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Jungs mit 9 Jahren

27. November 2020 um 7:19 Letzte Antwort: 17. Dezember 2020 um 6:44

Hallo zusammen, 

mein fast 9jähriger hat kaum wirkliche Interessen. Nur Pokemon ist hier hin und wieder angesagt. 
Sonst würde er am liebsten ständig vor der Switch und drm Tablet sitzen. Und da daddelt er auch nir von einem.zum anderen. Muss er sich etwas anstrengen, wird aufgegeben. 

Wie ist es bei euch? 

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27. November 2020 um 9:16

Switch und Tablet verbannen und gemeinsame Aktivitäten mit den Kind veranstalten; basteln, malen, backen, an die frische Luft gehen, die Natur erkunden, sein Zimmer in eine aufregende Spielhöhle verwandeln etc. pp, dem Kind Alternativen bieten! DU bist da ganz klar gefragt! Wenn es bei deinem Sachverhalt nicht schon zu spät ist...

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27. November 2020 um 9:45

als ich ein Mädchen von 9 Jahren war, wollte ich genau eines: Bücher lesen.
Alles andere wurde mir aufgedrückt. Und ich habe es GEHASST.
Blöder Weise sind meine Eltern recht früh darauf gekommen, dass für mich "Stubenarrest" immer Belohnung und nie Strafe war und ich nie "raus" wollte. So ganz und gar nicht. Nun, musste ich aber. Ich mag es bis heute nicht und bin am glücklichsten, wenn ich mich in mein Zimmer zurückziehen kann. Mit Buch oder PC oder zum Malen / puzzeln... was dann später dazu kam.
Ich kann nicht sagen, dass die Erziehung und dann eben der Zwang dazu, "raus gehen" und "mit meinen Freunden spielen" (welche Freunde?!? hatte ich als Kind nie) oder meine Bücher wegzunehmen, damit ich irgendwas anderes mache, irgendwas bewirkt hätte, außer meine Abneigung dagegen zu verstärken.

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27. November 2020 um 12:16
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als ich ein Mädchen von 9 Jahren war, wollte ich genau eines: Bücher lesen.
Alles andere wurde mir aufgedrückt. Und ich habe es GEHASST.
Blöder Weise sind meine Eltern recht früh darauf gekommen, dass für mich "Stubenarrest" immer Belohnung und nie Strafe war und ich nie "raus" wollte. So ganz und gar nicht. Nun, musste ich aber. Ich mag es bis heute nicht und bin am glücklichsten, wenn ich mich in mein Zimmer zurückziehen kann. Mit Buch oder PC oder zum Malen / puzzeln... was dann später dazu kam.
Ich kann nicht sagen, dass die Erziehung und dann eben der Zwang dazu, "raus gehen" und "mit meinen Freunden spielen" (welche Freunde?!? hatte ich als Kind nie) oder meine Bücher wegzunehmen, damit ich irgendwas anderes mache, irgendwas bewirkt hätte, außer meine Abneigung dagegen zu verstärken.

Er liest sehr gerne, aber in der Bibliothek hat er immer keine Lust zu stöbern. Da liest er die Bücher lieber 3-4mal. 

Er darf am.Tag eine Stunde Medien und damit ist er unter den Jungs in der Klasse derjenige, der am wenigstens darf. Er hat immer keine Lust. Der Weg ihn mal was anderes nahr zu bringrn ist schwierig. Dann hat er zwar dann Freude, aber das ist dcnn auch schnell wieder weg. 

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27. November 2020 um 12:36
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Er liest sehr gerne, aber in der Bibliothek hat er immer keine Lust zu stöbern. Da liest er die Bücher lieber 3-4mal. 

Er darf am.Tag eine Stunde Medien und damit ist er unter den Jungs in der Klasse derjenige, der am wenigstens darf. Er hat immer keine Lust. Der Weg ihn mal was anderes nahr zu bringrn ist schwierig. Dann hat er zwar dann Freude, aber das ist dcnn auch schnell wieder weg. 

ich lese heute noch Bücher mehrfach. Gern auch 10 mal.
Mit Bibliotheken hatte ich immer so meine Probleme, dass hat sich erst mit der Onlin-Version geändert. Da war ich dann schon ~ 40 Jahre alt

Ich gehe davon aus, es gibt verschiedene Typen von Menschen. Introvertiert oder extrovertiert im einfachsten Falle. Und 1000 andere Dinge mehr. Das kann man nicht "umerziehen". So ziemlich alle introvertierten Menschen fühlen sich in den eigenen 4 Wänden und ohne Gesellschaft wohler. "Draußen" und "in Gesellschaft" ist bestenfalls kurzzeitig schön, kenne ich. Da muss man darauf achten, dass man sich nicht NUR zu Hause uns allein aufhält, weil es angenehmer ist, klar. Aber gegen "hauptsächlich" spricht aus meiner Sicht gar nicht.

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27. November 2020 um 15:16

Hello

Ich kenne mich mit Kindern in dem Alter zwar nicht aus, grundsätzlich sehe ich das aber nicht sooo tragisch. Und dem, was Nico sagt, kann ich so gar nicht zustimmen. Mit Basteln und Backen konnte man mich als Kind schon jagen - und was an so Sachen wie "Höhlen bauen" nun so förderlich fürs Kind sein soll, erschließt sich mir auch nicht.

Menschen sind halt unterschiedlich. Und Smartphone, Tablet und PC sind auch nur Medien, d. h., nicht das Medium ist das "Problem", sondern eher, wie man es nutzt. Ich finde dieses Verteufeln von digitalen Medien immer totalen Quatsch. Es macht einen riesen Unterschied für mich, ob jemand den ganzen Tag am Handy hängt und Candy Crush spielt, oder ob er das Medium "sinnvoll" nutzt (z. B. zum Lesen, um per App eine Fremdsprache zu lernen, sich kreativ zu betätigen etc.).

Da würde ich in dem Fall an Eurer Stelle auch ansetzen, statt das Ganze zu "verbannen" und ihn zu anderen Aktivitäten zu zwingen. Ich meine, ich würde schon immer wieder versuchen, Alternativen anzubieten und da muss er dann halt vielleicht auch mal durch. Aber das wird ja sicher automatisch passieren, Ihr verlasst ja sicher auch mal das Haus und macht Ausflüge außerhalb und da muss er dann halt mit. Vielleicht könnt Ihr ihn bei sowas auch mehr einbinden und mit entscheiden lassen, worauf er Lust hätte.

Ansonsten würde ich einfach versuchen, dieses Interesse zu fördern und in sinnvolle Bahnen zu lenken. Wichtig wäre mir nur, dass er nicht den ganzen Tag sinnlos zockt oder TV schaut.

Wenn er gern liest, aber nicht in die Bücherei mag, wären eBooks vielleicht eine Alternative. Vielleicht würde er gerne Musik machen? Eine Fremdsprache lernen? Oder interessiert sich für Logikrätsel? Es gibt sooo viele Möglichkeiten.

Ich würde schauen, wie man das Medium Tablet nutzen kann, um neue Interessen und Talente bei ihm zu entdecken und zu fördern.



PS: Was meinst Du mit "eine Stunde Medienzeit am Tag"? Sind damit nur digitale Medien gemeint oder alle (also auch Bücher und so)?

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27. November 2020 um 17:18
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Hello

Ich kenne mich mit Kindern in dem Alter zwar nicht aus, grundsätzlich sehe ich das aber nicht sooo tragisch. Und dem, was Nico sagt, kann ich so gar nicht zustimmen. Mit Basteln und Backen konnte man mich als Kind schon jagen - und was an so Sachen wie "Höhlen bauen" nun so förderlich fürs Kind sein soll, erschließt sich mir auch nicht.

Menschen sind halt unterschiedlich. Und Smartphone, Tablet und PC sind auch nur Medien, d. h., nicht das Medium ist das "Problem", sondern eher, wie man es nutzt. Ich finde dieses Verteufeln von digitalen Medien immer totalen Quatsch. Es macht einen riesen Unterschied für mich, ob jemand den ganzen Tag am Handy hängt und Candy Crush spielt, oder ob er das Medium "sinnvoll" nutzt (z. B. zum Lesen, um per App eine Fremdsprache zu lernen, sich kreativ zu betätigen etc.).

Da würde ich in dem Fall an Eurer Stelle auch ansetzen, statt das Ganze zu "verbannen" und ihn zu anderen Aktivitäten zu zwingen. Ich meine, ich würde schon immer wieder versuchen, Alternativen anzubieten und da muss er dann halt vielleicht auch mal durch. Aber das wird ja sicher automatisch passieren, Ihr verlasst ja sicher auch mal das Haus und macht Ausflüge außerhalb und da muss er dann halt mit. Vielleicht könnt Ihr ihn bei sowas auch mehr einbinden und mit entscheiden lassen, worauf er Lust hätte.

Ansonsten würde ich einfach versuchen, dieses Interesse zu fördern und in sinnvolle Bahnen zu lenken. Wichtig wäre mir nur, dass er nicht den ganzen Tag sinnlos zockt oder TV schaut.

Wenn er gern liest, aber nicht in die Bücherei mag, wären eBooks vielleicht eine Alternative. Vielleicht würde er gerne Musik machen? Eine Fremdsprache lernen? Oder interessiert sich für Logikrätsel? Es gibt sooo viele Möglichkeiten.

Ich würde schauen, wie man das Medium Tablet nutzen kann, um neue Interessen und Talente bei ihm zu entdecken und zu fördern.



PS: Was meinst Du mit "eine Stunde Medienzeit am Tag"? Sind damit nur digitale Medien gemeint oder alle (also auch Bücher und so)?

Bin ich ganz bei Dir.
Diese Verteufelung verstehe ich auxh nicht und was die Idee angeht vor lauter gut gemeinter Ansätze Interessen und Typen "umzuerziehen" - das kann wohl nur jemand raten, der es als Kind nie ausprobieren "durfte". 

Was ist denn schlimm an digital? Das hat so viele Möglichkeiten zu lernen, kreativ zu sein, Bücher zu lesen (und ja, kindle unlimited & Co sind millionenfach besser als jede Bibliothek!!! ) usw. 

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28. November 2020 um 6:53

Danke für die Sichtweise. Das finde ich einen guten Ansatz mit der sinnvollen Nutzung. Das hilft mir vielleicht etwas zu vwrändern. 
Er dürfte unendlich viel lesen auf seinen Tablet. Wir haben das Kids Tablet von Amazon. Aber er meinte er mag es lieber ein Buch in der Hand zu haben. 
 

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28. November 2020 um 15:46

Schwer... es ist halt so, dass solche Medien sehr reizflutend sind und der Mensch, vor allem ein Kind, nunmal an eine derartig intensive Unterhaltung gewöhnt. Daneben wirkt eben auch alles andere langweilig.

Persönlich finde ich den Druck in dem Alter den ganzen Quatsch schon haben zu müssen, schrecklich und bin froh, dass das bei uns nicht so ist.
Da wird von der Schule schon mehr Videospiel forciert, als uns recht ist.

Was hat er denn gerne gemacht, bevor er das Zeug hatte? Was macht er, wenn ein Kumpel da ist?
Evtl wäre es auch möglich, neue Hobbies auszuprobieren? Einen Sport, für den er brennen kann oder ein Musikinstrument z.B.. Das wären dann auch schon Termine in der Woche, die ihn gezielt unterhalten und einfach ein bisschen Ausgleich zum daddeln schaffen.

Neben Videospielen fand ich früher auch alles langweilig.

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28. November 2020 um 17:31
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Schwer... es ist halt so, dass solche Medien sehr reizflutend sind und der Mensch, vor allem ein Kind, nunmal an eine derartig intensive Unterhaltung gewöhnt. Daneben wirkt eben auch alles andere langweilig.

Persönlich finde ich den Druck in dem Alter den ganzen Quatsch schon haben zu müssen, schrecklich und bin froh, dass das bei uns nicht so ist.
Da wird von der Schule schon mehr Videospiel forciert, als uns recht ist.

Was hat er denn gerne gemacht, bevor er das Zeug hatte? Was macht er, wenn ein Kumpel da ist?
Evtl wäre es auch möglich, neue Hobbies auszuprobieren? Einen Sport, für den er brennen kann oder ein Musikinstrument z.B.. Das wären dann auch schon Termine in der Woche, die ihn gezielt unterhalten und einfach ein bisschen Ausgleich zum daddeln schaffen.

Neben Videospielen fand ich früher auch alles langweilig.

hmmmm. 
Die meisten Menschen schlafen an Orten, die weder wirklich dunkel noch wirklich ruhig sind. Von dem, was an Reizen auf uns einprügelt, wenn wir uns an einem beliebigen Bahnhof, in einem Kaufhaus oder Supermarkt aufhalten, nicht zu reden. Da werden alle 5 Sinne bis zum Anschlag zugeballert. Irgendwas piept, blinkt, wuselt, spricht, bewegt sich, riecht, berührt uns ... die ganze Zeit. 
Ok, ich gestehe einen gewissen Neid auf die Menschen, die das wohl nicht mal bewußt wahrnehmen. Unbewußt aber defintiv schon, mit wissenschaftlich belegten Folgen. Aber warum interessiert sowas keine ***, wohingegen die elektronischen Medien mit der Reizüberflutung so böse sind? 

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28. November 2020 um 18:00
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hmmmm. 
Die meisten Menschen schlafen an Orten, die weder wirklich dunkel noch wirklich ruhig sind. Von dem, was an Reizen auf uns einprügelt, wenn wir uns an einem beliebigen Bahnhof, in einem Kaufhaus oder Supermarkt aufhalten, nicht zu reden. Da werden alle 5 Sinne bis zum Anschlag zugeballert. Irgendwas piept, blinkt, wuselt, spricht, bewegt sich, riecht, berührt uns ... die ganze Zeit. 
Ok, ich gestehe einen gewissen Neid auf die Menschen, die das wohl nicht mal bewußt wahrnehmen. Unbewußt aber defintiv schon, mit wissenschaftlich belegten Folgen. Aber warum interessiert sowas keine ***, wohingegen die elektronischen Medien mit der Reizüberflutung so böse sind? 

Ich denke die Reizüberflutung im Alltag ist schon auch steuerbar. Und eher niedrig dosiert. Man steht ja nicht bewusst Stunden am Bahnhof.

Zumal wenn du die Freizeit auch noch mit Reizen zuballerst, wann soll Ausgleich stattfinden?
Ich denke schon, dass ein Mensch ausgegichener wird, wenn er eine Stunde im Wald spazieren geht, anstatt Videospiele zu spielen.
Interessantes Buch dazu ist "Die Ritalin-Gesellschaft". Da geht es nämlich genau darum, dass das Hirn süchtig nach Reizen wird und man den Ausgleich braucht.

Echte, natürliche Reize, mit denen wir unterversorgt sind (Wind, Vögel, plätscherndes Wasser) und die und ausgleichen gegen künstliche Reize (wie eben auch Videospiele und TV und jede beliebige Blicklicht) die unser Hirn mit ungesunden Reizen überfluten.

Als ich das erste Mal im neu gebauten Supermarkt hier war, war ich komplett reizüberflutet und einfach froh, als ich wieder draußen war. Aber da hab ich mich auch dran gewöhnt.

Wenn man sich heute Filme von früher anguckt, wirken sie auf mich auch "langweilig" weil viel langsamer.
Ich hab mal zufüllig "Mia&Me" in nem TV mitbekommen. Da stand ich dann auch davor wie ein hypnotisiertes Kaninchen. Mein Hirn konnte das wilde geschwenke und all die Bewegungen gar nicht verarbeiten.

Ich finde da sind sehr große Unterschiede. Und unser Hirn wird tatsächlich süchtig nach diesen Reizen.
Es verarbeitet Reize auch ganz anders, wenn der Körper aktiv und mit Bewegung allen Gliedmaßen und Sinnen beteiligt ist.

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28. November 2020 um 20:02
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Ich denke die Reizüberflutung im Alltag ist schon auch steuerbar. Und eher niedrig dosiert. Man steht ja nicht bewusst Stunden am Bahnhof.

Zumal wenn du die Freizeit auch noch mit Reizen zuballerst, wann soll Ausgleich stattfinden?
Ich denke schon, dass ein Mensch ausgegichener wird, wenn er eine Stunde im Wald spazieren geht, anstatt Videospiele zu spielen.
Interessantes Buch dazu ist "Die Ritalin-Gesellschaft". Da geht es nämlich genau darum, dass das Hirn süchtig nach Reizen wird und man den Ausgleich braucht.

Echte, natürliche Reize, mit denen wir unterversorgt sind (Wind, Vögel, plätscherndes Wasser) und die und ausgleichen gegen künstliche Reize (wie eben auch Videospiele und TV und jede beliebige Blicklicht) die unser Hirn mit ungesunden Reizen überfluten.

Als ich das erste Mal im neu gebauten Supermarkt hier war, war ich komplett reizüberflutet und einfach froh, als ich wieder draußen war. Aber da hab ich mich auch dran gewöhnt.

Wenn man sich heute Filme von früher anguckt, wirken sie auf mich auch "langweilig" weil viel langsamer.
Ich hab mal zufüllig "Mia&Me" in nem TV mitbekommen. Da stand ich dann auch davor wie ein hypnotisiertes Kaninchen. Mein Hirn konnte das wilde geschwenke und all die Bewegungen gar nicht verarbeiten.

Ich finde da sind sehr große Unterschiede. Und unser Hirn wird tatsächlich süchtig nach diesen Reizen.
Es verarbeitet Reize auch ganz anders, wenn der Körper aktiv und mit Bewegung allen Gliedmaßen und Sinnen beteiligt ist.

das Buch hat mit dem Titel bei mir verloren. Ich bin ADS-Patient und habe auch mal den Mist mit "Modekrankheit" und "hat jeder" und "als Kind nur falsch / nicht erzogen" geglaubt. Bis ich gemerkt hatte, was sich mit der Diagnose und der Medikation (also "Ritalin" für mich ändert. Wer mir mit "Ritalin-Gesellschaft" kommt, kann direkt weiter gehen. Verissen bis zum Anschlag und zurück. 

Ich bin auf sowas leider enorm empfindlich. Eben WEIL ich ADS habe - ich kann "unwichtiges" wie piepende Kassen, sich unterhaltende Kunden, brüllende Kinder, Menschen, die mich anstubsen und in meinem Sichtfeld herumwuseln, hier riecht es nach Fisch, dort nach nicht mehr wirklich frischem Obst, kurz darauf nach dem auf dem Boden zerschellten Ketchup - ein Supermarkt ist für mich der Vorhof zur Hölle. Wo das "niedrigschwellig" sein soll, weiß ich leider nicht. Dagegen ist jedes Computerspiel eine reizarme Umgebung. Und ehrlich, ich habe schon oft gehört / gelesen, dass man nur keine / mgl. wenige elektonischen Medien wg. der Reizüberflutung nutzen soll. Und auf gar keinen Fall das Kindern erlauben. Komischer Weise habe ich noch nie gehört / gelesen "Leute, nehmt Eure Kinder nicht mit in den Supermarkt / auf den Bahnhof, die Reiz+berflutung dort ist fürchterlich!".

Stimmt, die meisten halten sich nicht lange auf einem Bahnhof auf. Ok. Aber sie schlafen jede Nacht mit Verkehrslärm und im Licht der Straßenlaternen - das macht nichts? (doch, tut es!) 

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30. November 2020 um 7:28
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das Buch hat mit dem Titel bei mir verloren. Ich bin ADS-Patient und habe auch mal den Mist mit "Modekrankheit" und "hat jeder" und "als Kind nur falsch / nicht erzogen" geglaubt. Bis ich gemerkt hatte, was sich mit der Diagnose und der Medikation (also "Ritalin" für mich ändert. Wer mir mit "Ritalin-Gesellschaft" kommt, kann direkt weiter gehen. Verissen bis zum Anschlag und zurück. 

Ich bin auf sowas leider enorm empfindlich. Eben WEIL ich ADS habe - ich kann "unwichtiges" wie piepende Kassen, sich unterhaltende Kunden, brüllende Kinder, Menschen, die mich anstubsen und in meinem Sichtfeld herumwuseln, hier riecht es nach Fisch, dort nach nicht mehr wirklich frischem Obst, kurz darauf nach dem auf dem Boden zerschellten Ketchup - ein Supermarkt ist für mich der Vorhof zur Hölle. Wo das "niedrigschwellig" sein soll, weiß ich leider nicht. Dagegen ist jedes Computerspiel eine reizarme Umgebung. Und ehrlich, ich habe schon oft gehört / gelesen, dass man nur keine / mgl. wenige elektonischen Medien wg. der Reizüberflutung nutzen soll. Und auf gar keinen Fall das Kindern erlauben. Komischer Weise habe ich noch nie gehört / gelesen "Leute, nehmt Eure Kinder nicht mit in den Supermarkt / auf den Bahnhof, die Reiz+berflutung dort ist fürchterlich!".

Stimmt, die meisten halten sich nicht lange auf einem Bahnhof auf. Ok. Aber sie schlafen jede Nacht mit Verkehrslärm und im Licht der Straßenlaternen - das macht nichts? (doch, tut es!) 

P.S. eh jetzt das Argument kommt, dass A(H)DS durch elektronische Medien kommt - ich bin 1974 geboren, auch wenn es das als Diagnose in meiner Kindheit noch nicht gab, als Krankheit definitiv.
Der 1845 (!) erschiene Struwelpeter enthält mit "Zappel-Philipp" (AHDS) und "Hans guck in die Luft" (ADS) schon die Symptombeschreibungen beider Erkrankungen. Also: nein, ganz sicher nicht.

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30. November 2020 um 17:22

In dem Buch gehts mehr drum, dass die Diagnose heute so of fällt, weil a) Kinder nicht mehr wild sein dürfen und b) viele auch einfach aufgeputscht sind von den künstlichen Reizen um uns.
Bei überdrehten Kindern soll dann so ganz platt formuliert der regelmäßige Waldspaziergang helfen, das Problem in den Griff zu bekommen.
Ist ein paar JAhre her, aber ich hab das nicht so im Kopf, das behauptet wird, das Problem mit Konzentrationsdefitiz oder zusätzlicher Hyperaktivität gäbe es gar nicht.

 

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30. November 2020 um 20:00
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In dem Buch gehts mehr drum, dass die Diagnose heute so of fällt, weil a) Kinder nicht mehr wild sein dürfen und b) viele auch einfach aufgeputscht sind von den künstlichen Reizen um uns.
Bei überdrehten Kindern soll dann so ganz platt formuliert der regelmäßige Waldspaziergang helfen, das Problem in den Griff zu bekommen.
Ist ein paar JAhre her, aber ich hab das nicht so im Kopf, das behauptet wird, das Problem mit Konzentrationsdefitiz oder zusätzlicher Hyperaktivität gäbe es gar nicht.

 

weißt Du, wie viele mit A(H)DS ich in meiner Generation erlebt habe? Und wie unsäglich besch*** es war, wenn unsere Eltern das damit, mir endlich Fleiß statt meiner "Tagträumerei" beibringen wollten, damit ich endlich mal richtig funktioniere? Und den AHDSlern die Ruhe mit "Waldspaziergängen" beibringen wollten? Ich erinnere mich prima...

Aus der heutigen Sicht: Meiner Meinung nach verwechselt der Autor Ursache mit Wirkung. Ich liebe Computerspiele, weil sie mich in die Hyperfokussierung ziehen. Sprich: sie blenden alles andere ringerum völlig aus. Endlich mal nicht 1000000 Dinge gleichzeitig, zwischen denen ich gedanklich hin und her springe, wie eine Kugel im Flipperautomaten, sondern EINS. Das allein ist herrlich. Schafft ein gutes Buch aber auch. Meine Arbeit phasenweise auch. 
Und natürlich kommuniziere ich viel lieber über elektronische Medien. EIN KANAL. NUR EINER. Nicht Lautstärke, Intonation, Mimik, Gestik, Hintergrundgeräuschen, Bewegungen im Hintergrund... und das beste: wenn man etwas nicht mitbekommen hat, kann man ganz einfach nachlesen und muss nicht zig mal fragen oder überspielen.
(bin ich ganz sicher nicht allein damit, geht anderen, mit denen ich mich ausgetauscht habe, auch so)
Einen Waldspaziergang mache ich dennoch immer wieder gern. Aber sobald ich da nicht allein bin, ist der anstrengender. Weil ich meine Aufmerksamkeit wieder gewaltsam auf Personen fokussieren muss (oder die sind beleidigt oder sauer oder ... ) Kein Computerspiel ist sauer, wenn ich was nicht mitbekomme. Schlimmstenfalls platzt meine Spielfigur. Who cares, das ist so erfreulich irrelevant, selbst in Spielen, wo es nicht einfach mit Respawn weiter geht.

So oft fällt...? Geschichten, die es in ein BUCH schaffen, waren anno 18hundertirgendwas schon die, die viele aus eigenem Erleben bzw. dem Umfeld kannten. Es gab keine Geschichte in solchen Büchern ala "xxx hält sich für den Kaiser /  Past / Jesus / Hagen von Tronje / ... " (was es auch da schon gab, klar, aber damals wie heute sehr selten). 

 

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2. Dezember 2020 um 12:30

Ich kann mir schon vorstellen, dass übermäßger Konsum von digitalen Medien eine gewisse Konzentrationsschwäche fördert, v. a. mit dem Smartphone habe ich oft das Gefühl, dass die Leute extrem abgelenkt sind (bezieht sich jetzt auf Erwachsene). Nicht schön ist es, das mit ernsthaften Erkrankungen wie AD(H)S gleichzusetzen (und das tut der Titel dieses Buches implizit), weil das wieder suggeriert, dass das eine erfundene oder anerzogene Krankheit ist. Dabei kann man die Krankheit heute ja auch neurologisch/biochemisch ganz gut nachweisen, wenn ich mich nicht irre. Trotzdem hält sich das Gerücht hartnäckig und Schuld daran sind wohl mitunter solche Bücher. :/ Kann den Ärger also schon verstehen.

Aber es ist doch auch so, dass digitale Medien nun mal existieren und auch immer mehr an Bedeutung gewinnen, man kann das Kind also nicht davon fernhalten. Ich will ja auch gar nicht sagen, dass ich ihm ein Tablet, ein Smartphone und fünf Konsolen hinschmeißen und es dann out of control zocken lassen würde, aber wenn das Interesse nun mal da ist, finde ich es sinnvoller, es dementsprechend zu fördern und dem Kind einen richtigen, sinnvollen Umgang beizubringen, statt einfach zu verbieten.

Als ich noch ein Kind war, hatten wir sowas noch nicht. Mein einziges digitales Medium war der Fernseher und ich durfte im Prinzip gucken, soviel ich wollte. Fand ich meistens langweilig, Bücher waren mir lieber. Wenn meine beste Freundin zu Besuch war, wollte sie den ganzen Tag nur vor der Glotze hängen. Sie war sowas von süchtig - zuhause durfte sie nicht, sie konnte damit nicht umgehen.

Anderes, positives Beispiel: Mein Mann war auch als Kind sehr auf Computer und Co. fixiert (übrigens ADHS-Patient und er berichtet das gleiche, was auch Avarra schreibt: für ihn ist das eine Wohltat, in diese eindimensionale, reizarme PC-Welt einzutauchen) - seine Eltern haben ihm das nicht verboten, sondern ihn früh darin unterstützt. Er hat sich sehr früh das Programmieren beigebracht, war später im Studium schnell und gut und wurde relativ jung von Microsoft angeworben.

Wer weiß, was aus ihm geworden wäre, hätten sie ihn zum Höhle-bauen und Basteln gezwungen.
 

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2. Dezember 2020 um 13:25
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Ich kann mir schon vorstellen, dass übermäßger Konsum von digitalen Medien eine gewisse Konzentrationsschwäche fördert, v. a. mit dem Smartphone habe ich oft das Gefühl, dass die Leute extrem abgelenkt sind (bezieht sich jetzt auf Erwachsene). Nicht schön ist es, das mit ernsthaften Erkrankungen wie AD(H)S gleichzusetzen (und das tut der Titel dieses Buches implizit), weil das wieder suggeriert, dass das eine erfundene oder anerzogene Krankheit ist. Dabei kann man die Krankheit heute ja auch neurologisch/biochemisch ganz gut nachweisen, wenn ich mich nicht irre. Trotzdem hält sich das Gerücht hartnäckig und Schuld daran sind wohl mitunter solche Bücher. :/ Kann den Ärger also schon verstehen.

Aber es ist doch auch so, dass digitale Medien nun mal existieren und auch immer mehr an Bedeutung gewinnen, man kann das Kind also nicht davon fernhalten. Ich will ja auch gar nicht sagen, dass ich ihm ein Tablet, ein Smartphone und fünf Konsolen hinschmeißen und es dann out of control zocken lassen würde, aber wenn das Interesse nun mal da ist, finde ich es sinnvoller, es dementsprechend zu fördern und dem Kind einen richtigen, sinnvollen Umgang beizubringen, statt einfach zu verbieten.

Als ich noch ein Kind war, hatten wir sowas noch nicht. Mein einziges digitales Medium war der Fernseher und ich durfte im Prinzip gucken, soviel ich wollte. Fand ich meistens langweilig, Bücher waren mir lieber. Wenn meine beste Freundin zu Besuch war, wollte sie den ganzen Tag nur vor der Glotze hängen. Sie war sowas von süchtig - zuhause durfte sie nicht, sie konnte damit nicht umgehen.

Anderes, positives Beispiel: Mein Mann war auch als Kind sehr auf Computer und Co. fixiert (übrigens ADHS-Patient und er berichtet das gleiche, was auch Avarra schreibt: für ihn ist das eine Wohltat, in diese eindimensionale, reizarme PC-Welt einzutauchen) - seine Eltern haben ihm das nicht verboten, sondern ihn früh darin unterstützt. Er hat sich sehr früh das Programmieren beigebracht, war später im Studium schnell und gut und wurde relativ jung von Microsoft angeworben.

Wer weiß, was aus ihm geworden wäre, hätten sie ihn zum Höhle-bauen und Basteln gezwungen.
 

"Wer weiß, was aus ihm geworden wäre, hätten sie ihn zum Höhle-bauen und basteln gezwungen"

Na vielleicht ein begeisterter Höhlenforscher oder Youtube-Star, der dort seine DIY-Bastelkreationen präsentiert...

Spaß beiseite, ich beziehe deinen letzten Satz als Seitenhieb an mich. Deswegen hier noch mal etwas ausführlicher ausgeführt: Ich verteufele digitale Medien in keinster Weise!!! Dafür hänge ich selbst in meiner freien Zeit zu gerne am Smartphone oder zappe durchs TV. Aber der Beitrag der TE las sich eben so, als würden ihm keine Alternativen geboten und es hörte sich für mich auch so an, dass sich ihr Junge einfach wahnsinnig langweilt. Deswegen mein Vorschlag, ihm mal Alternativen zu Tablet und Co. zu bieten, um seinen Horizont zu erweitern und ihm zu zeigen, dass es noch mehr gibt als Tablet und Konsole! Das war meine einzige Intension. Sollte dem Jungen basteln, rausgehen oder sonst was auch nicht begeistern, na dann mags ja halt sein, dass er eher ein introvertierter Bücherwurm ist, ist doch auch gut. Aber das ging für mich aus dem ersten Beitrag der TE nunmal nicht klar hervor, sondern dieser las sich für mich eher so "man hat eben kein Bock auf Beschäftigung mit dem Kind, also stellt man es, da es ja am einfachsten ist, vorm Tablet ab..." Wenn das falsch von mir verstanden wurde, dann tuts mir leid! Aber ich bin bestimmt nicht Befürworter, Kindern irgendetwas aufzuzwingen, sondern diese eher in ihren Interessen zu fördern. Und wenn diese Interessen eben digitale Medien sind, dann ist das auch in Ordnung. Trotzdem sollte ein Kind doch einfach mal in alle Bereiche geschnuppert haben. Denn wenn es z. B. nur die digitalen Medien kennt, dann weiß es ja gar nicht, ob ihm andere Dinge auch Spaß machen würden! Dies nur zur Klarstellung!

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2. Dezember 2020 um 13:56
In Antwort auf

"Wer weiß, was aus ihm geworden wäre, hätten sie ihn zum Höhle-bauen und basteln gezwungen"

Na vielleicht ein begeisterter Höhlenforscher oder Youtube-Star, der dort seine DIY-Bastelkreationen präsentiert...

Spaß beiseite, ich beziehe deinen letzten Satz als Seitenhieb an mich. Deswegen hier noch mal etwas ausführlicher ausgeführt: Ich verteufele digitale Medien in keinster Weise!!! Dafür hänge ich selbst in meiner freien Zeit zu gerne am Smartphone oder zappe durchs TV. Aber der Beitrag der TE las sich eben so, als würden ihm keine Alternativen geboten und es hörte sich für mich auch so an, dass sich ihr Junge einfach wahnsinnig langweilt. Deswegen mein Vorschlag, ihm mal Alternativen zu Tablet und Co. zu bieten, um seinen Horizont zu erweitern und ihm zu zeigen, dass es noch mehr gibt als Tablet und Konsole! Das war meine einzige Intension. Sollte dem Jungen basteln, rausgehen oder sonst was auch nicht begeistern, na dann mags ja halt sein, dass er eher ein introvertierter Bücherwurm ist, ist doch auch gut. Aber das ging für mich aus dem ersten Beitrag der TE nunmal nicht klar hervor, sondern dieser las sich für mich eher so "man hat eben kein Bock auf Beschäftigung mit dem Kind, also stellt man es, da es ja am einfachsten ist, vorm Tablet ab..." Wenn das falsch von mir verstanden wurde, dann tuts mir leid! Aber ich bin bestimmt nicht Befürworter, Kindern irgendetwas aufzuzwingen, sondern diese eher in ihren Interessen zu fördern. Und wenn diese Interessen eben digitale Medien sind, dann ist das auch in Ordnung. Trotzdem sollte ein Kind doch einfach mal in alle Bereiche geschnuppert haben. Denn wenn es z. B. nur die digitalen Medien kennt, dann weiß es ja gar nicht, ob ihm andere Dinge auch Spaß machen würden! Dies nur zur Klarstellung!

hm...

also erstens: warum sprichst Du dann als erstes davon, dem Kind die Dinger wegzunehmen? Sorry, aber etwas, was langweilt, braucht auch keiner wegnehmen. Wenn alles andere soooooooooooo viel toller und interessanter ist, bleibt es eh in der Ecke liegen.

zweitens: die TE spricht davon, dass er sich für nichts anderes interessiert - das weiß sie ja wohl kaum, wenn noch nichts anderes ausprobiert wurde. Und davon, dass andere Dinge abgebrochen werden - dto.  Was die spätere Erklärung, dass der Sohn nur begrenzte Zeit mit Tablet & Co verbringen darf - weniger als die Kinder in seiner Umgebung - ja auch bestätigt.


Na vielleicht ein begeisterter Höhlenforscher oder Youtube-Star, der dort seine DIY-Bastelkreationen präsentiert...
genau das ist das Problem. Bestimmt nicht. Man wird nicht zum Höhelnforscher, weil einen die Eltern in der Kindheit da hin schubsen. Zumindest zu keinem guten. Man wird zu jemandem, der richtig gut in etwas ist, wenn dieses etwas dem eigenen Typ und den eigenen Interessen entspricht und die können die Eltern zum Glück eben nicht steuern. Ja, sie können (und sollen) Optionen zeigen und anbieten. Klar. Aber eben auch nicht mehr. Und dann wird aus dem Nerd kein youtube-Bastler und auch kein Höhlenforscher. Es bleibt ein Nerd, der die Höhle und das Basteln doof findet, aber halt ein Nerd, der den Anfang seiner eigenen Geschichte verpasst.

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2. Dezember 2020 um 13:57
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hm...

also erstens: warum sprichst Du dann als erstes davon, dem Kind die Dinger wegzunehmen? Sorry, aber etwas, was langweilt, braucht auch keiner wegnehmen. Wenn alles andere soooooooooooo viel toller und interessanter ist, bleibt es eh in der Ecke liegen.

zweitens: die TE spricht davon, dass er sich für nichts anderes interessiert - das weiß sie ja wohl kaum, wenn noch nichts anderes ausprobiert wurde. Und davon, dass andere Dinge abgebrochen werden - dto.  Was die spätere Erklärung, dass der Sohn nur begrenzte Zeit mit Tablet & Co verbringen darf - weniger als die Kinder in seiner Umgebung - ja auch bestätigt.


Na vielleicht ein begeisterter Höhlenforscher oder Youtube-Star, der dort seine DIY-Bastelkreationen präsentiert...
genau das ist das Problem. Bestimmt nicht. Man wird nicht zum Höhelnforscher, weil einen die Eltern in der Kindheit da hin schubsen. Zumindest zu keinem guten. Man wird zu jemandem, der richtig gut in etwas ist, wenn dieses etwas dem eigenen Typ und den eigenen Interessen entspricht und die können die Eltern zum Glück eben nicht steuern. Ja, sie können (und sollen) Optionen zeigen und anbieten. Klar. Aber eben auch nicht mehr. Und dann wird aus dem Nerd kein youtube-Bastler und auch kein Höhlenforscher. Es bleibt ein Nerd, der die Höhle und das Basteln doof findet, aber halt ein Nerd, der den Anfang seiner eigenen Geschichte verpasst.

P.S. Ja, schon klar, der Höhlenforscher war nicht ernst gemeint. Trotzdem ist der Ansatz schon ****.

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2. Dezember 2020 um 15:26
In Antwort auf

hm...

also erstens: warum sprichst Du dann als erstes davon, dem Kind die Dinger wegzunehmen? Sorry, aber etwas, was langweilt, braucht auch keiner wegnehmen. Wenn alles andere soooooooooooo viel toller und interessanter ist, bleibt es eh in der Ecke liegen.

zweitens: die TE spricht davon, dass er sich für nichts anderes interessiert - das weiß sie ja wohl kaum, wenn noch nichts anderes ausprobiert wurde. Und davon, dass andere Dinge abgebrochen werden - dto.  Was die spätere Erklärung, dass der Sohn nur begrenzte Zeit mit Tablet & Co verbringen darf - weniger als die Kinder in seiner Umgebung - ja auch bestätigt.


Na vielleicht ein begeisterter Höhlenforscher oder Youtube-Star, der dort seine DIY-Bastelkreationen präsentiert...
genau das ist das Problem. Bestimmt nicht. Man wird nicht zum Höhelnforscher, weil einen die Eltern in der Kindheit da hin schubsen. Zumindest zu keinem guten. Man wird zu jemandem, der richtig gut in etwas ist, wenn dieses etwas dem eigenen Typ und den eigenen Interessen entspricht und die können die Eltern zum Glück eben nicht steuern. Ja, sie können (und sollen) Optionen zeigen und anbieten. Klar. Aber eben auch nicht mehr. Und dann wird aus dem Nerd kein youtube-Bastler und auch kein Höhlenforscher. Es bleibt ein Nerd, der die Höhle und das Basteln doof findet, aber halt ein Nerd, der den Anfang seiner eigenen Geschichte verpasst.

Hä? Dein zweiter Absatz sagt doch genau das aus, was ich auch meinte! Ihm ist immer langweilig, also sollte man als erstes mit ihm versch. Dinge (wie basteln, in die Natur, Höhle bauen, was weiß ich, das waren doch nur doofe Beispiele von mir!) ausprobieren, um zu schauen, ob er irgendwas davon toll findet. Ihm halt Perspektiven bieten, von nichts anderem sprach ich.

Irgendwie verstehe ich deinen Post nicht. Er sagt doch genau das aus, was ich auch zum Ausdruck bringen wollte...

Und zu deinem letzten Absatz: Aber woher weiß man, ob ihm das Höhle bauen oder das basteln oder gott weiß was spaß macht oder eben keinen spaß macht, wenn man es nicht mal ausprobiert?

Wenn mein Kind tagein tagaus nur gelangweilt in der Ecke hocken würde, dann würde ich ihm zuallerst Perspektiven bieten, die Welt zeigen. Vielleicht findet sich ja irgendein Hobby, woran mein Kind Freude hätte. Aber es sich einfach selbst zu überlassen, ist auch nicht richtig!

Und nur weil du eine introvertierte Bücherratte warst und dich am wohlsten in deiner Computerspielewelt fühlst, muss das ja noch lange nicht für alle Kinder dieser Erde gelten!

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2. Dezember 2020 um 15:46
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Hä? Dein zweiter Absatz sagt doch genau das aus, was ich auch meinte! Ihm ist immer langweilig, also sollte man als erstes mit ihm versch. Dinge (wie basteln, in die Natur, Höhle bauen, was weiß ich, das waren doch nur doofe Beispiele von mir!) ausprobieren, um zu schauen, ob er irgendwas davon toll findet. Ihm halt Perspektiven bieten, von nichts anderem sprach ich.

Irgendwie verstehe ich deinen Post nicht. Er sagt doch genau das aus, was ich auch zum Ausdruck bringen wollte...

Und zu deinem letzten Absatz: Aber woher weiß man, ob ihm das Höhle bauen oder das basteln oder gott weiß was spaß macht oder eben keinen spaß macht, wenn man es nicht mal ausprobiert?

Wenn mein Kind tagein tagaus nur gelangweilt in der Ecke hocken würde, dann würde ich ihm zuallerst Perspektiven bieten, die Welt zeigen. Vielleicht findet sich ja irgendein Hobby, woran mein Kind Freude hätte. Aber es sich einfach selbst zu überlassen, ist auch nicht richtig!

Und nur weil du eine introvertierte Bücherratte warst und dich am wohlsten in deiner Computerspielewelt fühlst, muss das ja noch lange nicht für alle Kinder dieser Erde gelten!

ok, ich versuch's noch mal und ohne zu weit abzuschweifen:
wenn die TE sich Sorgen macht, dass ihren Sohn wenig  interessiert und er am liebsten vor Switch / Tablet sitzen will (will, nicht darf oder tut)  und er so ziemlich alles andere schnell aufgibt - wie kommt man da auf die Idee, das liest sich, als würden keine Optionen angeboten und er tagelang gelangweilt in der Ecke sitzt?!?
Da steht doch schon im Startbeitrag drin: von allen möglichen Optionen will er keine außer Switch / Tablet, sie interessieren ihn von vorn herein nicht und / oder er lässt es schnell sein.
Was er schnell sein lässt, HAT er ausprobiert.
Was ihn nicht interessiert, HABEN die Eltern  / die TE angeboten.

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3. Dezember 2020 um 14:11
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weißt Du, wie viele mit A(H)DS ich in meiner Generation erlebt habe? Und wie unsäglich besch*** es war, wenn unsere Eltern das damit, mir endlich Fleiß statt meiner "Tagträumerei" beibringen wollten, damit ich endlich mal richtig funktioniere? Und den AHDSlern die Ruhe mit "Waldspaziergängen" beibringen wollten? Ich erinnere mich prima...

Aus der heutigen Sicht: Meiner Meinung nach verwechselt der Autor Ursache mit Wirkung. Ich liebe Computerspiele, weil sie mich in die Hyperfokussierung ziehen. Sprich: sie blenden alles andere ringerum völlig aus. Endlich mal nicht 1000000 Dinge gleichzeitig, zwischen denen ich gedanklich hin und her springe, wie eine Kugel im Flipperautomaten, sondern EINS. Das allein ist herrlich. Schafft ein gutes Buch aber auch. Meine Arbeit phasenweise auch. 
Und natürlich kommuniziere ich viel lieber über elektronische Medien. EIN KANAL. NUR EINER. Nicht Lautstärke, Intonation, Mimik, Gestik, Hintergrundgeräuschen, Bewegungen im Hintergrund... und das beste: wenn man etwas nicht mitbekommen hat, kann man ganz einfach nachlesen und muss nicht zig mal fragen oder überspielen.
(bin ich ganz sicher nicht allein damit, geht anderen, mit denen ich mich ausgetauscht habe, auch so)
Einen Waldspaziergang mache ich dennoch immer wieder gern. Aber sobald ich da nicht allein bin, ist der anstrengender. Weil ich meine Aufmerksamkeit wieder gewaltsam auf Personen fokussieren muss (oder die sind beleidigt oder sauer oder ... ) Kein Computerspiel ist sauer, wenn ich was nicht mitbekomme. Schlimmstenfalls platzt meine Spielfigur. Who cares, das ist so erfreulich irrelevant, selbst in Spielen, wo es nicht einfach mit Respawn weiter geht.

So oft fällt...? Geschichten, die es in ein BUCH schaffen, waren anno 18hundertirgendwas schon die, die viele aus eigenem Erleben bzw. dem Umfeld kannten. Es gab keine Geschichte in solchen Büchern ala "xxx hält sich für den Kaiser /  Past / Jesus / Hagen von Tronje / ... " (was es auch da schon gab, klar, aber damals wie heute sehr selten). 

 

Es tut mir leid, dass du es so schwer hattets. Aber du hast ja da ein Problem, das ein Mensch ohne dieses Syndrom nicht hat.
Deswegen kann ich jetzt nicht sagen, dass man einem Kind problemlos die Dinge geben kann, dir dir helfen mit deinem Problem.

Ich glaube schon, dass ein durchschnittliches Kind davon reizüberflutet wird.
Babys sind ja angeblich schon reizüberflutet, wenn man den Buggy in Fahrrichtung schiebt.
Ich denk edass Menschen mit den normalen täglichen Reizen klarkommen lernen. Das Gehirn sortiert ja normal auch all das aus, was aber beständig deine Konzentration auf sich zieht.

Ich kenne einige Kinder, die hibbeliger sind, wenn sie TV schauen und ruhiger wurden, als man das weggelassen hat.
Kinder halt, mit einer von Natur aus durchschnittlichen Aufmerksamkeitsspanne und Aufmerksamkeitsfähigkeit.
Und ich nehme an, dass es sich bei dem Kind oben um eben so eins handelt.

Meinen Kindern ist nicht oft langweilig.
Die Kinder meiner Schwester, bei denen tagsüber durchgehend der TV läuft, sie viel gucken, eine Switch haben, die klagen ständig über Langeweile.

 

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3. Dezember 2020 um 15:36
In Antwort auf

Es tut mir leid, dass du es so schwer hattets. Aber du hast ja da ein Problem, das ein Mensch ohne dieses Syndrom nicht hat.
Deswegen kann ich jetzt nicht sagen, dass man einem Kind problemlos die Dinge geben kann, dir dir helfen mit deinem Problem.

Ich glaube schon, dass ein durchschnittliches Kind davon reizüberflutet wird.
Babys sind ja angeblich schon reizüberflutet, wenn man den Buggy in Fahrrichtung schiebt.
Ich denk edass Menschen mit den normalen täglichen Reizen klarkommen lernen. Das Gehirn sortiert ja normal auch all das aus, was aber beständig deine Konzentration auf sich zieht.

Ich kenne einige Kinder, die hibbeliger sind, wenn sie TV schauen und ruhiger wurden, als man das weggelassen hat.
Kinder halt, mit einer von Natur aus durchschnittlichen Aufmerksamkeitsspanne und Aufmerksamkeitsfähigkeit.
Und ich nehme an, dass es sich bei dem Kind oben um eben so eins handelt.

Meinen Kindern ist nicht oft langweilig.
Die Kinder meiner Schwester, bei denen tagsüber durchgehend der TV läuft, sie viel gucken, eine Switch haben, die klagen ständig über Langeweile.

 

da muss ich widersprechen. Der Ansatz, dass Reize, die man nur unbewußt und nicht bewußt wahrnimmt, nicht /kaum zählen, ist lange und oft widerlegt.

Ob für die ganz normalen Menschen das, was für sehr reizempfindliche Menschen als reizarm wahrgenommen wird, auch reizärmer ist oder nicht, kann ich nicht sicher beantworten, stimmt.... aber ich würde mich zur Einschätzung der Luftqualität jetzt auch eher an die Einschätzung eines Asthmatikers halten als an die eines Gesunden.

Und ja, ADS war hier nur ein Ausflug durch dieses ach so tolle Buch, was sich schon mit dem Titel disqualifiziert, denn ja, das Kind, um das es hier geht, ist wahrscheinlich gesund. Aber es hat Wünsche und Interessen. Die die TE begrenzt, was sie aus meiner Sicht jetzt schon zu viel macht. Unbegrenzt ist alles schädlich, da bin ich sofort dabei. Und ich gehe immer noch nicht davon aus, dass "umbiegen" da funktioniert. Anderes interessiert dieses Kind eben nicht. Das wird durch noch mehr Einschränkung bei Tablet / Switch und noch mehr Zwang zu anderem auch nicht besser.

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4. Dezember 2020 um 8:42
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ok, ich versuch's noch mal und ohne zu weit abzuschweifen:
wenn die TE sich Sorgen macht, dass ihren Sohn wenig  interessiert und er am liebsten vor Switch / Tablet sitzen will (will, nicht darf oder tut)  und er so ziemlich alles andere schnell aufgibt - wie kommt man da auf die Idee, das liest sich, als würden keine Optionen angeboten und er tagelang gelangweilt in der Ecke sitzt?!?
Da steht doch schon im Startbeitrag drin: von allen möglichen Optionen will er keine außer Switch / Tablet, sie interessieren ihn von vorn herein nicht und / oder er lässt es schnell sein.
Was er schnell sein lässt, HAT er ausprobiert.
Was ihn nicht interessiert, HABEN die Eltern  / die TE angeboten.

Naja, so klar steht das nicht im Anfangspost. Dort steht, dass er kaum Interessen hat und am liebsten nur vor der Switch hocken würde. Aus dem Anfangspost geht überhaupt nicht hervor, ob ihm denn überhaupt schon Alternativen geboten wurden.
Dass er kaum andere Interessen außer Switch und Tablet hat, könnte man ja auch so verstehen, dass bei ihm dies so ist, weil er (noch) keine Alternativen kennt...
Also das sehe ich daher schon anders...
Überhaupt gibt es eigentlich wenig Hintergrundinformationen, von daher können wir hier alle nur spekulieren, ob er nun tatsächlich keine anderen Interessen hat oder ob er durchaus andere Interessen hätten, wenn man ihm mal "die Welt" zeigen bzw. diese entdecken lassen würde...

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8. Dezember 2020 um 9:08
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Hallo zusammen, 

mein fast 9jähriger hat kaum wirkliche Interessen. Nur Pokemon ist hier hin und wieder angesagt. 
Sonst würde er am liebsten ständig vor der Switch und drm Tablet sitzen. Und da daddelt er auch nir von einem.zum anderen. Muss er sich etwas anstrengen, wird aufgegeben. 

Wie ist es bei euch? 

Gut meine sind noch kleiner.
Aber ich finde man sollte nicht pauschal sagen jemand hat keine Interessen nur weil ihn Digitale Dinge interessieren. 
Ist ja auch ein Interesse.
Was macht er dann auf dem Tablet oder der Switch ?
Man muss natürlich die Waage finden , bei einem Kind, aber Digitales ist nicht automatisch schlimm

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17. Dezember 2020 um 6:44

Hallo zusammen, 

Ich biete meinem Kind andere Alternativen. Gesellschaftsspiele werden abgelehnt, da man ja verlieren könnte. Habe alles versucht. Aber null Interesse. 
Ich finde er ist zu geradlinig. Er schaut nicht nach links und rechts. Immer nur geradeaus. Gibt es vielleicht noch andere Möglichkeiten/Sachen die man ausprobieren kann. Er sagt meistens kein Bock. Es ist wie zusammen raus gehen. Erst safen keine Lust und dann macht es Spaß. 
Und auch wenn er am liebsten ständog vor der Switch und Tablet hängen wollen würde, datf er es nicht. Ich biete ihm Alternativen, aber die werden nicht angenommen. Da müsste er dannseinen inneren Schweinehund überwinden. Dann sitzt er lieber irgendwo rum und langweilt sich. Und zwingen kann ich ihn ja schlecht. 

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