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Jetzt sitz ich an Silvester alleine da mit all den Gedanken

31. Dezember 2008 um 17:51

Ich möchte hier auch schreiben, da ich einige Beiträge gelesen habe und vieles nachempfinden kann.
Für mich ist die Patchworkfamilie eine neue Situation. Ich habe mit meinem Sohn 3 Jahre allein gelebt. Er ist jetzt 4 Jahre alt und wir sind sehr miteinander verschweißt, da ich mir mit ihm ein völlig neues Leben aufbauen musste.

Vor einem halben Jahr habe ich einen Mann über Internet kennengelernt. Er hat auch eine Tochter ( 6 Jahre) und lebt in Scheidung. Als wir uns kennengelernt haben war es recht locker und fröhlich. Es gab zwar gleich ein paar Differenzen,weil er sofort meinen Sohn miterziehen wollte und wir hahen viel geredet und inzwischen klappt das auch gut und mein Sohn akzeptiert ihn voll und ganz und ist auch gern bei ihm.

Das Problem ist das ganze drum herum, was mir inzwischen die Kraft raubt. Seine Nochfrau, die schon während der Ehe eine anderweitige Beziehung eingegangen ist und mit diesem Mann auch noch zusammen ist, macht uns das Leben schwer. Sie hat geäußert, dass sie alles tut, damit mein Freund nicht wieder glücklich wird.
Als er mich dann kennengelernt hat, ging es los mit Beleidigungen über mein Aussehen, meine Kleidung etc. Ständig kommen Spitzen und Kommentare von ihr.

Die Tochter ist anfangs ganz unbefangen mit mir umgegangen, bis ihr ihre Mutter sagte, dass sie den Papa zurückwolle und ich der Grund sei, warum das nicht geht. Das Mädchen ist 6 Jahre alt und wünscht sich natürlich ihren Vater zurück, da er sie während der Ehe auch hauptsächlich betreut hat. Sie ist normal jedes 2. WE bei ihrem Papa und auch oft unter der Woche. Seine Frau ändert oft kurzerhand die Besuche, so dass er eine halbe Stunde vorher noch nicht weiß, ob er die Kleine holen kann oder nicht. Dadurch ist es auch für uns schwierig etwas zu planen.

Für ihn steht die Kleine an erster Stelle und er ist froh, dass er sie sehen kann. Wenn wir mal was zusammen machen, ruft sie zigmal an und fängt Streit an, indem sie ihm vorwirft, wieder etwas nicht beachtet zu haben beim Umgang mit der Kleinen. Ich bekomme den ganzen Streit mit und ich hab schon richtig Bauchschmerzen, wenn diese Frau anruft oder wir aufeinander treffen, weil ich weiß, dass es wieder was nach sich zieht.

Bei der Kleinen hab ich immer das Gefühl wieder von vorn anzufangen. Manchmal macht sie dicht und schaut mich nicht an und überhört mich einfach. Sie hat auch viele Gesten und Allüren von der Mutter, was meineserachtens oft nicht zu einer 6 jährigen passt. Aber wie dem auch sei, sie tut mir leid, weil ich verstehen kann, dass ein Kind in dem Alter völlig zerrissen sein muß, wenn es beide Eltern liebt und der Streit kein Ende nimmt.
Für meinen Kleinen ist sie ein Vorbild und sie ist oft genervt, weil er da ist. Manchmal klappt es gut aber wir müssen es immer ausbalancieren.

Über die Feiertage war ich mit meinem Sohn fast ausschließlich bei ihm, wo auch die ganze Familie über eine Woche da war. Ich fühle mich total geschlaucht und finde meine alte Form nicht wieder. Am WE gab es auch noch Streit und Vorwürfe seitens der Nochfrau und diese Woche hat sie mit ihrem Freund nach über einem Jahr noch Hausrat abgeholt. Das Mädchen, saß da hat ferngesehen, die Eltern haben den Hausrat aufgeteilt und ich bin genau in der Situation reingekommen.

Ich weiß nicht mehr wo ich bleibe. Ich hab mich erstmal zurückgezogen, habe meinem Freund gesagt, wie es mir geht. Er meinte, dass der ganze Stress von ihr inszeniert sei um mich zu treffen.
Ich frage mich manchmal, ob ich mit meinem Kleinen alleine ruhiger lebe. Ich hab das nicht verdient in so ein Wirrwarr reingezogen zu werden.

Heute ist Silvester und wir wollten über 2 Tage wegfahren. Ich habe meinen Kleinen zur Oma gegeben, obwohl ich immer ein bischen traurig bin,wenn er nicht da ist und dachte mir, dass wir uns mal einen schönen Nachmiitag machen und dann schön Silvester feiern. Heute morgen rief seine Frau an, ob er die Kleine mitnehmen kann, sie habe Kopfschmerzen und so sind wir zu dritt losgefahren. Unterwegs ging es mir plötzlich schlecht und ich mußte losheulen und habe ihn gebeten, mich heim zu fahren, was er auch gemacht hat. Er ist mit der Kleinen alleine losgefahren und meinte ich soll mal in mich hinheinhören, was ich für ein Problem habe.
Ich hab mich geschämt, ich war genervt von der Kleinen, von ihm, hab meinen Sohn vermisst und wusste nicht mehr wie es mir geht.

Ja und jetzt sitze ich alleine da mit all den Gedanken. Ausgerechnet an Silvester.

Er sagt, dass es nicht der Stress ist, sondern, dass ich wahrsch. ein Problem mit ihm habe und das soll ich mal rausfinden.
Ich bin in einem totalen Gefühlschaos und habe meine Mitte verloren. Ich frage mich, ob ich beziehungsfähig bin, obwohl ich mit dem Papa von meinem Sohn 11 Jahre zusammen war mit allem drum und dran.
Mein Freund ist ein Kopfmensch. Er sagt, wenn man sich liebt übersteht man alles.

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31. Dezember 2008 um 22:27

Alleine bist du besser dran!!!
Hallo, ich lebe selber in einer Patchworkfamilie und sitzte auch gerade aus Frust am PC und das an Silverster . Ich habe mir alles durchgelesen und kann Dir nur durch meine Erfahrungen raten, gib ihm dem Laufpass. Er wird immer dem Kind zuliebe alles machen, wie jetzt trotzdem wegfahren, immer ja sagen..... Am Anfang sieht man ja darüber hinweg und denkt sich ist ein toller Vater, aber diese Männer lassen nur einen Menschen in ihr Herz , diese armen Kinder, sie haben " Schuldgefühle" , warum auch immmer?, und was am Anfang noch o.k. ist kann ganz schnell zu einem großen Problem werden. Suche dir einen ohne Kind. Es wird bestimmt nicht besser, sosehr man es auch hofft, es wird immer schlimmer, bis man dann denkt, jetzt habe ich die beste Zeit meines Lebens an einem Mann vergeudet, der mich gar nicht lieben kann, weil ja da kein Platz mehr ist. Wenn Du dann eigene Kinder mit ihm hast, fällt es dir noch schwerer ihm zu verlassen. Du hast ja dann gesehen, wie aufopferungsvoll er sich um dieses Kind gekümmert hat und glaubst bei den gemeinsamen kindern läufts auch so super! Aber leider gibts immer noch bloß einen Menschen den er in seinen Herzen hat, für keinen anderen ist da noch Platz. Ich möchte Dir die Hoffnung nicht nehmen, hoffen darf man ja, aber es wird immer Probleme geben. Ich wünsche dir einen guten Rutsch und lass dich nicht hängen.



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