Home / Forum / Meine Familie / Katastrophales Verhältnis zu meinen Eltern

Katastrophales Verhältnis zu meinen Eltern

13. November 2019 um 19:19 Letzte Antwort: 9. Dezember 2019 um 8:24

Hallo zusammen, 
das ist mein erster Beitrag in einem solchen Forum, aber langsam hab ich das Gefühl, durchzudrehen und ich muss die ganze Geschichte mal runterschreiben und hören, was unbeteiligte dazusagen...
Ich bin 24 und mache zur Zeit ein Master-Studium im Ausland, meine Eltern haben sich bereits scheiden lassen als ich 9 oder 10 Jahre alt war. Die erste Zeit habe ich bei meiner Mutter gelebt. Ich war auch ein richtiges Mama-Kind, bis sie immer mehr Desinteresse an de n Tag gelegt, welches sich bis heute immer noch steigert (so ist zumindest mein Gefühl). Sie ist (und war vermutlich auch schon immer) eine recht egozentrische Person, die sich für mich und meine Schwestern kaum interessiert. Also ich so 16/17 war hat sie die "Liebe ihres Lebens" im Internet kennengelernt und ist kurzerhand AUSGEWANDERT. Meine Schwestern (damals ca 15 und 10) und ich sind dann zu meinem Vater und seiner Frau gezogen. Damals dachte ich, dass ich damit ganz gut klar komme, vor allem weil ich mich mit meinem Vater und meiner Stiefmutter gut vertragen habe (meine Schwestern hatten es da schwerer, aber dazu gleich mehr...). Ich denke aber auch, dass ich die Trauer/Enttäuschung  irgendwie verdrängt habe, oder die Wut es irgendwie überdeckt hat. Kurz danach hab ich mein Abi gemacht und bin für eine Art FSJ ins Ausland. Mehrere Monate hatte ich keinen Kontakt zu meiner Mutter. Der hat sich dann langsam wieder eingestellt (aber nur "belanglose" Nachrichten auf Whats App). Nach meinem FSJ bin ich dann für das Bachelor-Studium ans andere Ende von Deutschland gezogen. Für mich war es immer wichtig, "unabhängig" zu sein (vielleicht wollte ich auch etwas beweisen, wer weiß. Ich hab meine Familie eigentlich immer nur 2 oder 3 mal im Jahr gesehen. Meine Mutter auch ewig nicht, bis ich nach Jahren einmal zu Besuch hingeflogen bin. War eine ziemliche Enttäuschung und hat mich auch recht fertig gemacht, weil von ihrer Seite immer noch kein Interesse da war. Sie kann die Erwartungen, die ich habe einfach nicht erfüllen (obwohl ich nicht mehr erwarte, als dass sie sich mal ernsthaft für irgendwas interessiert)....

Meinen Bachelor hab ich abgeschlossen und bin jetzt zum Master-Studium mit meinem Freund zusammen ins (europäische) Ausland gezogen. Hier läuft es ganz gut, auch wenn es eine harte Zeit der Eingewöhnung war. 

Neue Schwierigkeiten von Zuhause ließen aber nicht lang auf sich warten...Im Frühling haben mein Vater und seine Frau sich getrennt. Nur noch meine jüngste Schwester (von meinem Vater und meiner Mutter) und mein kleiner Bruder (von meinem Vater und seiner Frau) lebten zu diesem Zeitpunkt noch dort. Meine Schwester und unsere Stiefmutter hatten schon immer ein superschwieriges Verhältnis. Meiner Meinung nach lag es eher daran, dass meine Stiefmutter "eifersüchtig" auf sie war (zb hat sie meinem Vater "verboten" uns mit Kosenamen anzusprechen; wir durften dort keine Handtücher benutzen; und als meine Schwester mal einen Tampon von ihr nahm, warf sie ihr gleich "Diebstahl" vor). Meine Stiefmutter ist im Frühling ausgezogen und zuerst sah es auch danach aus, als ob sie und mein Vater wirklich getrennt seien. Offensichtlich (ich bin ja nicht vor Ort und bekomme alles nur aus Erzählungen mit) sind sie jetzt aber wieder am "anbändeln". Es läuft wohl so, dass mein Vater die Abende oft bei ihr verbringt, oder sie bei ihm und meiner Schwester ist. Dabei wird meine Schwester aber komplett ignoriert. Ich muss dazu sagen, dass meine Schwester zwar in der Pubertät ist, aber nach Auffassung (fast haha) aller ein liebes und fleißiges Mädchen ist....
Eigentlich wäre ich dieses Heiligabend dran gewesen, Heiligabend bei meinem Freund und seiner Familie zu verbringen. Ich hab mich aber dazu entschieden, Zuhause (bei meinem Vater) zu feiern, um ihm die ganze Lage etwas zu erleichtern (nach der "Trennung", er muss vielleicht das Haus verkaufen etc). Nun höre ich, dass ich mit meinen Schwestern Heiligabend bei meinen Großeltern verbringen soll. Er kommt am 1. Weihnachtstag nach. Heiligabend verbringt er mit seiner (Ex)frau und dem gemeinsamen Sohn (meinem kleinen Halbbruder). 
Ich komme mir jetzt sehr abgeschoben vor. Einerseits kann ich verstehen, dass er auch bei seinem Sohn (und damit auch bei seiner (ex)Frau) sein möchte, vor allem, weil er noch ein Kind ist. Andererseits feiern die Weihnachten eigentlich wie immer, außer dass meine Schwestern und ich "unerwünscht" (meine Worte, nicht seine) sind, weil unsere Stiefmutter mit meiner Schwester (und vielleicht auch mit mir, keine Ahnung) ein Problem hat. 

Vielleicht steigere ich mich ein bisschen da rein. Meine Schwestern scheinen damit nicht so ein großes Problem zu haben. Mich belastet es aber extrem, dass keiner meiner Eltern "da" ist und ich fühle mich verlassen (was natürlich komisch ist, weil ich ja immer weggezogen bin und momentan auch in einer sehr stabilen Partnerschaft lebe). Ich muss immer daran denken und bin oft traurig, wenn ich an die ganze Situation denke. Wie soll das denn die nächsten Jahre weitergehen? Meine Familie ist so stark zersplittert, dass ich das Gefühl habe, ich kann mich auf niemanden so richtig verlassen....

Tut mir leid für den unendlich langen Text, ich hoffe, es liest sich das jemand überhaupt bis zum Ende durch...
Liebe Grüße

Mehr lesen

14. November 2019 um 13:37

warte mal.
du kannst weihnachten nur nicht mit ihnen feiern weil seine exfrau was gegen deine schwester hat?

und das lässt er zu?

Gefällt mir Hilfreiche Antworten !
14. November 2019 um 15:58
In Antwort auf carina2019

warte mal.
du kannst weihnachten nur nicht mit ihnen feiern weil seine exfrau was gegen deine schwester hat?

und das lässt er zu?

Deine Antworten sind echt immer soooo hilfreich Lana. Was bringt dein Kommentar der TE jetzt genau? Dass ihr Vater keine große Hilfe ist weiß die TE ganz genau, wozu soll das jetzt gut sein? Soll sie ihren Vater zur Rede stellen?

Liebe TE, es tut mir wirklich Leid, dass du nicht behütet aufwachsen durftest. Wie ist denn das Verhältnis zu deinen Großeltern? Ich glaube ich würde das beste daraus machen und Weihnachten mit den Großeltern feiern bzw. den 1. Weihnachtstag mit Vater dann.

So wie ich es verstanden habe verstehst du dich mit deiner Schwester recht gut, oder? Ich würde mich in Zukunft darauf konzentrieren mit den Familienmitgliedern, mit denen du dich gut versteht die Bande möglichst eng zu knüpfen.

Ihr habt in nicht allzu ferner Zukunft selbst Familie und könnt euch so gemeinsam was aufbauen. Blicke nicht zu negativ in die Zukunft da kann sich noch viel verändern.

Gefällt mir Hilfreiche Antworten !
9. Dezember 2019 um 8:24
In Antwort auf bella12345

Hallo zusammen, 
das ist mein erster Beitrag in einem solchen Forum, aber langsam hab ich das Gefühl, durchzudrehen und ich muss die ganze Geschichte mal runterschreiben und hören, was unbeteiligte dazusagen...
Ich bin 24 und mache zur Zeit ein Master-Studium im Ausland, meine Eltern haben sich bereits scheiden lassen als ich 9 oder 10 Jahre alt war. Die erste Zeit habe ich bei meiner Mutter gelebt. Ich war auch ein richtiges Mama-Kind, bis sie immer mehr Desinteresse an de n Tag gelegt, welches sich bis heute immer noch steigert (so ist zumindest mein Gefühl). Sie ist (und war vermutlich auch schon immer) eine recht egozentrische Person, die sich für mich und meine Schwestern kaum interessiert. Also ich so 16/17 war hat sie die "Liebe ihres Lebens" im Internet kennengelernt und ist kurzerhand AUSGEWANDERT. Meine Schwestern (damals ca 15 und 10) und ich sind dann zu meinem Vater und seiner Frau gezogen. Damals dachte ich, dass ich damit ganz gut klar komme, vor allem weil ich mich mit meinem Vater und meiner Stiefmutter gut vertragen habe (meine Schwestern hatten es da schwerer, aber dazu gleich mehr...). Ich denke aber auch, dass ich die Trauer/Enttäuschung  irgendwie verdrängt habe, oder die Wut es irgendwie überdeckt hat. Kurz danach hab ich mein Abi gemacht und bin für eine Art FSJ ins Ausland. Mehrere Monate hatte ich keinen Kontakt zu meiner Mutter. Der hat sich dann langsam wieder eingestellt (aber nur "belanglose" Nachrichten auf Whats App). Nach meinem FSJ bin ich dann für das Bachelor-Studium ans andere Ende von Deutschland gezogen. Für mich war es immer wichtig, "unabhängig" zu sein (vielleicht wollte ich auch etwas beweisen, wer weiß. Ich hab meine Familie eigentlich immer nur 2 oder 3 mal im Jahr gesehen. Meine Mutter auch ewig nicht, bis ich nach Jahren einmal zu Besuch hingeflogen bin. War eine ziemliche Enttäuschung und hat mich auch recht fertig gemacht, weil von ihrer Seite immer noch kein Interesse da war. Sie kann die Erwartungen, die ich habe einfach nicht erfüllen (obwohl ich nicht mehr erwarte, als dass sie sich mal ernsthaft für irgendwas interessiert)....

Meinen Bachelor hab ich abgeschlossen und bin jetzt zum Master-Studium mit meinem Freund zusammen ins (europäische) Ausland gezogen. Hier läuft es ganz gut, auch wenn es eine harte Zeit der Eingewöhnung war. 

Neue Schwierigkeiten von Zuhause ließen aber nicht lang auf sich warten...Im Frühling haben mein Vater und seine Frau sich getrennt. Nur noch meine jüngste Schwester (von meinem Vater und meiner Mutter) und mein kleiner Bruder (von meinem Vater und seiner Frau) lebten zu diesem Zeitpunkt noch dort. Meine Schwester und unsere Stiefmutter hatten schon immer ein superschwieriges Verhältnis. Meiner Meinung nach lag es eher daran, dass meine Stiefmutter "eifersüchtig" auf sie war (zb hat sie meinem Vater "verboten" uns mit Kosenamen anzusprechen; wir durften dort keine Handtücher benutzen; und als meine Schwester mal einen Tampon von ihr nahm, warf sie ihr gleich "Diebstahl" vor). Meine Stiefmutter ist im Frühling ausgezogen und zuerst sah es auch danach aus, als ob sie und mein Vater wirklich getrennt seien. Offensichtlich (ich bin ja nicht vor Ort und bekomme alles nur aus Erzählungen mit) sind sie jetzt aber wieder am "anbändeln". Es läuft wohl so, dass mein Vater die Abende oft bei ihr verbringt, oder sie bei ihm und meiner Schwester ist. Dabei wird meine Schwester aber komplett ignoriert. Ich muss dazu sagen, dass meine Schwester zwar in der Pubertät ist, aber nach Auffassung (fast haha) aller ein liebes und fleißiges Mädchen ist....
Eigentlich wäre ich dieses Heiligabend dran gewesen, Heiligabend bei meinem Freund und seiner Familie zu verbringen. Ich hab mich aber dazu entschieden, Zuhause (bei meinem Vater) zu feiern, um ihm die ganze Lage etwas zu erleichtern (nach der "Trennung", er muss vielleicht das Haus verkaufen etc). Nun höre ich, dass ich mit meinen Schwestern Heiligabend bei meinen Großeltern verbringen soll. Er kommt am 1. Weihnachtstag nach. Heiligabend verbringt er mit seiner (Ex)frau und dem gemeinsamen Sohn (meinem kleinen Halbbruder). 
Ich komme mir jetzt sehr abgeschoben vor. Einerseits kann ich verstehen, dass er auch bei seinem Sohn (und damit auch bei seiner (ex)Frau) sein möchte, vor allem, weil er noch ein Kind ist. Andererseits feiern die Weihnachten eigentlich wie immer, außer dass meine Schwestern und ich "unerwünscht" (meine Worte, nicht seine) sind, weil unsere Stiefmutter mit meiner Schwester (und vielleicht auch mit mir, keine Ahnung) ein Problem hat. 

Vielleicht steigere ich mich ein bisschen da rein. Meine Schwestern scheinen damit nicht so ein großes Problem zu haben. Mich belastet es aber extrem, dass keiner meiner Eltern "da" ist und ich fühle mich verlassen (was natürlich komisch ist, weil ich ja immer weggezogen bin und momentan auch in einer sehr stabilen Partnerschaft lebe). Ich muss immer daran denken und bin oft traurig, wenn ich an die ganze Situation denke. Wie soll das denn die nächsten Jahre weitergehen? Meine Familie ist so stark zersplittert, dass ich das Gefühl habe, ich kann mich auf niemanden so richtig verlassen....

Tut mir leid für den unendlich langen Text, ich hoffe, es liest sich das jemand überhaupt bis zum Ende durch...
Liebe Grüße

Ich kann deine Gefühle nachempfinden und meine Beziehung zur eigenen Mutter und ihrem neuen Partner ist ähnlich. 

Du wünschst dir halt eine typische glückliche Familie, die du nie hattest und das alles kommt besonders stark an Weihnachten zum Ausdruck.

Das traurige daran ist, dass du nicht die Familie vermisst, die du verloren hast (denn vor der bist du ja immer weggelaufen, weil sie so anstrengend war), sondern eine, die du nie hattest oder haben wirst.

Du solltest dich mit deiner Trauer beschäftigen und lernen, zu akzeptieren, dass deine Herkunftsfamilie deine Bedürfnisse nach einer heilen Familienwelt nicht befriedigen kann.

Versuche stattdessen lieber, dich mit Menschen zu umgeben, die dir wirklich gut tun und bei denen du gerne bist. Anscheinend hast du ja einen lieben Partner und bestimmt auch einige Freunde.

Du bist erwachsen und musst Weihnachten nicht so verbringen, wie es dein Vater, oder andere Mitglieder der Familie es für dich geplant haben. Mach dein eigenes Ding und teile ihnen halt mit, ob und wo du sie treffen willst. Vielleicht wird es Zeit, dass du deine eigenen Weihnachtstraditionen schaffst. 

Gefällt mir Hilfreiche Antworten !
Frühere Diskussionen
Eltern sein...Eine unterschätzte Aufgabe?
Von: leja1234
neu
|
7. Dezember 2019 um 14:38
Noch mehr Inspiration?
pinterest