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Ist es das Alter?

15. November 2007 um 15:13

Hi,

Ich bin mit meinem Freund jetzt drei Jahre zusammen. Er ist Franzose und hat zwei Mädchen aus 1. Ehe. Ich selbst habe Zwillinge, Jungs beide 11. Eine der Mädels ist 13, die andere 9. Zum Glück kommen sie nur in den Ferien aber das ist zwischenzeitlich schlimm genug.

Im Anfang habe ich mir viel Mühe gegeben, war super nett, habe die Freizeit gestaltet, mich versucht auf die Mädchen einzustellen. Dann viel mir mit und mit auf, dass immer was verschwand, wenn die Herzchen da waren:
Die ersten Sommerferien das Handy meiner Jungs aus deren Zimmer inklusive Ladekabel.

Die nächsten Ferien: das nächste Handy.

die nächsten Ferien: ein Ring von einer Freundin meiner Kinder, die diesen mit meinem Wissen auf den Esstisch gelegt hatte.

Dann hatten meine einen Nintendo DS, den sich die Kleinere regelmäßig einfach nahm obwohl sie selbst einen Gameboy Advance hatte, was nun auch nicht so anders ist. Ohne zu fragen versteht sich. Sie kam nachts in deren Zimmer und stahl es ihnen unter dem Kopfkissen oder riss es ihnen aus der Hand rannte ins Dachgeschoss und schloss sich damit im Badezimmer ein. Bis ich einen Riegel vorgeschoben habe. Was dann? Als meine mit uns im Wohnzimmer waren, muss eine der beiden ins Zimmer sein und hat sämtliche Spiele für den Nintendo aus ihren Boxen genommen und versteckt. Gefunden haben wir dann alle 10 Spiele nach langer Suche in der Box für Legosteine ganz nach unten gebuddelt.

Und die Sprüche nachdem ich dann endgültig geplatzt bin, waren vom Vater : das müsste ich ja erst mal beweisen und seine Kinder würden nicht lügen etc. Klar, die Spiele sind in die Box gesprungen und haben sich alle 10 langsam nach unten vorgearbeitet ... und die Handys haben Suizid begangen ...

Ich habe nun bei Besuchen verboten, dass die Puten das Zimmer meiner Kinder betreten. Seitdem ist zumindest nichts mehr gestohlen worden oder "weggekommen".

Im letzten Urlaub im Ausland hatten wir eine Ferienwohnung und wieder dieses Mädchen. Wir kommen vom Einkaufen zurück, der eine meiner Söhne war nicht zu sehen. Sie kommt sofort zu ihrem Vater und sagt (auf französisch versteht sich nur leider für sie versteh ich besser als sie glaubt) mein Sohn hätte getreten. Ich natürlich sofort in dessen Zimmer. Er wollte nicht raus mit der Sprache was überhaupt gewesen ist. Dann irgendwann hat er erzählt, dass sie Verstecken gespielt hätten. Er wäre draußen vor die Tür gegangen. Daraufhin hätten die Mädchen die Türe zugemacht und ihn lange nicht mehr reingelassen. Daraufhin ist er irgendwann wütend und laut geworden, wohl auch weil er Angst bekommen hat. Als sie ihn dann wieder reingelassen haben, hat er aus Wut getreten. Das Mädchen hat ihn daraufhin bespuckt. Letzteres und den Auslöser hat sie natürlich unter den Tisch fallen lassen. Ich bin dann raus, habe die Sache versucht zu klären und einfach gesagt, sie sollen sich vertragen und sich die Hand geben. Und was dann? Sie verzieht das Gesicht und gibt ihm nur sehr widerwillig die Hand und heult wutentbrannt los, sie würde schlecht behandelt, sie wäre immer schuld etc. ...
und dann kam ständige Petzerei, die tun das nicht, die haben das gemacht ... Vom Vater: NICHTS. Er macht weiter auf "Friede, Freude, Eierkuchen" und tut als wäre alles in Ordnung.

Kaum kam das Kind nach Hause, heult es sich bei der Mutter aus, ich wäre ja so böse zu ihr und würde sie böse ansehen. Er kam dann zu mir, und meinte mit mir reden zu müssen, weil ICH ja was daran tun muss.

So langsam reicht es mir bis zum Anschlag. Man weiß auch nicht, wie man sich noch verhalten soll. Ich bin sicher, das Kind schafft es noch, unsere Beziehung auseinander zu kriegen. Irgendwann kommt es ihretwegen zum Eklat.

Wenn ich mir das so ansehe, bin ich dankbar, Jungs zu haben, die eigentlich immer ehrlich sind und direkt. Sie sind zwar laut und wild und benehmen sich beim besten Willen nicht immer vorbildlich aber sie sind nicht link, verlogen und durchtrieben.

Jetzt kommt Weihnachten und sie kommen wieder. Man kann sich vielleicht vorstellen, dass meine Vorfreude sich in Grenzen hält, ja ich bald einen Horror davor habe. Das Beste wie ich über die Tage kommen kann ist wohl nett und freundlich sein und das Kind so gut es geht zu ignorieren?!

Wenn irgendjemand eine Lösung für solch ein Vehalten hat, wäre das wirklich eine Hilfe.


Gruß

Andy

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16. November 2007 um 10:46

Hallo Andy,
....hört sich ja echt horrormäßig an was Du da so schreibst. Ich sage Dir mal ganz ehrlich meine Meinung dazu. Ich glaube, dass das Modell "Patchwork" einfach nicht funktioniert. Habe es selbst mal versucht, aber nur ganz kurz. Es gibt immer einen Verlierer, nur will das keiner zugeben, weil der Schein gewahrt werden soll. Ich kenne auch nicht eine glückliche Patchworkfamilie, die meinsten sind längst wieder auseinander. Es gibt einen ganz dummen Spruch, der es aber ganz genau auf den Punkt bringt. "Kinder sind wie Fürze, die eigenen sind am erträglichsten."Soviel Abstand, Loyalität, Kompromissfähigkeit, psychologisches Einfühlungsvermögen und Gerechtigkeit kann kein Mensch auf dieser Welt besitzen, um es für alle Beteiligten so einer Familie irgendwie erträglich zu machen. Es wird immer zu Ungerechitgkeiten, neid, Schuldbewußtsein uns sonstigem kommen. Ich kann mir gut vorstellen, dass Du Dich auch um Deine Söhne sorgst. Du meinst vielleicht sie könnten zu kurz kommen usw. Wie Du entscheidest ist Dein Ding, alles Gute dabei...Ziege

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