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Kein Bezug zum Stiefkind

20. Dezember 2020 um 21:29 Letzte Antwort: 21. Dezember 2020 um 19:45

Ich hab mich hier angemeldet, um mir mal eine außenstehende Meinung zu meiner aktuellen Lebenssituation einzuholen. Mir ist es unangenehm und ich gehe davon aus, dass einige meine Denkweise kritisieren werden. Allerdings erhoffe ich mir durch meine Veröffentlichung sachliche Ratschläge und Tipps. Zu meiner Person; ich bin 23 Jahre und lebe seit zweieinhalb Jahren in einer Partnerschaft. Mein Lebensgefährte ist 41 Jahre alt und hat ein 9 jähriges Kind aus einer früheren Beziehung. Wir haben von April 2019 bis Juli 2020 in einer gemeinsamen Wohnung gelebt und uns dann aufgrund von vielen Streitigkeiten wohnlich getrennt. Seit März sind wir Eltern einer gemeinsamen Tochter. Sie kam in der 28. SSW ist aber Gott sei Dank kerngesund und wohlauf. Die Schwangerschaft haben wir im September letzen Jahres festgestellt. Sie war nicht geplant, dementsprechend war seine Reaktion. Er wollte, dass ich sie abtreibe, da es kein Wunschkind war, wie sein Erstgeborenes. Nach mehreren Wochen hat er sich dann damit abgefunden. Da ich Schwierigkeiten hatte, das alles zu verarbeiten, haben wir uns immer öfter gestritten, bis wir im Januar beschlossen haben, uns räumlich zu trennen. Durch den Streit und Stress kam es dann zur Frühgeburt, seitdem haben wir auch wieder zueinander gefunden. Allerdings streiten wir uns immer noch häufig. Nun ist es so, das wir nach jedem Streit jegliche Kommunikation einstellen und jeder dann erstmal für sich ist... und das zieht sich immer über Wochen. Jetzt komme ich mal zum eigentlichen "Problem". Wir sind zweieinhalb Jahre ein Paar, allerdings habe ich seinen Sohn nie kennengelernt. Als wir uns kennengelernt haben, hat er kurzzeitig bei seinen Eltern gewohnt und dort auch den Umgang mit seinem Sohn verbracht, der jedes zweite Wochenende stattfindet. Er hatt nie ein Kennenlernen vorgeschlagen, deshalb hab ich auch nie nachgefragt und sah es auch nicht als Problem. Er nimmt sich oft Urlaub, um mit ihm Zeit zu verbringen. Seitdem wir auch Eltern sind, bettel ich jedes Mal darum, endlich mal Urlaub für uns zu nehmen, da wir uns auch unter der Woche kaum sehen, da er immer bis 19 Uhr arbeiten muss. Es heißt seit September, dass es beruflich nicht möglich ist. Jetzt erzählt er mir, dass er mit seinem Sohn im Januar wieder Urlaub nimmt. Ich weise ihn immer wieder darauf hin, dass ich es unfair finde, wenn er nur sein eines Kind bevorzugt. Er sieht es nicht so, weil er ja auch ab und an in der Woche zu Besuch ist. Leider hab ich auch mittlerweile überhaupt kein Interesse an einem Kennenlernen mit seinem Sohn, schon seit letztem Jahr nicht... das liegt aber daran, dass ich einfach nicht damit umgehen kann, dass das eine Kind geplant ubd gewünscht war und unseres nicht, obwohl wir schon über Kinderplanung gesprochen haben. Bis jetzt war es nie das Problem, dass er jedes zweite Wochenende weg ist, aber mittlerweile habe ich dafür immer weniger Verständnis. Ich weiß liebe ihn so sehr, aber ich weiß einfach nicht, ob die Beziehung eine Zukunft hat. An manchen Tagen sitze ich auf meiner Couch, und denke mir, dass ich einfach über mein Schatten springen muss, und ein Treffen vorschlagen soll und am nächsten Tag distanziere ich mich wieder von diesem Gedanken... bitte verurteilt mich nicht dafür.
Hat vielleicht jemand eine ähnliche Erfahrung gemacht?

Liebe Grüße Josi

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21. Dezember 2020 um 19:45

Hallo Josi,

also ich kann mich nur gedanklich in deine Lage hinein versetzen, da ich selbst weder Mutter bin, noch einen Partner mit Kind habe.

Was mir zuerst aufgefallen ist, ist euer sehr großer Altersabstand. Kann es vetl. sein, dass dein Partner sich mit dir extra eine Jüngere gesucht hat, um unverbindlichen Spaß zu haben? Ich meine, er hat ein Kind zu dem ein regelmäßiger Kontakt besteht. Und es ist von seiner Seite aus nie zur Sprache gekommen, dass du sein Kind mal kennenlernst? Klingt für mich a) nicht sehr nach einem verantwortungsvollem Vater (im Sinne von jemanden, der gerne seine Vaterrolle lebt und dessen Kind wirklicher Bestandteil des Lebens ist) oder b) er meint es mit dir und der Beziehung nicht wirklich ernst.

Ich möchte jetzt keine Diskussion zum Thema Abtreibung lostreten. Aber seine Befürchtungen bezüglich deiner Schwangerschaft kann ich schon verstehen. Evtl. hat er da auch vor allem deine Zukunft im Blick gehabt. Ihr habt keine stabile Partnerschaft, viele Streits, wohnt nicht zusammen. Habt ihr beide sichere Jobs? Mit 23 bist du zwar nicht ganz ganz jung, aber vielleicht hättest du vor einer Mutterschaft auch noch ein paar Dinge im Leben für dich regeln können. Nun ja, herzlichen Glückwunsch zu deiner Tochter und zum Glück ist sie gesund.

Ich glaube, dein Partner ist eigentlich kein wirklicher Partner für dich. Ich finde, er klingt für sein Alter sehr unbeständig und unreif.

Dass du bei all den geschilderten Umständen kein Interesse mehr hast, dich mit seinem Sohn auseinander zu setzen kann ich verstehen. Ich würde an dieser Stelle aber mal etwas Reife und Ernsthaftigkeit in eure Beziehung bringen und ihn mal fragen, wieso er das Kennenlernen eigentlich nie thematisiert hat. Lass ihn da nicht so billig bei weg kommen. Das ist ja keine Kleinigkeit.

Ganz ehrlicher Tipp: das mit euch beiden war nichts, ist nichts und wird nichts. Nicht in dem Maße, wie du in eure Tochter das als echte Familie brauchen. Du findest deinen Partner toll, er hat etwas sehr anziehendes auf dich. Aber betrachte sein Verhalten und eure Beziehung mal aus der Elternrolle heraus. Es gibt da ein Stiefkind für dich, einen Stiefbruder. Oder dieser war in all der Zeit niemals Thema bei euch? Ihr habt euch kurz vor deiner Schwangerschaft so gestritten, dass ihr einen Schritt zurück - in getrennte Wohnungen - gegangen seid? Bitte lebe deiner Tochter etwas anderes vor als das. Du bist noch jung, verdiene dein Geld bau dir was auf und dann kann mal nochmal über eine Familienplanung sprechen. Wahrscheinlich nicht mit ihm, aber jemand verlässlich wird kommen. Aber bei der Sache hier sehe ich schwarz.

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