergeld ein, aber ich hoffe wirklich für deine Eltern das du mal anfängst nicht nur an dich zu denken.

Re
Wow.
Also zunächst einmal: danke für den Kommentar.

Aber du weißt doch überhaupt nicht, wieviel Geld ich im Monat zur Verfügung habe! Das heißt ja nicht, dass ich überall den Höchstsatz habe und einen super bezahlten Nebenjob habe. Und ich denke auch, dass du meinen Lebensstil nicht beurteilen kannst, denn der ist alles andere als ausschweifend!!
Sicher habe ich mehrere "Einnahmequellen", aber das sind alles Kredite, die zurückbezahlt werden müssen!

Ich jedenfalls finde es unfair, denn ich kenne die finanzielle Lage meiner Eltern sehr gut. Und wenn sie besser haushalten würden und nicht unsinnig Geld für diverse Dinge rausschmeißen würden, wären zumindest ein wenig für meinen Bruder und mich da.

Ich habe noch nie einen Cent gefordert, aber trotz allem steht mir doch wohl ein bisschen Geld zu?!
Und die Schulden kommen auch nicht von ungefähr; auch das war schlechte Haushaltung. Ich weiß, dass sich das alles für Außenstehende super egoistisch anhören muss.
Aber ich war jahrelang als Support da, habe zwischen meinen Eltern vermittelt, musste mir die ganzen Schreiereien anhören und für meinen Vater einspringen, der sich aufführt wie ein 5jähriges Kind. Neben einem sehr stressigen Studium, das "nebenbei" noch bewältigt werden muss/soll.
Ich verstehe sehr wohl, dass die Lage sehr belastend für meine Mutter ist; das teilt sie mir ja oft genug mit.

Außerdem tust du so, als wäre ich eiskalt und wollte meine Eltern jetzt pleite klagen. Ich habe jahrelang immer mal wieder nach Geld gefragt und nie etwas bekommen und es dann halt notgedrungen akzeptiert.
Aber trotzden finde ich es unfair, nur weil sie nie nach mehr gestrebt haben, dass die Kinder jetzt sehen müssen wo sie bleiben....

Und zum Thema nur an mich denken: Versteh das nicht falsch; aber wenn du mich kennen würdest, wüsstest du dass ich nicht mal ansatzweise so bin wie du zu glauben scheinst.

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10. November 2008 um 21:13
In Antwort auf luned_12316615

Re
Wow.
Also zunächst einmal: danke für den Kommentar.

Aber du weißt doch überhaupt nicht, wieviel Geld ich im Monat zur Verfügung habe! Das heißt ja nicht, dass ich überall den Höchstsatz habe und einen super bezahlten Nebenjob habe. Und ich denke auch, dass du meinen Lebensstil nicht beurteilen kannst, denn der ist alles andere als ausschweifend!!
Sicher habe ich mehrere "Einnahmequellen", aber das sind alles Kredite, die zurückbezahlt werden müssen!

Ich jedenfalls finde es unfair, denn ich kenne die finanzielle Lage meiner Eltern sehr gut. Und wenn sie besser haushalten würden und nicht unsinnig Geld für diverse Dinge rausschmeißen würden, wären zumindest ein wenig für meinen Bruder und mich da.

Ich habe noch nie einen Cent gefordert, aber trotz allem steht mir doch wohl ein bisschen Geld zu?!
Und die Schulden kommen auch nicht von ungefähr; auch das war schlechte Haushaltung. Ich weiß, dass sich das alles für Außenstehende super egoistisch anhören muss.
Aber ich war jahrelang als Support da, habe zwischen meinen Eltern vermittelt, musste mir die ganzen Schreiereien anhören und für meinen Vater einspringen, der sich aufführt wie ein 5jähriges Kind. Neben einem sehr stressigen Studium, das "nebenbei" noch bewältigt werden muss/soll.
Ich verstehe sehr wohl, dass die Lage sehr belastend für meine Mutter ist; das teilt sie mir ja oft genug mit.

Außerdem tust du so, als wäre ich eiskalt und wollte meine Eltern jetzt pleite klagen. Ich habe jahrelang immer mal wieder nach Geld gefragt und nie etwas bekommen und es dann halt notgedrungen akzeptiert.
Aber trotzden finde ich es unfair, nur weil sie nie nach mehr gestrebt haben, dass die Kinder jetzt sehen müssen wo sie bleiben....

Und zum Thema nur an mich denken: Versteh das nicht falsch; aber wenn du mich kennen würdest, wüsstest du dass ich nicht mal ansatzweise so bin wie du zu glauben scheinst.

...
Ich will dir auch nichts unterstellen, aber ich kann nur auf deinen Beitrag antworten, und dieser liest sich sehr egoistisch. Natürlich kenn ich die Situation nicht, aber du hast sie dann eher negativ für dich dargestellt.

Wie gesagt das Kindergeld ist deines, das kannst du einfordern, und wenn sie es dir nicht geben, kannst du auch einfach zur Kindergeldstelle gehen und es auf dein Konto überweise lassen. Desweiteren kannst du natürlich deine Eltern verklagen, aber dann informier dich vorher wie lange das bei euch idR dauert, es bringt ja nichts, wenn das Verfahren erst in 2 Jahren wäre.Dann hättest du höchstens die Möglichkeit eines Eilverfahrens. Aber wie gesagt versprich dir nicht zuviel, wenn deine Eltern Schulden haben.
Was das zurückzahlen angeht, das BaföG das dauert Jahre bis du da eine Forderung bekommst, außerdem kannst du dann noch einsparen, wenn du beispielsweise alles auf einmal zurückzahlst, ich glaub nochmal um 25%. Aber da kannst dich ja nochmal direkt informieren.

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10. November 2008 um 22:18

Ich erlebe dich nicht egoistisch,
Eltern müssen ihren Kindern eine Ausbildung ermöglichen und ich finde es gut, dass du nicht sofort gegen sie klagst. Versuche es, dass du das Kindergeld bekommst. Es ist einfach schade, dass deine Eltern so wenig Verantwortung zeigen . Ich wünsche dir alles Gute, leider kenne ich mich in diesem Bereich garnicht aus.
Gruß Melike

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12. November 2008 um 14:20

Soviel ich weiss
ist mit dem Bachelor eine Ausbildung beendet, Rechtlich gesehen, müssen die Eltern keine zweite Ausbildung finanzieren.

Du kannst aber Elternunabhängiges Bafög beantragen.

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14. November 2008 um 23:00

Volles Verständnis für deine Situation - mehr ist nicht drin
Hallo Julia,

ich habe mir mein Studium ebenfalls komplett alleine finanziert, aber das ist zwanzig Jahre her. Damals war es einfacher.

Meine Eltern habe ich seinerzeit auf Unterhalt verklagt. Nicht sofort. Durch die Tatsache, dass ich arbeiten gehen musste, konnte ich nicht in dem Tempo studieren wie meine Kommilitonen. Damit kam ich immer mehr ins Hintertreffen, und genau diese Verzögerung führte mein Vater als Grund an, dass er mir nichts gezahlt hat. Seine Tochter sei eben für eine akademische Ausbildung nicht geeignet.

Im Gegensatz zu deinen Eltern war mein Vater Fabrikdirektor mit 144.000 DM brutto im Jahr(1976). Mit dem Urteil bekam ich einen Anspruch auf 70.000 DM Cash und die Verpflichtung meiner Eltern, mir fünf Jahre monatlich 900 DM zu zahlen.
Die 70.000 DM habe ich natürlich nie gesehen, für weitere Zahlungen musste ich laufend prozessieren, bis es mir zu viel wurde, ich weiter arbeiten ging und selbstfinanziert mein Studium abgeschlossen habe.

Was lernen wir daraus?
1. Deine Eltern verfügen nicht über ein nennenswertes Einkommen, wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren. Es lohnt sich nicht zu prozessieren. Du erhältst einen Anspruch, den du nicht zu Geld machen kannst.
2. Selbst wenn deine Eltern ausdrücklich zur Zahlung verknackt werden, ist nicht gesagt, dass das Geld fließt.
3. Bittere Konsequenz: Du weißt, was du an dir hast. Hilf dir selbst!

Ich weiß, dass das Scheiße ist, aber es ist die Realität. Mir hat man an der Uni gesagt: "Wenn Sie Ihr Studium nicht finanzieren können, dann gehören Sie nicht hierher." Typisch für Deutschland, ehemalige Bildungsnation.

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