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Junge "Stiefmutter" - gehen oder bleiben?

29. April 2016 um 0:26

Ich bin nun knapp 7 Monate mit meinem Freund zusammen. Da ich vor der Entscheidung stand alleine eine Wohnung in einer vollkommen fremden Gegend zu beziehen (jobbedingt) oder mit ihm zusammenzuziehen leben wir auch schon seit 5 Monaten zusammen.

Er hat ein Kind mit seiner Exfreundin, der Kleine ist 6, und die Ex wohnt auch in der Nähe. Als wir zusammengekommen sind, wusste ich schon, dass sie keine einfache Person ist, aber dadurch, dass ich eine sehr einfach gestrickte Person dachte ich, dass würden wir schon irgendwie hinbekommen.

Jetzt bin ich hier und bin vollkommen ausgelaugt von dieser Beziehung. Das Kind wird herumgereicht, wie ein Wanderpokal, vormittags ist es bei der Mutter (diese arbeitet 6 Tage die Woche ab 17:00 Uhr) und ist dementsprechend mind. 5 Tage die Woche bei uns. Er geht zudem sehr spät schlafen. Wir haben keinerlei Zeit zusammen, da ich auch in Schichten arbeite und mir damit nicht jeden Dienstag freinehmen kann, um einen Tag (Abend) mit meinem Partner tu verbringen.

Ich bin sehr jung und habe bisher immer für mich gelebt und das getan was ich wollte. (Immerhin war ich ja auch klug genug zu verhüten bis jetzt, anders als die Ex meines Freundes). Hab aber meinen Tagesablauf mit ganzem Herzen auf meine kleine Familie umgestellt. Der Kleine liebt mich über alles und wir erleben ganz viele schöne Momente zusammen und zu dritt!!

Allerdings wird es mit jedem Tag schlimmer, die Umstände zu ertragen. Ich verhalte mich wie eine 35 Jährige Mutter, gehe nicht mehr raus, passe mindestens einmal in der Woche alleine auf das Kind auf und solange der Kleine da ist bleibe ich auch zuhause, koche, putze, wasche und kümmere mich um ihn. Wie gesagt fünf Tage ist er eh bei uns. Weil beide nicht fähig sind ein vernünftiges Kindermädchen zu finden, naja man hat ja auch mich.

Ich finde, dass die Unterbringung eines Kindes Sache der Eltern ist, oder denke ich falsch? Vor allem, soll ich mich um das Kind kümmern, wenn die Mutter einfach keine Lust hat sich einen vernünftigen Job zu suchen?! Muss ich ausbaden, dass ich mir einen guten Arbeitgeber gesucht habe und sie nicht?

Dazu muss man sagen, dass wir in Spanien leben (wir sind aber alle Deutsche) und hier die Kinder mit 3 zur Vorschule gehen, was sie aber nicht wollte, weil sie das Kind sonst nicht sehen kann.

Ich bin einfach vom Denken her ganz anders, ich möchte das mein Kind Kontakt zu anderen Kindern hat, dass es ein geregeltes Leben hat und wenn ich mich für das Leben in einem anderen Land entscheide, auch ganz dafür entscheide. Zudem ist er zwar sehr intelligent, hat aber, da er die letzten Jahre nicht die Aufmerksamkeit erhalten hat, die er verdient, viele motorische Defizite. Um ein paar Beispiele zu nennen kann er nicht allein sein großes Geschäft verrichten oder sein Essen schneiden.

Sie verspricht seit ich meinen Freund kenne alle Unterlagen zur Ummeldung und Anmeldung in der Schule mitzubringen, aber wir warten bis heute. Er tut alles, um ein guter Vater zu sein und ein guter Freund, aber wir kommen gegen die Situation nicht an. Und was habe ich zu sagen? Er will gerne, dass ich die Verantwortung und auch das Glück übernehme, das sie anscheinend nicht übernehmen kann und ich offensichtlich sehr wohl. Aber was soll ich tun? Es ist für mich unmöglich dieses Kind so zu lieben, wie mein eigenes, vor allem weil ich noch keine Kinder habe? Ich versuche dem Kind immer wieder Dinge näher zu bringen wie Tischmanieren (auf nette, liebevolle Art und Weise) und es funktioniert aber sobald es von seiner Mutter zurückkommt scheint er, als hätte er alles vergessen. Das Kind redet ununterbrochen so laut wie ein Düsenjet, was meiner Meinung nach daher kommt, dass er 1. einen Sprachfehler hat (er kann kein sch j c usw, eben noch Babysprache) und zweitens weil ihm niemand mal richtig zugehört hat.

Ich werde jedes Mal genutzt, wenn ich frei habe, um mich um das Kind zu sorgen. Auch wenn ich als 22 Jährige einen ganz anderen Plan habe. Ich bin unheimlich glücklich mit meinem Freund, so glücklich, dass ich mit ihm eine Familie möchte und ich bin die erste Frau, bei der er sich vorstellen kann sie zu heiraten. Genauso ist es andersherum, ich wollte immer in vielen Ländern leben und habe nicht geplant vor 30 an ein Kinde zu denken.

Ich wollte eigentlich dieses Jahr nach Florida gehen und bin nun wirklich am Zweifeln, er ist DAS für mich, aber ich habe jeden Tag weniger das Gefühl, dass ich die Situation aushalte, immerhin wird diese Frau und ihr Einfluss auf das Kind für immer in seinem Leben Bestand halten! Ich werde nie das für das Kind sein, was er möchte!

Er versteht mich in vielen Hinsichten, aber in einigen auch nicht. Von ihm kommen aussagen wie "Andere Paare haben viel weniger Zeit zusammen" "Wir werden nicht mehr lange so viel Kontakt haben" oder "Sie weiß es nicht besser, weil sie eine schlimme Kindheit hatte" - aber das soll ich jetzt wiedergutmachen? Es tut mir leid, wenn es egoistisch ist, aber ich kann doch nicht die Lösung dafür sein? Dann muss man 2 Mal aufpassen, wen man schwängert - so böse es klingt! Bei mir ist auch noch niemand auf einer Bananenschale ausgerutscht und in mich reingefallen! Ich arbeite im Hotel und habe meine Partner immer wenig gesehen, aber man muss sich eben die Zeit nehmen und das leben ist hart, niemand sieht seine Kinder mehr als er, weil wir alle arbeiten! Und vor allem nicht, wenn man getrennt lebt!

Ich finde ihr Verhalten schlichtweg verantwortungslos... Aber was kann ich tun? Ich würde gern, dass er der Papa meiner Kinder wird, aber kann das funktionieren? Vor allem tut mir auch der Kleine leid, ich weiß nicht wie er reagieren würde, wenn er nach seiner sehr durch Ups und Downs geprägten Lebenskurve ein kleines Geschwisterkind bekommt, das ihm wieder alle Aufmerksamkeit wegnimmt und das während er durch eine schwierige Lebensphase (Schulbeginn ohne eine der drei Sprachen zu sprechen, in denen hier unterrichtet wird, Charakter vollkommen so, dass er sofort aufgibt, wenn er etwas nicht schafft, musste sich in sechs Jahren seines Lebens noch nie länger als 10 Minuten mit einer Aufgabe beschäftigen) geschickt wird. Wir hatten eigentlich geplant das Projekt Erweiterung der Familie diesen Mai anzugehen, aber ich habe schon geagt, dass ich das nicht schaffe, weil ich erst sehen will, wie es dem Kleinen geht.

Und nun? Aushalten und nichts mehr sagen? Oder meine Ziele weiterverfolgen?

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1. Mai 2016 um 23:49

Oh gott
Nimm die beine in die hand und nix wie weg da

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